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Nr. 13. Montag den 16. Januar 1882.
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Amtliches.
Aus denjenigen Provinzen, in welchen Körordnungen bestehen, wird das Ergebniß der Körungen der Stiere und Privatzuchthengste alljährlich an den Herrn Ressort-Minister einberichtet.
Um die alljährlich für den ganzen Staat aufzustellende Uebersicht auch in Betreff der Provinz Hessen-Nassau entsprechend ergänzen zu können, hat der Herr Minister veranlaßt, eine solche Nachweisung jährlich einzureichen uud damit schon jetzt für das Jahr 1881 zu beginnen.
Die Körungs-Commissionen des Kreises wollen dem zufolge das erforderliche Material über die Körung der Zuchtstiere im Jahre 1881 ungesäumt einziehen und die Nachweisungen bis zum 20. Januar d. J. hierher einsenden.
Hanau am 10. Januar 1882.
Die Herrn Ortsvorstände derjenigen Gemeinden rc., in welchen mit Epilepsie behafteten Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren sich befinden, wollen dies binnen 4 Wochen hierher anzeigen.
Hanau am 10. Januar 1882.
Der Landrath
Zugelaufen: Ein weißer Spitz.
Gefunden: Ein grauer Muff (in einem Laden liegen geblieben).
Entlaufen: Eine weiße Gans. Ein junger gelber Pinscher, m. Geschlechts.
Verloren: Eine Brille mit Futteral.
Hanau am 16. Januar 18*2.
Aus Königl. Landrathsamt.
tkau-wirthtchastlicher Kreis-Verein M Hanmi.
Nächste Versammlung Samstag den 21. Januar, Nachmittags IVa Uhr, im Gasthaus zum „goldenen Löwen" in Hanau.
Tagesordnung:
1) Verschiedene Mittheilungen.
2) Mittheilung über Anschaffung guter Obstbäume.
3) Berichterstattung des Herrn Kreisthierarzt Collmann über die von dem Verein ausgegebenen Zuchtbullen.
4) Vergeben eines Vereins-Bullen.
Die Gemeinden, welche darauf reflektiren, sollen sich innerhalb 10 Tagen bei dem Vorstand melden.
5) Versteigerung der von dem Verein angeschafften Trieurs (Fruchtreinigungsmaschinen).
6) Zuckerrübenbau. Besprechung über die Reise nach Wabern, zum Zweck der Einsichtnahme der dortigen Zuckerfabrik.
Der Vorstand.
Die Herren Bürgermeister werden um Veröffentlichung des Vorstehenden gebeten.
Hanau am 10. Januar 1882.
Der Landrath.
Der gegen den Taglöhner Valentin Schmidt von Gudensberg, zuletzt hier, am 9. August v. J. erlassene Steckbrief wird erneuert. (I. 1346/81.)
Hanau, den 10. Januar 1882.
Der Erste Staatsanwalt.
Schumann.
Tagesschau.
— Berlin, 14. Jan. Der Bicepräsident des Staatsministeriums eröffnete heute Mittag 12 Uhr den Landtag der Monarchie mit folgender Ansprache:
„Erlauchte, edle und geehrte Herren von beiden Häusern des Landtages!
Des Kaisers und Königs Majestät haben mich zu beauftragen ge
ruht, den Landtag der Monarchie in Allerhöchstihrem Namen zu eröffnen.
Die Finanzlage des Staats zeigt gegen die Ergebnisse der letzten Jahre einen weiteren Fortschritt der Besserung. Das abgelaufene Rechnungsjahr hat einen vorzugsweise aus der Verwaltung der verstaatlichten Eisenbahnen herrührendeu verfügbaren Ueberschuß von beinahe 29 Millionen Mark geliefert und die Ergebnisse der Betriebsverwaltungen, sowie die in andauerndem Steigen begriffenen Einnahmen aus den Reichssteuern lassen für das künftige Jahr weitere Mehrerträge erwarten.
