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Nr. 186. Freitag den

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Bekanntmachungen auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878.

Auf Grund des §. 12 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefähr­lichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das in der schweize­rischen Vereinsbuchdruckerei Hottingen-Zürich gedruckte Flugblatt mit der Ueberschrist:Rede des Abgeordneten Hasenclever zum Tabaksmonopol (Amtlicher stenographischer Bericht vom 14. Juni 1882)" nach §. 11 des gedachten Gesetzes durch den.Unterzeichneten ver­boten worden ist.

Berlin den 27. Juli 1882.

Der Königl. Polizei-Präsident: I. V.: von Heppe.

Während nach den bisherigen Bestimmungen des Königlich Spa­nischen Zoll-Direktors die zum Zwecke der Erlangung billiger Zollsätze nothwendige Beglaubigung des Ursprungs deutscher nach Spanien gehen­der Fabrikate durch die Handelskammern bewirkt werden konnte, ist durch eine neuere Verfügung desselben angeordnet worden, daß die Er­klärung über den Ursprung der Erzeugnisse von den Produzenten, dem Fabrikanten oder einer seinerseits bevollmächtigten Person von derLo­kalbe Hörde" des Fabrikations- oder Depositalortes abzugeben und von letzterer zu beglaubigen sei.

Um keinen Zweifel darüber zu lasten," welche Behörden zur Ent­gegennahme und Beglaubigung der Ursprungserklärungen befugt bezw. verpflichtet sind, bestimme ich hierdurch, daß die in Rede stehenden Er­klärungen von den Ortspolizeibehörden abzuqebew und von denselben zu beglaubigen sind.

Die Königliche Regierung wolle dementsprechend die betreffenden Behörden mit der erforderlichen Anweisung versehen lassen.

Berlin den 28. Juli 1882.

Der Minister des Innern.

In Vertretung:

gez. H errfurt.

An die Königliche Regierung zu Cassel. II. 7347.

Vorstehendes Rescript wird hierdurch zur Kenntniß und eventuellen Beachtung der Ortspolizeibehörden gebracht.

Hanau am 3. August 1882.

Der Landrath.

Mittwoch den 16., Donnerstag den 17. und Freitag den 18. d. Mts. werden von dem Königlichen Infanterie-Regiment Nr. 81 Gefechts- Uebungen mit scharfen Patronen bei Hochstadt abgehalten.

An den bezeichneten Tagen Vormittags von 7 bis 11 Uhr darf, zur Vermeidung von Unglücksfällen, das Terrain zwischen der Straße Hochstadt-Wachenbuchen, dem Weg Wachenbuchen -Schäferkuppel, dem sogenannten Rodenweg und Holzweg bis zur großen Lohe, dem Esels­weg und der Straße Bischofsheim - Hochstadt, von Niemand betreten werden.

Von Jedermann ist den Weisungen der an den Grenzen des ge­nannten Terrainabschnitts und außerhalb aufgestellten Sicherheitsposten unweigerlich Folge zu geben.

Hanau am 10. August 1882.

Friedrich*) Grommet II. und Adam Petry zu Eschersheim wurden als Ortstaxatoren für die dasige Gemeinde vereidet.

Hanau, am 10. August 1882.

Der Landrath.

Geländet: In der Nacht vom 4.-5. ds. Mts. im Main zu Frankfurt 15 Eichenschwellen; die Eigenthümer derselben wollen sich an unterzeichneter Stelle dahier melden. Im hiesigen Stadtgraben ein langer Balken (Rechen).

Gefunden: Eine Knabenmütze. Eine weiße Broche in Stern­form.

Hanau am 11. August 1882.

Aus Königl. Landrathsamt.

*) In Nr. 177 des Hanauer Anzeiger ist irrthümlich der NameAdam" anstatt Friedrich" Grommet II. veröffentlicht.

11. August 1882.

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Rundschau.

R. F. (Deutsches Reich.) Für uns Deutsche war das Haupt- ereigniß der Woche der Besuch Kaiser Wilhelms bei Kaiser Franz Joses in Ischl, wo der deutsche Kaiser am Mittwoch Mittag eintraf. Der österreichische Herrscher hatte es sich nicht nehmen lassen, seinem greisen kaiserlichen Freunde bis Ebensee entgegenzufahren, wo die erste äußerst herzliche Begrüßung zwischen beiden Monarchen erfolgte. So oft sich auch diese Begegnungen zwischen den beiden Herrschern wiederholen, so kann man es doch nicht unterlassen, sie immer wieder als ein bedeut­sames Zeichen sowohl der persönlichen Freundschaft zwischen Kaiser Wil Helm und Kaiser Fianz Josef als auch des fortdauernden herzlichen Einverständnisses Deutschlands mit Oesterreich-Ungarn zu betrachten, welches nicht erst eines besonderen geschriebenen Vertrages bedarf. Auch die Jschler Zusammenkunft ist uns eine Bürgschaft dafür, daß das Band, welches Deutschland und das ihm stammverwandte Oesterreich umschlingt, von Jahr zu Jahr ein festeres wird und in dieser Hoffnung begrüßen wir die diesjährige Kaiserzusammenkunft.

