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liga in Boston und San Francisco haben je 5000 Dollars Belohnung auf die Entdeckung der Mörder Cavendish's und Burke's ausgesetzt.

— New-Jo rk, 9. Mai. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Hohenstaufen" ist hier eingetroffen.

Lokales.

Hanau, den 11. Mai 1882.

— Se. Excellenz General der Cavallerie v. Schlotheim, Kom­mandeur des 11. Armee-Corps, besichtigte heute Vormittag auf dem großen Exerzierplätze die beiden Bataillone unserer Garnison.

—■ Ein in der Stadt verbreitetes Gerücht, als verlasse nächsten Herbst das 3. Bataillon unsere Stadt, um eine andere Garnison zu beziehen, ist völlig grundlos.

— Wie wir hören sollen Anfangs des nächsten Monats die neu­gebildeten Regimenter ihre Fahnen erhalten.

— Der Lehrer an der höheren Töchterschule hier, Herr Geisel, wurde zum ordentlichen Lehrer am Schullehrerseminar zu Steinau in Schlesien ernannt. Die hiesige Anstalt, an welcher Genannter seither mit bestem Erfolge gewirkt, sieht den beliebten Lehrer ungern scheiden.

— Nächsten Mittwoch den 17. d. M. Nachmittags halb 4 Uhr findet, wie die „Han. Ztg." schreibt, die Frühjahrsversammlung des Mittelrheinischen Lchrerbundes statt; derselbe besteht aus den Lehrer­vereinen von Frankfurt, Darmstadt, Offenbach, Mainz, Wiesbaden, Homburg und Hanau. Dem Vernehmen nach hat sich bereits hier unter Vorsitz des Herrn Schulinspecior Junghenn zur Einleitung dieser Ver­sammlung ein Comite gebildet. Ueber die Tagesordnung, das Versamm­lungslokal 2C. werden wir noch ausführlicher berichten.

— Heute Morgen wurde mit Aufstellung der beiden Candelaber auf dem Neustädter Markt, zu beiden Seiten des Röhrbrunnens, be­gonnen.

— Bei dein in Arbeit befindlichen Neubau der Karthaune, dessen Außenseite aus hellgelben Backsteinen besteht und welcher bereits die erste Stockhöhe erreicht hat, wird soeben die Inschrift „Zur Karthaune" aus dunkelrothen Backsteinen sehr kunstvoll eingemauert. Schon jetzt kann man behaupten, daß der Bau eine große Zierde der Salzgasse sein wird.

— Dem Wildprethändler Adam Hensel zu Hanau ist die Ge­nehmigung ertheilt worden, das ihm von Sr. Königlichen Hoheit dem Landgrafen von Hessen verliehene Prädicat „Hos-Wildprethändler" und dem Lieferanten Heinrich Sponsel zu Hanau ist erlaubt worden, das von Sr. Königlichen Hoheit dem Landgrafen von Hessen ihm verliehene Hosprädicat annehmen und führen zu dürfen.

Versteigerungs- und Verpachtungs- rc. Kalender für Freitag den 12. Mai.

Vormittags von 10—11 Uhr ist vor Königl. Amtsgericht, Abthl. IV hier Termin zum Verkauf des auf die verstorbenen Eheleute Speze­reihändler Johann Wilhelm und dessen Ehefrau, geb. Kuntz, dahier ein­getragenen Grundvermögens (Brandvers.-Rr. 2 und 4 der kleinen Decha­neigasfe) anberaumt (s. Nr. 81 „Han. Anz."). — Nachmittags 2 Uhr versteigert Herr Taxator Andr. Dönch auf der Papiermühle gegen Baar­zahlung den Nachlaß des verstorbenen Saalmeisters Kley, bestehend in Stuben- und Küchenmobiliar (darunter 2 Sopha's, 3 Kleiderschränke, 2 Küchenschränke mit Glasaufsatz), Bettwerk, Leinengeräth, Kleidungs­stücken, sonstigen Haus- und Küchengeräthschasten rc.

