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Nr. 191. Donnerstag den
Amtliches.
Konrad Dietz, 25 Jahre alt, zu Oberissigheim wurde als Schäfer und Wasenmeister für diese Gemeinde bestellt und vereidet.
Hanau am 8. August 1882.
Für den Johann Karl Wilhelm Hinkel, Sohn des verstorbenen Bürgers und Gastwirths Wilhelm Hinkel aus Seckbach, ist die Entlassung aus dem Preußischen Staatsverbande behufs Auswanderung nach Nord-Amerika nachgesucht worden.
Hanau am 14. August 1882.
Der Landrath.
Geländet: Am 3. ds. Mts. im Main unterhalb Seligenstadt eine Eisenbahnschwelle; der Eigenthümer derselben kann sich bei unterzeichneter Stelle melden.
Gefunden: Ein goldener Trauring. Eine Peitsche. Ein messingener Zollstock. Zwei goldene Hemdenknöpfe.
Zugelaufen: Ein kleiner schwarzer geschorener Pudel mit Halsband.
Verloren: Ein silbernes Armband.
Hanau am 17. August 1882.
____________________Aus Königl. Landrathsamt.
Tagesschau.
— Berlin, 16. August. Die Uebersiedelung Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Karl nach Wilhelmshöhe erfolgte, wie dem „R. u. St.-A.", aus Cassel gemeldet wird, heute Vormittag um 10 Uhr mittels einer prinzlichen Equipage, in welcher Se. Königliche Hoheit aufrecht neben dem Leibarzt, Dr. Valentini, saß. Den ganzen Weg über wurde im Schritt gefahren. Der Prinz wurde von der Bevölkerung überall ehrerbietig begrüßt und dankte lebhaft. In Wilhelmshöhe ist ein Aufenthalt von drei Wochen in Aussicht genommen.
— Berlin, 16. August Gegenüber der Wiener Meldung eines englischen Blattes, wonach Fürst Bismarck neulich in Varzin einem fremden Diplomaten gegenüber beim Morgenspazierritt geäußert habe, er besitze nicht den Einfluß in Deutschland, den man ihm zumuthe; Deutschland sei in den Händen der Juden und der Frauen, die eminent friedlich gesinnt seien, — sagt die „Nordd. Allg. Ztg.": „Wir wollen, um dem eitlen Geschwätz ein Ende zu machen, erwähnen, daß Fürst Bismarck kürzlich überhaupt keinen fremden Diplomaten in Varzin empfing und schon seit Jahr und Tag durch seinen Gesundheitszustand verhindert ist, zu Pferde zu steigen "
— In ihrer „Weltlage bemerkt die „Sttsb.-Ztg." u. a.: Unsere Marine, so schwach sie auch noch an den Mündungen des Nils vertreten ist, erfüllt ihre Pflicht im höchsten Maße und entspricht allen Anforderungen, die an sie gestellt werden. So kann die „Wes.-Ztg." rühmend hervorheben, daß deutsche Dampfer wiederholt bei der Durchfahrt durch den Suezkanal bereitwillig die Begleitung eines deutschen Kanonenboots zum Schutze erhalten haben, während in englischen Blättern Klage darüber geführt wird, daß nicht einmal den britischen Postdampfern der Schutz ihrer Admiralität gewährt worden sei. — Auch in Alexandria selbst haben die deutschen Marinesoldaten in sicherer Weise das deutsche Hospital so lange besetzt gehalten, wie es erforderlich war. Da aber jetzt General Alison dem Commandanten des deutschen Kanonenboots „Habicht" mitgetheilt hat, daß er jetzt für die öffentliche Sicherheit in Alexandria garantiren könne, so ist die Wache am Sonnabend zurückgezogen worden.
— Selten sind die Kräfte unserer Marine in Friedenszeiten so in Anspruch genommen, wie in diesem Jahre; die Hälfte unserer Flotte steht in Dienst. Wenn man sich vergegenwärtigt, so schreibt man der „Voss. Ztg.", daß dies ermöglicht ist, ohne einen einzigen Mann der Reserve zu berufen, so wird man die Schlagfertigkeit unserer Marine anerkennen müssen. Davon haben auch die Indienststellungen dieses Jahres ein glänzendes Zeugniß gegeben. Freitag hat Se. Maj. der Kaiser die Indienststellung der Sorbette „ Gneisenau" besohlen, und am Sonntag ist sie erfolgt. Wenn die Corvette auch in der Reserve stand, so ist die Leistung doch eine ganz außerordentliche. In der That werden wir hinsichtlich der Schnelligkeit der Indienststellungen von keiner Nation übertroffen, und die musterhafte Verwaltung und Organisation unserer
