Einzelbild herunterladen
 

Beilage zu Nr. 177 des Hanauer Anzeiger

Rundschau.

(Schluß.)

(O esterreich.Ung arn.) Die kaum vernarbte Wunde am öster­reichischen Staatskörper, der Aufstand im Süden der Monarchie, ist von Neuem ausaebrochen. In den letzten Tagen haben in der Herzegowina wiederholt heftige Kämpfe zwischen starken Jnsurgentenbanden und den österreichischen Truppen stattgefunden, welche mit der Zersprengung der Insurgenten endeten. Unter den Letzteren sollen sich Freiwillige aus Rußland, Serbien, Bulgarien und Montenegro befinden.

(Frankreich.) Die Tage des französischen Cabinets Freycinet scheinen gezählt zu sein. Immer stärker macht sich in Frankreich die Abneigung gegen eine Betheiligung Frankreichs an der egyptischen Ex­pedition geltend und in den französischen Kammern mehren sich die An- griffe auf die egyptische Politik Freycinets. Von dem Ausgange der am letzten Sonnabend in der Deputirtenkammer begonnenen Verhandlung über die zweite Creditforderung im Betrage von 9^2 Millionen Francs hängt augenscheinlich die weitere Existenz des Ministeriums Freycinet ab. Indessen wird wohl der Präsident der Republik, Herr Grevy, sei­nen ganzen Einfluß aufbieten, um Herrn de Freycinet am Ruder zu erhalten, denn die Bildung eines neuen Cabinets würde unter den gegen­wärtigen Verhältnissen auf große Schwierigkeiten stoßen; ob aber Herr de Freycinet gesonnen ist, gegenüber den fortgesetzten Intriguen der Monarchisten und Gambettisten noch weiter auszuharren, ist sehr frag­lich.

(England.) Herr Gladstone hat durch die in vergangener Woche im englischen Unterhause mit 275 gegen 19 Stimmen erfolgte Annahme des Credits von 2 300 000 Pfund Sterling, welchen die Regierung für die Expedition nach Egypten gefordert hatte, einen entschiedenen Erfolg errungen. Es geht hieraus hervor, daß die englische Volksvertretung die von Herr Gladstone, wenn vielleicht zuerst auch halb widerwillig, eingeschlagene aggressive Politik in Egypten billigt und es liegt nun an der englischen Regierung, möglichst rasch und schneidig in Egypten vor­zugehen. Daß die Regierung auf die Unterstützung des Unterhauses rechnen kann, beweist auch der Umstand, daß letzteres den Regierungs­antrag auf Vermehrung des Effektivbestandes der Armee um 10 000 Mann angenommen hat, so daß das englische Cabinet einen schweren Fehler begehen würde, wenn es die ihm so günstige parlamentarische Situation nicht durch rasches Handeln auszunützen verstünde.

(Spanien.) Spanien wiederholt ernstlich seine Bemühungen, zum Concert der europäischen Großmächte zu gelangen. Der spanische Minister des Auswärtigen hat in einem Rundschreiben an die Vertreter

kanal für Spanien wegen seiner Colon.cn W. größerer Bedeutung sei als für einzelne der Großmächte, und daß dShalb bei Regelung der egyptischen Frage billiger Weise Spanien konsultirt werden faßte Wie es scheint, wird dieser gerechte Wunsch Spaniens, an den Bers'changen der Conferenz theilzunehmen, bei den Mächten auch keine unfreundliche Aufnahme finden, so daß wir den Vertreter Spaniens vielleicht noch auf der Conferenz erscheinen sehen.

