jahres aus. Bon Letzteren wurden 5 zum Examen zugelassen, von denen 4 die Prüfung mit der Qualification zum Reserveoffizier bestanden.
— Heute Morgen 3 Uhr verschied nach schwerem Leiden der im 77. Lebensjahre stehende Provinzialrabbiner Herr Felsenstein dahier, bekanntlich einer der tüchtigsten Talmudisten. Der Verblichene, ein Ehrenmann durch und durch, genoß nicht allein die vollste Achtung seiner Gemeinde, vielmehr auch die unserer ganzen Einwohnerschaft und bekleidete das Amt eines Provinzialrabbinen der vorhinnigen Provinz Hanau 47 Jahre lang. Möge der Dahingeschiedene nach so langer segensreicher Arbeit nunmeh'r in Frieden ruhen. — Soviel uns bekannt geworden findet dessen Beerdigung Montag Morgen 9 Uhr statt.
Versteigerungs. und Verpachtungs- rc. Kalender, für Montag den 2 Oktober.
Morgens 9 Uhr soll im Hofe des alten Akademiegebäudes hier eine Partie abkömmlicher Baumaterialen öffentlich meistbietend verkauft werden. — Von Nachmittags 2 Uhr ab versteigert Herr Gerichtstaxator M. Ullrich Vorstadt Nr. 10 den Nachlaß der verstorbenen Wittwe Kupfrian gegen Baarzahlung, bestehend in Stuben- und Küchenmöbel, Bettwerk, Uhr, Bildern, zwei Kisten, Frauenkleidern, Schuhen, Leinengeräth Porzellan 20.
— Für heute. Sparkasse bei Brehm: Abends von 8—9 Uhr erste Auflage und Aufnahme neuer Mitglieder. — Sparkasse im Karpfen: Aufnahme neuer Mitglieder. — Sparkasse bei J. L. Kaiser Wittwe: Abends 9 Uhr Generalversammlung; Tagesordnung: Vorstandswahl, Mitglieder-Aufnahme und Actienzeichnung. — Philharmonischer Verein: Abends 9 Uhr Generalversammlung; Tagesordnung: Abendunterhaltung 20.
— Für morgen. AM» Nach dem Vormittagsgottesdienste: Eröffnung der Ausstellung von in der Gewerbeschule für Frauen und Mädchen (von Fräul. L. von Saltzwedell und Fräul. Ida Langer) angefertigten Handarbeiten, im Schullokale: Hammergasse Nr. 9; der Besuch ist naturgemäß allen Interessenten unentgeltlich gestattet. — Nach dem Nachmittagsgottesdienste: Marken-Consum-Verein: Generalversammlung im Saale des Herrn Weismantel; Tagesordnung : Dioidenden-Vertheilung. — Sparkasse im Karpfen: Theilung. — Sparkasse in der goldenen Zange: ebenfalls Theilung. — Sparkasse bei Schomann: Theilung, gleichzeitig erste Auflage und Aufnahmer neuer Mitglieder.
— (Sehenswürdigkeiten.) „Museum der Wetterauischen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Geöffnet Sonntag Vormittags von 11 bis 12 Uhr. (Kindern allein ist der Zutritt nicht gestattet).
— Wie das „Fr. Jl." hört, treffen heute, Samstag, die Com- missare der preußischen Regierung, welche mit den Verhandlungen in Sachen der Maincanalisation betraut sind, in Frankfurt ein, wo die Commissare der Hessen -darmstädèischen Regierung bereits anwesend sind. Die Verhandlungen sind bisher durch das Berliner Auswärtige Amt mit Hessen geführt worden. Die Commissare nehmen im Frankfurter Hof Absteigequartier. Nach Beendigung der Berathungen gehen die preußischen Commissare nach Mainz in Sachen der Rheincorrection.
— Herr Kastellan Mirbach zu Fulda ist vom 1. Januar k. J. ab als landgräflicher Wildmeister nach Wildhagen bei Rumpenheim versetzt.
— Die 5-, 20', 100- und 1000-Mark Kassenscheine sollen demnächst durch neues Papiergeld ersetzt werden, welches aus dem zur Anfertigung der neuen 50. Markscheine verwendeten Pflanzensaserpapier hergestellt wird.
