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Jährlich 9 Mari. Halbj.âL0â Vierteljährlich

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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samnags mit der Berliner Provinzial Correipondenz.

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Die Sfpalt. Zeile

20 Pfg.

DieSsxaltigeZeile 30 Psg

Nr. 129.

Montag den 5. Juni

1882.

Amtliches.

Die diesjährigen öffentlichen Impfungen finden an den nachbezeich­neten Orten und Tagen durch den Jmpfarzt Dr. med. Frankenberg

unentgeltlich statt:

1) Bergen am

9. Juni, Mittags 3

Uhr Impfung, Revision.

16.

3

2) Enkheim

10.

3

Impfung,

ff

17.

3

Revision.

3) Bischofsheim

12.

3

Impfung,

ff

19.

3

Revision.

4) Fechenheim

13.

3

Impfung,

ff

20.

3

Revision.

5) Seckbach

14.

3

Impfung,

ff

21.

3

Revision.

6) Gronau

15.

2

Impfung,

ff

22.

2

Revision.

7) Niederdorfelden,,

15.

2*/.

Impfung,

ff

22.

2-/2

Revision.

8) Oberdorfelden

15.

41/2

Impfung,

ff

22.

4

Revision.

Bezüglich der vorzustellenden Impflinge, Herrichten der Jmpflokale

rc. verweise ich auf meine Bekanntmachung vom

2. d. Mts. in Nr.

128 des Hanauer Anzeigers.

Hanau am 5. Junr

1882.

Der Landrath.

I

. V.: Dr.

Klemm.

Heute Morgen wurde in einem der Günther 'schen Teiche da­hier eine bis jetzt unbekannte männliche Leiche geländet. Dieselbe war im Alter von 3638 Jahren, 1,7072 m groß, hat dunkles Haar, röthlichen Schnurrbart mit Mücke, kräftige Statur. Bekleidet war dieselbe mit grauer Juppe mit rothen Tupfen, grauer Weste und Hose, braunem Filzhut und weißem Hemd, gez. F. W. Bei sich führte der Ertrunkene ein hölzeres Metermaaß, ein rothes Taschentuch, ein leeres ledernes Portemonnaie und ein Notizbuch mit rothem Umschlag, worin der NameAdam Weiß gen" undeutlich geschrieben steht.

Um Auskunft über den Verlebten wird ergebenst ersucht, um die Identität desselben feststellen zu können.

Hanau am 4. Juni 1882.

Der Landrath.

___________I. V.: Dr. Klemm, Regierungs- Referendar.

Tagesfchan.

Frankreich und Egypten.

(A. d. Schw. Merk.)

In der egyptischen Sache ist ein weiterer Schritt zu verzeichnen. Das Kabir et Freycinet hat, um aus den augenblicklichen Schwierig­keiten herauszukommen, au eine Botschafterkonferenz zu Kon­stantinopel appellirt. Der Vorschlag ist zunächst an England ge­macht und von diesem angenommen, sodann den übrigen Mächten mit­getheilt worden, welche ohne Zweifel gleichfalls zustimmen werden. Daß es zuletzt auf eine Botschafterkonferenz hinauskommen werde, ließ sich voraussehen von dem Augenblick an, da man die Westmächte mit ihrer ohnmächtigen Flottenkundgebung blindlings in eine Sackgasse hineinren­nen sah. Der Entschluß Freycinets überrascht nur insofern, als soeben noch über die türkische Einmischung verhandelt und ein Mittel gesucht wurde, wie man die Aktion, zu welcher der Sultan entschlossen war, mit einem europ. Austrag verbinden oder geradezu als eine im Austrage Europas geschehende darstellen könnte. Der Vorschlag der Botschafterkonferenz tritt also an Stelle des Vorschlags der türkischen Einmischung. Entweder, so muß man schließen, ist der Sultan nicht auf das Ansinnen eingegangen, sich ein europ. Mandat aufhängen zu lasten, er will die Süßigkeit des Triumphs ganz auskssten und denkt nicht daran, den Westmächten goldene Brücken zum Rückzug zu bauen. Oder aber das französ. Kabinit will in seiner Noth einen letzten Ver­such machen, das ihm Verhaßteste, nämlich eben die türkische Einmischung, abzuwenden. Unmittelbar vor der Jnterpellationsverhandlung in der Kammer ersonnen, sieht der Vorschlag ganz so aus, wie ein Mittelchen, die über den Mißerfolg der franzöf. Politik aufgeregte öffentliche Mei­