In unserer innern Politik herrscht noch immer im Allgemeinen jene Stille, welche die Sistirung der parlamentarischen Thätigkeit mit sich bringt. Nur die Wahlvorbereitungen bilden in der politischen Stille ein Moment der Unterbrechung; die alten Partei-Gegensätze tauchen allmälig wieder schärfer empor, wenn auch nicht in jener schroffen Form, wie sie bei den letzten Reichstagswahlen zu Tage trat und die Stellun­gen der einzelnen Parteien zu einander werden klarer und bestimmter. Hierbei ist bemerkenswerth, daß die im liberalen Lager herrschenden Meinungsverschiedenheiten noch lange nicht ausgeglichen, ja, daß dieselben anläßlich der Rede Dr. Hänels in Neumünster nur schärfer hervorgetre­ten sind und so dürfte denn auch der Gedanke der großen liberalen Partei sich schwerlich je in seinem vollen Umfange verwirklichen.

Der Streit zwischen derNordd. Allg. Ztg." und den Münchener und den Stuttgarter Officiösen bezüglich der bayerischen und württem- bergischen Postwerthzeichen hat nun doch bereits eine gute Folge gehabt. Wie aus Stuttgart amtlich gemeldet wird, will die Württembergische Regierung vorläufig versuchen, den Unzuträglichkeiten abzuhelfen, welche sich aus der Nichtbeförderung der mit den Werthzeichen anderer deutscher Postverwaltungen versehenen Postkarten und der Erschwerung der Ein­lösung der Postwerthzeichen ergeben, worüber die Vertreter der Würt­tembergischen Regierung und des Ressortministeriums mit den Vertretern der Verkehrsanstalten berathen werden. Hoffentlich wird man sich auch in München zur Beseitigung der angeregten, in der That sehr drücken­den Uebelstände im postalischen Verkehr bald veranlaßt fühlen.

Der bekannte Erlaß des Breslauer Fürstbischofs an die schlesischen Staatspfarrer hat die Aufmerksamkeit theilweise der kirchenpolitischen Frage wieder zugelenkt, über deren gegenwärtigen Stand die Meinungen sehr getheilt sind. Was nun speziell die Verhandlungen mit der Curie anbelangt, so schreibt die in solchen Dingen gewöhnlich gut unterrichtUe Germania", daß diese Unterhandlungen, trotz der augenblicklichen Ab­wesenheit Herrn von Schlözers, des Gesandten beim Vatikan, von Rom, nicht gänzlich ruhten, denn die Geschäfte der Gesandtschaft beim h. Stuhl nähmen trotz der Abwesenheit des C^efs derselben ihren regelmäßigen Fortgang. Zum Schluß drückt das genannte Blatt sein Erstaunen darüber aus, daß in der deutschen Presse die phantastischsten Commen­tare über die Schritte des Herrn von Schlözer im Umlauf seien, wäh­rend doch erst vor Kurzem Herr von Schlözer mit dem Cultus minister und den Räthen vom Ministerium des Aeußern Unterredungen gehabt habe.

(Oesterreich-Ungarn.) In Oesterreich hat sich die Erregung, welche sich aller Gemüther infolge des Triester Bomben-Attentates be­mächtigte, allmälich etwas gelegt. Mit Spannung sieht man jedoch dem Ausgange der wegen dieses Vorfalles eingeleiteten Untersuchung ent­gegen, die wahrscheinlich nicht resultatlos verlaufen wird, da d?e Polizei 8 Personen in Gewahrsam hält, gegen welche wegen Betheiligung am Attentate oder Kenntniß von demselben schwere Verdachtsgründe voilie- gen. Die Befürchtungen, daß die Vorfälle in Triest, namentlich die anti-italienischen Demonstrationen, eine Erkaltung der Beziehungen zwi­schen Oesterreich und Italien zur Folge haben könnten, sind glücklicher­weise ohne Grund. Den entgegenkommenden Bemühungen der beider-