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Nr. 199. Samstag den

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aus den Hanauer Anzeiger für den Monat September nehmen alle Postanstalten sowie die Expedition (Waisenhaus, Hammergasse Nr. 9) entgegen.

Nach einem Erlasse des Herrn Ministers des Innern vom 5. d. Mts. I. A. 7118 hat die Schweizerische Feuer-Versicherungs-Gesellschaft Helvetia zu St. Gallen, welcher der Geschäftsbetrieb in den vormals Kurhesfischen Provinzen Niederhessen, Fulda, Hanau und Oberhessen im Jahre 1866 gestattet war, diesen Geschäftsbetrieb nunmehr eingestellt. Die bezüglichen unter dem 13. März, 19. April, 23. August und 23. October 1866 der gedachten Gesellschaft ertheilten Concessionen werden hierdurch für erloschen erklärt, was hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.

Cassel am 18. Augüst 1882.

Königliche Regierung, Abtheilung des Innern.

Es wird hiermit zur Kenntniß gebracht, daß der Schluß der Schonzeit für Hasen auf Grund des §. 2 des Gesetzes vom 26. Febr. 1870, betreffend die Schonzeiten des Wildes, mit dem Beginne des

15. September d. J. eintreten soll.

Cassel den 12. August 1882.

____________Königliche Regierung, Abiheilung des Innern.____________

Verloren: Am 21. d. M. auf dem Wege von Großauheim bis Mühlheim ein Ballen Tabaks-Rippm; dem Finder eine Belohnung.

Hanau am 26. August 1882.

______________________ Auè> König!. Landrathsamt. _____________________

Tagesschau.

Es wäre unserer Nation wenig würdig, die Feier des Sedan- tages einschlasen zu lassen (so schreibt die Nat.-Z), es wäre zugleich undankbar und muthlos. Zwar sind wir noch weit von dem Zeitpunkte entfernt, wo der politische Hader sich genug gelegt haben wird, um die ganze Bevölkerung zu bestimmen, wenigstens an einem Tage des Jahres das zu vergessen, was uns trennt, und lediglich sich biffen zu erinnern, was uns vereinigt. Inzwischen ist es vor Allem die Pflicht der Elemente und Parteien, welche an dem großen Einigungswerk haupt­sächlich gearbeitet haben, dem Tage, an welchem der Gedanke der Einig­ung den überwältigenden und letzten Sieg feierte, seine Würde und Ehre zu erhalten. Undankbar in bitterster Weise wäre das Fallenlassen des Sedantages gegen die Lebenden wie gegen die Todten; wir brauchen das nicht auszuführen. Wenn die Nation an diesem Tage die Kämpfer des großen Krieges und die Angehörigen der Gefallenen in ihrer hohen und in ihrer schmerzlichen Erinnerung allein lassen sollte, so würde das unserer Generation vor Mit- und Nachwelt nicht zur Ehre gereichen. Aber auch eine Handlung der Muthlosigkeit, ein Erschlaffen des Volks­geistes würde es bedeuten, wenn die Erinnerung an eine so große Zeit in dem Sumpf der Gleichgiltigkeit erstickt wäre. In dem bewußten Festhalten der Vergangenheit liegt auch die Gewähr für die Zukunft, und verdunkelt sich die Erinnerung, so würde sich auch die Zukunft verdüstern. Das größte Hinderniß für das Sedanfest liegt allerdings in einem Grundzug des deutschen Karakters: der Deutsche ist nicht demonstrativ, das, was den Anschein von Theatralischem hat, ist ihm unbehaglich. Dahinter verbirgt sich denn nur zu oft auch ein bequemes Gehenlasten. Wir hoffen, daß dieses Phlegma dennoch nicht unbesiegtich ist und die Ueberlieferung der Feier des Sedanfestes auch in diesem Jahre treu gehütet werden wird.

DieDorf-Ztg " schreibt: Mit dem Herannahen des Sedan­tages erwachen auch wieder in den Zeitungen die Erörterungen über das Ob oder Nicht der Feier. Es wird sür und wider geredet, alte Gründe aufgewärmt, neue hervorgesucht wann wird das einmal ein Ende nehmen? Wir wenigstens bleiben bei unserer alten Meinung, ohne vielen Gründen für oder wider Raum zu geben: der 2. September muß ein deutscher Nationalfeiertag bleiben.

