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Die SspaNigeZeile

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Nr. 83. Samstag den 8. April 1882.

Amtliches.

Die Herren Deines und Riegelmann find um die Erlaubniß eingekommen, in den Nebengebäuden der Behausung Nr. 11 vor der Kinzigbrucke ein chemisches Laboratorium einzurichten.

Es wird dies in Gemäßheit §. 16 der Gewerbe-Ordnung mit der Aufforderung zur öffentlichen Kenntniß gebracht, etwaige Einwendungen gegen diese Anlage binnen 14 Tagen präklusivischer Frist im landräth- lichen Bureau anzumelden und zu begründen.

Hanau am 5. April 1882.

Die Herrn Bürgermeister werden an die alsbaldige Rücksendung der EinzeichnungSliste über Betheiligung an dem Zuckerrübenbau er­innert.

Hanau am 8. April 1882.

Der Landrath.

Gefunden: Ein Manschcttenknvpf V»n Silber. Zwei kleine Portemonnaies. Ein Tragband von grauer Gurte. Zwei Peitschen. Ein Paar Kinderhandschuhe. Ein Messer.

Zugelaufen: Ein schwarzer Spitz. Ein schwarzer^Dschshund, m. Geschl.

Verloren: Ein seidenes Kopftuch. Eine Leine.

Hanau am 8. April 1882.

____________________Aus Königl. LandrathSamt.____________________

Ostern!

Christ ist erstanden! Jubelnd klingt dies Wort aus Aller Munde,

Und Aller Herzen schlagen laut ob dieser frohen Kunde!

Denn heute stieg aus Grabesnacht ja wieder auf zum Leben Der, der verirrter Menschheit ward als Retter einst gegeben. Siegreich ist er aus dunkler Nacht zum Lichte durchzedrungen, Nachdem in seinem Herzen er den schwersten Kampf gerungen Soweit d'rum Christi Name tönt, schallt's laut durch alle Lande: Gelobt sei der, den uns der Herr zu unserm Heile sandte!

Und noch ein and'rer Jubelruf läßt Alle froh erbeben EinWerde!" tönt in der Natur, die jetzt zu frischem Leben Nach langem Schlase neu erwacht; schon tönen VögleinS Lieder Aus lauem Frühlingsätherraum, aus Hain und Büschen wieder Und überall in Wald und Flur welch' Sproßen, Blühen, Düften! Zum gold'nen Licht mit Zauberkraft drängt sich's aus dunklen Grüften, Was noch gefesselt lag bis lang in Winters Banden D'rum hell erbraust's mit mächt'gem Ton: Frühling ist auferstanden!

O werfet, die Ihr leidgequâlt, ab alle Eure Sorgen

Es leuchtet Euch ein neuer Stern am Aufcrstehungsmorgen! O schüttelt ab den ird'schen Staub, des Daseins nicht'ge Mühen Es wird auch Euch am Tag des^Herrn ein neues Glück erblühe»! Das Werden rings in der Natur sei Euch ein sich'reS Zeichen, Daß schließlich jedes Ungemach muß frischer Hoffnung weichen; Und so gestählt zu neuem Kampf, voll Muth und voll Vertrauen, Sollt Ihr am Auferstehungsfest dann in die Zukunft schauen!

Ostern!

Mit dem jungen Lenz ist auch wieder, wie seit nun fast zwei Jahr­tausenden, das grüne, hoffnungsreiche Osterfest in's Land gezogen. In ihm feiert die gesammte Christenheit ihr großes Triumphfest, die Sieges­feier des Bleibenden über das Vergängliche, des Idealismus über den Materialismus dieser Welt, wegen dessen Besiegung Christus kämpfte, starb und triumphirte. Da nun im Laufe der Jahrhunderte das Christen­thum eine derartige Ausbreitung erfuhr, daß heute die gebildetsten und maßgebendsten Völker sich alle zum Christenthum bekennen, so ist das christliche Osterfest ohne Zweifel als ein Sieges- und Triumphfest der ganzen kultivirtcn Menschheit zu betrachten, in deren Geschichte es als ein twig ermahnender Markstein steht, in allen Leiden und Freuden die­ser Welt das Höchste und Beste nicht zu vergessen.

In der Zone, in welcher wir und die Nachbarvölker leben, ist Ostern aber auch noch ein anderes Siegesfest. Um diese Zeit hat in der Regel der wonnige Lenz den harten Winter gründlich besiegt, Millio­nen von Blüthen und Knospen prangen in Wald und Fluren und die Natur feiert ebenfalls ihr Auferstehungsfest, wie nach der mehrtausend- jährigen Sage unserer Vorfahren jedesmal am Ostermorgen die Göttin Ostara vom Himmel auf die Erde niederstieg, ihr das Winterkleid ab­nahm und mit dem duftigen Gewände des Lenzes umhüllte.

