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lich vorgerückt, sehr befriedigt von den Erlebnissen des Abends den Heim­weg an.

Gestern Vormittag 11 Uhr wurde durch Herrn Laudrath Frei- herru v. Schrötter in dessen Bureau dem Schutzmann Schantz hier das ihm von Sr. Majestät dem Kaiser und König verliehene Allgemeine Ehrenzeichen mit einer passenden, mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser und König schließenden Ansprache überreicht. Dem feierlichen Akte wohnten sämmtliche Beamten des Landrathsamtes, die Schutzmannschaft und Gendarmen bei.

DerG. A." schreibt aus Gießen, 24. Febr.: Zwei Schul­knaben aus Hanau, welche vor einigen Tagen ihr Elternhaus bös­willig verlassen hatten, meldeten sich gestern Abend auf hiesiger Polizei und baten um Unterkunft. Die nöthigen Schritte zur Nachhausbeförder­ung der Flüchtigen sind auch von dieser Behörde eingeleitet worden.

Bersteigerung s- und Verpachtungs- rc. Kalender

für Montag den 27. Februar.

Holzversteigerungen: 1) in der Königl. Oberförsterei Sal­münsterer; Termin Morgens 8 Uhr im Gasthof zumLöwen" in Sal­münster. Verkauft werden 2 Eichen - Stämme, sowie bedeutende Posten Eichen-, Buchen- und Kiefern-Brennholz rc. (s. Nr. 39Han. Anz"). 2) zu Emmrichèhofen; Termin Vormittags 10 Uhr an Ort und Stelle. Zur Versteigerung kommen: 48 rm Kiefern. Wingert-Psahlholz, 20 do. Leiterbäume, 800 do. Bohnenstangen, 760 do. Schwarten, 60 rm do. SpÄhne; sowie sonstiges Kiesern-Brennholz (s. Nr. 44Han. Anz.").

Vormittags 11 Uhr kommt auf dem Bürgermeistereibureau zu Bü­dingen (Station der Oberhess. Bahn) die dortige Gemeindejagd (1000 ha Feld- und 1010 ha Waldgemarkung) in 3 Abtheilungen, auf wei­tere 6 Jahre, vom 1. März d. I. ab, zur Verpachtung (s. Nr. 43 Han. Anz.").

Für heute. Turn- und Fecht - Club: Abends 8 Vs Uhr Män­nerturnen.

Se. Majestät der König haben Allerguädigst geruht den Werk­meister Wilhelm Breithaupt zu Kassel zum Mitglied des Volkswirth- schastsraths für den Rest der laufenden fünfjährigen Sitzungsperiode des letzteren zu berufen.

Kassel, 23. Febr. Der Sohn einer hiesigen Bürgersfamilie, welcher auswärts in Stellung steht, hielt sich vor einiger Zeit zu Be- fuch hier auf und griff eines Abends mit der linken Hand an den noch heißen Lampen Cylinder, wodurch ein Bläschen entstand. Der junge Mann stach sich später dieses Bläschen, als er in seine Stellung zurück­gekehrt war, mittelst einer Stahlfeder auf. An letzterer muß Rost oder Tintenansatz gewesen sein, kurz es trat eine Anschwellung des betreffen­den Fingers in Folge von Blutvergiftung ein, die so bedenklich wurde, daß eine Amputation des Fingers erfolgen mußte, um die Hand, ja womöglich den ganzen Arm zu retten. (H. M.)

Kassel, 24. Febr. Seit vergangenem Dienstag wird der bei Herrn Ebrecht in Diensten stehende Bleicherbursche Ulrich vermißt. Derselbe war zu einem Fastnachtsvergnügen in dem Schützenhaus, vor dem Weserthore, in der Nacht von Montag auf den Dienstag gewesen und soll aus dem Heimwege, wie einige in der Nähe wohnende Leute gehört haben wollen, einen heftigen Wortwechsel über ein Mädchen mit anderen jungen Leuten gehabt haben. Zu seiner Dienstherrschaft ist er bis jetzt nicht zurückgekehrt und man vermuthet, daß hier ein Unglücks- fall ooer gar ein Verbrechen vorliegt. Die Untersuchung ist bereits so­fort am Dienstag eingeleitet.

