Einzelbild herunterladen
 

RBomtetne«t9* ¥«i8:

Mihrlich 9 Start. Halbj.4M.S0P. Vierteljährlich

S Mark 25 Psg. Mr auswärtige Abonnenten mit dem betreffen­den PostansWag. Die einzelne Num­mer 10 Psg.

L

Ansertiont-

PreiS:

Die Ifpalttj« Garmondzeile * deren Saum

10 Pfg.

Die Sspalt. ZE 20 Psg.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Di-rspaltig-Zei»

SO Pfg.

Montag den 19. Dezember

Nr. 294.

Amtliches.

Bekanntmachungen auf Grund des Reichsgeseches vom 21. Oktober 1878.

Auf Grund des §. 12 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefähr­lichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das ohne Angabe des Druckers oder Verlegers erschienene und am Fuße der ersten Seite als Separatabdruck aus demSozialdemokrat", Centratorgan der deut­schen Sozialdemokratie, bezeichnete Flugblatt mit der Ueberschrift und den SchlußwortenKampf bis zum Sieg!" nach §. 11 des ge­dachten Gesetzes durch den Unterzeichneten verboten worden ist.

Berlin den 6. Dezember 1881.

Der Königliche Polizei-Präsident: von Madai.

Auf Grund der §§. 11 und 12 des Reichsgesetzes gegen die ge­meingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 ist das bei A. Vogel & Comp. in Braunschweig gedruckte, im Verlage von Ernst Beyer in Minden erschienene Flugblatt, betitelt: An die Wähler des M inden-Lübbecker Wahlkreises", und unterzeichnet:Mehrere Wähler dss Minden-Lübbecker Wahlkreises", welches F. W. Frick in Bremen als Kandidaten für die am 6ten d. Mrs. stattfindende Reichstagswahl empfiehlt, durch die unterzeichnete Landespolizei-Brhörde verboten worden.

Minden den 5. Dezember 1881.

Königliche Regierung, Abtheilung des Innern.

_______________________ von S chierstedt.______________

G efunden: Ein Portemonnaie mit Inhalt. Ein Hundemaul­korb.

Verloren: Eine goldene Damen-Uhr mit goldener Kette.

Hanau am 19. Dezember 1881.

__Aus Königl. Landrathsamt.__

Tagesschan.

Berlin, 17. Dezbr. Se. Majestät der Kaiser und König besuchten heute Vormittag die gestern Abend hier eingetroffene Fürstin zu Wied, Königliche Hoheit, und nahmen den Vortrag des Chefs des Militärkabinets, General-Lieutenants von Albedyll entgegen. Nachmit­tags um 4 Uhr hielt der Reichskanzler Fürst von Bismarck Sr. Maje­stät Vortrag.

Berlin, 17. Dez. Der Reichstag wählte in seiner heutigen (18.) Sitzung zunächst aus Befürwortung des Abgeordneten von Ben- nigsen das bisherige provisorische Präsidium durch Akklamation für die Dauer der Session. In der Fortsitzung der Budget-Berathung ging die Diskussion betreffs der Steuern, nachdem der Titel Zölle wegen der darin enthaltenen Positionen für den Zollanschluß der Unterelbe in die Budget-Kommission zurückverwiesen war, auch heute wieder theilweise in eine allgemeine wirthschaftliche Debatte über. Eine scharfe Kritik der Freihandelspartei durch den Abgeordneten Lohren rief lebhafte Ent- rüstungsrufe der Linken hervor, ohne daß gleichwohl Präsident von Franckenstein den begehrten Ordnungsruf ertheilte. Die Abgeordneten Schneider, Sander und Kopfer gingen auf die Nachtheile des Tabaks- Monopols und einzelne Mängel der jetzigen Besteuerung des Tabaks ein, welche letzteren der Direktor des Reichsschatzamtes Burchard mit der Schwierigkeit des Besteuerungsmodus entschuldigte und deren Abstellung er den Landesbehörden überwies. Abg. Frhr. v. Ow-Freudenstat lehnte Seitens der deutschen Reichspartei die Verantwortung für die Rede des Abg. Lohren ab und hob hervor, daß die deutsche Reichspartei das Monopol nicht mit der sozialpolitischen Gesetzgebung in Verbindung bringe. Der Titel der Tabaksteuer wurde darauf genehmigt. Ebenso finden Genehmigung die Titel 3 (Rübenzuckersteuer), Titel 4 (Salzsteuer), Titel 5 (Branntweinsteuer), Titel 8 (Brausteuer), sowie die folgenden Titel dieses Spezialetats. Hierauf vertagte sich das Haus um 43/± Uhr uud wird seine Arbeiten Montag den 9. Januar, Nachm. 1 Uhr, wie­der aufnehmen.

Berlin, 17. Dez. (K. Z.) Der amtliche Handelsbericht aus Amoy beklagt den fühlbaren Mangel an geeigneten deutschen Steuer- I

1881.

