ren in diesem Jahre nicht zu den Seltenheiten; Herr Gärtner Heinrich Seitz vor der Kinzigbrücke hat derartige Exemplare aufzuweisen
+ Der landwirthschaftliche Verein zu Meerholz hat sür Mittwoch den 30. August eine festliche Versammlung auf dem Schießplätze bei Meerholz veranstaltet. Mit derselben ist eine Ausstellung und Prämiirung ausgezeichneten, jedoch nur Mitgliedern gehörigen Viehes, sowie Ausstellung und Verkauf von landwirthschaftlichen Gegenständen verbunden. Zu dieser Feier sind dem Vereine nicht angehörigen Landwirthe und Freunde der Landwirthschast ebenfalls eingeladen. — In festlichem Zuge werden sich die Theilnehmer Morgens 90s Uhr vom Müller'schen Gasthause zu Meerholz nach dem Versammlungsplatze begeben.
Versteigerungs- und Verpachtungs- rc. Kalender für Montag den 28 August.
Von Nachmittags 2 Uhr an versteigert Herr Gerichtstaxator M. Ullrich Schnurgasse Nr. 6 im Laden, wegen Geschäftsaufgabe, gegen Baarzahlung: Strickgarn, Wolle, Baumwolle, gestrickte, gewebte und ge- häckelte Gegenstände, Weiß- und Kurzwsaren, Corsetten, Winterschuhe, eine Partie Biberzeug rc.; ferner Ladentisch, Regal und Glasschrank.
— Für heute. Neue Kohlenkasse zur „weißen Taube": Erste Auflage und Mitglieder-Aufnahme. — Turnverein: Abends 9 Uhr Generalversammlung; Tagesordnung: Stiftungsfest und Diverses.
— (Sehenswürdigkeiten.) „Museum der Wetterauischen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Geöffnet Sonntag Vormittags von 11 bis 12 Uhr. (Kindern allein ist der Zutritt nicht gestattet).
— Bockenheim, 25. August. Am 1. Oktober d. J. sollen noch die Arbeiten zur Einsührung der Homburger Bahn in den Bockenheimer Bahnhof in Angriff genommen werden. Die von der Stadt Bockenheim übernommene Beschaffung des dazu nöthigen Geländes hat sich ziemlich glatt abgewickelt und ist als erledigt zu betrachten mit dem zum Abschluß gebrachten in der letzten Bürgerausschußsitzung genehmigten Ver. trage über den Eintausch von zu dem Schönhof gehörigen, in der Bahnlinie fallenden Landes gegen städtisches Land im Kuhwald. Dieser Vertrag wurde mit dem Kurator des v. Barkhausen'schen Fideikommisses in einer beide Theile befriedigenden Weise vereinbart und ist dadurch die Befürchtung einer nothwendigen Expropriation befeitigt worden. Schon nächstes Frühjahr hofft man die Homburger Bahn in den hiesigen Bahnhof einmünden zu sehen. (B. A.)
— Unter den unanbringlichen Postsendungen, welche von den Reichs- Postanstalten an die vorgesetzten Ober-Postdirektionen eingesandt werden, befinden sich immer noch viele Postkarten, auf welchen die Adreffeu fehlen. Bei einer Ober Postdirektion lagen vor Kurzem aus einem Monate 15 solcher Postkarten vor. Zwei davon waren mit „Onkel Karl" unterzeichnet. In einer bittet dieser Onkel um schleunige Zusendung von Sachen. In der zweiten, fünf Tage später zur Post gegebenen Karte, drückt Onkel Karl seine große Verwunderung darüber aus, daß er die Sachen noch nicht erhalten hat und ersucht dringend, ihm dieselben nunmehr umgehend zu schicken. Natürlich sind die Karten unbestellbar. Ihm, sowie allen denjenigen, welche bisher die Rückseite der Postkarte vor Aussüllung der Adresse geschrieben haben, empfiehlt es sich daher, bei Benutzung einer Postkarte stets zuerst die Adreßseite auszusüllen.
