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Hanauer Ameiger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanan

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilag* und Samstags mit der Berliner Provinzial- Correspondenz.

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Nr. 170. e=s

Montag den 24. Juli

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1882.

Amtliches.

Die Herren Ortsvorstände werden ersucht, innerhalb 14 Tagen zu berichten

1) ob und welches Armenhaus zur Unterbringung von Ortsarmen in der Gemeinde besteht;

2) von wem und seit wann dasselbe gegründet worden, bezw. für wie viel Personen dasselbe eingerichtet ist und

3) von wem die Verwaltung geführt wird.

Hanau, am 21. Juli 1882.

Der Landrath.

J. V.: Dr. Klemm, Regierungs-Referendar.

Für den Georg Ludwig Färber aus Windecken ist um Paß nach Amerika nachgesucht worden.

Hanau am 20. Juli 1882.

Der Landrath.

J. V.: Dr. Klemm, Regierungs- Referendar.

Für den am 4. Januar 1868 geborenen Edmund August Stirn zu Eschersheim ist um Entlassung aus dem Preußischen Staatsverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht.

Hanau am 20. Juli 1882.

Der Landrath.

J. V.: Dr. Klemm, Regierungs-Referendar.

Die über die Saylochsbach an der Hanau-Bruchköbeler Grenze zur Fasanerie führende steinerne Brücke ist in ihren Widerlagern so defekt, daß sie dem Zusammenbruch droht. Es wird daher bis auf Wei­teres die Brücke für Fuhrwerke aller Art gesperrt.

Hanau am 21. Juli 1882.

Der Landrath.

I. V.! Dr. Klemm, Regierungs-Referendar.

Verloren: Ein Dienstbrief mit der Adresse: An die Königliche Bezirkskompagnie. Eine silberne Cylinderuhr mit Talmikette.

Hanau am 24. Juli 1882.

___Aus Königl. Landrathsamt. ____________________

Tagesschau.

Berlin, 22. Juli. DerReichsanzeiger" publizirt die inter­nationale Reblauskonvention und die Ernennung Aschenborns zum Di­rektor im Reichsschatzamte.

S. M. S.Hertha," 19 Geschütze, Komdt. Kapt. z. S. von Kall, ist am 20. Juli er. in Simonstown eingetroffen und beabsichtigte am 28. Juli er. die Heimreise fortzusetzen.

, Wie dieMgd. Zig." vernimmt, beabsichtigt der Minister des innern in seiner Vorlage über die die allgemeine Landesverwaltung be­treffenden Aenderungen eine Vereinfachung des Jnstanzenzuges durch Verbindung des Bezirksraths mit dem Bezirksverwaltungsgericht herbei- zuführen und damit das Zuständigkeitsgesetz wieder zu erneuern. Durch diese Aenderung soll dann die Verwaltungsreform auf den ganzen Staat ausgedehnt werden. Von weiteren Einzelheiten ist noch nichts Zuver­lässiges bekannt geworden, weshalb man die Vorlage abzuwarten haben wird. Jedenfalls soll dieselbe beschleunigt werden.

Nach einer am 14. d. M. ergangenen Verfügung des Reichs- Postamts ist neuerdings darüber Klage geführt worden, daß in der letzten Zeit mehrfach Briefe größern Formats am Bestimmungsorte mit beschädigtem Umschläge eingegangen sind. Die Postanstalten werden deshalb angewiesen, bei der Behandlung von Briefen größern Formats mit der gehörigen Sorgfalt zu verfahren, damit die Beschädigung solcher Sendungen thunlichst verhütet werde. Insbesondere möchten die Amts­vorsteher die Thätigkeit ihrer Nachgeordneten Beamten auch in dieser Hinsicht entsprechend beaufsichtigen. Amtlicher Benachrichtigung zufolge dürfen in Schweden mit der Post fortan nicht eingeführt werden: lebende Thiere, ferner explodirende, entzündliche oder sonstige Gegenstände, deren Beförderung mit Gefahr verbunden ist (entzündliche Oele, Pulver, Dynamit, Zündhütchen, Zünder, Feuerwerkskörper, Schwefelsäure, Sal­petersäure, Salzsäure, Phosphor, Streichhölzer rc). Apothekerwaaren und namentlich Arsenik dürfen in der Regel nur von Apothekern und

nur unter gewissen Bedingungen von Gewerbtreibenden und Gelehrten eingeführt werden. (Sttsb.-Ztg.)

Stettin, 22. Juli. Oberpräsident v. Münchhausen ist gestern Abend plötzlich verstorben.

