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3 Marl 25 Psg.

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Mit dem betreffen- 3w Poftausjchi-g. Bde rtn^lue Num­mer is Wg.

fimwt Anzeiger.

ZNgleich Amtliches Organ für Kreis und ^tcM Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspsndenz.

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Die Ispaltige Varmondzeile * deren Raum

10 Psg.

Die »spalt, geile 20 Psg.

Die »sraltlgegetk 30 Psg

Nr. 54.

Samstag den 4. März

1882.

Amtliches.

Bekanntmachungen auf Grund des Reichsgesehes vom 21. Oktober 1878.

Auf Grund der §. 11 und 12 des Reichsgesetzes gegen die ge­meingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 ist das ohne Angabe des Druckers oder Verlegers erschienene

Flugblatt, betitelt:Zur Kaiserfeier" und mit den Worten schließend:O Volk, wann machst Du Dich frei?" von uns verboten worden.

Schleswig den 18. Februar 1882.

Königliche Regierung, Abtheilung des Innern. Hanssen.

LandwirtsiHMicher Lrew-Dereln M Hanau.

Nächste Versammlung Samstag den 1 1. März, Nach­mittags V/s Uhr, im Gasthaus zumgoldenen Löwen" in Hanau.

Tagesordnung:

1) Geschäftliche Mittheilungen.

2) Rechnungsablage und Vorstandswahl.

3) Berichterstattung über die Angelegenheit der Zuckerfabrik und Vor­trag des Herrn Dr. Hesse (Direktor der landwirthschaftlichen Winterschule in Marburg) über Zuckerrübenbau.

4) Abgabe guter, von dem Verein anzeschafften Obstbäume für 1 M. 60 Pf. pr. Stück.

5) Gratisvertheilung der Broschüre: Die Viehseuchen, hersusgegeben von P. Schmelz, Königl. Departements-Thierarzt und Veterinär- Assessor, unter die anwesenden Mitglieder.

In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung werden die Mitglieder gebeten recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen.

Der Vorstand.

Die Herren Bürgermeister werden um Veröffentlichung des Vor­stehenden gebeten.

Hanau am 4. März 1882.

Der Landrath.

Tagesschau.

Attentat auf die Königin Viktoria.

London, 2. März, Abends. Eine Depesche aus Windsor meldet: Als die Königin heute von London kommend auf dem Bahnhöfe von Windsor in ihren Wagen stieg, um sich nach dem Schlosse zu be­geben, feuerte ein Individuum einen Pistolenschuß auf die Königin ab. Niemand wurde verletzt. Der Attentäter, welcher ärmlich gekleidet war, wurde sofort von der Polizei verhaftet. 3. März. Die Königin empfing gestern Abend Glückwunsch-Telegramme von der Kaiserin von Oesterreick, von den Kaisern Deutschlands und Rußlands, von den Bot­schaftern Grafen Münster und Fürsten Lobanoff, sowie anderen Mit­gliedern des diplomatischen Corps. Sämmtliche Morgenblätter drücken ihren tiefen Abscheu über das Attentat und ihre lebhafte Befriedigung über das glückliche Entrinnen der Monarchin aus.Daily News" er­fährt, die Opposition beschloß, die Zulassung Bradlaugh's im Unter­hause abermals zn beanstanden. Der Attentäter Roderick Maclean ist ein stellenloser Commis und in London geboren. Man glaubt, daß der­selbe geisteskrank ist. Die Umstehenden verhinderten ihn, einen zweiten Schuß abzugeben und entrissen ihm den Revolver. Die Polizei hatte Mühe, den Attentäter vor der Erbitterung der Menge zu schützen, welche Lynchjustiz an demselben ausüben wollte. Die Königin war wenig er­schüttert und das Hof. Diner fand in gewohnter Weise statt. (Fr. I.)

Der heutigeR. u. St.-A." schreibt: Mit Entrüstung und Ab­scheu wird in ganz Deutschland die Nachricht ausgenommen sein, daß gegen Ihre Majestät die Königin von Großbritannien und Irland, Kai­serin von Indien, gestern ein verruchtes Mordattentat verübt worden ist, mit, dem Gefühle der Erbitterung über die Unthat, sich aber zugleich die mnige Theilnahme verbinden an der glücklichen Errettung der unserem Kaiserlichen Hause durch verwandtschaftliche Bande so nahe stehenden

Herrscherin, deren geheiligte Person durch Gottes Hand gnädig beschütz worden ist.

