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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, " und Samstags mit der Berliner Provinzial- Correspondenz.
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Lie lipaltige Garmondzetle * deren Raum
10 Psg.
Lie Sspalt. Seile 20 Pfg.
LieSspaltigeZeik, 30 Pfg.
Nr. 51. s™^™??
Mittwoch den 1. März
1882
Amtliches.
Bekanntmachung.
Die Bestellung der Postsendungen durch Eilboten betreffend.
Für die Bestellung der Postsendungen durch Eilboten treten vom 1. März ab folgende Bestimmungen versuchsweise in Kraft. Bei Vorausbezahlung des Eilbestellgeldes für Sendungen nach Landorten kommt wie bei Telegrammen eine Gebühr von 80 Pfennig für Briefe, Postanweisungen und Geldbriefe, dagegen für Packete eine solche von 1 Mark 20 Pfennig ohne Unterschied der Entfernung zur Erhebung. Für die Eilbestellung im Orts bezirk der P ost an stal ten kommt im Fall der Vorausbezahlung die seitherige Gebühr von 25 Pfennig für alle Gegenstände außer den Packeten, für letztere der Satz von 40 Pfennig zur Anwendung. Ist das Eilbestellgeld nicht im Voraus entrichtet, so hat der Empfänger, wenn er die Sendung annimmt, das volle Botenlohn zu zahlen. Den Eilboten werden Geldbriefe und Werthpackete bis zum angegebenen Werth von 400 Mark, Postanweisungsbeträge ebenfalls bis zur Höhe von 400 Mark mitgegeben. Eilpackete im Gewicht von mehr als 5 kg werden nur insoweit abgetragen, als die Postanstalt am Bestimmungsort es für angängig erachtet. Bei Vorausbezahlung des Eilbestellgeldes ist unter dem die Eilbestellung verlangenden Vermerk der Zusatz „Bote bezahlt" zu machen.
Berlin W., 20. Februar 1882.
Der Staatssekretair des Reichs-Postamts.
Stephan.
Tagesschau.
— Se. Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht: den Geheimen Ober-Postrath und vortragenden Rath im Reichspvstamt Mießner in Berlin zum Direktor im Reichspostamt zu ernennen.
— Der „R. u. St.-A." Nr. 51 veröffentlicht: Verordnung über das gewerbsmäßige Verkaufen und Feilhalten von Petroleum, vom 24. Februar 1882.
— Berlin, 28 Februar. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute militärische Meldungen entgegen und hörten die Vorträge des Polizei-Präsidenten von Madai, des Chefs der Admiralität, Staats - Ministers von Stofch und des Chefs des Militärkabinets, General- Lieutenants von Albedyll.
— Berlin, 27. Febr. Mit dem Eintritt des neuen französi- schen Botschafters, Baron de Courcel, hat auch ein Wechsel in dem Botschaftspersonale stattgefunden: der bisherige Geschäftsträger Graf d'Au- bigny und der bisherige Attaché Jeannequin haben andere Stellen erhalten.
— Berlin, 28. Februar. Die Verhandlungen des Preußischen Volkèwirthschassraths sind heute, Nachmittag 2 Uhr, durch den Staats- minister v. Boetticher eröffnet worden. Demselben wird auch ein vollständiger Gesetzentwurf über das Reichètabaksmonopol vorgelegt werden.
— Berlin, 28. Febr. (Abgeordnetenhaus, 22. Sitzung.) Das Haus setzt die zweite Lesuug des Etats fort und genehmigt ohne erhebliche Debatte die Ausgaben des Ministeriums des Innern für die Poli- zeiverwaltungen in den Provinzen und für die Distriktskommissare in der Provinz Posen. (K. Z.)
— Bekanntmachung auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878. Nach dem „R.- u. St.-A." Nr. 50 wurde unterm 22. Februar verboten: die nichtperiodische Druckschrift: „Program robotnikow“ (0 szczegolniejszym zwiazku pomiedzy spoiczesnym okresem historycznym a idia klasy robotniczéj). Odczyt Ferdynanda Lassalle’a. Lwow 1878. Z. J. Zwiazkowej drukarnia. hotel Zorza. Nakladem Ksie- garni polskiej “ —, Übersetzung der durch Beschluß der Königlichen Regierung zu Liegnitz vom 30. Dezember 1878 verbotenen Druckschrift: „Arbeitergrogramm, Ueber den besonderen Zusammenhang der gegenwärtigen Geschichtsperiode mit der Idee des Arbeiterstandes. Von Ferdinand Lassalle".
— In der Unterrichts- Commission wurde beschlossen, über die Petitionen, wonach in Mädchenschulen der Handarbeits-Unterricht nur fakultativ und nicht obligatorisch betrieben werden soll, zur Tagesordnung überzugehen, da sich dieser Unterricht sehr gut bewährt habe.