Ueber den Charlottenburger Cholerafall berichtet man der R. Fr. Pr. aus Charlottenburg: Die Berliner Polit. Nachr. bringen eine AllarMüachricht, daß in Charlottenburg der erste Cholera­fall Heuer konstatirt worden sei. Ein Bettler sei im Krankenhause ah der asiatischen Cholera gestorben. Auf Grund eingezogener authentischer Nachrichten kann ich Folgendes mittheilen : Es liegt allerdings ein Cho­lerafall vor, doch ist nicht konstatirt, ob es die asiatische oder heimische Cholera war. Der Betreffende erkrankte Samstag Mittags und starb Samstag Abends. Er wurde unter Beobachtung aller Vorsichtsmaßre­geln beerdigt. Ueberhaupt wurden alle vom Gesetze vom Jahr 1835 gebotenen Maßregeln gegen eine weitere Ausbreitung getroffen. Zur Beruhigung gereicht, daß der Betreffende nicht im freien Verkehr er­krankte, sondern im Polizeigewahrsam, wo er sich bereits seit mehreren Tagen befunden hat. Von Mitgefangenen erkrankte keiner, überhaupt fiel bisher keine weitere Erkrankung vor. Nach alledem scheint dies nur einer jener vereinzelten Fälle der gefährlichen Krankheit zu sein, wie sie alljährlich zur heißen Jahreszeit vorzukommen pflegen.

Dresden. Der kürzlich hier verstorbene Großkaufmann Ludwig Gehe hat ein ca. 50 Bogen starkes Testament hinterlassen, worin er in hochherzigster Weise über sein Vermögen verfügt hat. Außer 2 Millionen Mark, welche der geniale, mit weitem Blicke aus­gestattete Erblasser den Meißener Kreisständen für Zwecke volkswirth- schaftlicher und kameralistischer Natur überwiesen hat, soll er noch einer Anzahl gemeinnütziger Anstalten sehr beträchtliche Legate und Stiftungen ausgesetzt haben. Näheres entzieht sich einstweilen noch der Oeffentlich- keit. Vorderhand macht der Testamentsvollstrecker, der langjährige treue Freund und Berather Gehe's, der tenommirte Statistiker Dr. Petermann, bekannt, daß Herr Gehe allen, bei denen er oder seine Gattin Pathe gestanden und dies nachzuweisen vermögen, ein Legat von 300 Mk. ausgesetzt hat. Meldungen sind an Dr. Petermann in Loschwitz zu richten.

Arnau, 20. Juli. (Folgen des Wolkenbruchs in Böhmen.) Im ganzen wurden bis jetzt 47 Todte im Elbethale aufgefunden. Viele Häuschen daselbst wurden weggeschwemmt. Ein Fiaker sammt Pferden und Wagen wurde im Elbethale aufgefunden. Kutscher und Pferde waren todt. An der Bahnreparatur wird rüstig gearbeitet; doch dürste noch geraume Zeit vergehen, bevor die Bahn in betriebsfähigem Zu­stande sein wird. Der Schaden ist bedeutend und größer, als man vermuthete. (N. fr. Pr.)

Amsterdam, 22. Juli. Ein Extrablatt desHandelsblatt" enthält folgende Nachricht: Aus Maaßluis wird gemeldet, der Monitor Adder" sei durch Taucher auf zehn Klafter Tiefe südöstlich von Sche- veningen, das Oberste zu unterst gekehrt, aufgefunden worden.

London, 22. Juli. DerTimes" wird aus Paris vom 21. d. gemeldet, das französische Kabinet habe sich an die englische Regierung gewendet, um deren Ansicht über die Thunlichkeit, Italien zur Theilnahme an der englisch-französischen Expedition nach Egypten einzuladen, zu ermitteln. Man glaube, England werde sich der Ein­ladung an eine dritte Macht zur Betheiligung an der Expedition bereit« - willig anschließen. Das englische Expeditionskorps wird etwa 14000 Mann stark sein.

London, 22. Juli, 3 Uhr Nachm. Ein englisches Detache­ment wechselte Schüsse mit einer feindlichen Abtheilung in Malaha, acht Meilen von Alexandrien, und verwundete einige Eingeborene. Man fand einen Theil der Eisenbahn zerstört. Durch Maschinen werden je­den Tag 7000 Gallonen Wasser produzirt. 5 Uhr Abends. Die Engländer schnitten alle Telegraphenlinien acht Meilen von Al xandrien ab. Einige Zeitungskorrespondenten schossen auf ein Dorf, eine Abihei- lung Militär rückte vor und fand die Häuser gefüllt mit Beute. Vierzig Gefangene wurden eingebracht und vor Gericht gestellt. (Fr. Ztg.) S t. Peter sburg 22. Juli. DasJournal de St. Peters- bourg" meint, die Betheiligung der Pforte an der Konferenz dürfe nicht dazu benutzt werden, die Aktion der europäischen Mächte lahmzulegen. Es sei nothwendig, den Suezkanal vor den Aufständischen zu schützen