— Für heute. Nachmittags 4Uhr zu Wilhelmsbad : 7. Abonne- mentsconcert der hiesigen Regimentskapelle. — Hanauer Beamtenverein: Abends 8 Uhr Zusammenkunft im Vereinslokal. — Abends 9 Uhr: Spritze Nr. 2 im „König von Schweden"; Nr. 3 bei Beck.

— (Communallandtag.) In gestriger 5. Sitzung des Com- munallandtags zu Cassel wurden, nach der „Hess. Mgztg.", folgende Herren in die Kommission zur Berathung der Vorlage betreffend die Errichtung einer Unterstützungskasse für Hagelschäden gewählt: v. Hun- delshausen, Renner, v. Pappenheim, Lotz, Herrlein, Bierschenk, Löbbecke, Hellwig, Seyfarth, Brandt, v. Trott und Rauch.

Hierauf wird nach kurzer Debatte die Vorlage des Verwaltungs­ausschusses betr. die Abänderung einiger Bestimmungen im Reglement für die hessische Brandversicherungsanstalt zu Cassel nach dem Ausschuß­antrage mit großer Majorität angenommen; dagegen eine beantragte Beihülfe von 21000 M. zur Restaurirung der lutherischen Pfarrkirche zu Frankenberg abgelehnt, desgl. ein Antrag, die Angelegenheit dem Verwaltungsausschuß zu überweisen, mit dem Anheimgeben zu ermessen, ob es sich rechtfertigen lasse, zur Erhaltung der Pfarrkirche als Bau­denkmal etwa einen Betrag von 3000 M. zu bewilligen. Hierauf wird die Sitzung geschlossen.

— Bockenheim, 10. Mai. Nach einer heute erlassenen Polizei­verordnung müssen in Folge eines vorgekommenen Tollwuthfalles sämmt- liche in Frankfurt, Bockenheim, Rödelheim, Hausen, Oberrad und Nie- decrad vorhandene Hunde auf die Dauer von 3 Monat sestgelegt werden. > Es ist nämlich am 20. v. M. in Frankfurt ein Hund gebissen worden ' und am 8. d. M. unter den Symptomen der Tollwuth verendet. (B A.) !

— Nach Veröffentlichung Kgl. Prov.-Schulcollegiums zu Cassel

im „Amtsblatt" ist Termin zur Abhaltung der 2. (praktischen) Lehrer- Prüfung im Königlichen Schullehrer-Seminar in Fulda auf den 19. August d. J. und die folgenden Tage; die diesjährige Aufnahme- Prüfung in dem Königlichen Schullehrer-Seminar in Schlüchtern auf den 9. September b. I. und die diesjährige Entlassungs-Prüfung in dem Königlichen Schullehrer-Seminar zu Schlüchtern aus den 7. Sep­tember d. J. und die folgenden Tage angesetzt.

— Apotheker Eugen Merlo in Gelnhausen hat die dortige privi- legirte Stern-Apotheke von dem bisherigen Besitzer käuflich übernommen.

— Cassel, 9. Mai. Die von unserem Landsmann Echtermeyer jetzt fertig gestellten 4 Marmorstatuen, welche gestern hier eingetroffen, werden wie seine ersten, im Treppenhause der Königl. Gemäldegalerie heute und morgen ausgestellt werden.

— Cassel, 10. Mai. Die hier liegenden Abtheilungen des Hess. Feld-Artillerie-Regiments Nr. 11 werden am 3. Juni per Extrazug zu einer vierwöchentlichen Schießübung nach Griesheim bei Darmstadt be­fördert. Die Retourreise geschieht zu Fuß in 10 Tagen, so daß die Batterien Mitte Juli wieder hier einrücken werden.

— We id enhausen, 8 Mai. Auf dem Vs Stunde von hier entfernten Gute Mönchhof fand gestern ein bedeutender Erdfall statt. Schon Nachts hörte der Gutsschäser, welcher bei seiner Heerde auf dem Felde lag, ein sürchterliches Donnern und Krachen. Auch die Bewohner von Mönchhof vernahmen dasselbe schon am frühen Morgen und war ihnen die Sache unerklärlich. Endlich fand man auf einem mit Hafer besäten Acker ein Loch von ungefähr 35 cm Durchmesser. Das Don­nern und Krachen dauerte mit Unterbrechungen fort und gegen Nach­mittag war die Oeffnung wohl IVs m breit; nach unten die drei- und vierfache Breite erreichend. Die Tiefe beträgt 27 m. Auf dem Grunde sind bedeutende Wassermassen. (K. Jl.)