Männern. Nicht selten trifft es zu, daß weder in Amoy noch Hongkong ein geeigneter deutscher Steuermann frei ist. In dieser Nothlage müssen die Schiffsführer einen fremden Steuermann nehmen oder selbst ohne Steuermann fortfahren. Dieser Uebelstand werde dadurch noch erhöht, daß deutsche Steuerleute leicht auf Schiffen fremder Nationalität Stel­lung finden und auch an dortiger Küste fahrende deutsche Matrosen es vorziehen, statt der deutschen Steuermannsprüfung die englische in Hong­kong abzulegen.

Der Reichs-Anzeiger verkündigt eine Bekanntmachung des Fi­nanzministers Bitter über den Zollanschluß der Unterelbe mit einem Regulativ, betreffend die zollamtliche Behandlung der Waaren-Ein-, Aus- und Durchfuhr auf dem dem deutschen Zollgebiete angehörigen Theile der Untirelbe.

Nach demR. u. St.-A." sind die Post-Dampfschiffahrten auf der Linie Stettin-Kopenhagen für das laufende Jahr geschloffen; sowie die Postdampfschiffahrten zwischen Bremerhaven und Havana bis auf Weiteres eingestellt.

Das Marine-Verordnungsblatt bringt folgende kaiserliche Cabinets-Ordre:

Auf den Mir gehaltenen Vortrag bestimme Ich: diejenigen Unter­lieutenants zur See, welche vor Ablegung der Seeofficiersprüfung ohne Patent zur Reserve entlassen werden, haben zur Erlangung eines Patents als Reserveofficier zunächst die Qualifikation für ihre Charge als Unter- lieutenantS zur See der Reserve durch eine mindestens achtwöchentliche Dienstleistung bei einem Marinetheil oder an Bord eines Meiner Schiffe und Fahrzeuge darzuthun. Sie haben hiernach die erforderlichen Aus- führungsb-stimmungen zu treffen.

Berlin, den 29. November 1881. Wilhelm.

An den Chef der Admiralität.

Bekanntmachung auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878. Nach demR.- u. St.-A." Nr. 294 wurden unterm 11, 13. und 15. Dezember verboten: 1) die fernere Verbreitung des Blattes Przedswit"; 2) die im Verlag von Woerlein u. Comp. zu Nürnberg erschienene Druckschrift:Interpellation der Abgeordneten Bebel und Gen., den kleinen Belagerungszustand über das Gebiet der Stadt und der Amtshauptmannschaft Leipzig betr., deren Motivirung und Beant­wortung Seitens der Kgl. Staatsregierung. Fünfte öffentliche Sitzung der Zweiten Kammer am 5. November 1881. Nach dem amtlichen stenographischen Bericht"; 3) die Druckschriften: Program Galicyjiskiej Partyi Robontniczej (Programm der Arbeiterpartei in Galizien) und Czegoz ches? (Was wollen sie?), beide in polnischer Sprache, erstere gedruckt angeblich Lwow w Maju 1881 r. (Lemberg im Mai 1881), letztere ohne Angabe des Druckorts.

Der Bundesrath hat in seiner Sitzung vom 30. November d. I. beschlossen, daß den Fabrikanten, welche Essig vorwiegend zu einem Gehalt von mindestens 8 Proz. an Essigsäure (Essigsäurehydrat) berei­ten, Seitens der Direktivbehörden gestattet werden kann, den Brannt­wein neben dem vorgeschriebenen Wasserzusatze (statt mit 100 Prozent Essig von 6 Proz. Gehalt) mit 50 Proz. Essig von 12 Proz. Gehalt an Essigsäure (Essigsäurehydrat) zu vermischen.

Die Commission für die Errichtung deS Reichstagsgebäudes auf dem am Königsplatz gelegenen Raczynskischen Grundstück und an­grenzenden Terrain ist gewählt und besteht aus folgenden Mitgliedern: dem gegenwärtigen Präsidenten v. Levetzow, den Abgeordneten v. Forcken- beck, Löwe, v. Kehler, v. Heeremann, Gerwig, Graf Kleist-Schmenzin (dem langjährigen Schriftführer des Reichstages) und Fürst Pleß. Auch der Bundesrath vollzieht noch vor der Vertagung die Ernennung von Mitgliedern der Commission, deren Thätigkeit alsbald beginnen wird. Man ist in Regierungskreisen sehr befriedigt über das endlich erzielte Ergebniß und will nunmehr die Angelegenheit so energisch fördern, daß mit den Arbeiten zur Errichtung des neuen Reichstazsgebäudes womög­lich noch im Laufe des nächsten Jahres begonnen werden kann.

Die Nachrichten, es seien Verhandlungen über einen Erwerb der Oberschlesischen oder der Rechten Oderuferbahu für den Staat ein= geleitet, entbehren, wie die Nordd. Allg. Ztg. aus zuverlässiger Quelle erfahren haben will, jeder thatsächlichen Grundlage.