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Nr. 58. Donnerstag
Amtliches.
Der diesjährige Lehrkursus im Obstbau für Baumwärter im Garten des Kasseler pomologischen Instituts wird Montag den 2. April er. beginnen und einen Zeitraum von ca. 6 Wochen beanspruchen.
Die Bedingungen, unter denen die Aufnahme von Lehrlingen erfolgt, sind dieselben geblieben.
Hanau am 5. März 1882.
Der Landrath.
LandwirMchaftlicher Kreis-Verein M Hanau.
Nächste Versammlung Samstag den 1 1. März, Nachmittags IV2 Uhr, im Gasthans zum „goldenen Löwen" in Hanau.
Tagesordnung:
1) Geschäftliche Mittheilungen.
2) Rechnungsablage und Vorstandswahl.
3) Berichterstattung über die Angelegenheit der Zuckerfabrik und Vor- trag des Herrn Dr. Hesse (Direktor der landwirthschaftlichen Winterschule in Marburg) über Zuckerrübenbau.
4) Abgabe guter, von dem Verein angeschafften Obstbäume für 1 M. 60 Pf. pr. Stück.
5) Gratisvertheilung der Broschüre: Die Viehseuchen, herausgegeben von P. Schmelz, Königl. Departements-Thierarzt und Veterinär- Assessor, unter die anwesenden Mitglieder.
In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung werden die Mitglieder gebeten recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen.
Der Vorstand.
Die Herren Bürgermeister werden um Veröffentlichung des Vorstehenden gebeten.
Hanau am 4. März 1882.
Der Landrath.
Königliche Lehranstalt, für Obst- und Weinbau in Geisenheim a/Rh.
Das neue Schuljahr beginnt am 1. April. Weniger bemittelte Schüler finden, soweit Platz vorhanden, im Internat Aufnahme und zahlen jährlich für Wohnung und Kost 220 Mark, Nicht- Preußen 350 Mark. Gartengehülfen, welche nur Elementar-Kenntniffe besitzen, verweisen wir auf den einjährigen Kursus. Wegen der Statuten und sonstiger Auskunft wende man sich an den Unterzeichneten.
Der Direktor: Göthe.
Tagesschau.
— Berlin, 8. März. Se. Maj. der Kaiser konferirte heute Vormittag mit dem Finanzmmister Bitter und ertheilte später mehrere Audienzen.
— Berlin, 7. März. (K. Z.) Der Volkswirthschaftsrath berieth über das Unfallversicherungsgesetz. Kalle, Baare, Hertz und andere sprachen sich prinzipiell für die Genossenschaften aus, hielten aber zur Durchführung des Prinzips die Reichsversicherungsanstalt nicht entbehrlich. Jansen und Hertz wollten die Betheiligung des Reiches an der Prämienzahlung. Hagen und Leyendecker sprachen gegen die Betheiligung des Reiches an'der Prämienzahlung. Leyendecker wollte die Betheiligung der bestehenden Unfalloersicherungsanstalten an der Lösung der Aufabe, was Wolff bekämpfte. Gegen die ganze Vsrlage als nicht im Interesse der Arbeiter sprach sich Kamire aus.
— Berlin, 8. März. Der permanente Ausschuß des Volks- wirthschastsraths trat nach dem „Franks. Journ." heute Vormittag 10 Uhr unter Vorsitz des Staatsministers von ^Bötticher zur Berathung der Tabakmonopolfrage zusammen. Fast sämmtliche Mitglieder des Ausschusses sprachen zur Sache. Wir entnehmen obengenanntem Blatt u. A. folgendes: Schöpplenberg beantragte bie Annahme einer Resolution, welche sich gegen das Monopol und für die höhere Besteu- rung des Tabaks auèspricht. — Mewissen beantragt, zunächst den
den 9. März 1882.