Aus der Umgegend.

— Frankfurt a. M., 10. Mai. Zur Erinnerung an den Jahrestag des Friedensschlusses 1871 dahier ist heute zum 10. Mai das Hotel „Zum Schwan" beflaggt, sowie die daselbst befindliche Ge­denktafel mit Kränzen geschmückt. — Die Verloosung von Oelgemälden und Aquarellen zum Besten der Wiederherstellung der Schloßkapelle zu Cronberg im Taunus findet am 15. Mai statt. Die Gewinne sind im Historischen Museum (Weckmarkt 3) zur Ansicht aufgestellt, woselbst auch Loose â, 1 M. beim Portier zu haben sind. — In dem Familien« Archive einer Alt-Frankfurter Familie soll sich ein Schriftstück vorge- funden haben, aus welchem hervorgehe, daß eine von einem Mitglieds dieser Familie vor Jahrhunderten gemachte sehr erhebliche Schenkung der reformirten Kirche in Bockenheim gehöre. Diese Schenkung sei zu einer Zeit gemacht worden, in welcher die Reformirten in Frankfurt noch kein eigenes Gotteshaus besitzen durften und zur Verrichtung ihrer Andacht den Gottesdienst in Bockenheim besuchten. Bei der späteren Bildung einer reformirten Gemeinde in Frankfurt und der Erbauung der Kirche am Kornmarkt sei nun dieses Capital hierher gewandert, während es nach dem Wortlaute oben erwähnten Schriftstückes ausdrück­lich für die evangelische Kirche in Bockenheim bestimmt gewesen und ge­stiftet worden sei. Das Mißliche an der Sache soll jedoch sein, daß das betreffende Schriftstück nur eine handschriftliche Aufzeichnung ist, mithin schwerlich die Beweiskraft einer Urkunde haben dürste, und daß zur eventuellen Anstrengung eines zweifelhaften Prozesses der Bockenheimr evangelischen Kirchenkasse wohl auch die Mittel fehlen; daß die Fama das betreffende Capital bereits zu einer Millionensumme hat anwachsen lassen, dürfte selbstverständlich und erklärlich sein. — Die Assisenver- Handlungen gegen den ehemaligen Bankier Albert Sachs wegen betrüge­rischen Bankerotts, Betrugs, Betrugversuchs, Unterschlagung rc. beginnen am 22. d. M. Es sind hierfür 11 Tage in Aussicht genommen. (Fr. I.)

— Wir erfahren, daß ein fremder tollwüthiger Hund, welcher sich nach hiesiger Stadt verlaufen hatte, das Schooßhündchen einer Künst­lerin auf der Straße gebissen hatte. Die Dame wusch die Wunde ihres Lieblings fortwährend mit Carbol und hatte den Hund auch Nachts bei sich, bis die Tollwuth auch bei ihm ausbrach. Glücklicherweise ist die Besitzerin des Hundes, der naheliegenden Gefahr gebissen zu werden, glücklich entgangen. (G -A.)

■— Auf den Strecken der Hessischen Ludwigsbahn wurden nach der „H. L." im Jahre 1881 befördert: 1) Fahrplanmäßig 12624 Courier­und Schnellzüge, 71388 Personenzüge, 5948 gemischte Züge, 35320 : Güterzüge. 2) 319 Extra-Personenzüge, 4403 Extra-Güterzüge, 3422 Materialzüge,' im Ganzen 133 424 Züge (gegen 118 905 im Jahre 1880).

— Groß-Umstadt, 8. Mai. Bei dem Legen eines weiteren Geleises in Bahnhof Wiebelsbach-Heubach wurden beim Erdausheben fossile Knochenreste gefunden, die offenbar von einem Ungeheuer sind, das vor der Bildung unserer jetzigen Erdoberfläche gelebt hat. Die > Fundstelle liegt etwa 4 Meter unter der natürlichen Erdoberfläche eines i Hügels in mächtiger Lehmschicht. (O. B.)