Fulda, 24. Febr. Die durch Versetzung des seitherigen In­habers vakant gewordene Hilsslehrer-Stelle am Königl. Schullehrer­seminar dahier wurde dem Hilfslehrer an der Präparanden Anstalt zu Fritzlar I. Becker übertragen.

Von dem Vorstand des Vorschußvereins zu Tann a. d. Rhön ist demFuldaer Kreisblatt" solgende Berichtigung zugegangen:

Tann, den 23. Febr. 1882. Von der Notiz in Nr. 23 Ihres geehrten Blattes, welche aus derFuldaer Zeitung" entnommen, die Verhältnisse des hiesigen Vorschußvereins behandelt, hatten wir, da wir dieFuld. Ztg." nicht lesen, keine Kenntniß und erlauben uns, da diese Notiz thaisächlich unwahr ist, und wir uns vorbehalten, dieFuld. Ztg." event, wegen Schädigung des Kredits zu belangen, um folgende Berichtigung zu bitten:

Das Deficit in der hiesigen Vorschußkaffe ist von Sachverständigen auf ca. 5000 M. festgestellt und ist für diesen Ausfall, für dessen Ersatz 4 Herren solidarisch haftbar sind und dieses auch schriftlich anerkannten, vollständige Deckung vorhanden.

Vorschußverein Tann, eingetr. Genossenschaft.

C. Rieger, Direktor. M. Schmidts Kassier. F. Barthelmes, Kontroleur.

(Da auch wir die betr. Notiz derFuld. Ztg." entnommen, halten wir es sür Pflicht euch vorstehende Berichtigung zu veröffent­lichen. D. Red.)

Am der UMHkMWv.

Frankfurt a. M., 24. Februar. In einem Hause auf der Bergerstraße stand die Wasserleitung auf und das hier so köstliche Naß überschwemmte Alles. Die in einer Stube herabbrechende Decke fiel dicht neben einem schlafenden Mädchen nieder. Ein hiesiger Vogel­liebhaber kam zu einem Chemiker, Herr Dr. L., und klagte ihm seine Noth, daß ihm schon mehrfach kurz hintereinauder Vögel zu Grunde gegangen seien; er schrieb die Ursache dem Vogelfutter zu und ließ das­selbe untersuchen. Es zeigte sich rein und unverfälscht. Nun wurde das Wasser verdächtigt. Doch auch dieses wurde sür ganz unschuldig an dem Tode der Lieblinge erklärt. Man saun hin und her und ließ sich schließlich der Chemiker den Vogelkäfig selbst bringen. Nun wurde der Anstrich untersucht und es zeigte sich, daß derselbe ausSchwein­furter Grün" bestand und die Vögel dies Gift abgepickt hatten, was zu ihrem Tode führte. Es dürfte deshalb sich empfehlen, da auch die weiße Farbe (Bleiweiß) den Vögeln schädlich ist, den Draht ohne jeglichen Anstrich zu lassen. In dem Garten eines Hauses auf der Eckenhei- mer Landstraße bezw. in dessen Treibhaus wurde gestern Nacht ein Bursche erwischt, der für nicht weniger als 400 M. Pflanzen, Blumen rc. ruinirte. Ein neu konstruirtes Coupöe eines hiesigen Arztes er­regte heute die Aufmerksamkeit der Passanten. Dasselbe, zweisitzig, ist nach Art der Omnibus mit nur einer Wagenthür versehen, die sich an der Rückseite befindet. (G.-A.)

