Einzelbild herunterladen
 

Wattn emettf®«

Preis;

Jährlich 9 Mark. Halbj.E. SOPfg.

Bierteljährlich * Mark 25 Pf,. Mr auswärtige Abonnenten mit dem betreffen« »en Poftaufschlag. Pie einzelne Num­mer 10 Pfg.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Korrespondenz.

JnsertionS-

Preis:

Lie Ispaltige Emnnondzeile ob« deren Raum

10 Pfg.

Lie Lfpalt. Zeile 20 Pfg.

DieSspaltigeZeile 30 Psg.

Nr. 95.

Montag den 24. April

Amtliches.

An die Herrn Bürgermeister der Gemeinden im Bücherthal.

Sie wollen nach vorherigem Benehmen mit den Herrn Pfarrern alsbald diejenigen armen Personen hier namhaft machen, welchen eine Unterstützung aus der Schlingloff'schen Stiftung zugewendet werden kann.

Hanau am 21. April 1882.

Der Landrath.

Verloren: In der Nacht vom 2223 ds. Mts. eine silberne Cylinder-Uhr mit silberner Kette. Ein schwarzer Herrnhut.

Zugelaufen: Ein Schaaflamm, weiß, am Kopf schwarz gefleckt (lahm); Empfangnahme bei Emil Viel zu Rückingen.

Gefunden: Ein vergoldeter, gelöteter Ring. ca. 1 Meter Kattun. Ein Notizbüchelchen in rothem Einband.

Hanau am 24. April 1882.

___________Aus Königl. Landrathsamt. ____________________

Tagesschau.

Ein neues Werk des Friedens zum Wohle Deutschlands.

In dem gestrigen Leitartikel, eineUniversalfprachechetreffend, haben wir, so schreibt die Sttsb.-Ztg., von dem Aufschwünge gesprochen, den die Cul­turstaaten der Erde genommen haben, um den Weltverkehr zu fördern und zu heben. Heute haben wir uns mit demselben Gegenstände, und zwar in specieller Hinweisung auf den Aufschwung zu beschäftigen, den das Deutsche Reich in dieser Beziehung genommen hat. Heute am 23. d. M., tritt Deutschland in direkte Telegraphen-Verbindung mit Amerika und feiert dadurch einen jener Triumphe, die ohne die Herstellung des Deutschen Kaiserreichs kaum denkbar gewesen wären.

Bisher ging, so ist darüber thatsächlich hervorzuheben, die telegra­phische Correspondenz über ein von der Großen nordischen Telegraphen­gesellschaft in Kopenhagen im Jahre 1871 gelegtes Kabel mit vier Dräh­ten von Greetsiel (bei Emden) über Borkum nach Lowestoft an der Ost­küste Englands- welches dann von der Vereinigten deutschen Telegraphen­gesellschaft erworben wurde. Dort benutzte sie die oberirdischen Land­linien durch England, die unterseeischen durch den St. Georgskanal und dann wieder die irischen Landlinien bis nach Valentia. In Valentin wurde die Botschaft auf transatlantische Kabel übernommen. So ist die Verbindung geblieben bis heute. Aufgrund eines Vertrages zwischen dem Reichspostamte und der Vereinigten deutschen Telegraphengesellschaft hat nun letztere ein 880 Seemeilen langes unterseeisches Kabel von Greetsiel (mit unterirdischer Verbindung mit Emden) durch den Canal La Manche nach Valentia an der Westküste von Irland gelegt und dort steht es mit, einem Draht des transatlantischen Kabels in Verbindung, der aus­schließlich zur Verfügung der deutschen Gesellschaft gehalten wird. Ver­tragsmäßig ist dies Verhältniß bis zum Jahre 1900 gesichert. Seit 1875 war es das Bestreben unserer Telegraphen-Verwaltung gewesen; eine solche von so vielen Störungen und Verzögerungen unabhängige Verbindung mit den Vereinigten Staaten herzustellen/ Eine Zeitlang wurde von dem Reichspostamt die Legung eines eigenen Kabels zwischen der deutschen und der amerikanischen Küste, entweder durch den Canal La Manche oder oberhalb der Nordküste Schottland geplant. Die Kosten eines solchen Kabels würden etwa 25 Millionen Mark betragen haben. Damals wurden nur circa 30 000 Depeschen gewechselt, eine Zahl, die sich inzwischen allerdings verfünffacht hat. Immerhin erschienen jene An­lagekosten diesem Verkehr gegenüber zu erheblich. Es wurde deshalb die Legung eines Kabels bis Valentia und Pachtung eines vorhandenen ocea­nischen Kabel vorgezogen.

