Einzelbild herunterladen
 

Abonnements-

SrciS:

ALHriich 9 Marl Halbj.4M.bvP. Kierleljährlich

, Wart 25 Sfa-

Kür auswärtige Ndonneaten

Bit dem Setreffen. .>M Poftaufschiag. Ne einzelne Num­mer 10 Sfg.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Insertion»-

PreiS:

Die Ispaltige Sarmondzetle *k, deren Raum

10 Pfg.

Die Lipalt. geile 20 Psg.

Die SspaltigeZeil» 30 Psg.

Nr. 39.

Mittwoch den 15. Februar

ZSWÄWWMMKM

Slmtliches.

Bekanntmachung.

Die noch vorhandenen 4%tigen Hanauer Leihbank-Obliga- tioneu Lit. H. â Stück Mk. 500 von Nr. 1320 bis 2507, ausge­geben in der Zeit vom 2. Januar 1877 bis 15. März 1881, werden hiermit auf den 1. Mai 1882 unter dem Hinzufügen gekündigt, daß es den Obligations-Besitzern freisteht, die Kapitalien gegen 3^2 9/o Zinsen vom 1. Mai 1882 ab mit sechsmonatlicher Kündigungsdauer der Leihbank zu belassen.

Eine Eiklärung über die Bereitwilligkeit hierzu wolle man bis Anfang April d. J. unter Vorlage der Obligationen bei der Lcihbank abgeben. Bei den Obligationen, welche zu SVg °/o nicht stehen .bleiben, hört die gänzliche Verzinsung am 1. Mai 1882 auf.

Zur allgemeinen Kenntniß wird weiter gebracht, daß bei der Leih- bank Kapitalien in beliebiger Höhe zu SVg °/o und gegen sechsmonat­liche Kündigungsfrist angelegt werden können. Der zu den neuen Obligationen erforderliche gesetzliche Stempel wird von der Leihbank getragen.

Hanau, am 18. Januar 1882.

Die Leihbank-Direktion.

Schrötter.

Die Herrn Bürgermeister werden ersucht, die vorstehende Bekannt­machung in den Ortsgemeinden in üblicher Weise zur Kenntniß zu bringen.

Hanau am 18, Januar 1882.

Der Landrath

791_____________________Schrötter.___________________

Tie für 1882 ausgeschriebene Brsndsteuer (6 Pf. von 30 Mk. Kapital) ist für hiesige Stadt noch binnen 8 Tagen bei Meidung der Beitreibung anher zu zahlen. Hanau, am 15. Februar 1882.

1549__________________________Königliche Steuers affe I._______

Tagesschau.

Berlin, 14. Februar. Se. Majestät der Kaiser und König hörten heute die Vorträge des Polizeipräsidenten von Madai, des Chefs der Admiralität, Staatsministers von Stosch sowie des General-Lieute- nants von Albedyll und nahmen militärische Meldungen entgegen.

B erlin, 13. Febr. Der neue Botschafter Frankreichs, Baron de Courcel, hielt nach derKöln. Ztg." heute Nachmittag 1 Uhr seine feierliche Auffahrt bei Hofe. Der Botschafter wurde vom Ceremonien- meister v. Rosenberg in einer Hofequipage, welcher ein Spitzreiter vor­ausritt, in dem französischen Botschaftsgebäude abgeholt; drei weitere Hofwagen mit dem Personale der Botschaft folgten. Se. Maj. der Kai­ser empfing den Botschafter im Beisein des Unterstaatssekretärs Dr. Busch und des Gesandten-Jntrodukt-urs v. Rödern und nahm aus Baron Coureels Händen das Schreiben des Präsidenten Grövy entgegen, welches ihn als Botschafter der französischen Republik beglaubigt. Der Kaiser war ferner von den Hofmarschällen Grafen Pückler und Perponcher und den Generaladjutanten und Flügeladjutanten vom Dienst umgeben. Die Ansprache des Botschafters und die Antwort des Kaisers wichen von den bei diesen Gelegenheiten herkömmlichen Formen nicht ab. Die freund­lichen und friedlichen Beziehungen beider Länder wurden in besonders scharfer Weise hervorgchoben. Der Kaiser nahm noch Gelegenheit, seine Freude darüber auszusprechen, daß der neue Botschafter seine Bildung auf einer deutschen Universität empfangen und sich einen deutschen Grad erworben habe. Er sei also vor allen dazu befähigt, die deutschen'Ver­hältnisse sachkundig zu beurtheilen und die guten Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu Pflegen. Nach der Audienz beim Kaiser wurde ber Botschafter auch von Ihrer Maj. der Kaiserin empfangen, welche von der Prinzessin Biron als stellvertretender Oberhofmeisterin und ihren Hofdamen umgeben war. Der Grund, daß nicht Graf Hatzfeldt, sondern Dr. Busch den neuen Botschafter dem Kaiser vorstellte, liegt in einer ernstlichen Erkrankung des ersteren. Man hat sogar einige Tage Besorg­nisse gehegt, daß ein typhöses Fieber eintreten würde. Der Graf befin­

1882.

