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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
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Nr. 126. Donnerstag
den 1. Juni 1882.
Amtliches.
, Der Philipp Friedrich Mohn, 19 Jahre alt, aus Rückingen, hat einen Paß nach Amerika beantragt.
Hanau am 30. Mai 1882.
Der Landrath.
Gefunden: Ein schwarzer Glacehandschuh, linker. Ein Theil von einer Nähmaschine. Eine Peitsche.
Verloren: Ein Portemonnaie mit ca. 3 Mark.
Entslogen: Ein Kanarienvogel.
Hanau am 1. Juni 1882.
___________________Aus König!. Landrathsamt.
LandwirthschaMcher Areis-Derew M Hsnau.
Nächste Versammlung Samstag den 3. Juni, Nachmittags 2Vs Uhr, im Gasthaus zum „goldenen Löwen" in Hanau.
Tagesordnung:
1) Geschäftliche Mittheilungen.
2) Beschaffung von edlen Zuchtschweinen.
3) Mittheilung über die von der Kommunalverwaltung vorgeschlagene Zwangshagelunterstützung; Referent: Kommunallandtags-Abgeordnete des Kreises Hanau Bürgermeister Kopp von Großkrotzenburg.
4) Schlußzeichnung der Aktien für die Zuckerfabrik. (Siehe nachfolgende Bekanntmachung.)
Der Vorstand.
Bekanntmachung.
Mittwoch den 7. Juni, Nachmittags 2 Uhr, findet in dem Steinhäußer'schen Gartensaale in Friedberg die Schlußversamm- lung der Interessenten zur Errichtung einer Rübgnzuckerfabrik statt, wozu hierdurch einladet
Namens der erwählten Commission:
Dr. Braden.
Die Herren Bürgermeister werden um Veröffentlichung des Vorstehenden gebeten.
Hanau am 27. Mai 1882.
___Der Landrath. __________________________ Tagesschau.
— Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des Bildhauers Schilling in Dresden zum stimmfähigen Ritter des Ordens pour le mérite für Wissenschasten und Künste; dasselbe Blatt publizirt ferner das Gesetz betr. die Fürsorge sür die Wittwen und Waisen unmittelbarer Staatsbeamten.
— S. M. S. „Hertha", 19 Geschütze, Kommandant Kapitän zur See von Kall, ist am 19. April d. J. in Manila eingetroffen und am folgenden Tage nach Singapore in See gegangen.
— Die deutsche Kriegs-Corvette „Elisabeth" ankerte auf ihrer Reise um die Welt ein paar Tage im Hafen von Callao. Die Cadetten machten einen Ausflug in das Cordilleren-Gebirge und was fanden sie auf einem 12 000 Fuß hohen Berg in der Hütte eines Lamahirten? Ein Bild unseres Kaisers Wilhelm. Es war der einzige Schmuck der Hütte.
— Berlin, 31. Mai, Abends. (Aus Fri edrich sruh.) Der Chef der Reichskanzlei, Herr Geheimrath Dr. Rottenburg, begibt sich heute zu kurzem Aufenthalt nach Friedrichsruh und gedenkt anfangs nächster Woche wieder hier einzutreffen. Die zuletzt eingetroffenen Nachrichten über das Befinden des Reichskanzlers konstatiren zwar eine erfreuliche Besserung im Befinden desselben, doch ist dasselbe noch immer kein ganz befriedigendes. Nichtsdestoweniger beschäftigt sich Bismarck ununterbrochen mit der Leitung der Geschäfte. (Fr. I.)
Dresden, 30. Mai. Die Staatsanwalt ließ gestern Bebel hier verhaften.
— Das „Frankf. Journ." schreibt: Vom Großherzoglichen Untersuchungsrichter in Heidelberg geht uns bezüglich des Eisenbahnunglücks bei Heidelberg solgende berichtigte amtliche Liste der Todten zu: 1)
Wilhelm Rasch von Suhl (Thüringen), 23 Jahre alt, Graveur bei Josef Diehm in Mannheim. 2) Dragoner Maier beim 1. Leibdragoner- Regiment Nr. 20 in Mannheim. 3) Johann Mehlin, geboren in Weil bei Basel, Zugmeister, stationirt in Freiburg, etwa 49 Jahre alt. 4) Karl Rosenfeld von Hoffenheim, 23 Jahre alt. 5) Heinrich Scheuber von Schlüchtern, Sackträger bei Georg Böhmer in Mannheim, z. Zt. wohnhaft in Mundenheim, 38 Jahre alt. 6) Schmied Kobschansky aus Posen, z. Zt. bei Lanz in Mannheim, 24 Jahre alt. 7) Peter Lichtenberger von Diedesheim, z. Zt. Tapezier bei Peter Sperling in Mannheim, 23 Jahre alt. 8) Jakob Rosenfeld von Hoffenheim, 24 Jahre alt.
