eine von Jahr zu Jahr brennender werdende Existenzfrage für Frankfurt. Nun ist es den Bemühungen der Frankfurter Beamten gelungen, eine Anzahl ausgezeichneter Quellen im Salzthal (bei Virstein) zu erwerben, vorbehaltlich der Genehmigung der hessischen Regierung natürlich. Der Fürst von Isenburg Birstein wird nun als heftiger Gegner dieses Projectes bezeichnet, welcher demgemäß seinen ganzen Einfluß in Darmstadt geltend machen werde. Und nun äußern sich bereits Frankfurter Blätter dahin: es fei „doch mit Sicherheit (!) anzunehmen und zweifellos", daß die hessische Regierung das dringende „Bedürfniß einer Großstadt nach Wasser" nicht unbefriedigt lassen werde! Wir gönnen unserer werthen Nachbarstadt gewiß das unentbehrliche Lebensbedürfniß im vollsten Maße: nur sind wir hier wie überall im entschiedensten Sinne der Ansicht, daß die hessische Regierung nicht fortwährend ihrerseits an Frankfurt Koncessionen macht, ohne daß dieses sich auch nur zu den kleinsten Gegen. Concessionen an uns herbeiläßt; -— daß unsere Regierung nicht ihre besten Trümpfe aus der Hand gibt, ohne daß man auch in Frankfurt Farbe bekenne, — in Frankfurt, welches uns gegenüber fernerhin den Wahrspruch seines größten Sohnes ein wenig mehr bethätigen möge:
„ Mann mit zugeknöpften Taschen, Dir thut Niemand was zu lieb: Hand wird nur v»n Hand gewaschen — Wenn Du nehmen willst--so gieb !" Versteigerungs- und Verpachtungs- re. Kalender für Freitag den 23 Juni.
Holzversteigerungen: 1) in der Oberförsterei Wolfgang; Termin Morgens 9 Uhr bei Wirth Amrhein zu Neuwirthshaus. Verkauft werden: Eichen-, Birken- und sonstige Laubholz- sowie Nadelholz. Stämme, -Stangen, -Nutzscheite, -Nutzknüppel und -Brennholz (s. Nr. 137 „Han. Anz."). — 2) in der Oberförsterei Bieber; Zusammenkunft Morgens 9 Uhr im Köhler'schen Gasthause zu Roßbach. Der Versteigerung sind ausgesetzt außer 64 Kiefern-Stämmen und 50 Fichtenstangen, bedeutende Posten Eichen-, Buchen-, sonstiges Laubholz- und Nadel- Brennholz (s. Nr. 135 „Han. Anz.")
Vormittags 11 Uhr kommen durch Herrn Gerichtstaxator M. Ullrich in den Lagerräumen der Herren Schiff u. Co. (3 Haasen) hier 19 Säcke Berliner Roggen - Mehl Nr. 0 und 19 do. Nr. 1 gegen Baarzahlung zum Verkauf. — Vormittags 11 und Mittags 12 Uhr sind in das Gasthaus „zur Hoffnung" in Gelnhausen Termine: 1) für Vergebung der Lieferung von rund 260 Tonnen Cement, 2) für die Vergebung der Lieferung eines eisernen Gerinnes von rund 2500 kg Gewicht, behufs Ausführung der Verlegung des Elmbachs und der Korrektion der Kinzig bei Schlüchtern, anberaumt (s. Nr. 123 „Han. Anz."). — Nachmittags 4 Uhr ist in das Büreau des Füsilier - Bataillons Jnf.-Regt. Nr. 97, Rosengasse Nr. 26, Termin zur Vergebung des Spülichts und der Küchenabfälle von der Menage genannten Bataillons, für die Zeit vom 1. Juli 1882 bis Ende September 1883, anberaumt (s. Nr. 139 „Han. Anz.").
— Für heute. Hanauer Beamtenverein: Abends 8Vs Uhr Zusammenkunft im Vereinslokal.
