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Beilage zu Nr. 203a des Hanauer Anzeiger.

Aus der Umgegend.

— Frankfurt a. M., 31. August. Der Frankfurter Haupt» verein der Gustav-Adolf-Stiftung, deren Wiege vor 50 Jahren hier ge­standen, wird sich bei der halbhundertjährigen Wiederkehr des Stiftungs- tagcs, der mit der Generalversammlung zu Leipzig zusammenfällt, durch zwei Deputirte vertreten lassen, nämlich durch Herrn Senior Dr. Krebs und Oberlandesgerichtsrath Dr. Eckhard. Die Einnahmen des hiesigen Vereins haben sich im verflossenen Jahre abermals gemindert; dieselben beliefen sich auf M. 16 307. Zur Vertheilung an arme evangelische Gemeinden gelangten M. 7411. Das von hier aus zu vergebende Schweitzer'sche Legat im Betrage von M. 2535.30 erhielt in diesem Jahre Königstein im Taunus. — Nachdem die Saison des Rudersports vorüber, tritt nUn ein anderer an dessen Stelle, nämlich der Football­sport. Die Clubs „Frankfurt" und „Arminia" werden demnächst auf der Körnerwiefe und auf den Seckbächerwiesen ihre Eröffnungsspiele halten. ■— Am Montag Abend sahen zwei Sachsenhäuser, wie sich ein Frauenzimmer unweit der alten Brücke kopfüber in den Main stürzte. Sie fuhren in einem Kahn der dem Ertrinken nahen Person nach und brachten dieselbe noch lebend auf's Trockene. Wie das Mädchen nachher erzählte, will sie aus Lebensüberdruß den Selbstmordversuch gemacht haben. — Heute Morgen erschien bei einer Geschäftsfrau in Sachfen­hausen ein Unbekannter und erklärte derselben, er komme im Auftrage ihres Mannes, um zehn Mark zu holen, die dieser für den Abschluß eines Geschäftes brauche. Da der Frau der Bote verdächtig vorkam, antwortete sie ihm, sie wolle selbst mitgehen, um ihrem Manne das Ge­wünschte zu bringen. Der Schwindler, denn ein solcher war es, be­gleitete sie ein Stück und gebrauchte dann die Ausrede, er wolle sich ein paar Cigarren kaufen, um zu entwischen. — Das Immobilien-Geschäft war im Monat August ziemlich lebhaft. Als verkauft bekannt wurden 14 Häuser und Bauplätze, für welche die Summe von 1 430 000 M. bezahlt wurde. Im Miethgeschäft herrschte große Flauheit. (Fr. Ztg.)

— Wieder ist ein hiesiger Metzger mit seiner Frau unter Hinter­lassung vieler Schulden nach Amerika durchgegangen. Vor seiner Ab­reise prellte er noch den Händler um mehrere Schweine und einen Schneider um 200 M. — Die Besucher des Taunus wollen wir darauf aufmerksam machen, daß vom 1. September an der Zug, welcher bisher Mittags um 12 Uhr 30 Min. von Frankfurt nach Cronberg abging, ausfällt, und daß der letzte Zug von Cronberg um 9 Uhr Abends ab­gelassen wird und um 10 Uhr 20 Min. nach Cronberg zurückgeht. Alle übrigen Züge bleiben bestehen wie seither. — Den Besuchern des Zoo­logischen Gartens, namentlich den Damen, dürfte es gerathen sein, in respektvoller Entfernung vom Löwenkäsig sich zu halten, wenn sie nicht, wre gestern eine Französin, Gefahr laufen wollen, daß ihre Toilette zu Grunde gerichtet wird. — Große Heiterkeit erregte gestern ein Fulder. Er legte vor einem der hiesigen feinsten Cafä's seinen Schnappsack ab, stellte seinen Dreschflegel vor die Thüre und trat ein, um sich dort neben dem Genusse einiger Tassen Mocca auch denjenigen der Feinbäckereien

zu verschaffen. In fünf Minuten hatte er sich bei dem nicht für einen Fulder-Appetit berechneten Preisen eine große Zeche an den Hals ge­gessen, welche ihm der freundliche Wirth, der durch den Fulder seine ganzen Gäste amüsirt sah, aber erließ. (G.-A.)

— Vom 2. bis 4. Oktober d. I. soll zu Frankfurt a. M. ein Congreß für die Freunde evangelisch-christlichen Schulwesens stattfinden, zu welchem vorläufig nachfolgendes Programm aufgestellt ist:

Montag, den 2. Oktober, Abends 8 Uhr: Vorversammlung. Begrüßung des Kongresses durch das Frankfurter Lokal -Komitä. Be­grüßungen und Ansprachen von Schulmännern und Schulfreunden aus den verschiedenen Gegenden Deutschlands.

