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Nr. 188. Montag den
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Amtliches.
Die mit dem Bericht über die Bildung von Orts-Armen- Commissionen aus die Cirkular- Verfügung vom 12. Mai er. noch rückständigen Herrn Bürgermeister werden hierdurch an alsbaldige Erledigung dieser Verfügung erinnert.
Hanau, am 10. August 1882.
Der Landrath.
Tagesschau.
— Berlin, 12. August. Se. Majestät der Kaiser und König hörten heute Vormittag den Vortrag des General-Lieutenants von Albedyll, begaben Sich mit dem 12 Uhr-Zuge nach Berlin und statteten Sr. Majestät dem Könige von Griechenland im Hotel du Nord einen Besuch ab. Demnächst nahmen Se. Majestät im Palais den Vortrag des Vize- Präsidenten des Staats-Ministeriums, von Puttkamer, entgegen, empfingen den Vertreter des Polizei-Präsidenten, Ober-Rechnungèrath v. Heppe, sowie den Kommandanten, General-Major von Winterfeld und kehrten um 3 Uhr nach Babelsberg zurück.
— Berlin, 12. August. In der Fruchtstraße wurde heute eine Frau Konrad mit ihren 4 Kindern im Kleiderspind aufgehängt gefunden. Der Verdacht der schreckensvollen That fällt auf den Vater der Kinder. Der Mord ist in der Nacht uusgeführt worden. (Fr. Ztg.)
— Nach amtlichen Nachrichten aus Alexandrien sollen fortan alle ankommenden Personen, welche nicht im Besitze eines Passes sich befinden, an der Ausschiffung verhindert werden. Von dieser Maßregel wird nur in dem Falle Abstand genommen, daß die betreffenden Personen vor der Konsularbehörde ihres Landes über ihre Person und Verhältnisse sich genügend ausweisen können.
— Das „D. Mont.-Bl. " schreibt: Wie bekannt, gilt die Verständigung zwischen England und der Türkei jetzt als durchaus sicher, so daß die Erklärung der Pforte, die Absicht zur Intervention wieder aufgeben zu müssen, heut als „überwundener Standpunkt" zu betrachten ist. Die Konferenz, welche nur noch die Vorlage der englisch-türkischen Konvention abwartet, um sich zu vertagen, wird übrigens, wie wir hören, nicht auseinandergehen, ohne vorher ausdrücklich zu betonen, daß sie sich die Entscheidung über die künftige Ordnung resp. Neu-Ordnung der Angelegenheiten in Egypten nach Beendigung des Feldzuges Vorbehalte.
— (Von der Flotte.) Aus Kiel, 8. Aug, wird geschrieben: Das Panzergeschwader hat auf seiner Kreuzfahrt nach der rusf. Grenze und bei der Rekognoszirung der nur wenig besuchten nördlicheren Küstenverhältnisse sehr ungünstiges Wetter gehabt. Die schweren Fregatten haben aber auch diesmal bei heftig rollender See und orkanartigem Sturm gut und sicher manöverirt, was nicht nur zu Gunsten der Seefestigkeit der Schiffe, sondern auch des guten Erfolges der Uebungen spricht. Die heftigen westl. Winde haben es dem Geschwader nicht gestattet, der aufzuklärenden Küste allzu nahe zu kommen, und so hat die Dauer der Kreuzung abgekürzt werden müssen. In der Danziger Bucht haben jetzt die Schießübungen des Geschwaders begonnen; dieselben werden 3 Wochen in Anspruch nehmen. Je eine Woche ist für Schulschießen, Übungsschießen und Gefechtsschießen bestimmt. Dann wird die Inspektion erfolgen. Am 8. Sept. geht das Geschwader von Nenfahrwasser nach Kiel und am 12. von dort nach Wilhelmshaven, wo am 16. Sept, die feierliche Enthüllung des Denkmals zu Ehren des Prinzen Adalbert stattfindet. — Das Kanonenboot Cyklop, Kommandant Kapitänlieut. Kelch, erhielt die Ordre, sich für die Reise nach Suez seebereit zu machen, in Altona, wo es am Samstag eingetroffen war. Das Kanonenboot ist von dort nach Wilhelmshaven gegangen, wo die Mannschaften gewechselt und die Reise nach dem Mittelmeer dann mit möglichster Beschleunigung angetreten werden wird. Es ist jetzt bestimmt worden, daß die Kanonenboote Habicht und Möve auch, für den Herbst in Egypten bleiben. Die zur Reserve zu entlassenden Mannschaften werden in Alexandria oder Port Said abgelöst und die Ablösungsmannschaften demnächst dahm befördert werden. Sollte es beabsichtigt fein, noch , weitere . Schiffe nach dem Suezkanal zu senden, so würde man jetzt auch die neue Glattdeckskorvette Sophie zur Hand
14. August ' 1882.
haben, die soeben in Danzig in Dienst gestellt ist und in den nächsten Tagen nach Kiel übergeführt werden wird, um hier mit 10 Krupp'schen kurzen 15 Cmtr.-Ringkanonen armirt zu werden.