— Bei einem vergangenen Montag über die Ostheimer Gemarkung hereingebrochenen Gewitter suchte eine im Freien beschäftigte Frau Schutz unter einem Weidenbaum, wurde aber hier von einem Blitzstrahl getroffen und an der einen Seite des Körpers schwer verbrannt. Am Abend lebte die Frau zwar noch, ob inzwischen aber eine schlimmere Wendung eingetreten, konnten wir nicht ersahren. — Hier sei zum so und so vielsten Male die Mahnung wiederholt, sich bei einem Gewitter, wenn man im Freien davon überrascht wird, lieber platt auf die Erde zu legen, als Schutz unter Bäumen oder Sträuchern zu suchen.
— Die Delegirten- Versammlung zur Abnahme der 1881r Hanauer evang. Pfarrer - Wittwen- und Waisentässe-Rechnung findet, nach dem „Amtsblatt", Mittwoch den 5. k. Mts., Nachmittags 3 Uhr, in der Wohnung des Rechnungsführers statt.
— Zum Stellvertreter des Standesbeamten zu Hüttengesäß ist das Gemeinderathsmitglied Johannes Bender 4r daselbst ernannt worden.
— Bockenheim, 21. Juni. Der hiesige Schützenverein stiftet als Ehrengabe zu dem in Mannheim vom 9.—16. Juli stattfindenden 6. Verbandschießen des badischen, pfälzischen und mittelrheinischen Schützenbundes 1 Dutzend schwere silberne Eßlöffel. Die Betheiligung der hiesigen Schützen bei dem Feste wird voraussichtlich auch ziemlich gut ausfallen. (B. A.)
— Cassel, 21. Juni. Der Zustand Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Karl ist nach dem Ausspruche der Aerzte ein ganz vortrefflicher. Der Prinz schläft des Nachts und einige Stunden am Tage ganz vortrefflich, zeigt guten Appetit und sieht seiner Genesung mit Geduld und zuversichtlicher Hoffnung entgegen. In den schlaffreien Stunden am Tage läßt er, wie der „N. A. Z." geschrieben wird, seinen Hosmarschall oder einen der Adjutanten zu sich bescheiden, um mit diesen manchmal eine rech: lange Unterhaltung zu führen. Auch raucht der Prinz viel, was gewiß von seiner guten Körperkonstitution den besten Beweis liefert. Seine Aerzte, Leibarzt Dr. Valentini und die Medizinalräthe Dr. Rock
witz und Krause, welche den hohen Patienten außer Morgens und Abends um 8 Uhr auch noch öfters am Tage besuchen, haben den Prinzen seit einigen Tagen in Drahtschienen mit Lederpolsterung gelegt, wie sie der Prinz schon einmal vor längerer Zeit bei einem Beckenbrüche tragen mußte, und hoffen ihn in vier bis sechs Wochen so weit hergestellt zu sehen, daß seine Ueberführung nach Berlin ermöglicht werden kann. Leider kann dies noch nicht bis zum Geburtstage des Prinzen, dem 29. Juni, den der Patient im vorigen Jahre bei seinem 80. Geburtstage so heiter in Glinike feierte, bewerkstelligt werden. Eine treue Pflegerin findet der Prinz an seiner Tochter, der Prinzessin Louise, welche täglich mehrmals ihren kranken Vater besucht. (K. Jl.)
— Die Klage des Prinzen Wilhelm von Hanau auf Honorierung eines in der kurhessischen Gesetzgebung begründeten Vermächtnisses des Kurfürsten vom 6. Dezember 1856, wonach seinen Kindern bezw. Enkeln eine lebenslängliche Rente aus dem Zwölftheil der Kurfürstlichen Hausschatz-Revenuen gezahlt werden soll, begegnete bekanntlich in dem Stadium ihres Ueberganges an die letzte reichsgerichtliche Instanz dem Seitens des Oberpräsidenten in Cassel durch Beschluß vom 7. Januar 1881 erhobenen Kompentenz-Konflikt. In dieser Sache ist den „Hessischen Blättern" zufolge nunmehr nächsten Sonnabend, 24. Juni, Verhandlungstermin vor dem Kompetenz-Gerichtshof zu Berlin anberaumt worden.
— Marburg, 21. Juni. Die „O. Z." schreibt: Gestern Abend wurden an dem Bersch'schen Hause auf dem Markt Versuche angestellt mit einem neuen Rettungsapparat für Menschen bei Bränden, von Höhmann in Cassel, die indessen den Apparat wohl geeignet für des Turnens Kundige, nicht aber für Jedermann erscheinen ließen.
