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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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DieSIpaltigeZeil« SO Psg

Nr. 43.

Montag den 20. Februar

1882.

Amtliches.

Die 2te Schulstelle in Eichen kommt mit 1. März c. zur Erle­digung. Mit derselben ist ein Einkommen von 840 Mark neben freier Wohnung und 90 Mark für Feuerung verbunden.

Bewerber wollen ihre Meldungsgesuche mit Zeugnissen binnen 3 Wochen dahier oder bei dem Herrn Lokalschulinspektor Pfarrer Röm­held in Eichen einreichen.

Hanau am 14. Februar 1882.

Der Landrath.

Zugelaufen: Vor ca. 8 Tagen ein mittelgroßer Hund, weiß mit braunen Flecken, braunem Kopfe, hängenden Ohren; Empfangnahme bei Johannes Dörnges zu Hüttengesäß.

Gesunden: Ein Dolch.

Hanau am 20. Februar 1882.

Aus Königl. Landrathsamt.

Aus der künstlichen Fisch Erbrütungsanstalt zu Hahlingsmühle bei Fulda, Poststation Hofbieber, können für dieses Jahr 200000 Stück Forellensetzlinge und zwar in den Monaten März und April abgegeben werden. Der Preis für 1000 Stück ist für die Mitglieder des Fische- reivereins auf 9 Mark und für Nichtmitglieder auf 12 Mark nebst den erwachsenden Transportkosten bis zum Bahnhof Fulda, sowie der wei­teren Fracht bis zu der dem Besteller nächsten Bahnstation festgesetzt. Die Bestellungen mit deutlicher Namensunterschrift und unter Angabe der nächstgelegenen Bahnstation sind im Verlaufe der Monate Februar und März an den Fischzüchter Reinhard zu Hahlingsmühle zu richten. Die Transportgefäße müssen nach Empfang der Fische an die Anstalt sofort zurückgeschickt werden, da sie fortwährend gebraucht werden.

Cassel, am 10. Februar 1882.

Das Direktorium des landwirthschaftlichen Central-Vereins für den Regierungsbezirk Cassel.

W e n d e l st ä d t.

Tagesschau.

Berlin, 18. Febr. In der heutigen (14) Sitzung des Abgeord­netenhauses wurde die zweite Berathung des Etats fortgesetzt.

Berlin, 18. Febr. Die Eisenbahn-Kommission nahm mit 11 gegen 7 Stimmen das ganze Eisenbahngesetz an, nachdem sie die Ueber­zeugung ausgesprochen, daß die Regierung dem §. 10 in betreff der Kommunal-Besteuerung zustimmen werde.

Die in Gemäßheit der Bekanntmachung vom 27. März 1878 (Centralblatt sür das Deutsche Reich S. 160) am Schluffe des laufen­den Wintersemesters an der Thierarzneischule zu Berlin abzuhaltende thierärztliche Fachprüfung beginnt nach demR. u. St.-A." am 10. März cr. Die Meldungen zu dieser Prüfung haben bis zum 4. deff. Mts. bei Königl. Thierarzneischul Direktion in Berlin zu erfolgen.

Bekanntmachung auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878. Rach demR.- u. St.-A." Nr. 43 wurde unterm 14. Februar verboten: das zu Elberseld und Barmen am 12. Februar d. Js. ver­breitete FlugblattNach der Wahl", dessen Schluß lautet:Freiheit und Brot" und aus welchem als Druckort angegeben ist:Deutsche Ver- einsdruckerei in Brüssel".

Die Verlängerung des Mandats der europäischen Donau-Com- Mission sollte bekanntlich in einer Conferenz oder zwischen den Regie­rungen beschlossen werden. Man nimmt an, daß sie allseitig zugestan­den, jedenfalls nicht bestritten sei und eine besondere Conferenz deswegen wohl nicht erforderlich sein werde.

Die dem preußischen Volkswirthschaftsrathe angehörigen Mit­glieder haben die von den Ministern Maybach, Lucius und v. Bötticher unterzeichnete Aufforderung erhalten, am 28. Febr., Nachmittags 2 Uhr, im Reichstagsgebäude sich zur ersten Sitzung einzufinden.

