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Beilage zu Nr. 107 des Hanauer Anzeiger.

In Hamburg tritt man der Ausführung des Zollanschluffcs näher. Von 4 vorliegenden Entwürfen wird man voraussichtlich, wie neulich schon erwähnt worden, den umfassendsten und theuersten vor­ziehen, dessen Kosten man auf 149 Mill. Mark berechnet hat. U. A. ist ein Kanal von 45 Meter Breite in Aussicht genommen, welcher der Schifffahrt sehr Vortheilhaft sein wird; aber da Hamburg vom Reiche höchstens 40 Mill, erhalten wird und also mehr als 100 Mill, au« eigenen Mitteln aufwenden soll, so sind die Einwohner erschrocken über die großen Kosten. Indessen werden Handel und Schifffahrt für Be­nützung des Kanals und der Lagerhäuser beträchtliche Abgaben zu tragen im Stande sein.

In Leer (Ostfriesland) waren am 3. Vertreter der Städte Dortmund, Elberfeld, Emden, Leer, Lingen, Meppen, Münster, Olden­burg, Papenburg, Rheine sowie der landwirthschaftlichen Vereine von Ostfriesland und Lingen versammelt und haben den Beschluß gefaßt, sofort ein mit Gründen versehenes Gesuch wegen baldiger Ausführung des Kanals Dortmund-Münster-Untere Ems an das Preuß. Abgeord­netenhaus zu richten.

Fast ein Jahr ist verstossen, seitdem in Bulgarien der Fürst Alexander durch einen Staatsstreich die Verfassung aufhob i und die Diktatur begann, welche die Nationalversammlung zu Sistowo I am 13. Juli auf 7 Jahre genehmigte. Für das Land schien die ener­gische Handlung des Fürsten in der That die einzige Rettung vor der Anarchie zu sein. Inzwischen hat sich Alexander auch nach Kräften bemüht, durch Schaffung neuer Einrichtungen, wie des Staatsrathes, und durch Einführung von Verbesserungen in vielen Zweigen der Ver­waltung für sein Land zu sorgen. Allein diese Bemühungen sind von geringem Erfolge geblieben und haben am allerwenigsten den Beifall bei radikalen Opposition gefunden. In letzter Zeit ist nun die politische Agitation so stark geworden, daß die Stellung des Fürsten wiederum sehr bedroht erscheint, und bereits die Wahl eines Nachfolgers offen erörtert wird. Ueber diese Verhältnisse theilt eine Korrespondenz der Times Folgendes mit:Die konstitutionelle Vereinigung hat in fast allen Städten organisirte Ausschüsse und trifft Vorbereitungen zu einer Massenversammlung in Sofia, bei welcher Deputationen von allen Lokalvereinen erscheinen werden. Wenn die Versammlung zu Staude kommen wird, so werden derselben Beschlüsse zur Annahme vor­gelegt werden, die Bildung eines verantwortlichen Ministeriums, die Berufung einer Nationalversammlung, kurzum, eine sofortige Zurückkehr zu einer konstitutionellen Regierungsform, fordern. Da der Fürst erklärt hat, daß er eher abdanken, als diese Zugeständnisse bewilligen würde, so wird die Frage bezüglich seines Nachfolgers lebhaft erörtert; und da die Führer der Bewegung verstehen, daß ihr Erfolg oder ihre Nieder­lage von der Haltung Rußlands abhängt, so suchen sie Rußlands Sym­pathien und Unterstützung zu gewinnen, indem sie erklären, daß sie im Falle der Abdankung des Fürsten einen Russen zu seinem Nachfolger wählen würden. Bei einer am 29. d. M. in Sofia gehaltenen Privat- Versammlung wurden die Ansprüche der verschiedenen Kandidaten, wie des Generals Jgnatieff, des Fürsten Dondukoff und Aksakoff's in Erwägung gezogen. Es stellte sich aber heraus, daß keiner von allen die Bestätigung Oesterreichs oder der Westmächte erhalten würde. , Es wurde sodann der Name des Fürsten Jmeritinsky als der eines vielbesprochenen Kandidaten in Vorschlag gebracht, der, obgleich er einen hervorragenden Antheil an dem jüngsten Kriege genommen und slavischen Sympathien zugethan zu sein scheint, Europa doch nie durch pansla- vistische Intriguen oder revolutionäre Reden skandalisirt hat. Obschon die Liberalen in Sofia ganz offen und frei die Wahl eines Nachfolgers für ihren Fürsten erwägen und besprechen, hoffen sie doch, daß die Nothwendigkeit seiner Abdankung durch zeitgemäße Zugeständnisse ver­mieden werden wird, und sind daher ganz bereit, auf eine Art Kom­promiß einzugehen. Aber nicht die sog. Radilalen, welche ihr Haupt­quartier in Ost-Rumelien haben. Ihr Ziel ist auf den Sturz des Fürsten gerichtet und sie bemühen sich, ihn durch alle in ihrer Macht stehenden Mittel zu diskreditiren. Ihr Kandidat ist der Fürst Vvgo- rides (Aleko Pascha), welcher sich als ein bequemer konstitutioneller Regent erwiesen hat, der sich leicht von Männern die eines stärkeren Karakters sind, als er besitzt, leiten läßt." So die Times. Offenbar hängt mit diesen Dingen auch die Reise des Fürsten nach Petersburg zusammen, die. nach Allem in der That eine Ultimatum-Reise ist. (Schw. M.) :

Ofener Bitterwasser

(Hunyadi Janas sowie Franz Josef) frische Sendung eingetroffen.

