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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Ttc^t Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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Nr. 63.
Mittwoch den 15. März
1882.
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Amtliches.
Verloren: Ein Operngucker.
Gefunden: Zwanzig Pfennig baar. Ein schwarzes Kopftuch. Ein weiß-baumwollener Strumpf. Eine Post-Packetadresse.
Zugelaufen: Ein brauner junger Jagdhund mit weißer Brust und einer weißen Vorderpfote.
Hanau am 15. März 1882.
Aus Königl. Landrathsamt.
Grundstücksverpachtung.
Die nachbezeichneten in der Gemarkung Domanialgrundstücke, als:
Karte Lit. 0. M 174 = 2 ha 26 a 48
„ „ P. „ 105 = 1 „ 48 „ 28
„ „ T. „ 357 33 = - „ 46 „ 25 ........ 358/33 = - „ - „ 22 sollen anderweit vom 1. Januar 1882 ab auf
von Eichen belegenen
qm Acker am Herrnpreul, „ Wiese in der Amtswiese und
„ Acker | in den Breu-
„ Weg / gelgärten
e i n Jahr öffentlich meist
bietend verpachtet werden.
Termin hierzu ist auf
Montag, den 20. dieses Monats,
Nachmittags 3 Uhr, in die Stein'sche Gastwirthschaft zu Eichen anberaumt.
Bei angemessenen Pachtgeboten wird der Pachtzuschlag, ohne Abhaltung eines weiteren Termins, ertheilt werden.
Hanau, am 13. März 1882.
Der Königl. Domainen-Rentmeister
Bell. 2610
Tagesschan.
— Berlin, 13. März. Se. Majestät der Kaiser und König hörten heute die Vorträge des Polizeipräsidenten von Madai, des Chefs der Admiralität, Staatsministers von Stosch, und des Chefs des Mili- tärkabinets, General Lieutenants von Albedyll, und nahmen um 11 Uhr militärische Meldungen entgegen.
— Berlin, 14. März. Ter permanente Ausschuß des Volkswirthschaftsrathes erledigte heute den Rest der Gewerbe Ordnungs-Novelle ohne erhebliche Aenderungen. (Fr. I.)
— Berlin, 14. März. In der heutigen durch den Vicepräsidenten v. Heeremann eröffneten (34.) Sitzung des Abgeordnetenhauses setzt das Haus die Berathung des Cultusetats fort. Bei dem Ausgabekapitel Bisthümer und die zu denselben gehörenden Institute erklärt auf eine Anfrage des Dr. Franz der Cultusminister Dr. v. Goßler, er wolle zwar die Frage wegen Erhöhung der Dotation der Bisthümer in wohlwollende Erwägung nehmen, wann aber und wie dieselbe zur Ausführung kommen würde, sei wegen der großen Schwierigkeiten nicht abzusehen, welche sich der Regelung dieser Frage entgegenstellten, die man seit Jahren im Ministerium als eine zeitweilig abgeschlossene betrachtet und nicht in erneute Erörterung gezogen habe. Bei der Position Bisthum Gnesen und Posen erklärt der Cultusminister in Erwiderung auf eine längere Ausführung des Dr. v. Jadzcwski, daß die lebhafte Betheiligung der polnischen Geistlichkeit an der national-polnischen Bewegung die Regierung nöthige, das Gebaren dieser Geistlichkeit scharf im Auge zu behalten. v. Huene beantragt Absetzung der Position Gehalt für den altkatholischen Bischof, event. Einstellung eines besondern Capitels, also Scheidung dieser Position von den Dotationen für die katholischen Bischöfe. Cultusminister: Die Position sei staatsrechtlich vollkommen gerechtfertigt, der altkatholische Bischof sei vom Staate anerkannt; die Regierung halte die Position aufrecht und erkläre sich entschieden gegen den principiellen Antrag. Bei der Abstimmung beschließt das Haus, die Position für den altkatholischen Bischof in einem besondern Capitel zu registriren, das Gehalt selbst aber unverkürzt zu bewilligen. (K. Z.)
— Berlin, 13. März. Gestern waren es 60 Jahre, daß der jetzige Feldmarschall Graf v. Moltke als Secondelieutenant aus dänischem Dienste in gleicher Eigenschaft preußischer Officier geworden ist. Der Feldmarschall verlebte diesen Tag im Familienkreise zu Charlottenburg, sodaß von einer öffentlichen Feier nicht die Rede sein konnte.
— S. M. S. „Stosch", 16 Geschütze, Kommandant Korvetten-
Kspitän Glomsda von Buchholtz, ist am 11. Februar cr. in Singapore, S. M. S. „Hertha", 19 Geschütze, Kommandant Kapitän zur See von Kall, am 16. Januar cr. in Kagoshima und S. M. Kanonenboot „Iltis", 4 Geschütze, Kommandant Kapitän-Lieutenant Klause, an demselben Tage in Amoy eingetroffen.
