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Nr. 68. Dienstag den 21. März 1882.
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Wir werden auch in diesem Quartal unser Hauptaugenmerk darauf richten, unsere geschätzten Leser mit den neuesten und wichtigsten politischen und provinziellen Tagesereignissen schnellstens bekannt zu machen, auch den städtischen Vorkommnissen stets unsere besondere Aufmerksamkeit schenken und ebenso amtliche, und kirchliche Nachrichten und sonstiges Wèffenswerthe auf dem Gebiete des Handels und der Industrie bringen.
Für das Unterhaltungsblatt erwerben wir stets interessante und fesselnde Romane rc.
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Amtliches.
Für den am 19. März 1^65 zu Bockenheim geborenen Edmund Schäfer ist um Entlassung aus dem Preußischen Unterthanen-Verbands behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht.
Hanau am 15. März 1882.
Der Tagelöhner Johannes Kolb aus Kressenbach, hier wohnhaft, hat um Ausstellung eines Passes für sich, seine Ehefrau und Kind nach Amerika nachgesucht.
Hanau am 20. März 1882.
Der Landrath.
Gefunden: Ein s. g. Schwanzriemen. Ein langer Leitriemen. Hanau am 21. März 1882.
Aus Königl. Landrathsamt.
Rundschau.
R. F. (Deutsches R e i ch.) Wieder ist mit dem 22. März für das deutsche Volk einer seiner größten Fest- und Freudentage herangenaht: Der Geburtstag seines Kaisers! Fünfundachtzig Jahre find nunmehr über dem Haupte unseres greifen Kaisers dahingerauscht, aber der Flügelschlag dieser Jahre hat nicht vermocht, den Schirmer und Lenker des deutschen Reiches jener seltenen geistigen und körperlichen Frische zu berauben, durch welche er sich noch jetzt in so wunderbarer Weise auszeichnet. Fünfundachtzig Jahre — welch' ein unbedeutender Zeitabschnitt in der Geschichte der Menschheit und welch' ein gewaltiger Zeitraum im Leben des Einzelnen! Wie selten ein Fürst sieht Kaiser Wilhelm auf ein reich bewegtes Leben zurück, in dem es neben einer Fülle glänzender Bilder auch an trüben und schmerzlichen Erinnerungen für den allocrehrten Monarchen nicht fehlt, aber glücklicherweise überwiegt bei ihm das Licht den Schatten uns namentlich auf die letzte Periode seines Lebens kann Kaiser Wilhelm mit stolzer Genugthuung zurückschauen, aus welcher die Einigung des deutschen Volkes als des Kaisers ureigenstes und zugleich glänzendstes Werk gewalt-g emporragt und
schon deshalb würde sein Name auf ewig mit Flammenzügen in den Annalen der Geschichte eingegrsben sein. Mit Bewunderung schaut darum am 22. März Deutschland auf seinen Kaiser und aus Palast und Hütte steigt der Wunsch zum Allmächtigen empor, daß erZ seine Hand auch ferner schirmend über dem theueren Oberhaupte des deutschen Volkes halten möge! '
Keine Frage unserer inneren Politik ist so vielen Schwankungen ausgesetzt und über keiner ruht eine derartige Unsicherheit bezüglich des endlichen Ausganges derselben als die kirchenpolitische Frage. Die bekannte Aeußerung, welch der Papst Herrn von Schlozer gegenüber gethan hat und woraus man entnehmen muß, daß Leo XLI. durch eine mächtige Partei innerhalb der römischen Curie am Friedensschlüsse mit der Regierung gehindert wird, ist für diese unsichere Lage auf kirchenpolitischem Gebiete ein neuer Beweis. Wenn man aber nach der kampflustigen Haltung urtheilen soll, welche das Centrum während der Spe- zialberathung des Cultusetats im Abgeordnetenhaus? bewiesen hat, so dürfte dieser Friedensschluß noch eine pia desideria, ein „frommer Wunsch" sein, wenn nicht die Centrumspartei bei der bevorstehenden Endberathung der kirchenpolitischen Vorlage wieder zur Regierung abschwenkt, wozu aber einweilen wenig Aussicht vorhanden ist.
