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Nr. 52.

Donnerstag den 2. März

1882

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Amtliches.

Der Ausläufer Philipp Friedrich Lehr zu Oberdorfelden hat um Entlassung aus dem Preußischen Unterthanen- Verbände behufs Auswan­derung nach Amerika nachgesucht.

Hanau am 22. Februar 1882.

Johannes Schneider zu Niederissigheim wurde als Vieh- und Fleischbeschauer für diese Gemeinde verpflichtet.

Hanau am 24. Februar 1882.

Metzger Wilhelm Röder in Bergen beabsichtigt die Anlage einer Schlächterei in der Hofraithe der Philipp Schumann's Wittwe daselbst, Karte Y. 225 und 226 (Brandversicherungs-Nummer 138) in der von der Hauptstraße sich abzweigenden s. g. Steingasse belegen.

Unter Bezugnahme auf §. 16 der Gewerbe-Ordnung vom 21. Juni 1869 wird dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß ge­bracht, daß die Pläne und Beschreibungen zur Einsicht während der nächsten 14 Tage hier offen liegen. Etwaige Einwendungen gegen die beabsichtigte Anlage sind während jener"Zeit, bei Meidung der Aus­schließung hier vorzubringen.

Hanau am 24. Februar 1882.

__________________________Der Landrath. __________________________

Tagesschan.

Berlin, 1. März. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute militärische Meldungen entgegen, empfingen die Rapporte der Leib-Regimenter und hörten den Vortrag des Chefs des Civilkabi- nets, Wirklichen Geheimen Raths von Wilmowski.

Berlin, 1. März. In der heutigen (23.) Sitzung des Ab­geordnetenhauses begründete Knebel seinen Antrag auf Untersuchung über die Lage des Kleinbauernstandes der Rheinprovinz. v. Huene und Janssen beantragen, diese Untersuchung auf den Grundbesitz, besonders den kleinbäuerlichen, in der ganzen Monarchie auszudehnen und das Ergebniß derselben dem Landtage baldigst mitzutheilen. Dieser Antrag wird nach unerheblicher Debatte an eine Commission von 21 Mitglieder überwiesen. (K. Z.)

Berlin, 1. März. Nach Beendigung des Winter-Kursus bei der Militär-Turnanstalt werden sich die zu demselben kommandirt gewe­senen Offiziere heute in ihre Garnisonen zurückbegeben.

Berlin, 28. Febr. Der Abg. Frhr. v. Schorlemer-Alst ist in Osnabrück, wo er seinem Sohne einen Besuch abstattete, an der Ge­sichtsrose erkrankt. Er hat, da er voraussichtlich acht Tage lang an das Zimmer gefesselt sein wird, sein Mandat all Mitglied der kirchenpoli­tischen Commission niedergelegt; an seine Stelle tritt der Abg. Frhr. v. Wendt. Es steht jetzt fest, daß die russische Regierung sowohl bei Deutschland als bei Oesterreich die entschiedenste Mißbilligung der krie­gerischen Politik Skobelew's ausgesprochen hat. Rußland betheuert, daß es mit beiden deutschen Mächten (wenn man Oesterreich noch eine deutsche Macht nennen kann) in Frieden und Freundschaft zu leben wünscht. Nun ist es aber in hohem Grade beachtenswerth, daß man nicht bloß bei uns, sondern auch in Petersburg überzeugt ist, daß Skobelew's Re­den keine unbedachten Einfälle sind, sondern er im Einverständnisse mit der panslawistischen Partei und namentlich Jgnatiew selbst gehandelt hat. Alexander III. hat also mittelbar seine Mißbilligung über die Ziele der Jgnatiew'schen Politik ausgesprochen, und es ist daher ein seltsamer Wi­derspruch, daß Jgnatiew noch immer der erste Minister in Petersburg bleibt. Man ist hier überall der beruhigenden Ueberzeugung, daß zu­nächst kein Krieg zu befürchten sei. Herr Finanzminister Bitter trat gestern in sein siebenzigstes Lebensjahr. Im Abgeordnetenhause wurden dem Jubilar zahlreiche Glückwünsche sowohl von den erscheinenden Re- gierungSvertretern wie von Abgeordneten dargebracht. (K. Z.)

Bezüglich der Reichstags-Resolution über die Verhaftung von Reichstags-Abgeordneten während einer Sitzungsperiode hat sich der Bundesrath damit einverstanden erklärt, daß dem Reichstag von allen solchen Fällen unverweilt und unter gedrängter Angabe der Gründe be- Huss Mittheilung an den Reichstag Kenntniß gegeben werde, und daß den Landesregierungen anheimzustellen sei, das hierzu Erforderliche zu veranlassen. Das Uebrige wurde abgelehnt.