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Beschluß zu fassen, daß die höhere Besteuerung erforderlich sei. Ruffer und Leyendecker sprechen sich in ähnlichen, Sinne aus, während Kalle bemerkt, daß es außer Zweifel stehe, daß der Tabok einer Höheren Besteuerung fähig sei. — Graf Henckel von Donnersmarck weist darauf hin, daß sich doch jeder schon seit Jahren mit der Frage beschäftigt habe; die Auskührungen des Regierungscommissärs von Mayr hätten mit Ausnahme Schöpplenberg allgemeine Zustimmung gefunden. — Regierungscommissar von Mayr führt dies noch weiter aus und weist auf die Nothwendigkeit der Steuerentlastung in den einzelnen Bundesstaaten bin. — Heim end ahl erörtert ausführlich, die Vortheile der Fabrikatsteuer und weist auf die Vereinigten Staaten hin, die 160,000,000 Mark Einnahme aus der Fabrikatsteuer hüllen. Für Deutschland lägen die Verhältnisse noch günstiger. Die Fabrikatsteuer würde schließlich dasselbe einbringen, wie das Monopol. Jedenfalls sei sie als Uebergang zum Monopol zu empfehlen. — Schöpplenberg fürchtet, wenn wir einmal die Fabrikatsteuer hätten, würden wir sie nicht mehr los werden. Die amerikanischen Tabake würden immer besser bleiben, als die deutschen und diesen den Markt verderben. — Krüger ist als Tabakpflanzer gegen jede andere Steuer als die Flächensteuer.— Schließlich wird aus Vorschlag des Ministers von Bötticher über den Antrag Mewissen, den Heimendahl und Graf Henckel auf- genommen haben, ahgestimmt. Der Antrag, welcher besagt: der Tabak sei einer ausgiebigeren Besteuerung zu unterwerfen, wird mit allen gegen 3 Stimmen angenommen. Hierauf wird §. 1 der Vorlage, welcher sich für Einführung des Tabakmonopols ausspricht, mit 15 gegen 7 Stimmen angenommen, ebenso die §§. 2, 3, 4, 5 und 6.
— Berlin, 8. März. Das Abgeordnetenhaus erledigte in der heutigen (29.) Sitzung zunächst eine Reihe von Petitionen und berieth sodann über den Antrag Stengel wegen Annahme eines Gesetzentwurfs, betreffend die Heranziehung der juristischen Personen zu den Gemeindeabgaben in den Landgemeinden der sieben östlichen Provinzen und der Provinz Schleswig-Holstein und die dazu gestellten Unteranträge. (K. Z.)
— Berlin, 8. März. In der gestern unter dem Vorsitze des Gesandten Grafen von Lerchenfeld Koefering abgehaltenen Plenarsitzung des Bundesraths ertheilte die Versammlung zunächst den Entwürfen von Gesetzen für Elsaß Lothringen, betr. die Feststellung des Landeshaushalts- Etats für 1882/83, die anderweitige Einrichtung der Kassenverwaltung, sowie die Gerichtskosten und die Gebühren der Gerichtsvollzieher, in der abgeänderten Fassung, welche diese Entwürfe durch die Beschlüsse des Landesausschusses erhalten haben, ihre Zustimmung. Sodann wurde der Antrag der Ausschüsse, betreffend die Grundsätze für die Besetzung der Subaltern- und Unterbeamtenstellen bei den Reichs- und Staatsbehörden mit Militäranwärtern, in zweiter Berathung mit einigen Abänderungen angenommen. Auch mit dem Ansschußantrage, betreffend die Zollbehandlung von Tischen aus lackirtem Holz mit eingelegten Verzierungen, erklärte sich die Versammlung einverstanden. Die Eingabe einer Handelskammer, betr. die Zollbehandlung von Perlmutterschalen, wurde dem Reichskanzler überwiesen. Nachdem hiernsichst dem Entwürfe eimr Geschäftsordnung für die Kommission zur Beobachtung des Vorübergangs der Venus vor der Sonne im Jahre 1882 die Zustimmung ertheilt worden war, wurde schließlich der Entwurf einer Verordnung, betr. die Verwendung giftiger Farben zur Herstellung von Nahrungsmitteln, Ge- uußmitteln und Gebrauchsgegenständen, den zuständigen Ausschüssen zur Vorberathnng überwiesen.
Berlin, 8. März. Graf Wolkenstein ist zum österreichischen Botschafter in Petersburg ernannt und seine Ernennung bereits von der russischen Regierung als angenehm bezeichnet worden.
— Berlin, 8. März. Der mit dec Wahrnehmung der Geschäfte des Staatssekretärs im Auswärtigen Amte betraute Kaiserliche Botschafter Graf von Hatzfeldt-Weldenburg hat einen ihm aus Gesundheitsrücksichten Allerhöchst bewilligten Urlaub angetreten. Derselbe wird während seiner Abwesenheit durch den Unter-Staatssekretär, Wirklichen Geheimen Legationsrath Dr. Busch vertreten.
— Bekanntmachung auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878. Rach dem „R.- 'u. St.-A." 9lr. 58 wurde unterm 4. März verboten: ein ohne Angabe des Herausgebers und Druckers gedrucktes