26. August 1882.

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Berlin, 25. August. Se. Majestät der Kaiser und König wohnten gestern auf dem Bornstedter Felde den Exerzitien der 3. Garde- Kavallerie- sowie der 1. Garde - Infanterie - Brigade bei und hörten im Laufe des Vormittags die Vorträge des Botschafters Grafen Hatzfeldt, des Kriegsministers und des Generallieutenants von Albedyll. Zum Diner waren der Staatsminister Maybach, der Bankpräsident von Dechend und der Kaiserlich russische Militärbevollmächtigte Fürst Dolgo­ruki geladen.

Berlin, 25. August. DerPost" und derKreuzzeitung" zufolge hat Se. Maj. der Kaiser das Abschiedsgesuch des Kommandeurs des Gardekorps, des Prinzen August vou Württemberg, nunmehr be­willigt.

Berlin, 25. August. DerR. u. St.-A." schreibt: Aus Pord Said erhalten wir per Kabel heute folgendes Telegramm: Der Suezkanal ist für Kauffahrteischiffe wieder offen; jedoch ist die Durch­fahrt wegen der darin befindlichen 80 Kriegs- und Truppentransport­schiffe sehr erschwert.

Berlin, 25. August. Verflossene Nacht brach in der Hof­wagenbauanstalt von Kühlstein zu Charlottenburg, welche sämmtliches Fahrmaterial sür den königlichen Marstall, die Reichspost und die Feuer­wehr liefert, ein großes Feuer aus. Die obere Etage, in welcher die Tischlereien, die Drehereien, die Lackirereien und die Drechslereien sich befinden, sind mit allen fertigen Montagen, Werkzeugen und Maschinen vollständig ausgebrannt. Auch die unten gelegene Schmiede und die Stellmacherei wurden bedeutend geschädigt.

Berlin, 25. August. Demnächst erscheinen laut einem Brüs­seler Telegramm desTageblatts" die Memoiren des Barons Nothomb, des ehemals belgischen Gesandten in Berlin. Dieselben enthalten ein Dokument, nach welchem im Sept. 1878 der Papst Herrn Nothomb er­suchte, zwischen ihm und dem Fürsten Bismarck den Frieden zu ver­mitteln, dessen Abschluß die deutschen Bischöfe und Ultramontanen hin­tertrieben. Nothomb war mit dem Papste aus der Zeit bekannt, wo letzterer Nuntius in Brüssel gewesen war. (RH. K.)

Die vom Centralverbande deutscher Industrieller behufs Vorbe- rathung der ebenso schwierigen als dringlichen Frage, betreffend die Reor­ganisation der deutschen Handelskammern, neu eingesetzte Commission hat in diesen Tagen in Eisenach eine Conferenz abgehalten, und wird demFr. Jl." mitgetheilt, daß es gelungen ist, über die wichtigeren Punkte eine Verständigung unter den Mitgliedern herbeizuführen Zur speziellen Vertretung des Gewerbestandes war der Sekretär der Bremer Gewerbekammer, Herr Dr. Jacobi, zugezogen, der sich durch seine Ar­beiten über die Reform der Interessenvertretung des Handwerks Mannt gemacht hat. Die in Eisenach gefaßten Resolutionen werden der Dele» girtenversammlung des Centralverbandes, welche am 18. September in Nürnberg zusammentritt, zur Beschlußfassung unterbreitet weben und sollen dann mit ausführlichen Motiven versehen, in Form einer Denk­schrift zur Veröffentlichung gelangen.

In Asch ersleben ist der Polizeikommissar mit feinen sämmt­lichen Beamten des Amtes enthoben und durch einen Kommissar rc aus Magdeburg ersetzt worden. Eine sehr unsaubere Geschichte soll die Ver­anlassung sein. (Df.-Z)

Brüssel, 25. August, 9 Uhr 5 Min. Abends. Heute ist in einer Dampfsägerei in Antwerpen Feuer ausgebrochen, welches sich, nach derFr. Z.", weiter verbreitete; drei Millionen Frcs. an Werth sind schon zerstört.

Marseille, 25. August. Seit 3 Tagen striken hier 1500 Fuhrleute; infolge dessen mußten wegen Mangels an Rohmaterial, welches auf den Quais und in den Bahn-Lagerräumen aufgehäuft liegt, mehrere Werkstätten geschlossen und viele Arbeiter bereits entlassen werden.

St. Petersburg, 25. August. Laut den offiziellen Ernte­berichten ergab das Winterkorn im Durchschnitt für das ganze Reich einen Mittelertraz, das Sommergetreide verspricht gleichfalls mindestens einen Mittelertrag. Die Heuerndte ist in den östlichen und südöstlichen Provinzen eine reichliche, in den übrigen Gouvernements dagegen eine wenig befriedigende.