nung zu beschwichtigen. Der Absendung eines türkischen Kommissärs nach Kairo soll dadurch vorgebeugt werden, daß man den ganzen Handel lieber dem europ. Areopag übergibt. Das ist kein ungeschickter Zug, freilich ist beim Licht besehen der Erfolg ein ziemlich magerer und vor­aussichtlich auch von kurzer Dauer. Erinnert man sich der Aktion, welche Gambetta mit Sir Charles Dilke zum Einschreiten in Egypten mit Ausschluß der anderen Mächte einfädelte, so bedeutet das jetzige Anrufen der Botschafterkonferenz, also der Appell an Gesammteuropa, einen Ruckzug, wie er nicht unumwundener eingestanden werden könnte. Dieß ist auf alle Fälle ein wichtiges Resultat: die Westmächte kehren mit übel zugerichtetem Fahrzeug in den rettenden Hafen des europ. Konzerts zurück. Freycinet hat mit dürren Worten und auf Gambetta mit Fingern deutend es ausgesprochen: Europa duldet es nicht, daß die egyptische Frage in eine französische verwandelt wird, das europ. Konzert ist die einzige Bürgschaft einer friedlichen Lösung. Allein ob dieser Rückzug dasjenige abwenden wird, was die französ. Regierung damit abzuwenden hofft, das ist erst noch die Frage. Denn gefetzt auch, der Sultan läßt sich von den Mächten, auf deren Rath er hört, dazu be­wegen, für jetzt großmüthig auf das Einschreiten in Egypten zu ver­zichten, so wird doch dieser Plan sofort wieder auftauchen, sobald die Botschasterkonferenz an ihre Arbeit geht. Denn wenn überhaupt in Egypten durch eine von außen eingreifende Hand Ordnung geschafft werden soll, so wird die Konferenz schwerlich eine andere Hand zu diesem Werke bestellen, als eben die des Sultans. Dieser wird überhaupt schwerlich die Vortheile wieder preisgeben wollen, die ihm die Unge­schicklichkeit der Westmächte und die meisterliche Führung der eigenen Politik eingebracht hat. Mit Recht findet man, daß zum erstenmal seit langer Zeit wieder etwas von den Ueberlieferungen Ali Paschas zu neuem Leben erwacht ist. Befestigt sich aber wieder die Herrschaft des Sultans am Nil, so wird er seine Gedanken vermuthlich weiter schwei­fen lassen, und man begreift, daß die Franzosen für ihre moralische Stellung in Tunis, ja in Algier zu fürchten beginnen. Die Lage des Kabinets Freycinets ist unter diesen Umständen eine schwierige. Gam­betta hält sich von Neuem bereit zum Sprung nach der Gewalt. Er entrollt die Fahne deraltfranzösischen Tradition", er appellirt an das Nationalgefühl werden seine Landsleute gegen solche Lockungen schwach sein, werden sie vergessen, daß gerade Gambetta es ist, dessen Politik sie die jetzige Fatalität verdanken? Vorläufig hat die Kammer, zu einem unzweideutigen Votum aufgefordert, für Freycinet entschie- den gegen Gambetta, für eine Politik des Friedens gegen eine Politik Der Abenteuer.

Berlin, 3. Juni. Se. Königliche Hoheit der Prinz Carl ist heute Vormittag zum Kurgebrauch nach Wiesbaden abgereist. Im Ge­folge befinden sich der Hofmarschall Gras von Dönhoff, die persönlichen Adjutanten Oberst-Lieutenant von Unruh, Hauptmann von Witzleben und der Leibarzt, Generalarzt Dr. Valentini.

Berlin, 4. Juni Se. Majestät der Kaiser empfing heute Vormittag Professor Langenbcck, welcher Nachmittags nach Cassel reist, um dem Prinzen Karl den Verband anzulegen. (Fr. I.)

Berlin, 3. Juni. Sicherem Vernehmen nach werden der Kronprinz Rudolf von Oesterreich und dessen Gemahlin zur Theilnahme an den Tauffeierlichkeiten hier eintreffen.

Berlin, 3. Juni, Abends. Staatsminister a. D. Delbrück ist nach demFr. I." seit seiner Rückkehr von der Gotthardfahrt nicht unerheblich erkrankt.

Bekanntmachung aus Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oftober 1878. Nach demR.- u. St-A." Nr. 128 wurde unterm 1 Juni verboten: die vom 25. Marz 1882 datirte Nr. des Jahrgangs 34 der in Pittsburg in Pennsylvanien erscheinenden periodischen ZeitschriftDer Freiheits - Freund", herausgegeben von L. und W. Neeb, Nr. 147 Smithfield-Straße.

Wien, 3. Juni. DieWiener Zeitung" veröffentlicht die Er­nennung des Grafen Wimpffen zum Botschafter in Paris, des Grafen Ludolf zum Botschafter beim italienischen Hof und des Grafen Dubsky zum Gesandten in Madrid.

Rom, 3. Juni. Die Nachricht vom Tode Garibaldi's hat allenthalben in Italien einen schmerzlichen Eindruck aemacbt. Die Kauf-