Gustav Gerlach,

4504 1 Ältst. Markt 1.

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Georg Beitzel Nachfolger.

reich

Aus der Umgegend.

Frankfurt a. M., 6. Mai. Die Errichtung eines Nutz­viehmarktes, der auf dem Terrain des landwirthschaftlichen Vereins regelmäßig abgehalten werden soll, ist dem genannten Vereine vom Ma­gistrat gestattet worden. Die Stadt bleibt dabei insofern betheiligt, als sie die Hälfte der Einnahme bekommt. Die Concession ist auf 20 Jahre ertheilt worden. Der neunte Preis der Pferdemarktlotterie, den der Gewinner nicht erhoben hat, wurde gestern verkauft. Der Erlös bleibt eine Zeit lang noch für den Gewinner reservirt, worauf er der Lotterie zu Gute kommt. Die Lieferung des eisernen Vorhanges für die Bühne des Schauspielhauses ist der Schlosserei von Gemerke von Berlin übertragen worden, da sie sich in der ausgeschriebenen engeren nicht­öffentlichen Concurrenz zwischen einigen hiesigen und auswärtigen Firmen als die billigste erwies. Dem Vorstande der Internationalen Aus­stellung für Leder und Lederwaaren ist die Genehmigung ertheilt worden, die Abhaltung der Ziehung der mit der vorjährigen Ausstellung ver­bundenen Lotterie bis zum Ablauf des Monats September (!) d. Js. hinauszuschieben. (Fr. I.)

Nachdem im Westende eine Anzahl Briefkasten gestohlen worden sind, wurde auch das Ostend von dem Diebe beglückt, welcher gestern in einem Hause der Langstraße sämmtliche Blechbriefkasten sich aneignete. Die hölzernen und jene, welche den Bewohnern der Bel-Etage von Oben gehörten, ließ er hängen. Im Hinblick auf die theueren Gerichts­kosten, die Manchem die Verfolgung seines Rechtes zur Unmöglichkeit machen, ist in Sachsenhausen ein Verein in der Bildung begriffen, wel­cher alle Streitigkeiten einem Schiedsgericht zu unterbreiten beabsichtigt. Die Walküre hat einen schweren Verlust erlitten. Die 32jährige Fuchsstute, welche bei Wotan's Auftreten angesungen wird und immer freundlich die Ohren spitzte, gleichsam zum Zeichen als verstünde sie die Göttersprache, hat gestern das Zeitliche gesegnet. (G.-A.)

Vilbel, 6. Mai. Der unglückliche junge Oekonom, der vor vier Monaten von einem Ochsen mit den Hörnern in den Leib gestoßen worden war, ist nach qualvollen Leiden heute Morgen gestorben. (Fr. I.)

Ems, 6. Mai. Die Exkaiserin Eugenie von Frankreich ist heute Mittag 12 Uhr zum Kurgebrauchs hier eingetroffen. (Rh. K.)

Auszüge aus dem Amtsblatt Königlicher Regierung zu Cassel.

Bieber. Das dem Apotheker Carl Adolf Columbus dahier gehörige, in der Gemarkung von Bieber belegene Grundvermögen soll im Wege der Zwangsvollstreckung öffentlich versteigert werden. Es ist erster Steigerungstermin auf den 8. Juni 1882, eventuell zweiter auf den 7. Juli 1882, eventuell dritter auf den 10. August 1882, jedesmal Vormittags von 11 bis 12 Uhr, an Königliches Amtsgericht Bieber anberaumt.

Orb. Auf Betreiben eines Pfandgläubigers ist der Zwangsver­kauf des auf den Namen des Taglöhners und Maurers Philipp Prehler von hier eingetragenen, in der Gemarkung von Orb belegenen Grund­vermögens erkannt und werden zum Vollzüge des Verkaufs folgende Termine: erster auf den 16. Juni 1882, eventuell zweiter auf den 14. Juli 1882, eventuell dritter auf den 17. August 1882, jedesmal Vor­mittags von 11 bis 12 Uhr, an Königliches Amtsgericht Orb anbe­raumt.

Langenselbold. Auf Antrag eines Pfandgläubigers ist der Zwangsverkauf der auf den Namen des Ackermanns Konrad Kuhn in Langenselbold katastrirten, in Langenselbolder Gemarkung belegenen Immobilien erkannt und zu dessen Vollziehung Verkaufstermine und zwar: erster auf den 8. Juni 1882, event, zweiter auf den 6. Juli 1882, event, dritter auf den 10. August 1882, jedesmal Vormittags von

11 bis 12 Uhr, an Königliches Amtsgericht Langenselbold anbe­raumt. . w

Fechenheim. Auf Antrag eines Pfandgläubigers sollen die der Ehesrau des Johann Konrad Krebs, Marie Katharine, geb. Bork, von Fechenheim, jetzt zu Bornheim wohnhaft, nach dem Grundbuch von Fechenheim zustehenden und in dasiger Gemarkung belegenen ^mmom- lieu öffentlich zwangsweise verkauft werden. Hierzu werden Verkaufs­termine und zwar: erster auf den 13. Juni 1882, eventuell Muter auf den 11. Juli 1882, jedesmal Vormittags 9 Uhr, an Königliches Amtsgericht Bergen und eventuell dritter auf den 8. Auguft 1882, Nachmittags 3 Uhr, in das Gemeindehaus zu Fechenheim anberaumt.

Confirmations Geschenke,

Auswahl. 4012

C. Thyriot, Friseur.