Ungeachtet der gegenüberstehenden Mehrausgaben, unter denen insbesondere eine nicht unerhebliche Erhöhung der Matrikularbeiträge des Deutschen Reiches hervortritt, hat sich doch der Staatshaushalts-Etat sür 1882/83 günstiger als für die drei vorhergehenden Jahre gestaltet.
In Folge dessen hat darauf Bedacht genommen werden können, den auf fast allen Gebieten der Staatsverwaltung hervorgetretenen Bedürfnisfen in ausgiebiger Weise Befriedigung zu verschaffen. Wenn Ihnen dessenungeachtet noch die Aufnahme einer Anleihe von mäßigem Betrage vorgeschlagen wird, so geschieht dies in der Absicht kräftigerer Entwickelung der wirthschaftlichen Interessen des Staats, insbesondere durch Förderung produktiver Anlagen und Zwecke.
Neben dem Staatshaushalts-Etat werden Ihnen Gesetzentwürfe zugehen, welche in Aussicht nehmen, die Lage der Hinterbliebenen unmittelbarer Staatsbeamten in Uebereinstimmung mit der im vorigen Jahre erfolgten gesetzlichen Regelung dieses Gegenstandes im Reiche sicherer und auskömmlicher zu gestalten und die Verhältnisse der nach langer Dienstzeit in den Ruhestand zu versetzenden Beamten günstiger als bisher zu regeln.
Die Staatsregierung muß zu ihrem Bedauern darauf verzichten, die von ihr als dringend erkannte allgemeine Ausbesserung der Beamten- besoldungm schon im nächsten Etatsjahre zu verwirklichen; sie wird aber ernstlich darauf bedacht sein, die hierzu erforderlichen nicht unerheblichen Mittel dem Staatshaushalte zuzuführen und gibt sich der Hoffnung hin, daß die weitere Ausbildung des Systems der indirekten Steuern im Wege der Reichsgesetzgebung die baldige Erfüllung auch dieser Wünsche möglich machen werde.
Der in der letzten Landtagssession unerledigt gebliebene Entwurf eines Gesetzes, nach welchem die aus dem Ertrage neuer oder erhöhter Reichssteuern an Preußen zu überweisenden Geldsummen zur Herabminderung der direkten Steuern und der Kommunalgaben verwendet werden sollen, wird Ihnen wieder vorgelezt werden. Es find in diesen Gesetzentwurf die Erleichterung der Volksschullasten unter Beseitigung des Schulgeldes und die Erhöhung der Beamtenbesoldungen als unmittelbare Verwendungszwecke mit ausgenommen worden.
Nachdem inzwischen das Reichsgesetz über die neu eingeführten Reichs-Stempelabgaben in Kraft getreten ist, wird über die aus den Erträgen derselben dem preußischen Staatshaushalte zufließenden Mittel zum ersten Male Verfügung zu treffen sein.
In Verbindung mit dem vorbezeichneten Gesetzentwürfe wird Ihnen ein fernerer Steuererlaß vorgeschlagen werden.
Auch in der bevorstehenden Session wird Ihre Mitwirkung aus dem Gebiete des Eisenbahnwesens in hervorragendem Maße in Anspruch genommen werden. Ermuthigt durch die schon bis jetzt erzielten günstigen Erfolge der Ueberführung mehrerer größerer Privat-Eisenbahnen in die Hände des Staats und bestärkt in der Ueberzeugung, daß die mit Ihrer Zustimmung verfolgte Durchführung des Staats - Eisenbahnsystems den Interessen des Landes in hohem Maße entspricht, ist die Regierung bemüht gewesen, dem Staate den Besitz einer weiteren Reihe wichtiger Pritbahnen zu sichern. Mit der Einfügung derselben in das Staats- Eisenbahnnetz werden sich die Vortheile einer einheitlichen Verwaltung in noch erhöhtem Maße sür das Land nutzbar machen lassen. Durch die mit den Gesellschaften vereinbarten Verträge, welche Ihnen werden vorgelegt werden, ist zugleich die Bereitstellung der erforderlichen Geldmittel für die Herstellung neuer langersehnter Schienenwege wie für mehrere größere Beschaffungen und bauliche Anlagen erleichtert, welche der ersreulich wachsende Verkehr erheischt.