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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau
Erscheint täglich mit Ausnahme bei Sonn- unv Feiertage, mit belletristischer Beilage und Samstags mrt der Berliner Provinzial- Correspondenz.
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Die Sspalt. Zell« 26 Pfg.
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30 Pfz.
9èr. 160. Mittwoch den 12. Juli 1882.
Amtliches.
Durch Erlaß des Herrn Oberpräsidenten vom 19. Juni er. — Nr. 3175 — ist die Genehmigung zu der von dem Vorstande des land- Wirthschaftlichen Kreisvereins Gelnhausen in Birstein anläßlich einer landwirthschaftlichen Ausstellung vom 24. Juli er. beabsichtigten Ver- loosung von Rindvieh und landwirthschaftlichen Gerüchen und Maschinen im Gesammtwerthe von 1850 Mark ertheilt worden.
Die Verloosung wird unter polizeilicher Aufsicht in Birstein abgehalten werden und beträgt der Preis pro Loos 1 Mark.
Es wird dies hierdurch zur Kenntniß der Gemeindebehörden des Kreises gebracht und erwartet, daß dem Vertrieb der Loose ein Hinderniß nicht entgegengestellt wird.
Hanau am 11. Juli 1882.
Der Landrath.
____________I. V.: Dr. Klemm, Regierungs-Referendar.___________
Grundstücksverpachtung.
Die in der Gemarkung von Bergen gelegenen, Ende dieses Jahres pachtfrei werdenden Domanialgrundstücke, bestehend aus 140 Parzellen zum Flächengehalte von zusammen 29 lia 31 a 42 qm, sollen vom 1. Januar 1883 ab anderweit aus 6 Jahre im Einzelnen öffentlich meistbietend verpachtet werden.
Termin hierzu ist auf
Dienstag, den 18. dieses Monats,
Vormittags 9 Uhr, in das Rathhaus zu Bergen anberaumt.
Auf angemessene Pachtgebote wird der Zuschlag alsbald im Termin ertheilt.
Hanau, am 10. Juli 1882.
Der Königliche Domainen-Rentmeister ___Bell._______________________6347
Tagesschau.
Ueber den Angriff auf Alexandrien veröffentlicht die „Franks. Ztg." u. a. nachfolgende Depeschen:
— London, 11. Juli, 9 Uhr 50 Min. Aus Alexandrien wird vom 10. Juli, Abends gemeldet: Hier herrscht große Panik unter den Eingeborenen. Der Khedive hat seine Familie aufs Land geschickt. Die französische Flotte, die „Alma" ausgenommen, ist abgefahren. Die britische Flotte liegt kampfbereit mit Geschossen im Rohr.
— London, 11. Juli, 10 Uhr Vorm. Die Kriegsvorbereitungen werden emsig fortgesetzt. Für die Thurmschiffe „Dreadnought", „Devastation" und „Neptune" ist Fahrbereitschaft binnen 14 Tagen angeordnet. Die Reserven sind noch uneinberufen.
— London, 11. Juli, 10 Uhr 28 Min. Um 7 Uhr eröffneten der „Sultan" und der „Superb" das Feuer. Eine Viertelstunde später griffen alle Schiffe ein. Die Forts erwiderten sofort das Feuer; sie schießen indessen zu kurz. Das Fort Pharos ist stark beschädigt. Die Kriegsschiffe sind unverletzt. Um 9^2 Uhr waren die Forts und die Stadt in Rauch eingehüllt. 2 Forts sind bereits aufgeflogen.
— London, 11. Juli, 1 Uhr 10 Min. Nachm. Aus Alexandrien wird von 9 Uhr Vormittags gemeldet: Die Forts Marsa, Elo und Kanal sind in die Luft gesprengt. Im Fort Pharos ist der Thurm zusammengeschossen und sind die Geschütze demontirt. Die britischen Schiffe haben bis jetzt anscheinend nicht gelitten. Anzeigen von Geneigtheit zur Uebergabe sind bis jetzt nicht bemerkbar.
— London, 11. Juli, 1 Uhr 24 Minuten. Bei Eröffnung des Feuers auf Alexandrien fielen sieben Schüsse aus den Forts zuerst in zu geringer Distanz. Ueber der Stadt weht ein rothes Kreuz. Die Straßen sind, nachdem die erste Aufregung vorüber ist, verödet.
— London, 11. Juli. Nach einer offiziellen Depesche aus dem Hafen von Alexandrien von heute Nachmittag fünf Uhr sind sämmtliche nach dem Meere gelegene Forts zum Schweigen gebracht. „Monarch" und „Penelope" bombardirten die Forts des inneren Hafens. — Nach einem Telegramm des Reuter'schen Vureau's aus dem Hafen von Alexandrien um 6 Uhr begann das Bombardement um 784 Uhr früh.