Bekanntlich besteht der Boden links der Bockenheimer Land­straße von der Niedenau an aus Flugsand und können in demselben Erdarbeiten nur mit großer Vorsicht vorgenommen werden. Bei einer Kanaleinführung in der Feuerbachstraße suchte man eine kurze Strecke von 1.50 Mt. zu tunueliren. Plötzlich brach heute Vormittag das Erd­reich über dem Arbeiter Adam aus Schwalbach zusammen; zwei Hand­langer, welche in derselben Grube mit dem Herauswerfen des Grundes beschäftigt waren, konnten sich retten. Rettungsarbeiten wurden sofort unternommen; um 4 Uhr Nachmittags konnte man mit dem Verschütte­ten noch kommuniziren. Der Unglückliche, welcher bis an die Schulter verschüttet ist, klagt über Kälte und Druck der Erdmassen auf seinem Körper. Abends 10 Uhr. Die Rettungsarbeiten für den verun­glückten Adam wurden unermüdet sortgesetzt. Gegen 9 Uhr war man bis zu demselben gelangt. Um Vs 10 Uhr gelang es, den Mann aus der sieben Meter tiefen Grube zu ziehen. Die ersten Worte, welche er zu sprechen vermochte, waren: Ich will nach Haus zu meiner Frau und meinen Kindern. Diesem Wunsche konnte aber nicht willfahren werden; man brachte vielmehr den vom Fieberfrost geschüttelten Mann in das hl. Geistspital. Ein Arzt, der ihn untersuchte, hat keine äußerliche Ver­letzung finden können. (Fr. Ztg.)

Höchst, 23. Febr. Unsere Turngemeinde beabsichtigt, sich einen eigenen Turnplatz nebst Turnhalle zu beschaffen. Außer den nicht unbedeutenden vorhandenen Mitteln soll das weiter nöthige Geld ausge­bracht werden durch freiwillige Beiträge, durch eine bei Freunden des Vereins zu veranstaltende Kollekte, sowie durch ein unverzinslich zur Verfügung gestelltes Darlehen.In der am letzten Sonntag in Unter­liederbach abgehaltenen landwirthschaftlichen Versammlung entwickelte Herr Thelen den Plan der für die Msingegend projektirten Zuckerfabrik. Hiernach soll dieselbe auf Aktien â 250 M. gegründet und damit dem kleinen Landwirthe die Gelegenheit geboten werden, sich solche Aktien zu erwerben. Die Anlage der Fabrik wird circa 1 Million Mark kosten. Zwei Kapitalisten aus Sachsen wollen das nöthige Geld zur Disposition stellen. Wir wünschen dem Unternehmen einen günstigen Erfolg zum Segen unserer Landwir he. (Rh. K.)

Darmstadt, 24. Febr. Die Zweite Kammer beschloß, in Erwägung, daß nach der gestrigen Erklärung des Staatè Ministers die Regierung geneigt ist, mit der Stadt Darmstadt in Verhandlung zu tre­ten, um eine Vereinbarung mit derselben behufs deren stärkerer H rbei- ziehung bei Beschaffung der Mittel zur Erhaltung der technischen Hoch­schule zu erzielen, das Capiteltechnische Hochschule" an den Ausschuß zurückzuverweisen.

Alsh eim, 22. Febr. Am Montag wollten in dem benach­barten Dorn-Dürkheim zwei Söhne der Wittwe Hartmann Spatzen schießen. Dieses Vergnügen nahm ein schlimmes Ende, indem der jün­gere Bruder dem älteren die ganze Ladung Schrot in's Gesicht jagte, so daß derselbe lebensgefährlich darmederliegt. (M. N. A.)

DerBadischen Landeszeitung" wird geschrieben: Bei Lichten­fels überschwemmte der Main alle Niederungen; auch bei Bayreuth ist das Mainthal ein stundenlanger See.

Marktbericht.

Hanau, den 25. Februar, 8Vs Uhr Morgens. Der heutig« Markt war ziemlich gut befahren; Viktualienpreise folgende: Butter 1,10 bis 1,15 M.; Käse 45 Pf. und Eier 56 Pf. das Stück; Bohnen 5560 Pf., Erbsen 3645 Ps., Linsen 4548 Pf. das Doppelliter; Geflügel: junge Tauben das Pärchen 95 Ps. bis 1 M.; ein Hahn 1,301,40 M.; ein Huhn 1,301,35 M.; Meerrettig, die Stange 810 Pf.; Blumenkohl 3050 Pf.; Wirsing 610 Pf.; Weißkraut