(Egypten.) Die wichtigste aus Egypten augenblicklich vorlie­gende Nachricht ist diejenige von der plötzlichen Friedensgeneigtheit Arabi Pascha's, worüber wir schon weiter oben berichtet haben. Der bisherige Diktator Egyptens hat Delegirte mit Bermittelungsanträgen nach Ale­xandrien gesendet, der Khedive und die Minister lehnten es aber ab, die Abgesandten Arabi's zu empfangen und wollen deren Besuch nur als Zeichen der Unterwürfigkeit Arabi's entgegennehmen. — In Kairo ist von Arabi eine provisorische Regierung eingesetzt worden mit einer Na­tionalversammlung von 300 Mitgliedern. Die militärische Lage am Nil ist unverändert; wie es heißt, wollen die Engländer die Forts von Abukir, deren Besatzung sich weigerte, dem Befehle des Khedive gemäß nach Alexandrien zu kommen, bombardiren. Ferner wurde von General Alison eine stärkere Truppenabtheilung entsendet, um die Eisenbahn zwei Meilen vom Lager Arabi Pascha's zu zerstören. Der Gesundheitszu­stand der englischen Truppen wird fortdauernd als ein zufriedenstellender bezeichnet.

Spaniens bei den europäischen Höfen darauf hingewiesen, daß der Suez,

Nachtrag.

(Türkei.) In der am 27. Juli abgehaltenen Sitzung der Con­ferenz erklärten die ottomanischen Delegirten, daß die Pforte, dem leb­haft ausgesprochenen Wunsche der Conferenz entsprechend, bereit sei, so­fort Truppen nach Egypten zu entsenden. Die Pforte hoffe indeß, daß England zuvor Gegenbefehle ertheilen werde, um die Abfindung der englischen Expedition aufzuhalten und daß es die gegenwärtig in Egypten befindlichen Truppen zurückziehen werde. Achmet Mukhtar Pascha, der designirte Oberbefehlshaber des türkischen Expeditionskorps, ergriff die Dispositionen zur Entsendung eines Corps von 20 000 Mann nach Egypten in nacheinanderfolgenden Abtheilungen. ^K- )

(Frankreich.) In Frankreich ist die längst befürchtete Minister­krisis eingetreten. Die Minister begaben sich infolge der in der Depu- tirtenkammer am vorigen Sonnabend mit 450 gegen 75 Stimmen er­folgten Ablehnung der Creditforderung von 9V2 Millionen Frcs. behufs Entsendung eines französischen Expeditionskorps nach Egypten ins Elysèe, um ihre Entlassung einzureichen. Präsident Grèvy bat dieselben, ihre Geschäfte bis zur Bildung eines neuen Cabinets fortzuführen.

Orffentliche 3n^tUung.

Hanau. Der Louis Ochs zu Hanau klagt

Z K l k V K t e.

gegen den Collecteur Schenk zu Wachenbuchen, jetzt unbekannten Aufenthaltsortes, wegen einer Restforderung von 50 M. für eine am 3. Juli 1881 käuflich überlieferte Nähmaschine und auf Grund des wegen Gefährdung seiner Forderung

an dem Königlichen Amtsgericht II. in angelegten Arrestes mit dem Anträge 1. den Beklagten zu verurtheilen:

a) an Kläger 50 M. zu zahlen, b) einzuwilligen, daß die von dem

Hanau

Kläger am 14. Juli 1882 bei hiesigem Königl. Amtsgerichte zwecks Erwirkung des Arrest­befehles eingezahlten und unter Nr. 32 des Verwahrungsbuches in vorläufige Ver­

Bedeutend unter Ladenpreis h Werthen

H Stiefeln u. Schuhes

wahrung genommenen 20 M. Caution an ihn — Kläger — zurückgezahlt werden, c) dem Kläger alle Kosten zu erstatten, welche

demselben in der Arrestsache Königl. Amts­gerichts II. hier Ochs g. Schenk G. 61/82 entstanden sind,

2. das ergehende Urtheil für vollstreckbar zu erklären,

und ladet den Beklagten zur mündlichen Ver. Handlung des Rechtsstreits vor das Königliche Amtsgericht zu Hanau, Abtheilung II., auf

den 21. September 1882,

Vormittags 11 Uhr.

Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Hanau am 27. Juli 1882. 6900

Eger, (G. 67/82) Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts II.

kj| in allen möglichen Sorten und M nm guten Qualitäten verkauft

H Jean Herbst,

bei

74*

Äi u. ^ Steinheimerstrasse Nr. ÄJ w. LM. Afa Beweis größter Reell ität wird das Geld für gekaufte und nicht gefallende Sachen zu jeder Zeit bereitwilligst zurückgezahlt.

U Reparaturen

werden prompt und billigst ausgeführt