— Schlüchtern, 26. Sept. Der hiesige landwirthschaftliche Verein hat kürzlich eine Commission erwählt, welche in der Schweiz Zuchtbullen zur Verbesserung der Viehracen des Kreises ankaufen sollte. Dieselbe hat sich ihres Auftrags zur Zufriedenheit erledigt und wurden die angekauften 12 Stück in dieser Woche hier zum Verkauf gebracht. Der Erlös mit 300 bis 600 Mark deckte die entstandenen Kosten vollständig und ergab sogar noch einen Ueberschuß von einigen Hundert Mark zu Gunsten der Vereinskasse. Die Commission berichtete dann noch über die Wiesencultur und die Aufzucht der Zuchtthiere in der Schweiz. Die Wiese hätte einen hohen Werth, 2—4000 Francs pro Acker, und gelte ein Besitzer von 25 Acker schon als wohlhabend. Es sei erstaunlich, welchen Ertrag die Wiesen gäben. Der Schweizer verstehe es aber auch, seine Wiesen zu pflegen und den höchstmöglichsten Nutzen davon zu ziehen. Man b merke nicht die geringste Unebenheit, keinen Maulwurfshügel, dabei müßten alle Dungmittel auf dem Rücken auf die Bergwiesen getragen werden. Eine gleiche Sorgfalt lege man auf die Aufzucht der Zuchtthiere und würden reine Zuchtstierkälber von 4 Monaten mit 700 bis 1000 Francs bezahlt; dabei würde gefordert, daß die Thiere feine Hörner, ganz graden Rücken, feine Haut und Haare, sowie dunkelgelbe Farbe hätten.
— Kassel, 28. Septbr. Rach der letzten Volkszählung gehören 88,2 Prozent der Einwohner Kassels der evangelischen und 8,5 Prozent der katholischen Kirche an. Der Prozentsatz der Juden beträgt hier 3,0, in Frankfurt a. M. dagegen 10,1.
— Fulda, 29. Septbr. Sicherem Vernehmen nach hat Se. Majestät der Kaiser die Genehmigung zum Verkaufe des hiesigen landgräflichen Schlosses nicht ertheilt. (Fld. Ztg)
— Fulda, 29. Sept. In dem gestern Vormittag stattgefundenen Termine zum Verkauf der hiesigen Infanterie-Kaserne und der Garnison- Waschanstalt wurden auf erstere 30,000 M. von der Stadt Fulda, auf letztere 6000 M. von Herrn Kaufmann Lorenz Halbleib geboten. Auswärtige Kauflicbhaber waren nicht anwesend. Gleichzeitig machte Herr Oberbürgermeister Rang als Vertreter der Stadt Fulsa deren Ansprüche auf den theilweisen Erlös aus dem event. Verkauf der Kaserne wegen des auf Kosten der Stadt im Jahre 1842 erbauten 4. Stockwerkes geltend. Wie verlautet, soll gestern Nachmittag Herr Fabrikant Rödel- heimer hier noch ein Rachgebot von 35,000 M. auf die Kaserne abgegeben haben. (F. Krsbl.)
— Die „Dorfztg." enthält folgendes „Eingesandt": Es wäre sehr erwünscht, wenn einige von den erfahrenen Landwirthen zum Besten gäben, was für Mittel anzuwenden seien, um die furchtbare Plage des Schneckenfraßes (gerade in diesem Jahre, wo sie sich durch die übergroße Nässe ganz besonders ausbildeten) abzuwenden. Fangen allein thut es nicht, Salz streuen, Gyps u. dergl. kostet auch viel Geld und wird eben auch nicht gründlich helfen. Wie aber nun helfen? Es ist ein ungeheuerer Schaden, den diese Bestien anrichten. Es handelt sich um die Herbstkornsaat, die von den Schnecken auf Kleefeldern zerstört wird.
Aus der RmgsgeNd.
