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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
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Freitag den 2. Dezember
Nr- 280
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Amtliches.
Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung vom 15. v. Mts. in Nr. 240 des Hauauer Anzeigers veranlasse ich die Herrn Bürgermeister nunmehr die Wahl der Mitglieder der Klassensteuer-Einschätzungs- Commission vorzunehmen und die Namen der Gewählten mir binnen 8 Tagen anzuzeigen. Bei der Wahl ist darauf zu achten, daß die verschiedenen Klassen der Steuerpflichtigen möglichst gleichmäßig in der Commission vertreten werden.
Als Termin zur Vornahme der Einschätzung der Klassensteuer für das Etatsjahr 1882/83 ist gleichmäßig im Kreis
Sonnabend der 10. Dezember er. bestimmt worden.
Die Klassensteuerrollen sind, sobald solche abgeschlossen und nebst der Einkommens-Nachweisung auf dem Titelblatt unterzeichnet worden sind, bis zum 13. Dezember er. mir einzureichen. Die sonstigen Unter- Anlagen, insbesondere Protokoll über die Verpflichtung der Mitglieder der Commission, Schulden-Nachweisung mit vorgeschriebener Bescheinigung, Verhandlung über die vorgenommenenen Ermäßigungen einzelner Censiten, sowie Vergleichung der Abschlüsse der beiden Rechnungsjahre, endlich die Gewerbesteuer-Rolle sind beizufügen.
Am Schlüsse der Rolle oder der Einkommens-Nachweisung dürfen überhaupt keine Bescheinigungen angeschrieben werden.
Schließlich mache ich die Herrn Bürgermeister für die sorgfältigste Ausfüllung der Rubriken in der Einkommens^Nachweisung verantwortlich. So müssen die Angaben der Gebäude- und Grundsteuer (Spalte 8b und 9b), sowie der Gewerbesteuer (Spalte 13a und b), sowie der Grundbesitz (Spalte 9a und 11a) — woselbst auch Ackerland und Wiesen getrennt aufzuführen ist — ebenfalls zuverlässig sein.
Bezüglich der in Abzug zu bringenden Lasten und Schulden verweise ich auf §. 28 der Geschäfts.Anweisung für die Mitglieder der Klassensteuer-Einschätzungs-Commission vom 16. März 1877.
Die den Herrn Bürgermeistern mitgetheilten Revisionsbemerkungen der Königlichen Regierung sind bei der bevorstehenden Einschätzung in Erledigung zu bringen. Dies muß aus den Verhandlungen hervorgehen.
Hanau am 17. November 1881.
Der Landrath Schrötter.
Rundschan.
R. F. (Deutsches Reich.) Die Wiederstellung unseres Kaisers von seinem jüngsten Unwohlsein ist bereits soweit vorgeschritten, daß derselbe am Montag in geschlossenem Wagen wieder die erste Ausfahrt unternehmen konnte. Dieselbe ist dem Monarchen so gut bekommen, daß nunmehr die gewohnten Aussahrten wieder täglich ausgenommen werden. — Der deutsche Kronprinz hat sich in Begleitung seiner Söhne, der Prinzen Wilhelm und Heinrich, sowie der Prinzen Carl und Friedrich Carl von Preußen am Montag zu den Hofjagden bei Letzlingen begeben, von wo die hohen Herrschaften am Mittwoch Abend wieder nach Berlin zurückkehrten.
Den Reichstagsverhandlungen am Montag und Dienstag drückten die Reden des Fürsten Bismarck, in denen er seine gesammte innere Politik glänzend rechtfertigte, das charakieristische Gepräge auf. In bet1 am Montag stattgefundenen Debatte über den Eintritt Hamburgs in das Zollgebiet wies der Reichskanzler nach, daß er bei dem Zollanschluß Hamburgs nur ein Ziel hoher nationaler Politik verfolgt habe und daß dieses Ziel die Vollendung der bestehenden Reichseinrichtungen sei. Des Weiteren charakterisirte der Reichskanzler die Zerfahrenheit unseres Partei- und Fraktionswesens, welche sich seinen Bestrebungen zur Vollendung der deutschen Einheit hindernd in den Weg stelle, in markanten Zügen. Er habe nach einander sämmtliche Parteien bekämpfen müssen und es sei ihm in diesen Kämpfen kein Vorwurf erspart worden, der ihn politisch diskreditiren könnte. Schließlich lehnte der Reichskanzler jede Verantwortung dafür ab, wenn der Reichstag seine socialpoiitffchcn Vo> lagen nicht annehmen sollte. Die Montags-Sitzung endigte im klebrigen mit der Verweisung der Zollanschluß-Vorlage an eine Commission. Auch am Dienstag, an welchem Tage der Reichstag in die zweite Berathung
1881.