Das Abgeordnetenhaus beschäftigte sich in der vergangenen Woche fast ausschließlich mit der zweiten Berathung des Cultusetats, nur am Sonnabend gelangte außerdem noch die Vorlage, betreffend die Verstaatlichung von sechs Eisenbahnen, zur dritten Berathung. Aus der Freitags Debatte ist namentlich die Diskussion über die jetzt so vielfach und lebhaft erörterte Realschulfrage hervorzuheben, welche sich gelegentlich der Berathung über den Dispositionsfonds für die durch Einführung revi- dirter Lehrpläne an den höheren Lehranstalten entstehenden Mehrkosten entspann. Anhänger wie Gegner der vollberechtigten Realschule verbreiteten sich in ausgiebigster Weise über dieses weite Feld und namentlich über Werth oder Unwerth des Lateinstudiums. Mit aller Entschiedenheit für die Gleichberechtigung der Realschulabiturienten mit denen der Gymnasien traten besonders die Abgg. Schmidt, Dr. Löwe, Seyffarth, Dr. Langerhanns und in gewissem Grade auch Dr. Reichensperger (Cöln) ein; Cultusminister v. Goßler betonte in seiner Rede, daß die Lösung dieser Frage noch nicht reif sei, einstweilen könne er für eine volle Gleichberechtigung der Realschule mit dem Gymnasium noch nicht stimmen. Auch Abgeordneter Dr. Perger äußerte, daß selbst die größte Pflege der realistischen Bildung uns in keiner Weise gefördert hätte, worüber man allerdings zweierlei Meinung sein kann; im Uebrigen wurde her Dispositionsfonds gegen die Stimmen des Centrums genehmigt. — Dem Abgèordnetenhause wird in diesen Tagen das Verwen- dungszesetz zugehen. Dasselbe enthält vier Hauptpunkte: Beseitigung der vier untern Stufen der Klassensteuer, Ueberweifung der Hälfte der Grund- und Gebäudesteuer an die Communen, Verminderung der Schullasten und Verbesserung der Beamtenbesoldungen.
Die Handels- und Gewerbekammer für Oberbayern hat sich einstimmig gegen das Tabakmonopol ausgesprochen.
(Oesterreich- Ungarn.) In Oesterreich sind die Jubelhymnen über die Niederwerfung des Aufstandes in der Crivoscie zu zeitig angestimmt worden. Die überall zurückgrworfenen Insurgenten sammeln sich in Montenegro wieder und unternehmen von hier aus Raub- und Plünderungszüge in die Crivoscie und Herzegowina, wodurch die Thätigkeit der österreichischen Truvpen fortgesetzt in Anspruch genommen wird. Augenscheinlich sind aber die flüchtigen Insurgenten dem Fürsten Nikita von Montenegro sehr unbequeme Gäste, denn er hat einer an ihn abgesandten Deputation der Crivoscianer das Verhalten deselben gegen Oesterreich in strengen Worten vorgeworfen und dabei erklärt, daß er ihnen die Aufnahme in Montenegro zwar nicht verweigern könne, daß er aber eine strenge Beaufsichtigung gegen die Flüchtlinge ängeordnet habe.
(Frankreich.) In Frankreich setzt Gambetta seinen bisherigen Minenkrieg gegen das Cabinet de Freycinet nun auch auf der Oberfläche des politischen Kampfterrains fort. Bei der am 21. März in der De- putirtenkamm-r stattfindenden Wahl der wichtigen Budget Commission gedenkt Gambetta einen großen Schlag gegen das Ministerium zu thun, indem er Alles aufbietet, um seinen Anhängern die Mehrheit im Ausschüsse zu verschaffen. Falls dieses gelingt, so wäre allerdings die Ver-