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Drenstag den 8. August

Nr. 183.

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Amtliches.

Gemeinderath Johannes Puth II. zu Wachenbuchen ist zum Orts- taxator für diese Gemeinde bestellt und in Pflichten genommen.

Hanau am 31. Juli 1882.

Der Landrath.

Schrötter.

Jeremias Ruth II. zu Röckingen wurde als Wasenmeister sür diese Gemeinde bestellt und verpflichtet.

Hanau am 31. Juli 1882.

Der Landrath.

Schrötter.

, Für den Kellner Eugen Sufti ne, Sohn des Graveurs Konrad Gusiine dahier, ist behufs Niederlassung in der Schweiz um Entlas­sung aus dem Preußischen Unterthanen- Verband nachgesucht.

Hanau, am 3. August 1882.

Der Landrath.

Schrötter.

Gesunden: Ein Paar schwarze Glacehandschuhe. Sechs leere Mehlsäcke. 13 Stück Brief-Couverts. In dem Polizei-Ordonanzzimmer stehen geblieben ein Regenschirm.

Zugelaufen: Ein junger schwarzer Pudel, m. Geschlechts;

Empfangnahme bei Frau Regine Reinhardt zu Wachenbuchen.

Hanau am 8. August 1882.

____________________Aus König!. Landrathsamt. ____________________

Rundschau.

R. F. (Deutsches Reich.) Die herzlichen Beziehungen, welche schon seit so langen Jahren zwischen den erhabenen Kaiserhäusern Deutsch­lands und Oesterreichs obwalten, erfahren durch die zwischen Kaiser- Wilhelm und Kaiser Franz Josef am Mittwoch, den 9. August, in Ischl stattfindende Zusammenkunft einen erneuten, bedeutsamen Ausdruck. Die Begegnung beider Monarchen wird in der Villa des österreichischen Herrschers vor sich gehen, sein Absteigequartier nimmt Kaiser Wilhelm jedoch imHotel Elisabeth", wo ihm dieselben prachtvollen Räume re- servirt sind, wie in den früheren Jahren. Die Zusammenkunft soll einen durchaus sreundschaftlichen und familiären Charakter tragen und sind deshalb besondere Vorkehrungen für dieselbe nicht getroffen worden. Wenn aber auch die hohe Politik den Besprechungen beider Herrscher demnach fern bleiben dürfte, so werden dennoch in diesen Tagen die Augen der deutschen und der österreichischen Nation mit innigster Theil­nahme auf die Jschler Kaiserzusammenkunft gerichtet sein, denn dieselbe ist nicht nur bestimmt, das Band der Freundschaft zwischen den Herrschern Deutschlands und Oesterreichs immer enger zu knüpfen, sondern auch den Bund der beiden mächtigen Kaiserstaaten auf's Neue zu stärken und diese seine doppelte Bestimmung wird der Kaisertag von Ischl sicher erfüllen.^ Am Nachmittag des 10. August gedenkt Kaiser Wilhelm Ischl wieder zu verlassen und sich direkt nach Potsdam zu begeben, wo man seiner Ankunft am 11. August entgegensieht.

Die Ausbeute an politischen Ereignissen ist in unserer innern Po­litik noch immer äußerst gering und beschränkt sich nur auf Nachrichten aus der Wahlbewegung in Preußen, auf verschiedene kirchenpolitische Wechselfälle und sonstige nicht sonderlich hervorragende Angelegenheiten. In Bezug auf ersteren Punkt ist es nicht ohne Interesse, daß "zwischen Fortschrittlern und Nationalliberalen bezüglich der Wahl zweier Land­tags-Abgeordneten für Barmen-Elberfeld ein Compromiß abgeschlossen worden ist, auf Grund dessen Handelskammer-Präsident Strücker in Elberfeld (nat.-lib.) und Landr'chter Westerburg in Barmen (fortschritt­lich) als gemeinsame Candidaten aufgestellt worden sind. Es scheint demnach, daß die Gegensätze zwischen beiden Parteien doch nicht jene Schärfe erreicht haben, welche ein gemeinsames Vorgehen unmöglich machen würde. Auch die kirchenpolitische Frage ist durch verschiedene Ereignisse der jüngsten Zeit, wie z. 3 durch die wiederholten Besprechun­gen zwischen dem Kultusminister, Herr v. Goßler, und dem Vertreter Preußens beim Vatikan, Herrn v. Schlözer, durch den Erlaß des Fürst­bischofs Robert von Breslau an die Staatspsarrer seiner Diöcese u. s. w. wieder angeregt worden. Namentlich letzterer Erlaß ist insofern bemer-

1882.

kenswerth, als in demselben die betreffenden Geistlichen auf Grund der Beschlüsse des Trienter Concils und verschiedener Erklärungen des hei­ligen Stuhles aufgesordert werden, die von ihnenusurpirten" Aemter sofort aufzugeben und sich überhaupt jeder Amtshandlung zu enthalten. Zum Schluß wird den Staatspfarrern die Aussicht auf die -Verzeihung ihres Oberhirten eröffnet, im Falle sie sich dessen Geboten bedingungs­los unterwerfen.