WAWlT^^-M ^'

det sich jedoch auf dem Wege der Besserung. Das St-ratsministerium verssmmelte sich heute unter Vorsitz des Fürsten Bismarck im Reichs­kanzlerpalais. Die Eisenbahn-Commission des Abgeordnetenhauses setzte beute die Berathung des Gesetzes betreffend den weiteren Ankauf von Pritzatbahnen fort und berieth den Vertrag über den Ankauf der Thüringischen Eisenbahn, welcher schließlich mit 10 gegen 7 Stimmen angenommen wurde.

Berlin, 14. Febr. In der heutigen (12 ) Sitzung des Abgeord- Hauses trat das Haus in die zweite Berathung des Staatshaushalis- Etats für 1882 83 ein. Die Etats der Domänen- und theilweise auch der Forstverwaltung werden, nach derFr. Ztq.", nach längerer De­batte unter Vorbringung einer Anzahl von Spezialfällen erledigt. Nächste Sitzung Donnerstag. Tagesordnung: Fortsetzung der Etatsbe­rathung.

Berlin, 15. Febr. Vorgestern feierte der Prof. Leopold v. Ranke sein 50jähriges Jubiläum als Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Kultusminister v. Goßler überbrachte demselben die von Sr. Majestät dem Kaiser eigenhändig unterzeichnete und von sämmtl. Stsatsministern gegengezeichnete Ernennungsurkunde zum wirkt. Geheim­rath mit dem Prädikat Excellenz. Außerdem empfing der Jubilar von Sr. Majestät ein huldvolles Schreiben, sowie ferner ein Glückwunsch­schreiben Sr. Durchlaucht des Fürsten Bismarck.

Berlin, 13. Febr. Der Finanzminister hat auf Grund allerhöchster Ermächtigung den dem Abgeordnetenhause vorgelegten Ge­setzentwurf, betreffend die Ergänzung der Einnahmen in dem Staats- Haushaltsetat für 1. April 1882/83 (das Anleihegesetz), zurückgezogen; es ist dies die Folge der von dem Reichstaae in den Etat eingestellten Einnahmeposition von etwa 10 Millionen Mark aus Erträgen des lau­fenden Etatsjahres. Das Provinzialschulkollegium hat dem Magistrat mitgetheilt, daß es den städtischen Lehrer Dr. Bernhard Förster (den bekannten antisemitischen Agitator) auf dessen Antrag zum 1. Oktober aus dem Dienste entlassen und inzwischen in Uebereinstimmung mit dem Magistrat dienstlich beurlaubt habe.

Aus Anlaß des tragischen Vorfalls an der Jnvalidensäule zu Berlin sind die Schüler sämmtlicher städtischen Schulen höherer und niederer Ord­nung in einer Ansprache auf die schrecklichen Folgen jugendlicher Aus­schreitungen aufmerksam gemacht worden; auch wurde jeder Schüler an­gewiesen, jeden zu Excessen geneigten Gensssen, gleichviel ob die Aus­schreitungen vor oder nach der Schulzeit stattfinden, behufs dessen Be­strafung seinem Lehrer zur Anzeige zu bringen. (Wir müssen noch hm- zufügen, daß euch die Eltern das Ihrige thun sollten, ihre Kinder von solchen Rohheiten abzuhalten, und wenn das Wort nicht hilf, auch die Ruthe nicht schonen sollten. D. Red.) Zur traurigen Affaire selbst kann dasKl. I." aus dem Munde einer gewiß kompetenten und glaub­würdigen Person noch folgendes mittheilen, welches die Handlungsweise des Füsiliers Werner wenn nicht gerechtfertigt, doch sehr emschmdbar finden läßt. Unser Gewährsmann, Gymnasiallehrer K., ist Augen- und Ohrenzeuge gewesen, wie der Hart bedrängte, im Gesicht blutende Soldat, der die exceßlustigen Knaben nicht verfolgen konnte, da seine Instruktion ihm strenge verbietet, sich auf größere als ihm vorgeschriebene Entfer­nung von seinem Posten zu entfernen, mehrere der peinlichen Scene zu­sehende Erwachsene meist vorbeiptssirende Arbeiter um Schutz bat und ersuchte, die Jungen auf die Folgen ihrer Handlungsweise aunnerk- sam zu machen. Die Antwort war, daß die Angesprschenen den Posten auslachten und sich ohne zu interveniren entfernten. Dadurch ermuthigt, setzten die Knaben ihr Treiben nur um so ausgelassener fort, und end­lich fiel der verhängnißvolle Schuß. Daß die Kugel drei Knaben auf einmal traf, ist ein Unglück, das bisher, wie in militärischen Kreisen versichert wird, noch ohne Beispiel dasteht. Wie dasselbe Blatt ferner aus bester Quelle versichern kann, ist Werner am Mittwoch Abend beim Appell im Kasernenhofe vor versammelter Mannschaft auf Grund der peinlich geführten Untersuchung von Schuld und Strafe freigesprochen worden.

S. M S.Luise", 8 Geschütze, Kommandant Korvetten Kapi­tän Stemp l, ist am 12. Januar er. in Port of Spam eingetroffen.

M ünchen, 13. Febr. Der König ist letzte Nacht hier ein-