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h och Retourbillete für die Strecke Darmstadt - Eberbach auch auf der Strecke Heidelberg-Darmstadt und umgekehrt Retourbillete Darmstadt- Heidelberg auf der Strecke Eberbach-Darmstadt benutzt werden dürfen. Zu II. ist insbesondere hervorgehoben, daß wenn man mit dem ersten Zuge von Darmstadt (Hanau) in Eberbach ankommt, der Zug nach Heidelberg gerade 12 Minuten vorher abgefahren ist und man Abends in Eberbach über 2 Stunden Aufenhalt hat, wenn man mit dem Sieben­uhrzug nach Darmstadt (Hanau) zurück will. (Fr. Jl.)

— Cassel, 26. Juli. Der deutsche Lehrertag verwarf den An­trag, welcher sich für eine (»wöchentliche Militärdienstzeit der Volks­schullehrer ausspricht, und verlangte vielmehr die Berechtigung derselben zum Einjährig-Freiwilligendienst. Sämmtliche gegen die Schulsparkassen gerichteten Thesen wurden angenommen und darauf der Lehrertag feier­lich g-schlosstn.

— Cassel, 27. Juli. Die „H. Morztg." schreibt: Nachdem gestern Nachmittag die Verhandlungen des deutschen Lehrertages ihr Ende erreicht, wurde Per Trambahn und sonstiger Fahrgelegenheit ein Ausflug nach Wilhelmshöhe unternommen. Leider war das Wetter sehr ungünstig. Nachdem man dem Spielen der Wasserkünste beigewohnt und einzelne Theilnehmer den Herkules bestiegen und wieder andere die Lö­wenburg und das Schloß besichtigt, wurde der Heimweg angetreten. Abends 8 Uhr fand im Stadtparksaale ein großer Festkommers statt, ter in äußerst glanzvoller Weise verlief. Außer den deutschen Lehrern hatten sich viele Bürger eingesunden, sodaß die beiden Säle bis auf den letzten Platz besetzt waren. Das Präsidium lag in den bewährten Hän­den des Herrn Dorner-Berlin, welcher den Sl ommerë mit einer passen­den Ansprache eröffnete. Und so zog denn in die festlich geschmückten Räume eine helle Feststimmung ein, in deren fröhlichem Genusse Alle 'schwelgten. Ernstere und heitere Vorträge wechselten ab und unterhielten das animirie Auditorium. Herr Lehrer Jungmann trug eine Polonaise, ein anderer Herr ein Gedicht in rheinischer Mundart unter lebhaftem Beifall vor. Zur Verherrlichung des Abends trugen namentlch auch die schönen, ergreifenden Gesänge der Liedertafel mit bei. Die Casseler Turngemeinde erfreute durch präcis und sicher ausgeführte Leistungen am Pferd und Barren, welche sehr beifällig ausgenommen wurden. Aus der langen Reihe von Trinksprüchen, welche die Versammlung begeister­ten, wollen wir nur erwähnen, daß Herr Buchholz auf den hiesigen Re­daktionsausschuß sein Glas leerte, während Billdad (Königsberg) in launiger Weise die Tugenden und Verdienste Dorner's feierte. Darauf beleuchtete in schwungvoller Weise Herr F. W. Pfeiffer (Fürth) die Be­deutung, die große ethische Macht und bildenden Einfluß der Presse und hob namentlich hervor, daß Seitens der hiesigen Lokalpresse den Be­strebungen des deutschen Lehrertages ein so warmes Interesse entgegen­gebracht worden fei; sie habe in höchst anerkennenèwerther Weise dasür gesorgt, daß die Zwecke und Ziele des Lehrertages auch weit über die Grenzen der Stadt hinaus Verbreitung erhielten. Zwei hiesige Kollegen dankten in beredter Weise für diese ehrende Anerkennung. Besondere Erwähnung verdienen die lebenden Wachsfiguren, eine wahrhaft köstliche Scene, die mit Recht stürmischen Beifall herausforderte; dieselben sind Eigenthum der Liedertafel und von Mitgliedern derselben vorgeführt worden. Von eigenartiger Komik war übrigens auch die improvisirte Volksschule, eine Darstellung die man gesehen haben muß, um sie völlig würdigen zu können. So vergingen unter den belebenden Klängen der Kapelle des 83. Infanterie-Regiments die Stunden nur allzurasch dahin und erst lange nach Mitternacht trennte man sich. Und so fand dann der diesmal in unseren Mauern stattgefundene deutsche Lchrertag einen recht fröhlichen und ungetrübten Abschluß durch diesen Festkommers, der noch lange allen Theilnehmern im Gedächtniß haften wird.

