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Zugleich Amtliches Organ für Kreis and Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feierrage, mit belletristischer Benage, und Samstags mit der Berliner Provinzial Correspondenz.
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Die ispaltige
Earmondzeile »6.
deren Rau«
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Nr. 208. Donnerstag den
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Amtliches.
Bekanntmachung Wegen Ausreichung der Zinsscheine Reihe IX zu den Schuldverschreibungen der Preußischen Staatsanleihen vom Jahre 1850 und 1852.
Die Zinsscheine Reihe IX Nr. 1 bis 8 zu den Schuldverschreibungen der Staatsanleihen von 1850 und 1852 über die Zinsen für die Zeit vom 1. Oktober 1882 bis 30. September 1886 nebst den Anweisungen zur Abhebung der Reihe X werden vom 11. k. Mts. ab von der Kontrolle der Staatspapiere hierselbst, Oranienstraße 92 unten rechts, Vormittags von 9 bis 1 Uhr, mit Ausnahme der Sonn- und Festtage und der letzten drei Geschäftstage jedes Monats, ausgereicht werden.
Die Zinsscheine können bei der Kontrolle selbst in Empfang genommen, oder durch die Regierungs-Hauptkassen, die Bezirks-Hauptkassen in Hannover, Osnabrück und Lüneburg oder die Kreiskasse in Frankfurt a/M. bezogen werden.
Wer die Empfangnahme bei der Kontrolle selbst wünscht, hat derselben persönlich oder durch einen Beauftragten die zur Abhebung der neuen Reihe berechtigenden Talons mit einem für jede Anleihe abgesonderten Verzeichnisse zu übergeben, zu welchem Formulare ebenda und in Hamburg bei dem Kaiserlichen Post-Amte Nr. 2 unentgeltlich zu haben sind. Genügt dem Einreicher der Talons eine nummerirte Marke als Empfangsbescheinigung, so ist das Verzeichniß einfach, wünscht er eine ausdrückliche Bescheinigung, so ist es doppelt vorzulegen. Im letzteren Falle erhalten die Einreicher das eine Exemplar mit einer Empfangsbescheinigung versehen sofort zurück. Die Marke oder Empfangsbe- fcheinigung ist bei der Ausreichung der neuen Zinsscheine zurückzu- geben.
In Schriftwechsel kann die Kontrolle der Staatspapiere sich mit den Inhabern der Talons nicht einlassen.
Wer die ZinSscheine durch eine der oben genannten Provinzial- Kassen beziehen will, hat derselben die Talons mit einem doppelten Verzeichnisse einzureichen. Das eine Verzeichniß wird mit einer Empfangsbescheinigung versehen sogleich zurückgegeben und ist bei Aushändigung der Zinsscheine wieder abzuliefern. Formulare zu diesen Verzeichnissen sind bei den gedachten Proviuzialkassen und den von den Königlichen Regierungen in den Amtsblättern, zu bezeichnenden sonstigen Kassen unentgeltlich zu haben.
Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsschein-Reihe nur dann, wenn die Talons abhanden gekommen sind; in diesem Falle sind die Schuldverschreibungen an die Kontolle der Staatspapiere oder an eine der genannten Pro- Vinzial-Kassen mittelst besonderer Eingabe einzureichen.
Berlin, den 19. August 1882.
Hauptverwaltung der Staatsschulden.
I. 1974. (gez.) Hering, (gez) Michelly.
Die vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch mit dem Bemerken veröffentlicht, daß die Formulare zu den Verzeichnissen über die Behufs Empfangnahme der neuen Zinsscheine einzureichenden Talons bei der Regierungs-Hauptkasse hier und den sämmtlichen Steuerkassen unseres Bezirks unentgeltlich zu haben sind.
Cassel, den 28. August 1882.
Königliche Regierung.
I V:
0. I. L 5308,___________(gez.) Mittler.__________________________
Ge funden: Eine deutsche Grammatik. Eine Hausteine. Am 2. d. M. auf dem hiesigen Wochenmarkt stehen geblieben eine Mahne mit Birnen. Eine schwarze Armipange.
Hanau am 7. September 1882. ____________________Auö König!. Landrathsamt.
Tagesschau.
Zum Eisenbahnunglück Freiburg-Hugstetten entnehmen wir dem „Franks. Journal" Folgendes:
Freiburg, 6. Sept., 4 Uhr Nachm. Entgegen der bisher viel-
7. September 1882.
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fach verbreiteten Ansicht ist jetzt constatirt, daß auch der Mittelstand unter den Opfern des Eisenbahn-Unglücks stark vertreten ist. Aus den Aussagen der Davongekommenen geht hervor, daß die auf den letzten Bänken der Waggons gesessenen Passagiere am stärksten mitgenommen wurden. Sämmtliche vernehmungsfähige Passagiere des verunglückten Zuges sind gerichtlich vernommen worden.