17. August 1882.
Werften wird auch von den Fremden bereitwillig anerkannt. Im ganzen stehen jetzt 31 deutsche Kriegsschiffe in Dienst, davon ist die Hälfte im Laufe dieses Frühlings und Sommers ausgerüstet, abgesehen von den Indienststellungen für kürzere Zeit (für Probefahrten und Uebungen). Es befinden sich augenblicklich im Dienst die vier Panzerfregatten „Friedrich Karl", „Kronprinz", „Friedrich der Große" und „Preußen", eine Segelfregatte: „Niobe", elf Corvetten: „Stosch", „Elisabeth", „Hertha", „Carola", „Moltke", „Nymphe", „Louise", „Blücher", „Arkona", „Sophie" und „Gneisenau", und dazu kommen am 3. Oktober noch „Olga" und „Leipzig"; ferner neun Kanonenböte: „Wols", „Iltis", „Möwe", „Habicht", „Hyäne", „Albatroß", „Cyclop", „Drache" und „Hai", vier Avisos: „Lorelei", „Grille", „Pommerania" und „Zielen", zwei Briggs: „Musquito" und „Undine", sowie das Artillerieschiff „Mars". Das deutsche Mittelmeergeschwader wird bestehen aus den Corvetten „Gneisenau" und „Nymphe", den Kanonenböten „Möwe", „Habicht", „Cyclop" und dem Aviso „Zielen".
— In hiesigen militärischen Kreisen verfolgt man den Gang der egyptischen Ereignisse mit großer Spannung; man stellt den Engländern keinen allzugünstigen Erfolg in Aussicht. Eine Anwohnung preußischer Osficiere in diesem Feldzuge bei den europäischen Heeren wird nicht erfolgen. Wie die „Nat.-Ztg." hört, hätte es an Wünschen Seitens preußischer Osficiere in dieser Beziehung nicht gesehlt, doch scheinen die- felben in bestimmter Voraussicht eines abschlägigen Bescheides gar nicht in greifbarer Form hervorgetreten zu sein. Es heißt auch, daß, durchaus im Gegensatz zu früherem Herkommen, die Engländer keine Neigung gehabt haben sollen, fremdländischen Offieieren die Theilnahme an dem Feldzuge in ihren Reihen zu gewähren. (Sttsb.-Ztg.)
— Nach zuverlässigen Mittheilungen schweben gegenwärtig zwischen den am deutsch-ungarischen Eisenbahnverbande betheiligten Direktionen, resp, zwischen den beiderseitigen Staatsregierungen, ungemein wichtige Verhandlungen, welche auf eine bedeutende Ermäßigung der Getreidetarife für Sendungen von Ungarn nach Norddeutschland abzielen. Hinzugefügt wird, daß der Minister Maybach einer derartigen Vereinbarung geneigt fei und daß hiernach der baldige Abschluß derselben erwartet werden dürfe.
— In Mörs wurde ein Fechtbruder abgefaßt, bei dem wan einen Betrag von 196 Mark in Gold und Papiergeld, nebst einem Sparkaffenbuche über 780 Mark vorfand, welche bei der Sparkasfe zu Mülheim an der Ruhr hinterlegt sind. Man sieht, das faule Handwerk hat leider auch heute noch einen goldenen Boden.
— Schon seit längerer Zeit werden englische Blätter, namentlich von Genf aus, mit Nachrichten über die Gotthardbahn versehen, die augenscheinlich den Zweck verfolgen, den Betrieb und Zustand der Bahn in ein ungünstiges Licht zu setzen, und deren Beweggründe vermuthlich in dem Gegentheil von Nachbarfreundlichkeit beruhen. So wissen englische und nach diesen amerikanische Zeitungen zu berichten, daß die Lüftung des Gotthardtunnels hinter den gehegten Erwartungen weit zurückbleibe, trotzdem gegenwärtig erst wenige Züge nach jeder Richtung verkehren. Da die mangelhafte Lüftung bei weiterer Zunahme des Verkehrs sich noch verschlechtern würde, so habe die Bahr Verwaltung die Anlage des kostspieligen dynamo-elektrischen Betriebes ins Auge gefaßt. Wie die Direktion der Gotthardbahn dem „Centralblatt der Bauvei Wallung" inittheilt, sind diese Angaben nicht richtig; die Ventilationè Verhältnisse im Gotthardtunnel seien vielmehr außerordentlich günstig und die gegen« theiligen Behauptungen der englischen Blätter vollkommen unbegründet. Nach den Mittheilungen des Tunnelbau-Inspektors Kauffmann, welche die „Kölnische Zeitung" seiner Zeit auch gebracht hat, war ein günstiges Ergebniß in dieser Beziehung schon während des Betriebes mit Arbeits- zügen festgestkllr worden, und die auf Gründ der damaligen Erfahrungeft gewonnenen Ansichten haben sich seitdem durchaus bestätigt. Uebrigens werden an Ort und Stelle unausgesetzt Beobachtungen gemacht, deren Ergebnisse ebensalls veröffentlicht werden.
— Rom. Nach der „Capitale" Zoll die italienische Regierunc- soeben auch die Bahnen Neapels und Sic-liens angekauft Halen. So mit wären nun sämmtliche italienischen Bahnen, mit Ausnahme der mittelitalienischen, Staatseigenthum geworden.
— London, 16. Äugusi. Das Unterhaus lehnte das von Bartlett wegen der egyptischen Politik beantragte Tadeisvotum ohne