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des Etats trat, bildeten die Auslassungen des Fürsten Bismarck über unsere inneren politischen Zustände das hervorragendste Moment der Verhandlungen. Auf die Angriffe Rickert's und Richter's (Hagen) Prä- cisirte Fürst Bismarck seine Stellung zu dem radikalen Liberalismus, wobei er ausführte, daß er fortgeschritten sei, während die Fortschrittspartei eigentlich eine Partei des Hemmschuh's sei. Er, der Kanzler, glaube, daß seine neuerdings inscenirte Politik den Volkswünschen mehr entspreche, als diejenige der Herren vom Fortschritt. Er sei zu ihr gelangt, als er das Darniederliegen von Handel und Gewerbe gesehen habe und halte daran fest, um so mehr, je mehr die Leitung der liberalen Partei nach links gleite und den radikalen Elementen anheimfalle. Hänel geZenüb-r, welcher den Kanzler anklagte, daß er das Ohr des Kaisers der liberalen Stimme des Volkes verschließe, erklärte Bismarck, daß er den Monarchen nach bester Ueberzeugung berathen und auch darin nur seine Schuldigkeit gethan habe. Der Kaiser bilde einen festen Punkt im Regierungssystem und die Theilnahme des Monarchen an der Regierung sei eine so rege, daß derselbe sich nicht von den Führern der Fortschrittspartei verbieten lassen werde, zu seinem Volke zu reden. Den Ausführungen des Fürsten Bismarck gegenüber waren die Bemerkungen der übrigen Redner von keinem besonderen Interesse und demgemäß ebensowenig der fernere Verlauf der Sitzung, in welcher schließlich die Positionen des Etats für den Reichskanzler und die Reichskanzlei bewilligt wurden. In der im Reichstag am Mittwoch fortgesetzten zweiten Lesung des Reichsbudgets interpellirte zunächst Virchow die Reichsregierung wegen des Standes der Verhandlungen mit der Curie. Bismarck erwiderte, er würde auf diese Frage, welche nur Preußen angehe, im preußischen Landtage ausführlicher antworten; es bestehe die Absicht, im preußischen Etat eine Position für einen diplomatischen Vertreter bei der Curie einzustellen, falls allgemeine Interessen in den Vordergrund treten würden, sei eine deutsche Vertretung bei der Curie in's Aug; gefaßt. Auf den Stand der Verhandlungen mit der Curie näher einzugehen, hielt Bismarck nicht für opportun. Auf eine Bemerkung Virchow's bezüglich des Culturkampfes erklärte der Reichskanzler, daß er, wenn er wirklich den Culturkampf fortsetzen wollte, hieran durch frühere Bundesgenossen gehindert würde. Hänel gegenüber konstatirte Bismarck, er habe bei allen Bestrebungen die Fortschrittspartei gegen sich gehabt; ferner erklärte Bismarck, nicht der Liberalismus habe ihn 1874 beim Cultur- kampfe zur Einführung der Civilehe bewogen, sondern die Erklärung seiner preußischen Minister-Collegen: sie würden zurücktreten, wenn die Civilehe nicht eingeführt würde.
, Graf Moltke hat nunmehr einen Gehülfen in der Leitung der Generalstabsgeschäste erhalten, indem der Chef des Generalstabs des X. Armeekorps, Graf von Waldersee, zum eigentlichen Leiter der Generalstabsgeschäfte ernannt worden ist. Graf Moltke bleibt indessen gewissermaßen die oberste Instanz in allen seinen zahlreichen Stellungen und es ist. dieses Arrargement hauptsächlich deshalb erfolgt, um Graf Moltke bei seinem hohen Alter von dem Detail der Geschäfte möglichst zu ent- bürden.
Der elsaß-lothringische Landesausschuß ist durch Allerhöchste Ca- bimtsordre zum 5. Dezember nach Straßburg einberusen worden, um einige Gesetze zu berathen, welche eine theilweise Aenderung in verschiedenen Zweigen der elsaß-lothringischen Verwaltung bezwecken.
(Oesterreich.) Die Unruhen in Süd-Dalmatien charakterisien sich immer mehr als eine aufständische Bewegung, deren Bedeutung die österreichische Regierung entschieden unterschätzt hatte. Bereits ist es in der sogenannten Bocche di Cattaro an verschiedenen Punkten zu blutigen Zusammenstößen zwischen den Aufständischen und den österreichischen Truppen gekommen, in denen es auf beiden Seiten Todte und Verwundete gegeben hat. Diese Gefechte dürften endlich die österreichische Regierung zu der Einsicht geführt haben, daß sie es keineswegs in Süd- Dalmatien mit „Räuberbanden" zu thun hat, sondern sich einem neuen Aufstande der Bocchesen gegenübersieht, welcher leicht dieselben gefährlichen Dimensionen annehmen kann, wie der Aufstand von 1869.
(Fr ankrei ch.) Der Ausfall der in Frankreich am vergangenen Sonntag stattgefundenen Delegutenwahlen der Gemeinderäthe ist als ein neuer Triumph der republikanischen Sache und speziell als ein Erfolg