Aionneme«tt- Prcis:
Athrlich 8 Mark Halbj.4M.S0P. Kjerteljâhrlich
, Marl 25 Pfg. Für auswärtige Abonnenten «eil dem betreffen» 4«i Postausjchlag. U« einzelne Nummer 10 Pfg.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit beiletrist!scher Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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Die t-fpalNge Tarmondzeile »d. deren Raum
10 Pfg.
Die âfpalt. Seite 20 Pfg.
Die SspaltigeZètl«
80 Pfg
Nr. 36.
Samstag den 11. Februar
1882.
Amtliches.
Gesunden: Fünf Mark baar. Ein lederner Ziebbeutel mit über 25 M. Inhalt. Ein Messer. Eine Pelzkappe. Eine Peitsche.
Zugelaufen: Ein kleines gelbes Hündchen. Ein kleines Weißes Hündchen.
Entflogen: Ein Blutfinke.
Hanau am 11. Februar 1882.
" Aus Könial. Landrathsamt.
Bekanntmachung.
Briefvcrkehr mit Australien.
Die Britischen Kolonien in Australien gehören dem Weltpostverein zur Zeit noch nicht an. Demgemäß beträgt das Franko für den einfachen Brief aus Deutschland nach Australien 60 Pfennig, und nicht 20 Pfennig. Gleichwohl gehen den deutschen Konlular- behörden in Australien häufig Briefe aus Deutschland zu, welche anstatt mit 60 Pfennig, irrthümlich nur mit 20 Pfennig frankirt sind und deshalb in Australien mit einem hohen Nachschußporto belegt werden. Da die Konsularbehörden zur Berichtigung solcher Portobeträge sich nicht veranlaßt finden können, so gehen die fraglichen Sendungen in der Regel als unbestellbar nach dem Abgangsorte zurück. Zur Vermeidung von derart nachtheiligen Folgen wird hiermit besonders daran erinnert, daß zur Frankirung eines einfachen Briefes nach Australien 60 Pfennig erforderlich sind.
Berlin W., 7. Februar 1882.
Der Staatssekretair des Reichs-Postamts.
______________________Stephan.______________________
Es wird um Auskunft über den Aufenthaltsort des Knechtes Heinrich Müller, 17 Jahre alt, zuletzt bei Fuhrmann Georg Kurz hierselbst in Dienst gewesen, zu den Akten 765/81 ersucht.
Hanau am 9. Februar 1882.
Königliche Amtsanwaltschaft.
Liessem.
Königliche Lehranstalt für Obst- und Weinbau in Geisenheim a/RH.
Das neue Schuljahr beginnt am 1. April. Weniger bemittelte Schüler finden, soweit Platz vorhanden, im Internat Aufnahme und zahlen jährlich für Wohnung und Kost 220 Mark, Nicht-Preußen 350 Mark. Gartengehülfen, welche nur Elementar-Kenntnisse besitzen, verweisen wir auf den einjährigen Kursus. Wegen der Statuten und sonstiger Auskunft wende man sich an den Unterzeichneten.
Der Direktor: Göthe.
Tagesschau.
— Se. Majestät der Kaiser und König haben im Namen des Reichs den Kaufmann Gustav Adolf Wiechel in Norrköping zum Vize-Konsul zu ernennen geruht
— Berlin, 10. Februar. Se. Majestät der Kaiser und König hörten heute die Vorträge des Polizei Präsidenten von Madai sowie des Vize-Oberceremonienmeisters Grafen zu Eulenburg.
— Berlin, 9. Febr. Das Material für die gegenwärtige Session des Abgeordnet nhauses liegt demselben nahezu vollständig vor. Das Gesetz wegen Verlegung des Packh^-fs nach Moabit und die Verwendung der dadurch frei werdenden Museums Insel für künstlerische Zwecke wird dem Hause in Kurzem zugehen. Für das Schicksal des kirchenpolitischen Entwurfs ist die Ablehnung verschiedener Mitglieder der National-Liberalen, so der Abgg. Gneist und Dr. Weber, in die Commission sich wählen zu lassen, charakteristisch Man glaubt, daß die Commission in 8—10 Tagen ihre Arbeiten beendet haben wird. Die weitern Berathungen über die Materie werden sich jedenfalls in der Hauptsache um die bereits angekündigten Anträge des Centrums drehen. — Dem Bundesrath sind in neuester Zeit wie auch schon früher Eingaben zugegangen, welche eine Erweiterung der gesetzlich einer besondern Genehmigung bedürftigen gewerblichen Anlagen betreffen. So ist erst jüngst darüber petilionirt worden, die sogenannten Degras-Fabriken (zur
Verarbeitung thierischer Abfälle in diese Kategorie zu verweisen, da mit der gedachten Fabrikation die Verbreitung ekelhafter Dünste auf ziemlich weite Strecken in der Nähe solcher Fabriken verbunden ist Der Ausschuß des Bundesraths für Handel und Verkehr hat die bezüglichen Petitionen dem Reichskanzler mit dem Ersuchen überwiesen, Ermittlungen darüber anstellen zu lassen, ob Veranlassung gegeben sei, die Dearas- Fabriken und ähnliche Betriebe zur Verarbeitung thierischer Abfälle in das Verzeichniß der nach §. 16 der Gewerbeordnung genehmigungspflichtigen Anlagen aufzunehmen und je nach dem Ergebniß dem Bundesrathe weitere Vorlagen zu machen. — Der Landwirthschaftèminister Dr. Lucius hatte Veranlassung genommen, dem Abg. Jacobi (Liegnitz) für seine Abhandlungen über die schlesischen landwirthschaftlichen Verhältnisse im vorigen Jahrhundert seine besondere Anerkennung auszusprechen und den Verfasser zu weiteren Forschungen in ähnlicher Richtung anzuregen, da die Ergebnisse solcher Studien der Förderung der jetzigen Bestrebungen in jener Provinz praktisch zu Gute kommen dürften. Dieser Anregung entsprechend hat Herr Jacobi in letzter Zeit in Breslau archivalische Studien gemacht und gedenkt die Ergebnisse derselben demnächst zu veröffentlichen. 1 (K. Z.)