Die bayerische Regierung hat dem Anträge der Münchener Ge­meindekollegien, betreffend die Umwandlung der Münchener Simultan­schulen in konfessionelle Schulen, bemerkenswerther Weise nicht Folge gegeben, zugleich aber den Magistrat beauftragt, einen Entwurf für eine Neubildung der Schulbezirke auszuarbeiten und der Regierung bald ein­zureichen.

(Oesterreich-Ungarn.) Die Triester Frevelthat hat weit über Oesterreichs Grenzen hinaus Aufregung und Entrüstung hervorgerufen und dies um so mehr, als die Urheber dieser fluchwürdigen That bis jetzt noch nicht bekannt sind. Wir wiederholen noch einmal kurz die ersten Nachrichten hierüber: Als der Triester Veteranen-Verein am ver­gangenen Mittwoch dem Erzherzog Carl Ludwig, welcher die Triester Ausstellung eröffnet hatte, einen "Fackelzug brachte, wurde aus einem Hause am Corso eine Petarde in den Zug geschleudert, wodurch der Student Angelo Forti getödtet und der Redakteur derTriester Ztg.", Dr. v. Dorn, schwer verwundet wurde, während eine Reihe anderer Per­sonen mehr oder minder leichte Verletzungen erhielt. In allen Kreisen Triest's hat dieses Verbrechen, über dessen Motive man nur Vermuthun­gen hegen kann, den heftigsten Abscheu hervorgerufen, welchem die Han­delskammer, der Magistrat und fast sämmtliche Journale Triest's bereits Ausdruck verliehen haben. Zugleich gewinnt es immer mehr den An­schein, als ob kein Mitglied der TriesterItalia Jrredenta", sondern ein fremder Emissär der Urheber des Bubenstückes gewesen ist. Trotz­dem bleibt aber das Odium dieser That auf der italienischen Partei Triest's haften, denn jenes Verbrechen ist nur die letzte furchtbare Con­sequenz der von den Irredentisten in Scene gesetzten Demonstrationen gegen die Triester Ausstellung.

^(Frankreich.) Die französische Ministerkrisis ist vorläufig durch die Bildung eines neuen Cabinets zum Abschluß gelangt, doch trägt dasselbe mehr den Charakter eines provisorischen als den eines definitiven Ministeriums. , Die Zusammensetzung ist solgende: Le Blond Präsident­schaft und Justiz, Dccrais Auswärtiges, Develle Inneres, Tirard Fi­nanzen, Billot Krieg, Jaurèguiberry Marine, Sidi Carnot öffentliche Arbeiten, Mahy Ackerbau, Cochery Postwesen. Für die Ministerien des Unterrichts und des Handels scheinen noch keine geeigneten Persönlich­keiten gesunden worden zu sein. Die genannte Ministerliste ist jedoch noch nicht als definitiv seststehend zu betrachten und sind Veränderungen im neuen Ministerium durchaus nicht ausgeschlossen. Ueber die Inha­ber der beiden wichtigsten Minister-Portefeuilles, den Conseil-Präsident Le Blond und den Minister des Auswärtigen, Decrais, ist bezüglich ihrer Personalien und politischen Richtung noch so gut wie gar nichts bekannt und man muß hierüber erst Näheres erfahren, ehe man ein be­stimmtes Urtheil über die Tendenz des neuen französischen Ministeriums aussprechen kann.

(England.) England befindet sich gegenwärtig nach keiner Seite hin in einer beneidenswerthen Lage. In Egypten steht es gänzlich ifo« lirt da und außerdem nehmen die Differenzen mit der Türkei wegen der türkischen Truppen-Expedition nach Egypten eine immer ernstere Gestalt an. Aber auch im Innern drohen dem Cabinet Gladstone aus dem Zwiespalte zwischen Oberhaus und Unterhaus wegen der irischen Pacht­rückstandsbill neue Schwierigkeiten, welche beizulegen Herr Gladstone allerdings eifrig bestrebt ist. Es verlautet darum, daß die gegenwärtige Parlamentssession sofort geschlossen werden soll, wenn das Oberhaus die Beschlüsse des Unterhauses bezüglich der Pachtrückstandsvorlage nicht annimmt; die neue Session würde in diesem Falle bereits am 19. Au­gust beginnen. Ob der neuen Session die Auflösung des Parlamentes, resp. Neuwahlen vorhergehen werden, ist noch unbestimmt, j doch in Anbetracht der kurzen Zwischenzeit nicht wahrscheinlich.

(Türkei.) Die Berathungen der Conferenz betrafen in letzter Zeit hauptsächlich die türkische Intervention in Egypten und die Fragen des gemeinsamen Schutzes des Suez-Canals. Definitive Beschlüsse wur-