Die Gesammtzahl der Theilnehmer des Lehrertages hat 700 über­stiegen, was nachträglich noch mitgetheilt fein möge. Ein Theil der Theilnehmer hat unsere Stadt bereits gestern wieder verlassen, während das Gros derselben im Laufe des heutigen Tages sich wieder in ihre Heimath begibt.

— Wie die „D. V-Ztg." berichtet, hat in diesen Tagen zu Hanno­ver die Verlobung der Comtesse Hermine Grote, Enkelin der Frau Staats­dame Gräfin Grote, mit Seiner Durchlaucht dem Prinzen Karl von Hanau, vierten Sohne des ehemaligen Kurfürsten von Hessen, stattge­sunden.

— Der Herr Oberpräsident hat dem Verschönerungsverein zu Rin­teln die Erlaubniß ertheilt, zu der von demselben am 15. August 1883 beabsichtigten Verloosung von Schmuck- und Gebrauchsgegenständen, be­hufs Beschaffung der Mittel zur Erbauung eines Aussichtsthurmes auf der Luhdener Klippe, 40 000 Loose, deren Preis auf 1 Mk. pro Stück festgesetzt ist, im Regierungsbezirk Cassel zu vertreiben.

— Fulda, 27. Juli. Die „Fuld. Ztg." schreibt: Dem heutigen Rindviehmarkt waren 661 Stück zugetrieben. Der Handel ging diesmal recht gut. Das Paar schwerere Ochsen wurde mit 42 Carolin bezahlt, 3jährige Stiere mit 31—32 Carolin das Paar. — Herr Dr. Konze zu Hünfeld ist zum Kreisschulinspektor in Saarlouis ernannt.

Aus der Umgegend.

— Frankfurt a. M., 27. Juli. Der Polizei ist es gelungen, den Namen des Menschen zu ermitteln, welcher am 9. Juni ein fünf­

jähriges Kind an der Festenburg entführt hat: es soll ein gewisser G. Nitschke aus Bunzlau sein; aber der Verbleib des Mannes und des Kindes ist ihr bis zur Stunde noch nicht bekannt geworden. — Dr. med. Christian Dietrich, Oberstabs- und Regimentsarzt im 1. Hessischen Husaren-Regiment Nr. 13, ist, wie das „Jnt.-Bl." berichtet, in ver­gangener Nacht in Folge einer Blinddarm- Entzündung gestorben. — Beim Graben eines Fundamentes auf der Bergerstraße wurde gestern ein beinahe 30 Zentimeter langer, kunstvoll gearbeiteter alter Schlüssel gefunden. Der Bart und der sechs Zentimeter im Durchmesser haltende Griff sind besonders schön. — Ein Jagdliebhaber ließ von einem Wald­aufseher zwei Hunde drefsiren. Nach Äbsolvirung des Unterrichts wur­den die Hunde ihrem Herrn nebst einer auf 100 Mk. lautenden Rech­nung für das Honorar zugeführt. Der Eigenthümer der Hunde wei­gerte sich zu zahlen, weil dieselben nichts verstehen sollten. Es kam zum Prozeß. Sachverständige examinirten die Thiere, fanden sie treff­lich geschult und der Jagdfreund wurde zur Zahlung verurtheilt. (Fr. Ztg.)

— Gestern Abend um 7 Uhr fand im Schauspielhause die erste Probe mit dem von der Firma Kitz und Stuhl angelegten Regenrohr­system statt. Der Erfolg war insofern ein ganz vorzüglicher, als das Wasser in den einzelnen acht Abtheilungen einen größeren Rayon be­herrschte, als man erwartet hatte, dabei war der Platzregen von einer eminenten Wucht, so daß in Zukunft weniger von einer Feuers-, als von einer Wassergefahr in unserem Schauspielhause die Rede sein dürfte. — Während gestern ein hiesiger Arzt konfultirt wurde, stahl ihm ein anderer Patient den im Vorzimmer stehenden Wecker. — Ein Arbeiter, der oberhalb der englischen Gasfabrik badete, machte, als er sich wieder anziehen wollte, die unangenehme Entdeckung, daß ihm feine funkel­nagelneuen Stiefel gestohlen worden waren. — Eine Erbschaft steht der Stadt Frankfurt aus dem Nachlaß des 1837 verstorbenen Zacharias Conrad Fresenius in Aussicht, wenn sich bis Februar 1883 Niemand für dieselbe gemeldet. — Auf der Bornheimer Landstraße wurde ein Kind von einem Byciclefahrer zusammengefahren und an der Stirne erheblich verletzt. Der Radritter fiel dabei um und verletzte sich am Arme. (G.-A.)