Soviel bis jetzt bekannt, ist keinem der am Zuge Bediensteten eine Schuld beizumessen, lediglich der Umstand, daß eine Güterzug Locomotive benutzt wurde, wird besprochen. Mitglieder der Bahndirektion sind unausgesetzt mit der Untersuchung beschäftigt. Die Verwundetenüste ist noch immer nicht vollständig, da die in Hugstetten und Hochdorf Untergebrachten bisher nur theilweise zur Aufnahme gelangten. Unter den Schwerverwundeten befindet sich auch ein Gymnasiallehrer aus Colmar mit seinem achtjährigen Söhnchen.
Einem Gerüchte zufolge steht die Ankunft des Großherzogs bevor. Die neueste Todtenliste zählt 59 Personen.
Professor Maas erhielt von der Mainau folgendes Telegramm: „Die höchsten Herrschaften ersuchen um Nachricht über den Allgemeinzustand der Verwundeten und beauftragen mich, deren wiederholte Theilnahme auszusprechen. Graf Andlaw."
Zu dem heute in Colmar stattgehabten Begräbniß war Ministerial- rath Hebting als Vertreter des Großherzogs zugegen ; derselbe legte Namens der Großherzogin eine Blumenspende auf das Grab der Unglücklichen. Auch eine Deputation des hiesigen Stadtraths war erschienen.
— Freiburg, 6. Sept., 6 Uhr 44 Min. Nachm. (Beerdigung der Verunglückten.) Unter ungeheurem Menschenandrange findet soeben das Begräbniß der hier verbliebenen Leichen statt. Die Zahl der Leidtragenden übersteigt zehntausend. Die Leichen der katholischen Opfer beerdigt Domkap.tular Dr. Knecht, dem ein Pfarrverweser und der erz- bischöfliche Hauskaplan assistiren; die der Protestanten der Stadtpfarrer Köllreuter. Sämmtliche Vereine mit trauerumflorten Fahnen, das ge- fammte- hier anwesende Militär begleiteten den Trauerzug. Colmar und Münster sandten Vertreter. Für die Stadt Freiburg fungirt Oberbürgermeister Schuster.
— Berlin, 6. Septbr. Se. Majestät der Kaiser sind, wieder „R. u. St.-A." meldet, gestern Abend 7'/sUhr im besten Wohlsein mit Ihren Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten dem Kronprinzen und der Kronprinzessin in Breslau eingetroffen und auf dem Bahnhöfe von dem Großfürsten Wladimir und seiner Gemahlin, der Prinzessin Albrecht, dem Erbprinzen von Sachsen Meiningen, dem Herzog von Ratibor, dem Fürsten Pleß, dem General ■ Feldmarschall Grafen Moltke, dem Grafen Waldersee, dem Fürstbischof Herzog und dem Weihbischof Gleich empfangen worden. Außerdem hatten sich die Spitzen der Militär- und Civilbehörden, die Generalität und gegen 400 Referve- und Landwehroffiziere zur Begrüßung Sr. Majestät auf dem Bahnhöfe eingefunden. Bei der Ankunft auf dem Bahnhöfe begrüßten Se. Majestät der Kaiser sehr herzlich zunächst den Großfürsten Wladimir und dessen Gemahlin, sodann die übrigen anwesenden Fürstlichkeiten und Notabilitäten und gingen darauf die Front der Aufstellung der Reserve- und Landwehr- offiziere entlang, indem Allerhöchstdieselben ihnen für ihr Erscheinen dankten. Der General-Superintendent Dr. Erdmann, der Fürstbischof Herzog und der Rektor der Universität, Dr. Biermer, hielten längere Begrüßungsansprachen an Se. Majestät, welche Allerhöchstdieselben huldvoll beantworteten. Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheit der Kronprinzessin wurden von mehreren schlesischen Damen Blumensträuße überreicht. Alsdann bestiegen Se. Majestät mit Ihren Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten dem Kronprinzen und der Kronprinzessin eine offene vierspännige Equipage und fuhren unter dem endlosen Jubel der dicht gedrängten Volksmenge durch die festlich geschmückten und glänzend erleuchteten Straßen, in welchen die Kriegervereine Spalier bildeten, nach dem Palais, wo eine Ehrenwache des 10. Regiments paradirte. Das Wetter ist schön.
— Breslau, 6. Septbr. Bei der Ankunft Sr. Majestät des Kaisers hatte auch der Breslauer Kriegerverein, in einer Stärke von 3357 Mitgliedern einschließlich 118 Offiziere, am Bahnhöfe Aufstellung