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Zugleich Amtliches Organ für Kreis and Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Fei rrage, mit belletristischer Benage, und Samstags mit der Berliner Provinzial Correspondenz.

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Die ispaltige Darmondzeile »6. deren Raum

10 Pfg.

Die 2fpaIL geile 20 Pfg.

Die SfpaltigeZeile 30 *f3.

Nr. 226. Donnerstag den

28. September 1882.

Amtliches.

Zugelaufen: Ein kleiner junger Dachshund. Ein junger schwarzer Jagdhund, m. Geschl.; Empfangnahme bei Balthaser Wacker zu Wachenbuchen.

Verloren: Zwei Mark baar. In der Aepfel-Allee am Phil. Schloß eine goldene Borstecknadel mit 3 großen und 1 kleinen Perle.

Gefunden: Eine Herren-Halsbinde. Eine schwarze Schürze mit Spitze.

Hanau am 28. September 1882.

Aus Königl. Landrathsamt.

Tagesschau.

Berlin, 27. September. Se. Maj. der Kaiser empfing heute in längerer Audienz den gestern Abend von Varzin zurückgekehrten Bot­schafter Grafen Münster. Die Abreise nach Baden-Baden erfolgt erst am Donnerstag, Nachmittags.

S. M. S.Hertha", 19 Geschütze, Kommandant Kapt. z. S. von Kall, ist am 17. August er. auf der Rhede von Lagos eingetroffen und am 24. deff. Mts. wieder in See gegangen.

Unsere Postbeamten, die sich bisher schon durch große'Vielsei­tigkeit auszeichneten, werden sich von jetzt ab auch mit Kartenzeichnen und Koloriten beschäftigen müssen. Ihr Chef hat demHann. Courr." zufolge angeordnet, daß im Hinblick auf die wachsende Bedeutung des Landpostdienstes sämmtliche in Betracht kommenden Postanstalten mit einer handlichen Uebersicht ihres Landbestellbezirks vrrsehen werden. Die Aufstellung der Uebersichten soll unter Anwendung besonderer Formulare erfolgen, welche in zwei Größen zur Ausgabe gelangen und Raum für die erforderlichen tabellarischen Angaben, sowie für eine bezügliche Kar­tenskizze darbieten. Die Uebersichten haben sämmtliche von dem Land- briefträger zu berührenden Wohnstätten (Dörfer, Ausbauten, Fabriken, Mühlen re.) zu umfassen, nebst Angaben über Einwohnerzahl, Entfernung von Ort zu Ort, Ankunftszeit der Landbriefträger in den Unterwegs­orten rc. Zur Kenntlichmachung der Postorte, der Orte mit Posthilse- stellen, der Orte mit Briefkasten 2C. sind besondere Bezeichnungen vorge­schrieben, welche auch bezüglich der Kartenskizze Anwendung zu finden haben. Letzterer soll eine geeignete Specialkarte zu Grunde gelegt wer­den. Andere als die von den Landbriesträgern zu belaufende, resp, zu befahrende Wege können fortbleiben. Die einzelnen Landbriefträgerreviere sind durch besondere Farbenlinien abzugrenzen. Praktisch sind diese An­ordnungen ganz gewiß, aber die Postbeamten werden über den Zuwachs an Arbeit nicht sonderlich erfreut sein.

Das Projekt eines Nordostseekanals scheint jetzt in ein Stadium getreten, welches eine baldige definitive Entscheidung erwarten läßt; denn wie man erfährt, ist der Chef des Großen Generalstabes aufge­fordert worden, in eingehender Weise über die militärische und maritime Wichtigkeit dieses Kanals erneuerten, mit Kostenanschlägen motivirten Bericht zu erstatten, und ist infolge dessen nunmehr eine aus Mitglie­dern des Generalstabes, des Kriegsministeriums und der Admiralität bestehende Commission gebildet worden.

DemDeutschen Handelsarchive" wird aus Metz geschrieben: . . . . . . Die Mühlenindustrie befand sich während dcs zweiten Quartals in einer glänzenden Lage, da die Müller aus Reffen und Thüringen, welche hier gut eingeführt sind, nicht konkurriren konnten und die französische Konkurrenz mehr und mehr erlischt. Der Ein­gangszoll von 3 Mark auf Mehl während auf Getreide nur 1 Mark lastet schützt die hiesigen Müller sehr vor dem Import des franzö­sischen Mehls, und wenn dieses dennoch eingeführt wird, so thun es die französischen Müller an der Grenze nur, um überhaupt noch Ge­schäfte zu machen; von Verdienst ihrerseits kann wohl wenig die Rede sein.....

