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Nr. 81.

Mittwoch den 5. April

1882.

Amtliches.

Im laufenden Jahre soll wiederum ein Fortbildungskursus für Elementarlehrer an der LandwirthschastSschule zu Weilburg abgehalten werden und ist hierzu Termin in der Herbstferienzeit (Ende August bis Ende September) in Aussicht genommen. Die in dem Cursus zu be­handelnden Gegenstände sind folgende:

1) Chemie II. Theil (Chlor, Schwefel, Phosphor, Silicium, Kalium, Natrium, Calcium, Aluminium, Eisen),

2) Botanik (Anatomie und Physiologie der Pflanzen),

3) Thierproduktionslehre,

4) Landwirthschastliches Unterrichtswesen.

Den theilnehmenden Lehrern wird ein Zuschuß von je 70 Mark in Aussicht gestellt, sobald die betreffende Gemeinde oder der Lehrer selbst mindestens 35 Mark zuzuschießen bereit ist. Den Gemeinden wird anheim gestellt, sich durch einen von dem Lehrer auszustellenden Revers dahin zu sichern, daß der von der Gemeinde subventionirte Lehrer den Betrag zurückzuzahlen hat, wenn er innerhalb Jahresfrist nach dem Kursus die bit effende Gemeinde verläßt.

Dies nigen Lehrer, welche an dem in Rede stehenden Kursus Theil nehmen wollen, werden aufgesordert, ihre Gesuche bis zum 1. Juni I. Js. ourch Vermittelung des Königlichen Schulvorstandes bezw. der Stadtschuldeputation hier vorzulegen.

Kassel, den 18. März 1882.

Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen und Schulsachen, gez. Mittler.

Die Lehrer und Gemeinden werden auf den in Aussicht stehenden Fortbildungskursus hingewiesen bezw. zu der Theilnahme an demselben aufgefordert. Das Ergebniß wolle mir bis zum 25. Mai d. I. ein­berichtet werden.

Hanau am 21. März 1882.

__Der Landrath.

Bekanntmachung.

Mittwoch den 17. Mai d. I, von 9 Uhr Vormittags ab, sollen hierselbst ungefähr 80 bis 90 Gestütpferde, bestehend aus Mutter­stuten, 4jährigen Hengsten, Wallachen und Stuten und jüngeren Fohlen, meistbietend gegen Baarzahlung verkauft werden.

Sämmtliche vierjährigen und älteren Pferde sind mehr oder we­niger geritten. Die zu verkaufenden Pferde werden am 15. und 16. Mai von 7 bis 10 Uhr Morgens geritten und von 4 bis 6 Uhr Nach­mittags auf Wunsch an der Hand gezeigt.

Listen über die zum Verkauf kommenden Pferde werden Anfangs Mai zum Versandt rc. fertig gestellt sein und auf Wunsch zugeschickt werden. ,

Für Personenbeförderung zu den bezüglichen Zügen vom und zum Bahnhof Trakehnen wird am 15, 16. und 17. Mai gesorgt sein. Trakehnen, den 24. Februar 1882. .

Der Landstallmeister.

______________________ gez. von Dassel.______________________

Ausruf.

Als im Mai und Juni 1878 der zwiefache Mordversuch gegen das Haupt unseres theuren Kaisers von frevelhaften Händen gerichtet wurde, rief das Comitö zu Beiträgen für den Bau einer Dankeskirche auf, durch welche deutsche Herzen, in dem Gefühl der innigsten Vereh­rung für ihren hohen Monarchen, Gottes Barmherzigkeit für die Be- fchützung dieses kostbaren Lebens preisen wogten. Den vorüber wandeln­den Geschlechtern sollte dieser Bau ein Mahnruf sein, der Treue, des Dankes und der Liebe stets eingedenk zu bleiben.

Heute, nach Verlauf von fast vier Jahren, ist der Bau der Kirche nicht nur gesichert, sondern auch bereits angefangen.

Im vorigen Jahre haben der Magistrat und die Stadtverordneten von Berlin bereitwilligst den Wedding-Platz als Bauplatz unent- geldlich angewiesen.

Seine Majestät der Kaiser und König hat die Gnade gehabt, durch

Cabinets-Oldre vom 21. Oktober 1881 aus Baden-Baden, die Erlaubniß zum Bau der Dankeskirche auf dem Wedding-Platz zu ertheilen.