— Ems, 26. Juli. Die heutige Kurliste verzeichnet eine Fre­quenz von 11 480 Personen, nämlich von 6658 Kurgästen und 4822 Passanten. Neu angekommen sind der Herzog von Gualtrie, Frau Mi­nister Dervieu aus Paris, die russischen Generäle Slcsknie und von Werigheim, der Gouverneur von Kiew, Wirkl. Staatsrath Goudine- Levkovitch und Oberbürgermeister Grumbrecht aus Harburg. Das russische Element ist besonders stark in diesem Jahre unter unseren Kur­gästen vertreten.

— Friedberg, 24. Juli. Gestern Nachmittag wurde die Ge« fellschaft „Aktien-Zucker-Fabrik Wetterau zu Friedberg" definitiv ge­gründet. Nachdem 1200 Geldaktien und über 1500 Rüben-Aktien ge­zeichnet waren, fand die konstituirende Generalversammlung statt und wurde der aus 15 Mitgliedern bestehende Aufsichtsrath gewählt. In denselben wurden neben größeren Oekonomen der Kreise Büdingen, Hanau und Friedberg, die Herren A. Bergsträßer in Niederolm, Bür­germeister Küchler in Worms und Bankdirektor Hedderich aus Darm­stadt gewählt; letzterer deßhalb, weil die Bank für Handel und Industrie in Darmstadt 450 Aktien gezeichnet hat. Da die Fabrik im nächsten Jahr ihren Betrieb eröffnet, steht die Wahl des Vorstandes und der Beginn der Vorarbeiten und Bauten in der Kürze bevor.

— Mainz, 25. Juli. Ein fremder Mensch, welcher hier in Wirthschaften Pamphlete auf Se. Majestät den Kaiser und den Fürsten Bismarck zum Besten gab, ward verhaftet.

— Mainz, 27. Juli. Die hiesigen Bäcker haben die Brodpreise um 5 Pf. pro Laib heruntergefetzt. Die Fruchtpreise und Ernte-Aus­sichten gestatten es sehr wohl, daß eine Preisermäßigung stattfinde. (G. Ä.)

S p r e ch s a a l.*)

Eingesandt.

G. Hiesigen Geschäftsleuten, welche viel mit dem benachbarten Frank­furt verkehren, wird es gewiß sehr dienlich sein, daß ein zuverlässiger Mann es unternommen hat, täglich regelmäßig Botendienste zwischen den beiden Plätzen zu besorgen. Die Nützlichkeit dieses Unternehmens wird sich besonders zu Festzeiten rc. fühlbar machen, und wäre es deshalb in der jetzigen geschäftsstillen Zeit geboten, den Unternehmer (einen hiesigen achtbaren Bürger und Hausbesitzer) möglichst zu unterstützen, damit man dessen Dienste auch zur Zeit der Noth zur Verfügung hat. An dem nöthigen Eifer läßt es derselbe nicht fehlen!

*) Für die unter dieser Rubrik veröffentlichten eingesandten Notizen über­nimmt die Redaktion selbstverständlich keine Verantwortung.

Schiffsnachrichten.

(Mitgetheilt durch Agent A. Treusch in Hanau.)

Das Hamburger Postdampfschiff „Wieland" Kapitän Hebich von der Linie der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Aktien Gesellschaft, welches am 12. Juli von Hamburg via Havre abging, ist nach einer glücklichen Reise am 26. Juli wohlbehalten in New-Iork eingetroffen.

Thermometerftand.

27. Juli. Mittags 2 Uhr + 15°, Abends 7 Uhr + 14'; 28. Juli. Morgens 7 Uhr + 12°, Vormittags 10 Uhr + 15 .