Dienstag, den 3. Oktober, Morgens 9 Uhr: Erste Hauptver­sammlung. Biblische Ansprache; Oberkonsistorialrath und Oberhofpredi­ger Dr. Kögel in Berlin ist ersucht, dieselbe zu übernehmen. Fortsetzung der Begrüßungen und Ansprachen von Schulmännern und Schulfreunden aus den verschiedenen Gegenden Deutschlands. Erstes Thema: Auswei­chen Gründen ist auch für die höheren Schulen der konfeffionelle Cha­rakter wünschenswerth, und was kann unter den obwaltenden Umständen zu Gunsten desselben geschehen? Referenten voraussichtlich: Professor Dr. v. Zezschwitz von Erlangen und Gymnasialdirektor Professor Lic. Dr. A. Kolbe von Treptow a. d. Rega. Mittags 12 Uhr: Einstün­dige Frühstückspause. Nachmittags 1 Uhr: Zweites Thema: Das Glück der Jugendzeit und die Pflege desselben durch Haus und Schule; Refe­renten voraussichtlich: Professor Weitbrecht von Stuttgart und Gymna­siallehrer Stamm von Gießen. Nachmittags 5 Uhr: Gemeinsames ein- saches Mittagessen. Abends 8 Uhr: Gesellige Vereinigung.

Mittwoch, den 4. Oktober, Morgens 9 Uhr: Zweite Haupt­versammlung. Morgenandacht; Professor Frommel von Heidelberg ist um Leitung derselben gebeten. Drittes Thema: Die Beendigung des Schulkampfes auf dem Volksschulgebiete; Referenten: Rektor Schanze von Eschwege und Pastor Zillessen von Orsoy. Berathung und Be­schlußfassung über etwaige Anträge, insonderheit über Wiederholung des Kongresses und ev. Einsetzung eines Zentral-Ausschusses. Schlußwort: Voraussichtlich Oberkonsistorialrath Abt Dr. Uhlhorn in Loccum oder Gymnasialdirektor Dr. Alexi in Mühlhausen i. Elsaß. Nachmittags 1 Uhr: Gemeinsamer Ausflug nach Wilhelmsbad und Mittagesfen daselbst. Abends 8 Uhr: Gesellige Schlußversammlung.

Die Einladung zu diesem Kongresse ist von 128 Schulmännern und Freunden des Schulwesens unterschrieben. Für die Besorgung der ge­schäftlichen Angelegenheiten hat sich ein Lokal-Komitä in Frankfurt ge­bildet. Von dem Sekretär desselben, Herrn Pastor G. Schlosse^ in Frankfurt- Sachsenhausen wird allen, welche sich an dem Kongresse zu betheiligen gedenken, gegen Einsendung von 3 Mk. eine Karte zugestellt werden, welche zur Theilnahme an den Versammlungen, sowie zu Privat- Logis berechtigt, und auf welche hin, wie man hofft, auch bedeutend ermäßigte Eisenbahnfahrt wird gewährt werden.

Bekanntmachung.

Die neuerbaute, an der Homburger Chaussee hinter der Friedberger Warte gelegene Wasen- meistcrei soll im Wege schriftlichen Angebots vom 1. Oktober d. J. ab verpachtet werden. Die Pachtbedingungen sind in den üblichen Dienststunden im Amtslokale unterzeichneter Stelle zur Einsichtnahme aufgelegt. Anerbieten, in welchen der offerirte jährliche Pachtpreis be­stimmt ersichtlich sein muß, müssen bis zum 10. September d. I. unter der Adresse: „Polizei- Section, Neue Kräme 5" mit der äußeren Be­zeichnung „Wasenmeistereipacht betreffend" ver­sehen, eingeeicht werden.

Die Wahl unter den Bewerbern wird Vor­behalten. 7681

Frankfurt a. M. den 19. August 1882.

_____________Polizei Section. _______(206/8)

Grummetgras-Berkauf.

Die diesjährige Grummeterndte im Parke des Ältst. Stadtschlosses hier soll nochmals

Samstag den 2. September,

Vormittags 9 Uhr, an Ort und Stelle durch mich verkauft werden. 7776 _________________C. Schulz.

Krämerstr. 4 ein freundl. möbl. Zim. 7723

4 « H r 8 x e.

Seine Niederlassung als

Specialarzt für Hautkrankheiten zeigt an (234/8) g

Dr. Leopold Cohn,

Frankfurt a M, Kirchnerstraße Nr. 9.

Sprechstunde täglich von 9—11 Uhr.

Für Unbemittelte unentgeltlich täglich von 12—1 Uhr. 7805 §