Berlin, 3. März. Heute VormittagMeßen Sich Beide Kai­serlichen Majestäten, wie alljährlich, durch den Branddirektor Major Witte diejenigen Mitglieder des Berliner Feuerwehr« orps vorstellen, welche sich im vergangenen Jahre bei Ausübung des Dienstes besonders ausgezeichnet haben.,

Berlin, 3. März. Der Volkswirthschaftsrath berieth heute die Vorlage über das Tabaksmonopol. Schöpplenberg (Bremen) sprach gegen das Monopol, das Bremen ruinire und Tausende brodlos machen werde. Wolff ist für das Monopol, dessen politische und wirthschaftliche Bedeutung er hervorhebt. Die Opfer seien winzig gegenüber den großen Erträgen. Haagen betont, Reichstag und Handelstag hätten sich gegen das Monopol erklärt, das auch den Schmuggel befördere und den Be­amteneinfluß vermehre. Leuschner erklärt den Tabak sür ein geeignetes Steuerobjekt. Eine höhere Tabaksteuer würde nur Schaden bringen, es bleibe daher nur das Monopol übrig. Baare ist aus politischen und praktischen Gründen für das Monopol, das nur durch die Presse, die Tabakhändler und Fabrikanten unpopulär geworden sei. Bröckhoff be­leuchtet speziell die Verhältnisse Duisburg's, er empfiehlt eine höhere Besteuerung des inländischen Tabaks. Die niedrigen Preisansätze der Vorlage seien nur gemacht, um Stimmung im Volke zu machen. Unter- staatssekretär Mayr vertheidigt die Vorlage. Kalle will höhere Besteue­rung des inländischen Tabaks, Nathusius ist für das Monopol, Leyen­decker und Heimendahl erklären sich dagegen; Heimendahl will das amerikanische Tabaksteuer-System. Hessel, Dietze, Delius, Rifselmann und Baare (nochmals) sprechen für das Monopol, Landsberg, Kochhann (Kammin) dagegen. Rosenbaum ist nur, wenn kein anderes Steuerob­jekt zu finden ist, für das Monopol. Der Regierungskommissar Mayr konstatirt, daß alle Redner sür ausgiebigere Besteuerung des Tabak« sich ausgesprochen haben. Die Debatte wird fortgesetzt. (Fr. Ztg.)

Berlin, 3. März. In der heutigen (25.) Sitzung des Abgeord- Hauses wurde der gesammte Etat der Berg-, Hütten- und Salinenver­waltung nach unerheblicher Debatte unverändert bewilligt.

Berlin, 3. März. Zu dem am 1. d. Mts. bei der Militär- Turnanstalt begonnenen bmonatlichen Lehrkursus ist wiederum eine größere Anzahl von Offizieren aller Waffengattungen kommandirt wor­den und hier eingetroffen.

Berlin, 2. März. Der Geh. Oberjustizrath und Senats­präsident am Kammergericht, Karl Hermann Kanngießer, ist heute am Herzschlag gestorben. (Geboren 1820, 1850 Staatsanwalt, 1869 Ap­pellationsrath in Magdeburg, 1873 Mitglied des Gerichtshofs für kirch­liche Angelegenheiten.)

S. M. S.Carols", 10 Geschütze, Kommandant Korvetten­kapitän Karcher, ist am 2. März cr. in Sidney eingetroffen und beab­sichtigt am 23. dess. Mts. die Reise fortzusetzen.

Der Marktbericht über den Maschinenbau in dem neuesten Heft vonGlasers Annalen" lautet:

Die erfreuliche Thätigkeit der Werkzeugmaschinenfabriken beweist besser als alles Andere, daß unsere vaterländische Industrie sich in guter Entwickelung befindet. Die Fabriken, welche sür die Textil-, Zucker- und Spiritus-Industrie arbeiten, sind auch fast durchweg gut zu lohnen­den Preisen und auch weit hinaus besetzt. Der allgemeine Maschinenbau dagegen ist noch eines wesentlichen Aufschwungs fähig.

In Gefle wurde der dortige Bankkassirer Adelberg wegen Ver­untreuung einer Summe von 107 000 Kr. verhaftet. Er hat die That eingestanden, weigert sich aber, anzugeben, wo er mit dem Gelde geblie­ben ist. Im Börsenspiel will derselbe die Summe nicht verloren haben.

Prag, 2. März. Die Stadtverordneten haben beschlossen, nach Publizirunz des Universitätsgesetzes eine Deputation an den Statthalter abzusenden, um ihren Dank dem Kaiser zu übermitteln. Von der städti­schen Vertretung wurde ein dreimaligesSlava" und Hoch auf den Kaiser ausgebracht.

Konstantinopel, 3. März. Der russische Botschafter No- Vikow gibt heute Abend ein Diner zu Ehren der deutschen Gesandtschaft, und zwar ausdrücklich, um Skobelew zu desavouiren. Die Nachricht,