Mit dem Architekten, Baurath Orth, ist der Vertrag auf Aus­führung des Baues zu 300 000 Mark abgeschlossen. Die Pläne sind mit kunstsinnigem Geschmack entworfen.

Das Fundament ist fertig gestellt und am 22. März, dem Ge­burtstage unseres Allergnädigsten Kaisers, soll die Feier der Legung des Grundsteins vollzogen werden.

Das glücklich angefangene Werk wird, so Gott will, rasch feiner Vollendung entgegen gehen.

Nur für die architektonische Ausschmückung des Innern der Kirche, nebst Kanzel, Tausstein, Orgel und gemalten Fenstern, bitten wir noch einmal alle Freunde dieser Dankeskirche um eine Beisteuer, welche man so freundlich sein wolle, dem General der Infanterie und Gouver­neur des Jnvalidenhanses von Ollech zu übersenden.

Berlin, den 18. Mürz 1882.

Das geschäftsführende Comité:

V. Ollech, General und Vorsitzender. Dr. Brückner, General- Superintendent und Probst von Berlin. Dr. Kögel, General Superin­tendent und Ober-Hofprediger. Dr. B üchsel, General-Superintendent und Pastor von St. Matthäi. Weser, Prediger von St. Marien. Loesche, Banquier.

Tagesschau.

Berlin, 4. April. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin empfingen heute den Besuch Sr. Königlichen Hoheit des Groß­herzogs von Hessen mit den Prinzessinnen Victoria und Elisabeth, Ho­heiten. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen den Vortrag des General-Adjutanten, General-Lieutenants von Albedyll entgegen.

Berlin, 3. Aprtl. DieNationalzeitung erklärt sich für an* torisirt, die Gerüchte von einer bevorstehenden Reise des deutschen Kron­prinzen nach Rom, worüber Herr v. Schlözer mit dem Kardinal Jaco­bini verhandelt haben soll, zu dementiren. Graf Hatzfeld kehrt am 7. April zurück und übernimmt alsdann definitiv die Geschäfte des aus­wärtigen Amtes. (Rh. K.)

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht den bishe­rigen Gesandten in Washington, Wirklichen Geheimen Rath Dr. von Schlözer zu Allerhöchstihrem außerordentlichen Gesandten und bevollmäch­tigten Minister bei dem päpstlichen Stuhle zu ernennen.

DerR. u. St.-A." Nr. 81 veröffentlicht: Gesetz, enthaltend Bestimmungen über Gerichtskosten und über Gebühren der Gerichtsvoll­zieher, vom 21. März 1882

Nachdem nach erfolgter Zustimmung der Staatsregierung durch päpstliches Breve vom 10 Februar d. I der seitherige Domherr. Ka- pitular-Vikar Dr. Bernhard Höting in Osnabrück zum Bischof von Osna­brück ernannt und von demselben die zur Uebernahme feines Amts er­forderliche Anerkennung Sr. Majestät des Königs nachgesucht worden ist, hat, nach demR. u. St.-A.", die Aushändigung der vom 24. März d. J. datirten Landesherrlichen Anerkennungs - Urkunde an den Bischof Dr. Höting am 3. April d. I. durch den Oberpräsidenten der Provinz Hannover stattgefunden.

Amtlichen Nachrichten zufolge hat der internationale Gesund­heitsrath in Alexandrien mit Rücksicht darauf, daß die Cholera in Bom­bay jeden tpidemischen Charakter verloren hat, die Quarantäne für die Bombay und Aden berührenden Schiffe unter der Bedingung aufgeho­ben, daß bei der ärztlichen Untersuchung auf denselben kein unterwegs vorgekommener choleraverdächtiger Fall konstatirt wird. Die übrigen indischen Häfen sind bereits vor einigen Wochen außer Kontumaz erklärt worden.

Ebenso ist Seitens des Gesundheitsraches den noch in El-Wisch und Tor in Quarantäne liegenden Mekkapilgern freie Pratik gegeben und, da die Pilgerzeit vorüber ist, auch keine Cholerafälle im Hedjas mehr vorgekommen sind, das auf die Pilger bezügliche Reglement vom 15. November d. J. außer Kraft gefetzt wordrn.

S. M. KanonenbootWolf", 4 Geschütze, Kommandant Kor-