— Der Bevollmächtigte zum Bundesrath, Kaiserliche Unterstaatssekretär Dr. von Mayr, ist nach Straßburg abgereist.
— Es wird der „Köln. Ztg." geschrieben: Der Tod des Geh. Oberregierungsraths v. Brauchitsch wird allgemein und mit Recht als ein großer Verlust für die Verwaltung, befonders für das Ministerium des Innern empfunden. Wie verlautet, war dem verdienstvollen Beamten eine höhere Stellung in diesem Ministerium bereits zugedacht. Der Tod hat indessen die Verwirklichung dieser Absicht vereitelt. — Der Unterrichtsminister hat die königl. Regierungen zur Anzeige veranlaßt, ob und in welchem Umfange in ihren Bezirken Schul-Sparkassen einzeführt und welche Erfahrungen damit gemacht worden sind.
— Bei dem Gardecorps werden im April dieses Jahres wie in früheren Jahren die Reserven zu einer 20tägigen Uebung einbeordert, während im Juli eine Einziehung der Landwehrmannschaften der jüngsten Jahrgänge zu einer 12tägigen Uebung erfolgt.
— Hildburghausen. Im Monat Juli d. I. feiert die hiesige Schützengesellschast ihr 100jähriges Jubiläum, welches festlich begangen werden soll Es wurde deshalb in einer Generalversammlung am Sonnabend ein aus 9 Mitgliedern, incl. Vorstand, bestehendes Comitö gewählt, welches die Vorbereitungen zu treffen und ein Festprogramm zu entwerfen hat. (D. Z.)
— Karlsruhe, 13. März. Der heutigen feierlichen Beisetzung der Leiche des Markgrafen Maximilian von Baden wohnten die Mitglieder des badischen Fürstenhauses bei. Der deutsche Kaiser war durch den kommandirenden General v. Obernitz vertreten.
— München, 13. März. Der Reichsrath lehnte nach längerer Verhandlung den Antrag des Abg. Hafenbrädl betreffs des siebenten Schuljahres mit großer Mehrheit ab. Ebenso verwarf er den hierzu gestellten Abänderungsantrag des Ausschußberichterstatters Bischofs Dinkel, der auf Erleichterungen und Begünstigung bei der Aufnahme in die Schule und bei Entlassung aus derselben abzielte.
— Eine unglaublich fette Ente schwimmt, nach der „D. Z", durch die Zeitungen, — die Zeitungsente, daß der König von Bayern im April nach Petersburg oder zur Krönung in Moskau kommen werde.
— Stuttgart, 14. März. Die Centralstelle für Handel und Gewerbe sprach mit 18 gegen 4 Stimmen für das Tabakmonopol sich aus, unter der Voraussetzung, daß den Fabrikanten eine genügende Entschädigung gegeben und die Erträgnisse des Monopols zur Beseitigung der Matrikularbeiträge und zur Erleichterung der Bundesstaaten verwendet würden, deren Finanzverhältnisse unzulänglich seien. Ferner sprach sie für die Ausdehnung der Concession zum Tabakbau auf einige weitere württembergische Bezirke. Heute berieth die Centralstelle für Landwirthschast das Monopol; sie wird sich voraussichtlich auch dafür aussprechen._ (Fr. I )
— Wien, 14. März. Gestern fand in der russischen Kapelle anläßlich des Jahrestags des Todes des Kaisers Alexander II. ein Trauergottesdienst statt, welchem außer dem russischen Botschafter von Oubril und dem Botschaftspersonale der Oberstkämmerer Graf von Crenneville, der Minister des Auswärtigen Graf Kalnoky, der deutsche Botschafter Prinz Reuß und andere Vertreter des diplomatischen Corps beiwohnten.
— Paris, 13. März. Wie das „Börsenblatt" meldet, werden demnächst die Fusionsverhandlungen zwischen der anglo- amerikanischen Kabelgesellschaft und der im vergangenen Jahre etablirten Gould-Kabel- Compagnie Perfekt, und soll vom 1. April ab die Kabelworttaxe verdoppelt werden.
— Paris, 14. März. Das „Journal offiziel" veröffentlicht die Ernennung Andrieux' zum Botschafter in Madrid.
— London, 14. März. In einer besondern Beilage der amtlichen Gazette wird ein Schreiben der Königin an den Staatssekretär des Innern, Harcourt, veröffentlicht, worin die Königin für die Loyalität und Zuneigung, die ihr das englische Volk in allen Theilen des Reiches bei Gelegenheit des Attentats vom 2. d. M. entgegengebracht habe, so»