— Frankfurt a. M., 29. September. Heute früh 6 Uhr sank unterhalb der Mainzerbrücke ein schwer mit Holz beladenes Schiff. — Ein Kaufmann in der Bergerstraße hat sich heute Nacht erhängt. — Durch k. Kabinets-Ordre sind bei der Kammer für Handelssachen des Landgerichts zu Frankfurt a. M. die Herren Marcus M. Goldschmidt und August Haurand, Mitglied der Handelskammer, zu Handelsrichtern ernannt worden. (Fr. Ztg-)
— Ein Kutscher Sch. hatte zum zweiten Mal das Glück, den 9. Preis der Frankfurter Pferde-Lotterie zu gewinnen. — In der Saalgasse ist eine Metzgersfamilie durch den Genuß von gewärmten grünen Bohnen, welche die Magd in einem kupfernen Gefäß aufbewahrt batte, schwer erkrankt. — Die Einnahme bei dem jüngst in hiesiger Stadt abgehaltenen Kongresse der deutschen Katholiken betrug circa 9000 Mk. — Die Beerdigung des Schutzmann Vöhl, welcher in Bornheim statio- nirt war, fand heute unter zahlreicher Betheiligung statt; die Schutz- mannschaft unter Führung des Herrn Polizeidirektor Langer war zahlreich vertreten, außerdem folgten 144 Droschkenfuhrwerke dem Condukt, ein Beweis der Beliebtheit des Verstorbenen in den betr. Kreisen. — Den ersten Preis der Pferdemarkt-Lotterie gewann ein Bauer aus Wörrstadt bei Camberg. Derselbe war gestern hier und versilberte seinen Vierspänner für 5400 M. Seinem Collekteur gab er 70 Mk. und kaufte in seinem Vergnügen eine Menge Loose der Darmstädter und Friedberger Lotterie. — Die Dampfwalze hat gestern in Gegenwart der Stadtverordneten in so guter Weise gearbeitet, daß der erst kürzlich angelegte Uebergang von der Promenade zum Reuterweg total niedergedrückt wurde. Ein Beweis, daß das Erdreich nicht fest eingestampst war. Jetzt wird der Uebergang gründlich neu gemacht. (G.-Ä.)
— Geisenheim, 29. September. Als der Weinkommissionär Endres von Oestrich vorgestern auf dem hiesigen Bahnhöfe ein. Faß Wein nach Erkelenz verladen half, hatte er das Unglück, ein Bein an zwei Stellen zu brechen, indem das 8 Centner schwere Faß vom Küferkarren abglitt, den Mann zu Fall brachte und das Bein zersplitterte.
(Rh. K.)
— Caub, 29. September. Während im oberen Rheigau dieses Jahr die Trauben kaum zur Reife gelangen werden, sind dieselben hier trotz der schlechten Witterung doch so weit gediehen, daß man sie genießen kann. Doch tritt jetzt der Mißstand ein, daß die Beeren durch den vielen Regen anfangen zu zerplatzen, auszulaufen und zu faulen. Aehnliche und noch größere Kalamität in dieser Beziehung herrscht im nahen Lorchhausen. Dort wird meistens der früh zur Reife kommende Kleinberger gepflanzt, die Stöcke hängen ziemlich voll; die besten und schönsten Trauben gehen jedoch durch Zerplatzen und Faulen verloren.
(Rh. K.)
— Mainz, 28. Sept. Ein Thierquäler, welcher hier im Gartenfeld einen Hund lebendig begrub, ist durch Strafmandat zu acht Tagen Gefängniß verurtheilt worden. (Fr. I.)
Marktbericht.
Hanau, den 30. September, 8V2 Uhr Morgens. Der Herwige Markt war sehr gut befahren; Viktualienpreise folgende: Butter 1— 1,10 M.; Käse 4—5 Pf. und Eier 6—7 Pf. das Stück; Bohnen 40—42 Pf., Erbsen 36—45 Pf., Linsen 48—50 Pf. das Doppelliter ; Geflügel : junge Tauben das Pärchen 50—90 Pf.; ein Hahn 60—70 Pfl; ein Huhn 90—95 Pf.; eine Gans 3—3,50 M.; eine Ente 1,20—1,35 M.; Meerrettig, die Stange 15—20 Pf.; Blumenkohl, das Stück 20-50 Pf.; Kopfsalat 2—3 Pf.; Rettig 3—4 Pf.; Kohlrabi,