DerGermania" schreibt man aus dem westfälischen Kohlen­revier, Mitte Februar:

Der deutsche Eisenmarkt behauptet sich trotz des Paris Wiener Krachs, und die letzten Notirungen bleiben unverändert. Nach Draht,

Blechen und Faconeisen herrscht lebhafte Nachfrage, wie auch nach Walz­eisen, dessen Preis steigend ist, da die Werke an der Saar und Mosel in jüngster Zeit (vom 8. d. Mts. ab) um 5 Mk. per Tonne aufgeschla­gen haben. . ." MJZ

DieEss. Ztg." theilt eine Correspondenz aus Hamm mit, der wir Folgendes entnehmen:

Die in der Eisenindustrie seit längerer Zeit herrschende Lebhaftig­keit tritt auch bei den hiesigen großen Werken zu Tage. Die Be­stellungen, namentlich in der Drahtbranche haben sich so gemehrt und waren so belangreich, daß es trotz der Steigerung der Fabrikation kaum möglich ist, sie zu bewältigen."

Paris, 17. Febr., Abends. Die France berichtet von der Ueberreichung einer Adresse hier weilender serbischer Studenten an den General Skobelew, wobei letzterer als Antwort eine von Haß und Herausforderung gegen Deutschland überströmende Rede gehalten habe. Nach warmen Dankesworten an die zlückwünschenden serbischen Studen­ten habe Skobelew darauf hingewiesen, daß Rußland nicht Herr bei sich sei, da es völlig paralysirt werde durch die Fremden, welche sich überall in Rußland mit ihrem verderblichen Einfluß eingedrängt und die Slaven zu Opfern ihrer Intriguen machten. Dieser Fremde und dieser gefähr­liche Feind Rußlands und der Slaven sei der Deutsche, der Urheber desDrangs nach dem Osten". Kampf zwischen Slaven und Teutonen sei unvermeidlich und sogar sehr nahe, derselbe werde lange, blutig und schrecklich werden, doch mit dem Siege der Slaven enden. Mit dem Rufe:Auf Wiedersehen auf dem Schlachtfelde! Seite an Seite gegen den gemeinsamen Feind!" habe Skobelew die Serben entlassen. Die France berichtet diese Rede natürlich mit sichtlichem Wohlgefallen und kommentirt sie als eine besonders wichtige Manifestation. (Post.)

In ihrem Artikel über dieWeltlage" bemerkt die lib.Staats­bürgerzeitung" u. a. folgendes:

DieNat.-Ztg " meint am Schluß einer längeren Besprechung: Auf Europa machen die Reden Skobelew's den Eindruck, daß er sich der russischen Revolution als General anbiete und man darf gespannt sein, welche Aufnahme das neue Pronunciamento in Rußland findet. Wenn die russische Regierung nicht stark genug ist, einen aktiven General abzuhalten, solche Brandreden zu halten, so wird man bald aufhören, mit ihr zu rechnen; sie erhält damit das Zeichen der Zweizüngigkeit oder vollendeter Ohnmacht anfgedrückt. Oesterreich aber mag dafür sor­gen, daß es mit seinen Aufständischen bald fertig wird.

DieN. Pr. Ztg.", die bisher nach Kräften zur Ruhe und Kalt­blütigkeit mahnte, meint: Die Worte Skobelew's find nicht mehr vorzugsweise gegen Oesterreich gerichtet, sondern gegen die Deutschen schlechtweg, und wenn das russische Gouvernement die Aeußerungen des bramarbasirenden Generals bisher für officiell nicht vorhanden erachtet hat, so glauben wir doch, daß es einige Veranlassung haben dürfte, demselben demnächst einen Dämpfer aufzusetzen.

Wenn wir nun auch glauben, daß Skobelew etwas zu spät nach Paris gekommen ist und seine Worte nur unter dem Regime Gam­be t t a' s angebracht waren, daß ferner die französische Presse im allge­meinen kaum mit dem Russen sympathisiren wird, so hat doch eine Stelle in der vorliegendenRöp. fr." über die schleunige Durchführung der französischen Militär-Reform ein erhöhtes Interesse. Sie lautet:Wir hätten noch viele dringende Reformen aufzuzählen; wir wollen nur die dringlichste von allen erwähnen. Mag man zur äußersten Linken, zur republikanischen Union, zum linken Centrum, zur bonapar- tistischen oder monarchistischen Rechten gehören man muß in gleicher Weise fühlen, daß nicht ein Tag, nicht eine Stunde zu ver­lieren ist, um die Heeresreform wieder aufzunehmen und zu vollenden. Eine Regierung, die hier zögerte, würde eine pflichtvergessene Regierung sein, und die Kammer müßte, wenn eine solche Regierung vorkommen könnte, sie auf der Stelle durch einstim­miges Votum stürzen."

Rom, 17. Febr. Die Encyclika des Papstes an die italieni­schen Bischöfe wird, da dieselbe vom 15. ds., dem Tage nach Annahme des Listenwahlgesetzes, datirt und da die Frist für die Eintragungen in die neuen Wahllisten bis zum 21. ds. festgesetzt ist, dahin ausgelegt, daß