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Nr. 57. Mittwoch

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Tagesschau.

Berlin, 7. März. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen heute den Polizeipräsidenten von Madai zum Vortrage und nahmen darauf militärische Meldungen entgegen. Von 11 Uhr ab hörten Se. Majestät den Vortrag des Chefs des Militärkabinets.

Berlin, 7. März. Die heutige (28.) Sitzung des Abgeord­netenhauses begann mit der ersten Berathung der Landgüterordnung für Westphalen und einige rheinische Kreise. Nach längerer Debatte empfiehlt Minister Lucius die unveränderte Annahme des Entwurfes, wie er aus den Beschlüssen des Herrenhauses hervorgegangen, weil derselbe den Wünschen der Westphalen und auch früheren Beschlüssen des Hauses ent­spreche. Das Haus lehnt kommiffarische Berathung ab. Hierauf folgt Berathung des Etats des auswärtigen Amtes. Bei der Bewilligung des Postens für eine Gesandtschaft bei der römischen Kurie beantragt Weber nach derFranks. Ztg." Namens der Nationalliberalen Streichung des Postens. Er sagt: Wir erblicken in dieser Gesandtschaft den Charakter einer kirchenpolitlschen Institution. Nach des Kultusministers Erklärung, daß in Rom jetzt über die innere Staatsgesetzgebung verhandelt wird, können wir den Posten nicht genehmigen. Stengel plaidirt Namens der Freikonservativen für Bewilligung. Nachdem Virchow, Graf Limburg und Windthorst den Standpunkt ihrer Parteien dargelegt, wird die Po­sition mit erheblicher Majorität bewilligt. Dagegen sämmtliche Liberale.

Ueber die Situation betreffs des Tabaksmonopols im Volks­wirthschaftsrath wird derNst.-Ztg." geschrieben:Der permanente Aus­schuß tritt am Mittwoch in die Spezialdebatte über den Monopolentwurf ein. Nach einer angestellten Berechnung gilt es zweifellos, daß das Monopol im Ausschusse eine Majorität erhält und dort etwa 16 Mit­glieder für und 8 Wtoglieber dagegen stimmen werden. Der Ausschuß besteht aus 25 Mitgliedern. Von diesen resp, den für Einzelne einzu­berufenden Stellvertretern gelten als Anhänger des Monopols die Herren Mevissen, Kade, von Rüffer, Baare, Graf Henckel, Hessel, Dietze, von Rffselmann, Kiepert, v. Nathusius, v. Born, Rust, v. Tiele, Vorder­brügge, Wolff, Spengler, im Ganzen 16 Mitglieder. Gegen das Mo­nopol werden stimmen die Herren Hagen, Kochaun, Kaim, Krüger, Hei- mendahl welcher die Fabrikatsteuer vertheidigt, Kalle Freiherr v. Landsberg, Schöpplenberg, im Ganzen 8 Mitglieder; die Stellung des Herrn Dr. Janssen ist noch nicht bekannt. Als sicher gilt, daß das Plenum nach den Berathungen des Ausschusses zur definitiven Entschei­dung über die Monopolvorlage einberufen werden wird; es liegen hierü­ber Erklärungen des Staatssekretärs v. Bötticher vor. Es wird seitens der Gegner des Monopols angenommen, daß bei der Anwesenheit von 70 Mitgliedern etwa 40 für und 30 gegen das Monopol stimmen wür-

Die Kaiserliche Verordnung vom 24. Februar d. I., über daS gewerbsmäßige Verkaufen und Festhalten von Petroleum, begegnet viel­fach der Auffassung, als ob nach derselben Petroleum, welches in freier Luft oder in der Lampe erst bei 21 Grad Cels. entflammbare Dämpfe entwickelt, als ungefährlich anzusehen sei. Diese Auffassung ist irrig. Der Testpunkt von 21 Grad Cels. bezieht sich vielmehr laut §. 2 der Verordnung ausschließlich auf den Abelschen Prüfungsappsrat dergestalt, daß dasjenige Petroleum, welches auf diesem Apparate bereits bei we­niger als 21 Grad Cels. entflammbare Dämpfe entweichen läßt, als feuergefährlich anzusehen ist. Nach den eingehenden Untersuchungen, welche im Kaiserlichen Gesundheitsamt, wie vom Professor Dr. R. We­ber vor Erlaß der Verordnung angestellt worden sind, vermag ein Pe­troleum, welches derartige Dämpfe auf dem Abelschen Apparate bei 21 Grad Cels. entwickelt, auf den gewöhnlichen Petroleumlampen erst bei einem etwa 10 Grad höher liegenden Wärmegrade, also etwa bei 31 Grad Cels. Anlaß zu Explosionen zu geben. In welchem Maße die Konstruktion des Prüfungsapparats das Prüfungsresultat beeinflußt, geht z. B. daraus hervor, daß Großbritannien, welches seit dem 1. Januar 1880 den Abelschen Apparat an Stelle des bis dahin in Gebrauch §e- wesenen älteren und weniger vollkommenen Apparats eingeführt' hat, gleichzeitig den Testpunkt um 27 Grad Fahrenheit hat herabsetzen müssen.

Es ist ferner behauptet worden, daß bereits bisher das im Handel Vorkommens e Petroleum durchweg einen Entflammungspunkt von mehr als 21 Grad Cels. (Abel Test) besessen habe. Auch diese Behauptung ist unzutreffend; denn in Deutschland ist nicht selten Petroleum in den

den 8. März 1882.