— Wien, 31 Mai. Die „Wiener Zeitung" meldet: Der Kaiser ernannte den Seminardirektor Bauer zu Prag zum Bischof von Brünn und den Generalgroßmeister des Kreuzherrnordens Schoebl zum Bischof von Leitmeritz. Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht die Gesetze, betreffend die Erhöhung des Petroleumzolles, die Einführung der Postsparkassen und die Abänderung des Senchengesetzes.
— Madrid, 31. Mai. Die „Epoca" schreibt: Spanien habe Ansprüche auf den Rang einer Großmacht. Die Mächte würden hoffentlich begreifen, daß es unpolitisch wäre, zu warten, bis man Spaniens bedürfe. Man müsse schon jetzt auf seine Mitwirkung rechnen.
— Rom, 30. Mai. Der Senat genehmigte heute ohne Diskus- fion den Gesetzentwurf, betreffend die Verlängerung der Handels- und Schifffahrtsverträge mit England, Deutschland, Belgien, Spanien und der Schweiz, nebst den hierauf bezüglichen von der Deputirtenkammer angenommenen Tagesordnungen.
— Amsterdam, 30. Mai. Die Niederländische Bank hat den Diskont von 4’/2 auf 4°/o herabgesetzt.
— London. Die vom Kriegsministerium, sowie von dem Handelsamte ernannten Ausschüsse zur Prüfung der Kanaltunnelsrage haben it)re Berichte erstattet. Die Mehrheit des kriegsministeriellen Ausschusses ist zu dem Schluffe gelangt, daß der Tunnel vertheidigungèfähig sei, empfiehlt aber, daß die Oeffnung weiter landeinwärts geführt werde, wo die Vertheidigungsmittel durch Forts vollkommener gemacht werden könnten.
— London. Amerikanische Telegramme hiesiger Blätter stellen das Eintreten großartiger Strikes in der Eisenindustrie von West-Penn- sylvanien für den 1. Juni in Aussicht und bezeichnen weitere Ausbreitung desselben als wahrscheinlich.
— St. Petersburg, 31. Mai. Das „Journal de St. Pè- tersbourg" schreibt: Die Nachrichten aus Egypten lauten ernst, aber die Uebereinstimmung der Mächte ist eine sichere Garantie gegen internationale Komplikationen. Dieselbe erstreckt sich vor Allem auf das Verlangen, ben politischen und territorialen Status quo in Egypten zu erhalten. Die egyptische Tragikomödie kann ^Aspirationen wachgerusen haben, aber wir hoffen, daß das Einvernehmen der europäischen Regierungen ein derartiges ist, daß dieselben in den rechten Grenzen gehalten ' werden.
— Konstantinopel, 31. Mai. Von der Pforte liegt noch keine Entscheidung bezüglich der Entsendung eines Kommissärs nach Egypten vor; doch verlautet jetzt, daß Server Pascha dazu ausersehen sei. ___________________________________
Lokales.
Hanau, den 1. Juni 1882.
Q Es dürfte Wohl von allgemeinem Interesse sein, zu erfahren: wie sich das Königl. Preußische Statistische Büreau zu Berlin auf mehrfach angeregte Zweifel bezüglich des Formulars A. II. für die Erhebung der landwirthschaftlichen Betriebe ausgesprochen hat.
Wir theilen die diesbezügliche Entscheidung jener Behörde vom 15. v. M. hier auszüglich mit, wie folgt:
Unter Bezugnahme auf die im Erhebungsformular A. der allgemeinen Berufsstatistik ad II. sür die Erhebung der landwirthschaftlichen Betriebe, sowie in der Anleitung C. zur Ausfüllung der Zählformulare ad III. 2 e. enthaltenen Bestimmungen ist bei uns mehrfach die Frage angeregt worden, ob auch für Tagelöhner und Deputanten ein landwirth-