Der Präsident des Dtsch. Nautischen Vereins, Kommerzienrath

J. Gibsone in Danzig, hat angekündigtermaßen nunmehr den nautischen Bezirksvereinen und den dem Verbände angeschlossenen Handelskammern einen Vorschlag betreffs der Sicherstellung der Seeleute gegen Erwerbs­störungen durch Unfälle mitgetheilt, der der weiteren Erörterung in Fach­kreisen als Grundlage dienen soll. Auch wenn das bevorstehende Gesetz die Rhederei nicht einschließen sollte, empfiehlt sich ihm zufolge vorzu- gehen, damit die Sicherung der Arbeiter in den industriellen Betrieben aller Art nicht zum Matrosenmangel führe. Er will eine allgemeine deutsche Seemannskasse durch Reichsgesetz auf Zwangsbeiträge von Rhe- dern und Seeleuten gegründet sehen. Der Rahmen der Entschädigung heischenden Unfälle soll sogar noch weiter gezogen werden als am Lande, nämlich ansgedehnt auf alle während der Dienstzeit, nicht etwa blos auf oder an dem Schiffe erlittenen Unfälle, auf epidemische Erkrankungen und vielleicht sogar auf andere innere Krankheiten während der Dienst­zeit. Der Sitz der Seemannskasfe würde Hamburg sein. Nach Eingang der Gutachten will der Vereinspräsident daraus eine umfassende neue Denkschrift Herstellen.

Metz, 27. Febr. Der hiesige Gemeinderath hatte letzten Montag in der Person des Mitgliedes Pigeon einen Abgeordneten für den Landesausschuß gewählt, trotzdem man zum Voraus wußte, daß derselbe der deutschen Sprache nicht mächtig sei und deßhalb das Man­dat nicht annehmen könne. Wie es vorauszusehen war, hat Herr Pigeon denn auch das Mandat verweigert und dieser Erklärung den üblichen Protest beigefügt. Wie in den vorausgegangenen drei Fällen handelte es sich also lediglich um eine kleinliche Demonstration. Wie es den Anschein hat, liegt es in der Absicht des Gemeinderathes, nach und nach sämmtliche nicht Deutsch sprechende Mitglieder an die Reihe kommen zu lassen wenn nicht die Regierung vorher die Geduld verliert. (Schw. M.)

Paris, 28. Febr. Der Ministerrath hat beschlossen, das Ge­setz vom Jahr 1849 über die Ausweisung von Ausländern wie folgt zu modifiziren: Jeder Ausländer, welcher bereits eine Bestrafung erlitten hat, soll ohne weitere Förmlichkeit sofort ausgewiesen werden; ist eine Bestrafung noch nicht erfolgt, so soll die Frage wegen der Ausweisung vor den Ministcrrath gebracht werden. Das Gerücht, daß Andrieux zum Botschafter in Madrid ernannt werden soll, bestätigt sich.

Petersburg, 28. Febr. (K. Z.) Das Journal de St. Petersbourg weist darauf hin, daß ein radikaler Deputirter in der fran­zösischen Kammer der Regierung wegen der Ausweisung des Nihilisten Lawrow Borwürfe gemacht habe, während man doch seiner Zeit von dieser Seite gegen die Ausweisung des Don Carlos nichts zu erinnern gehabt hätte. Es schiene demnach, daß die Revolutionäre das Asylrecht von einem doppelten Gesichtspunkte betrachten und dasselbe nur zu Gunsten der Königsmörder als heilig gelten ließen. In dem Prozesse Tri- gonja wurde in der vergangenen Nacht das Urtheil gesprochen; von den Angeklagten wurden zehn, darunter eine Frau, zum Tode, die übrigen zu Zwangsarbeit verurtheilt.

Konstantinopel, 28. Febr. Bei dem gestrigen Diner in der deutschen Botschaft, welcher die Mitglieder der außerordentlichen preußischen Gesandtschaft und zahlreiche türkische Würdenträger beiwohn­ten, brachte der Geschäftsträger, Botschaftssekretär v. Hirschfeld, einen Toast auf den Sultan aus, Said Pascha auf den deutschen Kaiser. An das Diner schloß sich ein glänzender Rout an. Heute unternimmt die preußische besondere Gesandtschaft eine Fahrt nach Skutari. Die Abreise derselben findet nicht vor Ende dieser Woche statt.

Lokales.

Hanau, den 2. März.

Die erste diesjährige Schwurgerichtsperiode beginnt Montag den 27. März unter dem Vorsitze des Herrn Landgerichtsdirektor Brand. Zur Verhandlung sind bis jetzt 3 Fälle bestimmt. Die Ausloosung der Geschworenen findet morgen, den 3. März, statt.

(Spessart-Touri st en-V er e in.) In vorgestriger Gene­ralversammlung wurden folgende 9 Ausflüge für das Jahr 1882 fest­gestellt:

1) am 1 2. März: Trages, hinterer Hahnenkamm.

2) am 7. April: Steinbacher Thal, Graustein.

3) am 1 4. Mai: Wiesbaden, Neroberg, Platte (mit Familie).

4) am 4. Juni: Amorbach, Ruine Wildenburg.