Man wird uns nicht den Vorwurf machen, daß wir allzu sangui­nisch sind, wenn wir der Hoffnung Naum geben, daß die Zeit von acht­zehn Jahren, in welcher der telegraphische Verkehr durch diese Pachtung gesichert ist, genügen wird, das Deutsche Reich auch selbst hiervon frei zu machen und es durch Legung eines eigenen Kabels auch in dieser Beziehung aus die eigenen Füße stellen. Das hindert uns aber nicht, den Tag freudig zu begrüßen, an welchem die Eröffnung des ersten direkten Depeschen­wechsels zwischen Deutschland und Amerika stattfindet, und den Männern unsern Dank zu zollen, deren energischer Thätigkeit wir diesen Aufschwung

. 1882. verdanken. Von derWeser-Ztg." werden der Staatssekretär des Deut­schen Reiches im Reichspostamte Dr. Stephan und der Direktor der Ver­einigten deutschen Telegraphengesellschaft Dr. Lasard als die Männer ge­nannt, welchen dieser Dank gebührt, und wir können dem um so mehr beistimmen, als wir mit unserer Anerkennung des organisatorischen Talents Dr. Stephan's auf dem Gebiete des allgemeinen Weltverkehrs niemals zurückgehalten haben.

Seinem Grundsätze treu, daß die billige Beförderung und die Er­leichterung des Verkehrs keinen nachtheiligen Einfluß auf die Reichs-Ein­nahmen haben, ist der Staatssekretär Dr. Stephan auch hier für eine Ermäßigung der Telegraphengebühren eingetreten, indem er dafür gesorgt hat, daß für Deutchland genau derselbe Tarif gilt, wie für England, so daß die Uebermittelung von Deutschland nach Valentia die Telegraphen­gebühren nicht erhöht.

So möge denn nun die neue Verkehrserleichterung und, was die Hauptsache ist, die erhöhte Sicherheit für die Depeschen selber dazu die­nen, den im Aufschwung begriffenen Handelsverkehr Deutschlands noch mehr zu fördern, den Gewerbefleiß zu heben und die wirthschaftlichen Verhält­nisse in einem schöneren Glanze erscheinen zu lassen. Möge sie dazu bei­tragen, das Bewußtsein zu befestigen und zu stärken, daß das Heil der Völker im Frieden derselben zu suchen ist und im edlen Wettstreit auf dem Gebiete des menschlichen Schaffens!

Berlin, 22. April. (Abgeordnetenhaus, 51. Sitzung.) Auf der Tagesordnung steht die zweite Lesung der Landgüterordnung für Westfalen. Nach kurzer Debatte wird §. 1 und ohne Debatte §. 2 des Gesetzes angenommen. (Fr. I.)

DieDeutsche Landwirtsch. Presse" schreibt: Mit vollem Recht begrüßt man in den betheiligten Kreisen den Entwurf einer neuen Sub- Hastationsordnung, welche den doppelten Grundsatz zur Geltung bringen will, daß Hypothekengläubiger, die ihr Geld nicht begehren, nicht an der Zwangsversteigerung sich zu betheiligen brauchen, vielmehr berechtigt sein sollen, ihre Hypothek stillschweigend auf den Ersteher übergehen zu lassen, sowie ferner, daß von einem nachstehenden Gläubiger das Grundstück nur dann zum Zuschlag gebracht werden kann, wenn die vorstehenden Hypotheken durch den Preis völlig gedeckt werden. Beide Grundsätze werden dazu dienen, den gesunden Realkredit zu fördern, indem sie die besseren Gläubiger dagegen schützen, daß ihr Recht zum Spielball von Güterspekulationen gemacht werde.

Dresden, 21. April. Die heute im Gewerbehause abgehal­tene Fröbelfeier war von über 3000 Personen besucht; an derselben nahmen auch die Vertreter des Kultusministeriums, der Oberbürger­meister und mehrere ausländische Delegirte aus Venedig, Bologna, Ko­penhagen und anderen Orten Theil. Die Festrede hielt Dr. Lange aus Hamburg.

Die Oesterreicher haben zur Bewältigung des Ausstandes im südlichen Dalmatien und in der Herzegowina 76 000 Mann gebraucht, die dort jetzt noch stehen und bis Ende Juli unverändert dort bleiben sollen. Die Schätzungen der Jnsurgentenzahl schwanken zwischen 6000 bis 10 000. Daraus geht am besten hervor, was es heißt, einen Ge­birgskrieg zu führen. (D.-Z.)

Basel, 23. April. (Fr. I.) Der schweizerisch-französische Handelsvertrag ist gestern auf die Dauer von zehn Jahren angenommen worden mit 104 gegen 20 Stimmen, ebenso die drei Anträge: Errich­tung einer Kunstgewerbeschule am Polytechnikum, Enquete betreffs Unter­stützung der Industrien und Gewerbe, welche über den Handelsvertrag klagen, und Hebung des Handwerkes durch Reorganisation (Bildung von Genossenschaften?) und durch Bunoesunterstützung. Morgen findet im Bundesrath die Berathung über den Erfindungs- Schutz statt.

Paris, 22. April. Heute Vormittag fand ein Ministerrath statt. Der Präsident Grevy unterzeichnete das Dekret, welches den ein­zelnen Ministerien die verschiedenen Dienstzweige der tunesischen Ver­waltung zuweist. In allen Fällen werden die Minister indessen mit dem Ministerresidenten Cambon durch Vermittelung des Ministers des Aeußern sich in Verbindung setzen. Der Justizminister wird beauftragt, die Gerichtsverfassuna. sowie die Errickituna eines frnnin«frf>oM (m» -At»