— Hers selb, 20. Juni. Gestern stürzte hier in der Nähe, im Dorfe Petersberg ein Haus ein, welches kurz vorher von den Mieth- Wohner-Jnsassen verlassen war. Das Haus gehört einem hiesigen Israeliten und dürfte es vielleicht noch Gegenstand gerichtlicher Untersuchung werden, woher der Wind wehte, welcher das Gebäude zu Falle brachte. (C. Tpst.)
— Hutten, Sickingen, Lessing, Marie Antoinette und andere berühmte Männer und Frauen helfen lange nach ihrem Tode der Gemeinde in Tann in der Rhön ihr Pfarrhaus bauen. Das geht so zu. General von der Tann hinterließ eine hübsche Sammlung von Handschriften berühmter Leute und diese Handschriften wurden zum Besten des Pfarrhauses versteigert. Der Erlös ist 12 000 Mark, Hutten trug 480 Mk., Lessing 423, Marie Antoinette 401, Goethe's Vater, Byron je 150, Prinzeß Elisabeth von Orleans 326, Sickingen 110 Mk. ein. (H. M.)
— (Zur Beachtung für Hundebesitzer.) Besitzer von Hunden, welch' letztere zur Nachtzeit heulen oder anhaltend bellen, mögendas^ folgende Obertribunals-Erkenntniß vom 20. April 1878 der Berücksichtigung werth erachten. Es lautet: „Der Besitzer eines Hundes, wenn letzterer durch Heulen und Bellen zur Nachtzeit die Ruhe in erheblicher Weise stört, macht sich dadurch einer Uebertretung schuldig, wenn er nicht diesem Uebelstand in entsprechender Weise abhilst und wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. bestraft."
Aus der Umgegend.
— Frankfurt a. M., 21. Juni. Neue Schnellzugverbindung zwischen Frankfurt und Paris. Wie uns mitgetheilt wird, ist Seitens der Postbehörde bei den an der Linie Paris Frankfurt a. M. betheiligten deutschen Bahnverwaltungen die Einrichtung eines Tagesschnellzuges von Paris nach unserer Stadt über Metz, Saarbrücken und Bingerbrück, wie solcher bereits vor Ausbruch des deutsch-französischen Krieges bestanden, in Anregung gebracht worden. Dieser Schnellzug soll etwa gegen 9 Uhr Vormittags Paris verlassen und in Mainz bezw. Frankfurt so rechtzeitig eintreffen, um daselbst die Anschlüsse an die nach Nord- und Süddeutschland verkehrenden Schnellzüge zu erreichen und so einen ununterbrochenen Verkehr zu vermitteln. Voraussichtlich wird dieser Vorschlag bereits auf der im kommenden Monat stattfindenden Conferenz für die Feststellung des diesjährigen Winterfahrplanes zur Beschlußfassung gelangen. — Der Prozeß gegen Albert Sachs ist mit heute soweit gediehen, daß morgen früh nach Feststellung der Aussagen eines halben Dutzend auswärts vernommener Zeugen zur Fragestellung geschritten werden kann, über welche zwischen Anklage und Vertheidigung eine Meinungsdifferenz nicht obwaltet. An die Herren Geschworenen werden im Ganzen, wie wir vernehmen, 108 Fragen gerichtet werden. Nach der Feststellung derselben kann die Klagebegründung des Herrn Staatsanwalt Frehse, welche mindestens 3 Stunden in Anspruch nehmen wird, erfolgen. Der Vertheidiger Herr Dr. Geiger berechnet die erforderliche Zeit zur Widerlegung auf 4—5 Stunden. Alsdann folgt die Replik rc., was den Freitag in Anspruch nehmen dürfte. Samstag dürften sich die Geschworenen zur Fällung ihres Wahrspruches zurückziehen. — Heute fiel auf dem Grüneburgweg das Kind eines Metzgers in einen Zuber mit Brühwasser und verbrannte sich lebensgefährlich. — Gestern Abend überreichte im Auftrag der Kaiserin Augusta der Präsident des „Vereins zum Wohle der dienenden Classe" der Dienstmagd Marie Gerhardt aus Roßdorf, 62 Jahre alt, welche seit 40 Jahren ununterbrochen bei