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Verkehr gebracht worden, welches bereits bei 1719 Grad Cels. (Abel Test) entflammbare Dämpfe entweichen ließ.

Es verdient übrigens noch hervorgehoben zu werden, daß behufs der Vermeidung von Petroleum-Explosionen nicht nur auf die Qualität des Petroleums, sondern auch auf die Beschaffenheit der Lampen zu achten ist. Denn selbst das beste Petroleum vermag auf einer schlecht könstruirten Lampe Explosionen zu verursachen. Als besonders gefähr­lich haben sich diejenigen Lampen herausgestellt, welche wie z. B. die meisten Flachbrenner, namentlich solche mit metallenen Oelbehältern eine starke Erhitzung der Dochthülse und eine Mittheilung der von der Flamme ausgehenden Hitze an das im Oelbehälter befindliche Petroleum gestatten.

Die Einberufung von Premier-Lieutenants der Landwehr be­hufs Darlegung ihrer Befähigung zum Hauptmann soll dies Jahr in umfangreicher Weise stattfinden.

Während Preußen den ursprünglichen Gedanken beibehalten hat, die Aufnahme der Berufsstatistik auf seinem Staatsgebiete von Reichs­wegen ausführen zu lassen, werden fast alle größeren Bundesstaaten die Aufnahme selbst machen. Die Königreiche Bayern, Sachsen und Würt­temberg, sowie alle Grvßtzerzogthümer, mit Ausnahme von Sachsen- Weimar, haben die Erklärung abgegeben, daß sie die Ausnahme als Staatssache ansähen. Die Hansestädte haben ihren Willen bis jetzt noch nicht zu erkennen gegeben. Ein Hauptgrund für dieses Verhalten ist wohl darin zu erkennen, daß das gewonnene Material für die Einzel­staaten einen großen dauernden Werth hat. (Pr. Bl.)

Karlsruhe, 6. März. (K. Z.) Markgraf Maximilian von Baden ist heute Nachmittag 53/* Uhr gestorben. Markgraf Maxi­milian, Bruder des verstorbenen Großherzogs Leopold von Baden, Va­ters des regierenden Großherzogs, wurde am 8. Dezember 1796 zu Tries- dorf bei Ansbach geboren. Der Verblichene war königlich preußischer General der Cavallerie und Chef des Badischen 2. Dragoner-Regiments Nr. 21. Er erfreute sich bis vor wenigen Wochen trotz seiner 85 Jahre einer großen geistigen und körperlichen Rüstigkeit. Zu Anfang Februars aber erkrankte er an einer rosenartigen Entzündung des rechten Fußes und die Krankheit nahm einen so schlimmen Verlauf, daß schon gestern der Zustand des Kranken als sehr bedenklich bezeichnet wurde.

Paris, 7. März. (K. Z.) Die Kaiserin von Oesterreich traf heute früh um 9 Uhr in Begleitung des Fürsten Liechtenstein, Ba­ron Napcsa und der Gräfin Festetics auf dem Nordbshnhofe ein, wo sie mit Rücksicht auf ihr Jncognito nur von dem städtischen Polizeidi« rektor Caubet in Empfang genommen wurde. Eine große Menge von Polizisten war auf dem Bahnhöfe und in dessen Umgebung anwesend, die zahlreiche Zuschauermenge begrüßte die Kaiserin mit warmen Zu­rufen, welche von der hohen Frau mit verbindlichem Dankgruße erwi­dert wurden. Bier Wagen führten die Kaiserin und ihr Gefolge in das Hotel Bristol.

; London, 7. März. DieTimes" sieht die Umwandlung Serbiens in ein Königreich als ein Ereigniß von großer politischer Wichtigkeit an: Oesterreich habe sich, indem es dem Fürsten Milan den Anspruch auf den Königstitel gewährt, die wohlwollende Neutralität Serbiens gesichert und damit die Gefahr einer Betheiligung der Ser­ben an dem Aufstande der Slaven in der Herzegowina wirksam abge- wendet.

Belgrad, 7. März. Der König erließ eine Proclamation, worin er erklärt, daß er nach dem Willen des ganzen Volkes die Kö­nigskrone angenommen habe; er werde sein ganzes Leben dem Glücke seines Volkes widmen. Von ganz Europa sympathisch unterstützt, wofür er seinem Dank Ausdruck gibt, gehe Serbien einer sicheren Zukunft ent­gegen. Das Schriftstück schließt: Möge die neue Aera Alle mit Vater­landsliebe und Opferwilligkeit erfüllen, möge die neue Stellung geheiligt werden durch die Entwickelung der Bürgerliebe zur Gerechtigkeit, zu dem Fortschritte, zur Freiheit und Ordnung. (Fr. I.)

-- Laut Meldung aus Konstantinopel sprach sich der Sultan bei der Abschwdsaudienz Tissots in den sympathischsten und freundschaft­lichsten Ausdrücken über Frankreich aus.

Nach über Oran aus Mecheria eingegangenen Nachrichten hat die Kolonne Mermet 18 000 Hammel und 300 Kameele erbeutet und eine andere Kolonne durch einen Eilmarsch Jnsurgentenabtheilungen von