— Wie man hört, wird die Regierung zu dem Knebel'schen Anträge auf Untersuchung der bäuerlichen Zustände in den Rheinlanden eine entgegenkommende Stellung bekunden. Zunächst wird es sich um kommissarische Berathungen der betreffenden Ressorts handeln, die Untersuchung wird sich aber wohl auch auf die anderen Provinzen erstrecken.
— Von S. M. S. „Moltke", 16 Geschütze, Kommandant Kapitän zur See Pirner, sind Nachrichten d. d. Valparaiso, den 22. Februar cr., eingegangen. — S. M. S. „Hertha", 19 Geschütze, Kommandant Kapitän zur See von Kall, ist am 5. Januar cr. in Nagasaki eingetroffen und am 15. dess. Mts. von dort nach Kagoshima in See gegangen. — S. M. Kanonenboot „Iltis", 4 Geschütze, Kommandant Kapitän - Lieutenant Klausa, ist am 17. Januar cr. in Amoy eingetroffen.
— Essen, 24. Febr. Gestern ist der Buchhalter und Cassier Ca- lons von der Zeche Hagenbeck bei Borbeck unter Mitnahme von 37 500 Mk., die für heute zur Auslohnung der Bergleute bestimmt waren, verschwunden. Die Telegraphen spielten heute nach allen Seiten, doch wird bezweifelt, daß es gelingen wird, des schlauen Burschen, der Beziehungen in Belgien und Frankreich hat, habhaft zu werden.
— Das „Deutsche Wollengewerbe" meldet: In Gera und Greiz herrscht in den Fabriken volles Leben, wie kaum in emem anderen Distrikt. Die Mode ist den Kleider- wie Konfektionsstoffen wiederum günstig, und Aufträge laufen reichlich vom In- wie Auslande ein. Selbst Frankreich ist starker Käufer, das doch sonst selbst in Fabrikation dieser Artikel Hervorragendes leistet. Gera steht mit seinen Cachemires, Satins, Piquös und Fantasiegenres auf hohem Standpunkt und speziell seinen Färbereien gebührt alles Lob. Greiz hat sich durch die Billigkeit reinwollener Beiges den Markt erobert.
— Pest, 27. Febr Von offizieller Seite wird mitgetheilt: Mit Rücksicht auf die von der Berliner „Nationalliberalen Korrespondenz" veröffentlichte Nachricht, daß die Siebenbürger Sachsen für ihre Briefe das schwarze Kabinet zu fürchten hätten, muß konstatirt werden, daß in Ungarn, wenigstens seit dem Bestehen der ungarischen Regierung, kein solches Kabinet existirt.
— Paris, 27. Febr. Der Senat nahm heute den bereits von der Deputirtenkammer votirten Gesetzentwurf, betreffend die Regelung der Handelsbeziehungen mit England, ohne Debatte an. — Die Grubenarbeiter in Bessèges haben, nach hier eingegangenen Nachrichten, zum Theil die Arbeiten wieder ausgenommen; man hofft, daß der Stricke demnächst beendigt werden wird. — Das in Tunis verbreitete Gerücht von der Ermordung eines sranzösischen Seesoldaten durch einen Italiener in Go- letta bestätigt sich nicht.
— Grevy, der Präsident der französischen Republik, sagte von Skobeleff: „Dieser Mensch ist reif für's Tollhaus!" (Es soll aber Methode in seiner Tollheit sein.) — Fieycinet, der Minister des Aeußern, sagte unter großem Beifall der Kammer: „So lange Wir Minister sind, wird sich Frankreich in kein Abenteuer stürzen." Und von Gambetta hat Thiers schon vor Jahr und Tag gesagt: „Dieser wüthende Narr!" Und Gambetta rächt sich an Freyeinet durch die Aussprengung: „Die Jesuiten, die ich ausgetrieben, lehren unter Freycinet wieder." Das ist die einzige Lüge unter den obigen Bonmsnts. (Df.-Ztg.)
— In der Affaire Skobelew wird der „Nat.-Ztg." geschrieben, und diese Mittheilung stimmt mit einer officiösen Correspondenz der Prager „Politik" überein: „Der russische Botschafter, Herr v. Saburow, hat vorgestern dem Fürsten Bismarck das lebhafte Bedauern seiner Regierung über Tendenz und Form der verschiedenen Aeußerungen Skobe- lew's ausgesprochen, woraus der Fürst, wie berichtet wird, dem Ausdruck seiner Befriedigung über diese Erklärung beifügte, er glaube voraussitzen zu dürfen, daß der Botschafter in Wien sich der österreichisch-ungarischen Regierung gegenüber in derselben Weise zu äußern angewiesen worden sei. Die mehrseitig gebrachte Nachricht, Fürst Bismarck habe dem Kai-