— Achtung! Jetzt, da das Obst in den Gärten und auf den Feldern zu reifen beginnt, ist die Jugend stets bei der Hand auch da zu ernten, wo sie nicht gesäet. Mit Knütteln und Steinen wird in die obsttragenden Bäume hineingeworfen und dadurch den Besitzern derselben großer Schaden zugesügt. Zur Warnung der Eltern sei nun hier mitgetheilt, daß sie nach §. 361 Absatz 9 des deutschen Reichsstrafgesetzes für alle von ihren Kindern verübten Obstfrevel rc. verantwortlich sind, und daß jeder Fall unnachsichtlich mit Haft bestraft wird.
— Der Herr Obeipräsident hat die vom Kirchenvorftande zu Horas zum Bau der Bonifatiuskirche daselbst beantragte Werthlotterie genehmigt.
— Cassel, 25. August. Gestern Nachmittag traf der Großherzog von Sachsen.Weimar zu einem kurzen Besuch bei seinem Schwager auf Wilhelmshöhe ein. (H. M.)
— Cassel, 25. August. Der Herr Kultusminister hat mit Zustimmung der Stadt genehmigt, daß die seitherige Gewerbliche Zeichenschule fortan den Namen „Gewerbliche Zeichen- und Kunstgewerbeschule" führe. (K. I.)
— Eschwege, 22. August. Am vergangenen Sonnabend ist die Förster Koch'sche Familie in Netra von einem schweren Unglücksfall betroffen worden. Die jüngste Tochter im Alter von 130s Jahren stieg, um Pflaumen zu pflücken, auf einem Baum und stürzte von diesem so unglücklich auf einen Pfahl, daß ihr derselbe tief in den Leib drang. Einigen Nachbarsleuten, welche auf die Hülferufe des armen Kindes herbeigekommen waren, gelang es unter großer Anstrengung, dafselbe aus seiner gräßlichen Lage zu befreien. Trotz sofort angewandter ärztlicher Hülfe gab das unglückliche Mädchen unter den größten Schmerzen heute Morgen um 5 Uhr seinen Geist auf.
— Wabern, 23. August. Mitte Juli brachte auch Ihr Blatt
nach der „Kasseler Ztg." eine Mordgeschichte von hier, die einem damals hier verweilenden Pserdehändler Moses von Hameln passirt fein sollte. Es hat sich inzwischen herausgestellt, daß die ganze Affaire reiner Schwindel war. Der rc. Moses wollte bekanntlich räuberisch überfallen, ihm mit einem Strick um den Hals Strangulationswunden beigebracht und ihm dann 8500 Mk. aus der inneren Westentasche genommen worden sein. Die amtliche Feststellung hat nun weder eine Verletzung, noch eine Beraubung desselben ergeben, vielmehr sand sich Uhr und Metallgeld unversehrt in der Tasche bei ihm vor — weiter wird er auch nichts besessen haben, wie er denn überhaupt in knappen Geldverhältnissen lebt und der Konkurs entweder ausgebrochen ist oder droht, wo sollen da 8500 Mark Papiergeld in die geheime Westentasche kommen und daraus entwendet oder geraubt werden können? (O. Z.)
— Fulda, 25. August. Die „Fuld. Ztg." schreibt: Herrn Frühmesser Peter Paul zu Naumburg i. K. ist auf Präsentation des Königl. Herrn Oberpräsidenten die Pfarrstelle zu Orb übertragen worden.
Aus der Umgegend.