■— Hamburg, 12. August. Der heutige große Festzug mar- schirte gegen drei Uhr Nachmittags vom Steinthorplatz ab, durchzog mit 14 zwischen den Zügen vertheilten Musikkorps die prächtigst geschmückten mit jubelnden Menschenmengen angefüllten Straßen zum Festplatz vor dem Dammthor. Den Glanzpunkt des Zuges bildete ein Schiff auf sechsspännigem Wagen mit der deutschen Sängerbundsfahne. Der Zu , welcher circa P/s Stunden dauerte, wurde überall mit brausendem Hurrah begrüßt. Das Wetter ist herrlich. — Das zweite Festkonze: verlief programmmäßig und hatte günstigen Erfolg. Nach dem Gesang der Hymne dankte Rutz-München Namens der fremden Sänger für den Empfang und brachte ein Hoch auf Hamburg aus; sodann verlas der Präsident Hachmann ein mit großem Jubel aufgenommenes Telegramm des Kaisers. Volksthümliche Lieder hatten den größten Ersolg. Gegen Konzertschluß versagte das elektrische Licht, ohne Unfälle herbeizuführen. — Der Kaiser erwiderte auf das gestern Abend im ersten Festkonzert des deutschen Sängerbundfestes an ihn gerichtete Telegramm durch folgendes Telegramm an den Bürgermeister Kirchenpauer aus Babelsberg: Soeben erhalte ich Ihr Telegramm, in welchem Sie mir die patriotischen Gefühle aussprechen, welche die zum dritten deutschen Sängerfeft Versammelten mir so freundlich darbringen. Ich ersuche Sie, meinen herzlichen, aufrichtigen Dank den Betheiligten aussprechen zu wollen, wobei ich nicht unterlassen kann, in Dankbarkeit des Tages zu gedenken, wo die gleichen Gefühle mir in ihrer schönen Stadt von den Einwohnern entgegengebracht wurden. (Fr. Ztg.)
— London, 12. August. Die „Times" schreibt, wenn die Re- billion in Egypten niedergeworfen sei, dann werde England die europäischen Mächte einladen, von einem fait accompli Akt zu nehmen und die Handlungen der Macht gut zu heißen, welche die Rebellion unterdrückt und die Ordnung und eine stabile Regierung wieder hergestellt habe.
— Wie großartig die Fürsorge für arme Kinder in New- Aork ist, mag der folgende Bericht erweisen, der amerikanischen Blättern entnommen ist. Die zahlreichen Anstalten, welche den Zweck haben, kranke Kinder an die Seegestade oder ins Grüne zu führen, sind in diesem Jahre wieder erweitert worden. Die Childrens Aid Society in Bath, Long Island, besitzt ein besonderes „Sommer-Heim", in welchem im vorigen Sommer nahezu 1000 Kinder auf längere oder kürzere Zeit, zum Theil mit ihren Mütter verpflegt wurden. In dem schwimmenden Hospitale St. John's Guild haben seit den 8 Jahren feines Bestehens über 200 000, im vorigen Sommer gegen 30 000 Kinder Aufnahme, Pflege und zum größten Theile Erholung und Genesung gefunden; in diesem Jahre wurde eine Zweiganstalt des Hospitals in Cedar Grove auf Staten-Jsland eröffnet. Hierher senden die Aerzte des schwimmenden Hospitals solche im Stadium der Genesung befindliche Kinder, für welche sie den Aufenthalt am Lande für ersprießlich halten. Bei Eldert's Grove, am Strande von Rockaway, finden 245 Kinder einen reizenden, gesunden Aufenthalt für eine Woche oder länger, und der reizende Garten wird täglich von mehr als 200 Kindern, die dort nur für einen Tag verweilen, besucht. Diese Anstalt wurde vor 6 Jahren gegründet und hat seitdem 51 000 Kindern gegen gespendet. Dies sind nur einzelne der dem Sommeraufenthalte armer und kranker Kinder geweihten Stätten; zu ihnen treten die Zweiganstalten hinzu, welche die meisten Hospitäler außerhalb der Stadt besitzen, und zur Veranstaltung regelmäßiger Exkursionen wirken Gesellschaften aller Konfessionen zusammen.
— Ueber die Christenmorde im Innern Egyptens liegen der Times nachstehende Berichte vor: Mahalla 22. Juli. 10 Europäer, darunter 2 Italiener, 1 Franzose, 5 Griechen, 2 Syrier, sind getödtet worden, alle von den Einwohnern. Einer wurde mit einem Messer, 9 mit Knütteln ermordet. Eine Plünderung hat nicht stattgefunden. Mansurah und Samarhud 22. Juli. Keine Morde. Zefti 21. Juli. Keine Morde. Zagazig 23. Juli. Hier wurde Niemand getödtet. Tukh 23. Juli. 4 Getödtete. Kafrzajad 25. Juli. 1 Franzose wurde getödtet. Tantah 22. Juki. 82 Getödtete.