Drei Panzerschiffe zerstörten die Batterien von Lighthouse und Pharos, die Kanonenboote zerstörten die Batterie Marabout am Eingänge des Hafens. Das Fort Mex wurde durch den „Jnvincible", „Monarch" und „Temeraire" zum Schweigen gebracht. Ein Detachement Marinefoldaten des „Jnvincible" landete und vernagelte die Kanonen des Forts. Das Palais Rasseltin ist zerstört; die egyptischen Soldaten schlugen sich gut. Die Verluste der Engländer betrugen 40 Verwundete, die Verluste der Egypter sind unbekannt, doch bedeutend. Gegen Mittag ließ das Bombardement nach. Nachmittags bombardirten die Panzerschiffe das Fort Napoleon, welches die Stadt beherrscht.
— London, 11. Juli, 7 Uhr 40 Min. Aus Konstantinopel wird gemeldet: Auf Dufferins Notifikation des Bombardements antwortete die Pforte zuerst, daß der Khedive und Derwisch keinen Widerstand leisten würden. Später protestirte sie gegen das Bombardement, sie habe erwartet, daß Seymour diese Eventualität nicht Hervorrufen würde.
— London, 11. Juli, 8 Uhr 24 Min. Abends. Um 2^2 Uhr feuerten „Temeraire" und „Inflexible" auf die Honcrieff-Batterie und das Fort Pharos, welche um 4 Uhr zum Schweigen gebracht wurden. Um 5*/4 Uhr feuerten „Monarch" und andere auf die Hafenforts. Die Jacht des Khedive, „Wahroussa", ist im Hafen gesunken. Die Forts zwischen Alexandrien und Ramleh eröffneten ihr Feuer um 6^/4 Uhr. Die Flotte hat für heute das Feuer eingestellt. Die Briten haben 40 Verwundete, keinen Todten.
— Berlin, 11. Juli. Se. Majestät der Kaiser wird, wie aus der Mainau gemeldet wird, morgen Abend, von Koblenz kommend, um 7 Uhr 35 Minuten in Konstanz und von dort um 8^2 Uhr auf der Insel Mainau eintreffen. — Hier gedenkt Allerhöchstderselbe, soweit wenigstens bis jetzt hier bekannt ist, bis zum Montag, den 17. Juli, zu verbleiben und am Vormittage dieses Tages per Dampfschiff nach Lindau zu fahren, von wo aus Nachmittags 2 Uhr mittels Extrazuges die Abreise nach Gastein erfolgen soll. (Post.)
— Se. Majestät der Kaiser haben im Namen des Reichs, au Stelle des auf seinen Antrag entlassenen Konsuls S. I. Oliver, den Kaufmann Herbert.Dabney zum Konsul in Fayal (Azoren) zu ernennen geruht.
— Auf Veranlassung des Ministers der öffentlichen Arbeiten haben neuerdings in Hamburg zwischen Eisenbahnverwaltungen und Trans- Portinteressenten Verhandlungen, betreffend Exporttarife sür den Versandt von westfälischen Steinkohlen und Cokes nach überseeischen Plätzen stattgefunden. Infolge dessen sind die Ausnahmetarife für die Hafen Bremen, Geestemünde, Bremerhafen, Hamburg und Harburg um weitere 50 Pf. per Tonne gegen die sonst gütigen Sätze ermäßigt worden, wenn der wirklich erfolgte Export durch das Connoissement und den Frachtbrief, beide im Original, sowie durch eine Bescheinigung eines gehörig bestellten Schiffsmaklers und durch die Hafenbehörde nachgewiesen wird.
— Dem „Hann. Courr." wird berichtet, daß liberale Abgeordnete einen Antrag im Reichstage einbringen werden, durch welchen die verbündeten Regierungen ersucht werden sollen, eine aus gleichen Theilen von Jmpffreunden und Jmpfgegnern zusammengesetzte wissenschaftliche Commission zur Lösung der Jmpffrage niederzusetzen und inzwischen das Jmpfgesetz zu suspendiren; von dem Erfolge dieser Commissionsberathung soll es nach der Absicht der Antragsteller alsdann abhängen, ob das Jmpfgesetz wieder in Kraft zu treten habe oder gänzlich aufzuheben sei.
— Für Spielwaarew Fabrikanten ist eine Bekanntmachung der französischen Regierung wichtig, nach welcher die Anwendung der unter dem Namen „Lilhophone", einer aus der Composition von Schwerspats und Schwefelzink bestehenden weißen Farbe als unschädlich sür Spiel- waaren erklärt worden, und daß deshalb diese Spielwaaren bei der Einfuhr nach Frankreich zugelassen werden. (Dorfztg.)
— Hamburg rüstet sich zum Fest des deutschen Sängerbundes. Die Festhalle saßt 9000 Sänger und 10 000 Zuhörer. Dre großen Concerte finden am 11. und 12. August statt; 300 Sänger aus Amerika haben sich angemeldet. Geplant sind gemeinsame Fahrten nach dem