Im engeren Sinn ist Ostern ein bedeutender Zeitabschnitt für die herangewachsene Jugend; denn um diese Zeit finden in der Regel dieje­nigen Feierlichkeiten statt, in welchen sie nach vollendetem Unterricht aus der Schule entlassen wird um hinauszutreten in das bürgerliche Leben, auch meistentheils hinaus aus dem elterlichen Hause, um sich einem Be­rufe zu widmen oder in fremden Lohn und Dienst zu treten. Es sind dies ernste Stunden und Tage, im menschlichen Leben und den Familien, welche in der Zuversicht, daß ihre Kinder die genügende Vorbildung an Seele und Geist besitzen, dieselben hinaussenden können in das wechsel­volle Leben, wo es gilt zu zeigen, welche Grundlagen sür Charaktere und Talente für das Heranwachsende Geschlecht gelegt wurden.

Die Politik und die Kämpfe um die öffentlichen Interessen müssen natürlich zum Osterfeste verstummen, denn an diesen Tagen sollen Her­zen und Geister höheren Regungen solgen. Gern nehmen wir aber doch Veranlassung, um zu constatiren, daß die allgemeine politische Lage nicht im grellen Widerspruche zu der friedlichen Osterfeier steht. Das Denken und Streben der den Ausschlag gebenden Mehrheiten innerhalb der Na­tionen ist ein friedliches, gegenseitiges Vertrauen erweckendes und schließen wir mit dem Wunsche, daß wie im Osterseste der Sieg des christlichen Friedensgeistes gefeiert wird, auch in dem Rathe der Völker dieser fried- liche Geist die Oberhand behalten möge!

Rundschau.

B. F. (Deutsches Reich.) Ostern, das Auferstehungsfest des Herrn und zugleich das Fest, an welchem die Natur gewissermaßen ihr Wiedererwachen nach langem Winterschlafe feiert, ist wiederum herange- naht und lenkt den Blick einmal in erwünschter Weise von den Weltbe­gebenheiten ab. Denn überall haben sich die gesetzgebenden Parlament«, rischen Versammlungen wegen der Osterpause vertagt und das politische Leben in den einzelnen Staaten macht sich daher nur noch in schwachen Pulsschlägen bemerkbar und auch sonst bietet sich von bedeutenderen Er­eignissen auf allgemein politischem Gebiete nichts Bemerkenswerthes dar. Nur an vereinzelten Punkten Europas wird die österliche Stille durch den Klang der Waffen gestört: Im Süden der österreichischen Monarchie dauert der Aufstand der Crivoècianer und Hèrzegowzen noch immer fort und im östlichen Spanien, in Catalonien, mußte der BelagerunHszustanö infolge der dort ausgebrochenen aufständischen Bewegung verkündigt wer­den, welche Maßregel indessen die beabsichtigte beruhigende Wirkung auf die aufgeregten Volksmassen schon ausgeübt zu haben scheint. Doch vrn diesen internen Angelegenheiten der betreffenden Länder abgesehen, herrscht jetzt in den politischen Begebenheiten eine wöhlthuende Srille und mit frohem Herzen können wir darum das Osterfest feiern und den erheben­den Klängen der Osterglocken lauschen.

Unser Kaiser war in den letzten Tagen von einem leichten Unwohl­sein befallen worden, das sich als ein Anfall vrn Nierenkolik chrrakteri- firte. Doch hat diese vorübergehende Unpäßlichkeit erfreulicherweise keine ernsteren Folgen für den greisen Monarchen gehabt, so daß derselbe be­reits wieder die gewohnten Vorträge entgegennehmen konnte.

Nicht unwesentlich ist die nunmehr definitiv erfolgte Ernennung des Herrn vsn Schlözer zum preußischen Gesandten beim Vatikan, welche derReichs Anzeiger" in seiner Nummer vom 4. April veröffentlicht. Herr von Schlözer, d r bisherige Vertreter des deutschen Reiches bei der nordamerikanischen Bundesregierung, wird in seiner neuen Stellung ausgiebige Gelegenheit haben, die Verhandlungen zwischen der Regierung und der römischen Curie mit größerem Nachdrucke als bisher weiterzu- führeu und hoffentlich zu einem für beide Theils befriedigenden Abschluße zu bringen.

Die Beschlüsse der Münchener Gemeindebeosllmächtigteu hinsichtlich der Simultanfchuien in München haben die Zustimmung des Magistrats der bayerischen Hauptstadt gefunden. Derselbe nahm am 4. April nach