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theologischer Schriften mit Vorliebe beschäftigte. Ein Volksfreund war er allerdings. Auch kann nicht geleugnet werden, daß er im Jahre 1848 an der damaligen Volksbewegung lebhaften Antheil nahm und wie Viele in damaliger Zeit von derselben Besseres erwartete. Allein ein Revolutionär ist er nie gewesen, und daß er am Freischaarenzug Theil genommen habe, ist ebenso Lüge und Verläumdung wie, daß sein Leben ein verfehltes gewesen sei. Vielmehr hat er trotz seines lange Zeit geringen Einkommens und seines langjährigen häuslichen Leidens in Folge der fortwährenden Kränklichkeit seiner Frau mit Treue nach Kräften in seinem Amt gewirkt, und es ist eine Schande, daß ein Mann, der bei feinem biedern und redlichen Charakter alle Achtung mnd dessen traurige in unzurechnungsfähigem Zustand begangene That nur Bedauern und schonende Beurtheilung verdient, statt dessen mit Koth von unsauberen Händen beworfen wird. Und wie man gar dem Publikum weiß machen kann, daß ein Geisteskranker, der mit zerschnitte­nem Hals daliegt und zwischen Leben und Tod schwebt, in diesem Zu­stand Memorien schreiben wolle, ist völlig unbegreiflich. Die Herren Zeitungsredakteure sollten doch bei Verbreitung solcher offenbaren Lügen und Verläumdungen mit mehr Vorsicht und mit etwas mehr Schonung zu Werke gehen.

— Cassel, 14. Juli. Se. Königl. Hoheit Prinz Karl wurde heute eine kurze Weile auf den Altan des Rothen Schlosses gefahren, um im Freien Luft zu schöpfen. Der hohe Patient lag in der ihn um­hüllenden Drahthose auf einem Rollwagen, umgeben von den Hofkavalieren, dem Leibarzt und dem Mohr, welcher einen Schirm in der Hand hielt, um den Kranken gegen die Sonnenstrahlen zu schützen. Der Prinz befindet sich soweit in bester Reconvalescenz, der wir einen ununter­brochenen Fortgang wünschen. (H. M.)

— Cassel, 14. Juli. Zur Konstituirung einer allgemeinen, jährlichen Pastoralkonferenz für den gesammten Konsistorialbezirk Cassel findet am 6. September d. J. eine Versammlung von Geistlichen und Kirchenfreunden in Marburg statt und werden Vertreter der Diöcesen dorthin zu beregtem Zweck zusammenkommen. Die jährlichen Spezial­konserenzen Ober- und Niederhessens werden daneben voraussichtlich fort- bestehen. (C. I.)

— Marburg, 14. Juli. Die Strafkammer des Königl. Land­gerichts dahier verurtheilte heute den Handelsmann Nußbaum von Ra­

boldshausen wegen Wuchers in eine Gefängnißstrafe von 3 Monaten, 2000 Mark Geldstrafe event, noch 134 Tage Gefängniß und 1 Jahr Ehrverlust. (M. T.)

— Der Anna Dorothea Schmidt zu Rauschenberg, welche am 27. Dezember 1881 das 40. Dienstjahr bei ein und derselben Familie vollen­det hatte, hat Ihre Majestät die Kaiserin das goldene Kreuz nebst Diplom huldvollst verliehen.

Marktbericht.

Hanau, den 15. Juli, 8V2 Uhr Morgens. Der heutige Markt war sehr gut befahren; Viktualienpreise folgende: Butter 85 Pf. bis 1 M.; Käse 4—5 Pf. und Eier 5—6 Pf. das Stück; Bohnen 48—50 Pf., Erbsen 38—46 Pf., Linsen 36—40 Pf. das Doppelliter; Geflügel: junge Tauben das Pärchen 70—80 Pf. ; ein Hahn 60— 90 Pf.; ein Huhn 95 Pf. bis 1 M.; eine Ente 1—1,25 M.; Meerrettig, die Stange 8—12 Pf. ; Blumenkohl, das Stück 50—70 Pf. ; Kopfsalat 2-3 Pf.; Gelberüben, der Bund 7—8 Pf/; Rettig 3—5 Pf.; neue Erbsen, die Portion 20—25 Pf.; neue Bohnen, die Portion 30-50 Pf.; eine Gurke 12—20 Pf.; Kohlrabi, das Stück 2-3 Pf.; Wirsing, das Stück 15—20 Pf.; Weiskraut 15-25 Pf.; Rothkraut 15-25 Pf.; Kartoffeln 10—12 Pf. das Doppelliter; Zwiebel, das Bund 3 Pf.; Waizenmehl 1. Sorte 24 Pf., 2. Sorte 20 Pf., 3. Sorte 17 Pf. und 4. Sorte 15 Pf. = 0,50 kg; Fische: gewöhnliche Sorte 25 Pf., bessere 30-35 Pf., Aal 1,10-1,20 M., Hecht 1,20— 1,30 M„ Bresen 50 Pf., Barben 60 Pf., Barsch 60—65 Pf. = iz kg; Kirschen V2 kg 15 Pf.; Erdbeeren V2 Liter 10—12 Pf.; Himbeeren V2 Liter 15—18 Pf.; Heidelbeeren V2 Liter 5—6 Pf.; Stachelbeeren V2 kg 15 Pf.; Johannistrauben Vs kg 15—18 Pf.; eine Birne 1 Pf.; Paradiesäpfel 6—8 Pf. das Stück; Citronen 10 Pf.; Aprikosen 5-6 Pf. das Stück; Stroh 1,70—2 M. und Heu 2,50—2,70 SR. = 50 kg; Holz der Meter 6-6,50 M.