DieDeutsche Volkswirthschaftliche Correspondenz" hält eine Umschau in den Jahresberichten der Württembergischen Handelskammern und bemerkt in derselbe:

Zunächst wird übereinstimmend erklärt, daß sich im vergangenen Jahre die Erwerbsverhältnisse bei der Großindustrie Württembergs we­sentlich günstiger gestaltet haben, als bei dem Kleingewerbe und dem

Detailhandel. Der letztere, heißt es, sei besonders auf dem Lande und in den kleinen Städten übel daran; er klage über die große Konkurrenz, welche ihm Hausirer, Waarenlager und Detailreisende bereiteten, sowie darüber, daß die besser situirten Klassen der Bevölkerung, durch den er- leichterten Personen- und Waarentransport begünstigt, ihre Einkaufsbe­dürfnisse immer mehr aus den reichhaltigen Lagern der größeren Städte befriedigten. Dieselben Faktoren wirkten auch auf verschiedene Zweige des Handwerks in recht ungünstiger Weise ein. In der Großindustrie dagegen hat sich wie in anderen Industrieländern auch in Württemberg während des Jahres 1881 gegenüber der früheren Stagnation ein leb­hafterer Umsatz gezeigt; es sind vielfach Erweiterungen der Betriebsan­lagen, Anschaffungen neuer Maschinen, Vermehrungen der Arbeirerzahl, vorgenommen worden, und die günstigeren Absatzverhältnisse einzelner Industriezweige haben gestattet, die von früheren Jahren her noch auf­gestapelten Waarenbestände abzustoßen."

Halle, 26. Sept. Das Wasser der Saale ist in stetem Stei­gen begriffen; der Wasserstand hat bereits die Höhe desjenigen des vori­gen Frühjahrs erreicht. Das ganze Saalethal steht unter Wasser; der Dampferverkehr ist eingestellt.

Metz, 27. Septbr. Der Reichstags - Abgeordnete und frühere Bürgermeister von Metz, Paul Bezanfon, ist heute früh in Folge eines Schiagansalls gestorben.

München, 26. Sept. Die heutige Theatervorstellung bei elek­trischer Beleuchtung nach Edison'schem System hatte einen vollständigen Erfolg. Fast alle deutschen Theater Intendanten und Direktoren, unter ihnen die Herren von Hülsen, von Perfall, von Platen, von Loön, von Putlitz, Rudolfi, Wünzer, Wehl, Lebrun, Neumann, Maurice, Engel, Pollini, ingleichen mehrere Vertreter der Literatur und Journalistik so­wie die Physiker Wüllner, Wiedemann und Vogel und alle bedeutende­ren Aussteller wohnten der Vorstellung bei. Nach der Vorstellung wur­den mit der Edisonlampe und mit den Leitungen Proben auf ihre Feuer­gefährlichkeit auf der Bühne angestellt, durch welche die vollständige Ge­fahrlosigkeit koustatirt wurde.

Kiel, 26. September. Die PanzerfregattenFriedrich Carl", Friedrich der Große",Kronprinz" undPreußen" wurden gestern in Wilhelmshaven außer Dienst gestellt. Die zur Marinestation der Ostsee gehörige Besatzung traf heute früh hier ein.

Wien, 27. September. Eine kaiserliche Verordnung vom 26. September ermächtigt die Regierung zur Unterstützung der Hilfsbe- dürftigen Bevölkerung Tirols bis zu 500 000 Gulden und Kärnthens bis zu 200 000 Gulden nach Maßgabe des wirklichen Bedarfs aus Staatsmitteln flüssig zu machen.

Wien, 27. Sept. Der König und die Königin von Sachsen, sowie Prinz Wilhelm von Preußen sind heute Vormittag hier einge­troffen und vom Kaiser am Bahnhöfe herzlichst empfangen worden. Der Kaiser küßte der Königin die Hand, umarmte den König und den Prin­zen wiederholt. Die Königin fuhr nach ihrer Villa in Hacking, von wo sie morgen nach Mähren weiterreist. Der König von Sachsen und Prinz Wilhelm fuhren mit dem Kaiser nach Schönbrunn. Die Abfahrt zur Jagd bei Neuberg ist auf Nachmittags 2 Uhr festgesetzt. (RH. K.)

Paris, 27. Septbr. Nach einer Meldung aus Tunis wurde unweit Kairuan ein aus 60 Mann bestehender Reitertrupp, der die topo­graphische Mission begleitete, von etwa 400 Marodeurs angegriffen. In dem entstandenen Kampfe wurde der französische Kommandant des Reiter­trupps gelobtet und weitere 7 Mann desselben außer Gefecht gesetzt; die Marodeurs verloren gegen 30 Mann an Todten und gegen 50 Mann an Verwundeten.

R o m, 26. September. Die amtliche Zeitung veröffentlicht ein Dekret des Königs, durch welches die Session des Parlaments geschlossen wird; der Zeitpunkt des Wiederzusammentritts wird durch ein weiteres Dekret sestgesetzt werden.

London, 27. September. Der König und die Königin von Griechenland sind gestern nach dem Kontinent zurückgerefft. Der Ge­neralpostmeister Fawcett hielt gestern Abend vor seinen Wühlern in Hack­ney eine Rede, in der er auch die egyptische Frage berührte und u. A. erklärte: die Regierung verfolge keine felbstsüchtigen Zwecke; ihre Haupt-