— Berlin, 9. Febr. Die Eisenbahn-Commission genehmigte heute nach langer Debatte mit 10 gegen 8 Stimmen die Vorlage wegen Ankaufs der Rhein-Nahebahn. — In der gestrigen Sitzung der Unterrichts-Commission berichteten die Abgeordneten v. Haugwitz und Dr. Schläger über die Petitionen der Lehrerkollegien aus mehreren Städten und beantragten, sie der Regierung „zur Berücksichtigung" bei der Auf- bessernng der Gehälter zu übersenden. Die Lehrer bitten darin, mit den Richtern hinsichtlich der Gehälter gleichgestellt zu werden. Wenngleich im Allgemeinen die Wünsche der Lehrer als billig anerkannt wurden, so trugen doch mehrere Mitglieder Bedenken, so entschieden wie die Berichterstatter jetzt schon vorzugehen, ehe man nicht statistisches Material über die demnächstigen Bedürfnisse vorgelegt sähe. (Das Bedürfniß soll sich annähernd auf 4Vs Millionen stellen.) Die genaue Aufstellung versprachen die Herren Regierungs-Commiffare bei Vorlegung des Verwendungsgesetzes zu geben, worauf der Antrag der Berichterstatter zum Beschluß erhoben wurde, nachdem ein Antrag, die Petitionen der Budget-Commission zu überweisen, abgelehnt war. Herr v. Haugwitz wird über diese Angelegenheit einen schriftlichen Bericht erstatten. Mehrere andere Petitionen wurden als für das Plenum nicht geeignet erachtet.
(K. Z.)
— Berlin. Ueber den traurigen Vorfall der Erschießung eines Knaben und der gleichzeitigen Verwundung zweier Knaben durch einen Militairposten lautet der Schluß eines längeren Artikels der lib. „Sttsb.- Ztg." wie folgt: Was den Fall anlangt, so sind wir zunächst in der erfreulichen Lage, mittheilen zu können, daß der bereits todt gesagte Knabe Büttner, der im Augusta-Hospital liegt, nicht gestorben ist, sondern noch lebt. Das Gerücht scheint darauf zurückzuführen zu sein, daß der Knabe nach seiner Ueberführung in das Augusta-Hospital längere Zeit in tiefer Ohnmacht gelegen hat. Sein Zustand ist nach ärztlichem Gutachten augenblicklich freilich noch ein derartiger, daß allerdings das Schlimmste befürchtet werden muß. Der mitverwundete Knabe Lehmann befindet sich auf dem entschiedenen Wege der Besserung. Die Streifwunde nimmt einen normalen Heilverlauf. — Die Obduktion des erschossenen Knaben Fritz Pätzold fand am Dienstag in der Zeit von 11 Uhr Vormittags bis 5 Uhr Nachmittags durch die gerichtlichen Physici im Beisein des Auditeur und der sonstigen militärgerichtlichen Personen statt. Der Füsilier Werner war aus dem Untersuchungsarrest vor Beginn der Obduktion zur Recognoscirung an die Leiche herangeführt worden. Derselbe war bei deren Anblick sichtlich ergriffen; er blieb bei seiner Aussage, nicht nach dem Knaben gezielt, sondern nur einen Schreckschuß abgegeben zu haben. — Wie ein hiesiger Reporter mittheilt, sprechen sich die Bewohner der dortigen Gegend dahin aus, daß es zu verwundern ist, daß nicht längst ein Unglück daselbst passirt ist. Denn seit Wochen war es ein beliebtes Spiel dort wohnender Knaben, die auf Posten ziehenden Soldaten an der Jnvalidensäule durch allerlei Unfug zu necken und zu reizen. Der Posten, der den unglücklichen Schuß gethan, lieferte sofort, als er abgelöst wurde, zum Beweis, wie sehr ihn