Thermometerstand.

14. Juli. Mittags 2 Uhr + 19°, Abends 7 Uhr + ISW;

15. Juli. Morgens 7 Uhr + 15°, Bormittags 10 Uhr + 20°.

— Mainwasserwarme 17 Grad.

Oeffentl Bekanntmachung.

Hanau. Auf Antrag einer Hypothekargläu- bigerin soll folgendes, dem Gastwirth Jakob Kleinböhl von Hanau, jetzt unbekannt wo? abwesend, in der Gemarkung Hanau belegenes Grundeigenthum:

V. 35. Land, stößt aufs große Rohr 12a79qm U. 24. „ „ „ kleine „ 22 „67 „ öffentlich meistbietend verkauft werden.

Steigerungstermine werden anberaumt, erster auf den

1 8. September d. I., zweiter auf den

16. Okto ber d. I., dritter auf den

1 3. November d. I., jedesmal von 11—12 Uhr Vormittags, an Ge- richtsstelle.

Hypothekar- und Grundschuldgläubiger, sowie sonstige dinglich Berechtigte werden unter An­drohung des gemeinrechtlichen Nachtheils zur rechtzeitigen Anmeldung ihrer Ansprüche ausge- fordert. 6420

Hanau am 10. Juli 1882.

Königliches Amtsgericht II.

Dr. Hartmann i. V.

(K. 39/82)_______________________________Eger.

Extrafeine Matjes-Häringe, fette zarteste Qualität, bei 6445

Adolph Hopff.

Fleischpreife der hiesigen Ochsenmetzger.

Von heute an kostet das Pfund Ochsen« fleisch 70 Pfennig. ______________6437 Sardines ä Vhuile9 frische Sendung, bei 6448

Adolph Hopff.

Zuferate.

Oeffentl. Bekanntmachung.

Hanau. Ans Antrag eines Hypothekargläu­bigers soll nachverzeichnetes, dem Hutfabrikanten Eduard Rößler zu Hanau gehöriges, in der Krämerstraße zu Hanau belegenes Grundeigen­thum:

Haus Nr. 20 der Krämerstraße:

K. 85. 12 a 25 qm a) Wohnhaus m. Hofraum,

b) Seitenbau I. rechts,

c) Seitenbau I. links,

d) Querbau L,

e) Seitenbau II. links,

f) Querbau II.,

g) Seitenbau II. rechts, öffentlich meistbietend verkauft werden und sind hierzu Steigerungstermin anberaumt, erster auf den

1 8. Septemb er 1882, zweiter auf den

1 6. Oktober 1882, dritter auf den

13. November 1882, jedesmal Vormittags von 11—12 Uhr, an Ge­richtsstelle.

Hypothekar- und Grundschuldgläubiger, sowie sonstige dinglich Berechtigte werden unter dem gemeinrechtlichen Rechtsnachtheil zur rechtzeitigen Anmeldung ihrer Ansprüche aufgefordert.

Hanau, 10. Juli 1882. 6421

Königliches Amtsgericht II.

Dr. Hartmann i. V. (K. 43/82) Eger.

Feinster Emmenth. Zchwcherkäse, vollsaftige Waare, bei 6447 _________________Adolph Hopff.

Eine Partie gebrauchte Fenster n. Thü­ren find billig abzugeben.

Wo? sagt die Exped. d. Bl. 6428

Versteigerung.

Montag den 17., Dienstag den 18. u. Mittwoch den 19. Juli d. I, jedesmal von Nachmittags 2 Uhr an, sollen Nürnbergerstraße Nr. 33 umzugshalber Eisenwaaren, Blechwaaren u. dgl., bestehend in

1 . Haushaltungsgegenständen, als: Kochgeschirren, roh, emaill., lack., Eimern, Bügeleisen, Kaffeemühlen, Vogelkäfigen, Fuß­kratzeisen, Oefen, Herden, Kohlenkasten rc.;

2 Werkzeugen und Materialien: für Bauhanvwerker, Küfer, Sattler, Schuh­macher, Schmiede rc.;

3. Landwirthschaftlichen und sonstigen

Artikeln, als:

Sensen, Sicheln, amer. Heu- u. Dunggabeln, Gartengeräthen, Raufen u. Krippen, Ketten, Striegeln u. Kardätschen, Schüppen, Sägen, Beilen, Waagen und Gewichten, Gurken- und Krauthobeln, eisern. und kupf. Kesseln rc., sowie Laubsäge-Artikeln rc. rc., öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung ver­steigert werden. 6440 Unter Umständen wird auch Ziel gewährt. In den Zwischenzeiten wird ausverkauft.

M. Ullrich, Gerichtstaxator.

Neu eingctroffcn! Papierschüssekn u. Teller, garantirt wasferdicht (für Waldfeste sehr zweck­mäßig). 6431

H. Schmidt, Papierhandlung, Steinheimerstraße 33, neben Hotel Adler.