— Frankfurt a. M., 25. August. Wie aus den Berichten über die letzte Stadtverordneten-Sitzung zu ersehen ist, will Herr Dr. Geiger in der nächsten Sitzung einen Antrag auf Abschaffung des Volks- schuigeldes einbringen. Der gleiche Antrag war bereits bei der diesjährigen Etatèberathung von Herrn Holdheim gestellt worden, jedoch ohne Erfolg; es ist zu wünschen, daß ihm diesmal ein besseres Schicksal zu Theil werde. Der Stand der städt. Finanzen ist ein vorzüglicher; dem Vernehmen nach sind mit Ausnahme des Armen- und Krankenwesens auf fast allen Gebieten namhafte Ueberschüsse erzielt worden, denen gegenüber der durch Wegfall dieses Schulgeldes entstehende Ausfall nicht in Betracht kommen kann. Im Uebrigen verdient bemerkt zu werden, daß in einer größeren Anzahl preußischer Städte der Volksschulunterrrcht unentgeltlich ertheilt wird, so daß auch in dieser Hinsicht nichts Neues geschaffen würde. — Der Dom ist um eine SehiNswüidigkeit reicher, um einen aus dem 15. Jahrhundert aus einem Kloster zu Salzwedel stammender Hochaltar (Flügelaltar); der Hauptaltar zeigt Christus mit den Schächern am Kreuze, umgeben von einer Masse Volkes; an den Seiten sieht man Christus am Oelbers, vor Pilatus, die Geißelung und die Kreuztragung. Auf den beiden Seitenflügeln befinden sich die 12 Apostel und 4 Kirchenväter. Die beiden unteren Flügel haben auf die Geburt Christi bezügliche Darstellungen. Aus dem äußeren Theil der 4 Flügel befindet sich die Auferstehung und die Grablegung. Der Altar, der sich durch die überreiche Vergoldung auszeichnet, kostete 15 000 M. — Gestern ist die dem Staate gehörige Eisenbahnbrücke an den Gutleuthöfen vollständig fertiggestellt worden. — Ein Ehepaar in der Jahnstraße, welches am Sonntag einen Ausflug machte, vertraute den Dienstboten sein einziges kleines Kind zur Beaufsichtigung an. Dieselben hatten aber, als die Herrschaft den Rücken gekehrt hatte, nichts Eiligeres zu thun, als das Haus zu verlassen und mit dem Kinde auf einen Tanzboden zu gehen, wo sie bis Mitternacht verweilten. Das Kind, das während des Tanzens von einer Hand in die andere ging, ist ernstlich erkrankt. — Das Mitglied unseres Stadttheaters, Herr Albert Desprez, hat zur bevorstehenden Säkularfeier unseres Stadttheaters ein Gedenkblatt herausgegeben. — Die neue Synagoge wird Sonntag in 8 Tagen eingeweiht werden. — Heute sand in der Hauser Mühle eine Erprobung der gesammten Löscheinrichtungen statt, die ein gutes Resultat hatten. (Fr. Ztg.)
— Der Wohlthätigkeitssinn der Bewohner Frankfurts ist sprichwörtlich. Mehr noch als in der Oeffentlichkeit geschieht, wird im Stillen nach dem biblischen Worte: „Was die Rechte thut, soll die Linke nicht wissen", geleistet. Doch selten ist es, daß man, wenn mit Glücksgütern gesegnet, mitten in der Freude auch Derer gedenkt, welche nicht so günstig gestellt, sich an ihrem Geburtstag großer Freude hingeben zu können. Doch einer unserer Frankfurter, Chef eines großen Hauses, gedachte heute bei der Feier seines 60. Geburtstags auch feiner zahlreichen Untergebenen und händigte jedem, vom ersten bis zum letzten, so viele Mark ein, als er Jahre zurückgelegt hat, damit sie sich einen vergnügten Tag machen können. — Aus Italien trafen heute große Sendungen feinen Tafelobstes für den hiesigen Markt ein. Dasselbe, schön verpackt, ist höchst einladend und schmackhaft. Als Nouveauto auf dem Markte bei Blank sind die ersten neuen Schwarzwurzeln und Rosenkohl, das Pfund zu 40 Pfg., zu verzeichnen. (G.-A.)
— Ossenb ach, 25. August. Die „Offb. Ztg." schreibt: Der Unbekannte, welcher in der Nacht vom 23. aus den 24. August dem Flurschützen Nagel auflauerte und mehrere Schüsse auf denselben abfeuerte, ist vermuthlich einer der Irrsinnigen, die aus der Irrenanstalt zu Frankfurt am 23. ds. Abends entsprungen sind; die uns gegebene Beschreibung des Mannes paßt wenigstens ziemlich genau zu dem Signalement, welches das „Frankfurter Journal" von einem der Entsprungenen bringt.
— Griesheim, 25. August. Ueber den gestern mitgetr eilten Unglückssall bei Metzgermeffter F. erfahren wir noch, daß der Verletzte bald nach der Verwundung gestorben. Die Untersuchung ist eingeteitet,