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Hamim A meiner
Zugleich Amtliches Organ für Kreis and Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feierrage, mit belletristischer Ber.age, und Samstags mit der Berliner Provinzial Correspondenz.
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Nr. 197. Donnerstag den 24. August 1882.
Gestellungen
auf den
Hanauer Anzeiger für den Monat September nehmen alle Postanstalten sowie die Expedition (Waisenhaus, Hammergasse Nr. 9) entgegen.
Amtliches.
Im Hinblicke auf die vielen Ausbeutungen, welchen eine große Zahl der armen epileptischen Kranken durch den Geheimmittelschwindel ausgesetzt ist, und in der Absicht, dieselbe den Gesundheit und Geldbeutel auf gleiche Weise schädigenden Händen der Kurpfuscher zu entreißen, erklärt sich der Vorstand der Kolonie für Epileptische „Bethel" bei Bielefeld in Westfalen, in welcher Anstalt seit länger als 15 Jahren über Tausend und augenblicklich mehr als 500 Kranke behandelt werden, bereit, allen darum Nachsuchenden kostenlos dasjenige Heilverfahren mit- zutheilen, welches sich in unserer Anstalt als das beste bewährt hat.
Anstalt Bethel bei Bielefeld.
Vorstehendes wird auf Wunsch des Vorstandes der Anstalt Bethel hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht.
Cassel, den 25. Juni 1882.
Königliche Regierung.
Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nach einem Seitens der Herren Minister des Innern und der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten mittelst Rescriptes vom 24. Juli d. I. genehmigten Beschlusse des Communal-Landtages für den Regierungsbezirk Cassel vom 5. December 1881 der §. 11 des Reglements vom 17. Oktober — 28. November — 1878, betreffend die Ausführung des Gesetzes vom 13. März 1878 über die Zwangs- Erziehung verwahrloster Kinder (Amtsblatt de 1879 Nr. 15. S. 118), nachstehenden Zusatz:
„Auf Anordnung des Landes-Directors ist der Ortsarmenverband verpflichtet, an Stelle der vorgedachten Natural-Ausstattung den Kostenpreis sür die von der Anstalt zu bewirkende Einkleidung des überwiesenen Kindes an die Anstalskasse einzuzahlen" erhalten hat.
Der an Stelle der Natural-Ausstattung Seitens der Ortsarmenverbände eintretenden Falles hiernach zu entrichtende Geldbetrag ist mit Zustimmung der genannten Herren Minister bis auf Weiteres auf 45 Mk. für jedes Kind festgesetzt worden.
Cassel den 5. August 1882.
Der Landes-Direktor von Hundel'shausen.
Während nach den bisherigen Bestimmungen des Königlich Spanischen Zoll-Direktors die zum Zwecke der Erlangung billiger Zollsätze nothwendige Beglaubigung des Ursprungs deutscher nach Spanien gehender Fabrikate durch die Handelskammern bewirkt werden konnte, ist durch eine neuere Verfügung desselben angeordnet worden, daß die Er- klärung über den Ursprung der Erzeugnisse von den Produzenten, dem Fabrikanten oder einer seinerseits bevollmächtigten Person von der „Lokalbe Hörde" des Fabrikations- oder Depositalortes abzugeben und von letzterer zu beglaubigen sei.
Um keinen Zweifel darüber zu lassen, welche Behörden zur Entgegennahme und Beglaubigung der Ursprungserklärungen befugt bezw. verpflichtet sind, bestimme ich hierdurch, daß die in Rede stehenden Erklärungen von den Ortspolizeibehörden abzugeben und von denselben zu beglaubigen sind.
Die Königliche Regierung wolle dementsprechend die betreffenden Behörden mit der erforderlichen Anweisung versehen lassen.
Berlin den 28. Juli 1882.
Der Minister des Innern.
In Vertretung:
gez. Herrfurt.
An die Königliche Regierung zu Cassel. II. 7347.
Vorstehendes Rescript wird hierdurch zur Kenntniß und eventuellen Beachtung der Ortspolizeibehörden gebracht.
Hanau am 3. August 1882.
Der Landrath.
Verl oren: Eine gelbe Damenjacke. Ein silbernes Armband. Ein Portemonnaie mit 3 M. Ein werthvolles Reiszeug.
Gefunden: Eine stählerne Schraube von einer Axe. Ein neuer Kinderschuh. Ein goldener Trauring.
Zugelaufen: Ein dunkelbrauner Hühnerhund, m. Geschl.
Hanau am 24. August 1882.
Aus Königl. Landrathsamt.
Tagesschau.
— Berlin, 23. August. Dem zum Konsular-Agenten der Vereinigten Staaten von Amerika in Geestemünde und Bremerhaven ernannten Herrn Gerhard Jhlder ist das Exequatur Namens des Reichs ertheilt worden.
— Berlin, 23. August. Der französische Botschafter am hiesigen Allerhöchsten Hofe, Baron de Courcel, hat einen ihm von seiner Regierung bewilligten Urlaub angetreten. Während seiner Abwesenheit von Berlin fungirt als interimistischer Geschäftsträger der Graf d'Aubigny.
— Wie der „Weser-Zeitung" telegraphisch gemeldet wird, ist Herr A. G. Mosle, langjähriges Reichstagsmitglied für Bremen, in Rio de Janeiro gestorben.
— Potsdam. Der älteste Wachtmeister des preußischen Heeres, seit Jahren allerdings nicht mehr aktiv, der alte Detloff, ist in voriger Woche „zur großen Armee" abgegangen. Im Dezember 1878 feinte dieser Veteran des Soldatenstandes, der dem Garde-Husaren-Regiment angehörte, sein 50jähriges Dienst-Jubiläum und trat bald darauf in den wohlverdienten Ruhestand, nachdem ihm der Charakter als Secondelieu- tenant verliehen worden war.
— Die „N. Pr. Ztg." verzeichnet das Gerücht, daß in sächsischen Regierungskreisen die Frage diskutirt werde, ob der sür Dresden angesagte Antisemitenkongreß zuzulassen oder zu hintertreiben sei. Sei es auch nicht grade wahrscheinlich, daß ein förmliches Verbot des Congresses werde ausgesprochen werden, so müsse man doch aus Andeutungen, die in maßgebenden sächsischen Kreisen laut geworden sind, entnehmen, daß der geplante Congreß nicht grade erwünscht sei. Jedenfalls würden sich die Dresdener Versammlungen einer scharfen polizeilichen Controle zu unterwerfen haben. Die „Berl. Pol. Nachr." fügen hinzu, „daß bie diesbezüglichen, die antisemitischen Ausschreitungen entschieden mißbilligenden Ansichten der hiesigen maßgebendsten Kreise auch von der sächsischen Regierung getheilt werden."
— Der „Wiesbadener Zeitung" wird aus Christburg, 17. August, geschrieben:
„In einer Versammlung der Gewerbetreibenden Christburgs und der Umgegend, behufs Besprechung über die Reorganisation der Innungen, wurde beschlossen, hier drei Innungen zu gründen, und zwar bleibt die Schuhmacher-Innung für sich allein weiter fortbestehen. Die zweite, die Bauhandwerker-Jnnung, wird von den sämmtlichen Meistern gebildet, welche bei Bauten überhaupt Beschäftigung haben, während zu der dritten, der kombinirten Gewerbe-Innung, sämmtliche übrigen Gewerbe- treibenden gehören sollen.
— Hannover, 21. August. Die 1. Hauptversammlung des Verbandes deutscher Architekten und Jngenieurvereine sand heute Vorm, im Rathhaussaale statt. Zum Präsidenten wurde nach der „Fr. Ztg." Baurath Köhler in Hannover, zum Vizepräsidenten Prof. Lange in München gewählt. Landdrost v. Cranach begrüßte die Versammlung Namens der Staatsregierung. Senator Eulemann brachte den Gruß der Stadt Hannover. Darauf fand der Vortrag des Bauraths Kyllmann statt. Derselbe gipfelt in dem Vorschläge internationaler Fach, ausstellungen in Deutschland mit beschränktem Programm. Baurath Garbe berichtet hierauf über die Wasserfrage in technischer und witth- schaftlicher Hinsicht. Als Ort der nächsten Generalversammlung 1884 wird Stuttgart gewählt. Eine Delegirtenversammlung soll 1882 in