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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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Nr. 274. Freitag bett
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Steckbrief.
Der in dem nachstehenden Signalement näher bezeichnete, am 24. Februar 1861 zu Somborn, Kreis Gelnhausen, geborene Rekrut Franz Roß hat der Gestellungs-Ordre zum Antritt des Militairdienstes keine Folge geleistet und seinen seitherigen Aufenthaltsort Hanau ohne Abmeldung verlassen. Er ist deshalb als Fahnflüchtiger zu betrachten.
Alle Militair- und Civilbehörden werden ersucht, nach dem rc. Roß zu fahnden, ihn im Betretungsfalle zu verhaften und an die nächste Militärbehörde abzuliefern.
Fulda, den 24. November 1881.
Königliches Landwehr-Bezirks-Commando.
Signalement:
Familien-Name: Roß; Vorname: Franz; Geburtsort: Somborn;
Gewerbe: Teppichweber; Alter: 20 Jahre 9 Monate; Größe: 1 m 65 cm 5 mm; Gestalt: schlank; Haare: blond; Kinn: rund; Nase und Mund: gewöhnlich; Zähne: vollständig.
Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung vom 15. v. Mts. in Nr. 240 des Hauauer Anzeigers veranlasse ich die Herrn Bürgermeister nunmehr die Wahl der Mitglieder der Klassensteuer-EinschätzungsCommission vorzunehmen und die Namen der Gewählten mir binnen 8 Tagen anzuzeigen. Bei der Wahl ist darauf zU achten, daß die verschiedenen Klassen der Steuerpflichtigen möglichst gleichmäßig in der Commission vertreten werden.
Als Termin zur Vornahme der Einschätzung der Klassensteuer für das Etatsjahr 1882/83 ist gleichmäßig im Kreis
Sonnabend der 10. Dezember er. bestimmt worden.
Die Klassensteuerrollen sind, sobald solche abgeschlossen und nebst der Einkommens-Nachweisung auf dem Titelblatt unterzeichnet worden sind, bis zum 13. Dezember er. mir einzureichen. Die sonstigen Unter- Anlagen, insbesondere Protokoll über die Verpflichtung der Mitglieder der Commission, Schulden-Nachweisung mit vorgeschriebener Bescheinigung, Verhandlung über die vorgenommenenen Ermäßigungen einzelner Censiten, sowie Vergleichung der Abschlüsse der beiden Rechnungsjahre, endlich die Gewerbesteuer-Rolle sind beizufügen.
Am Schlüsse der Rolle oder der Einkommens-Nachweisung dürfen überhaupt keine Bescheinigungen angeschrieben werden.
Schließlich mache ich die Herrn Bürgermeister für die sorgfältigste Ausfüllung der Rubriken in der Einkommens-Nachweisung verantwortlich. So müssen die Angaben der Gebäude- und Grundsteuer (Spalte 8b und 9b), sowie der Gewerbesteuer (Spalte 13a und b), sowie der Grundbesitz (Spalte 9a und 11a) — woselbst auch Ackerland und Wiesen getrennt aufzuführen ist — ebenfalls zuverlässig sein.
Bezüglich der in Abzug zu bringenden Lasten und Schulden verweise ich auf §. 28 der Geschäfts-Anweisung für die Mitglieder der Klassensteuer-Einschätzungs-Commission vom 16. März 1877.
Die den Herrn Bürgermeistern mitgetheilten Revisionsbemerkungen der Königlichen Regierung sind bei der bevorstehenden Einschätzung "in Erledigung zu bringen. Dies muß aus den Verhandlungen hervorgehen.
Hanau am 17. November 1881.
Der Landrath
S ch r ö t t e r.
Carl Daniel Klein zu Ravolzhausen ist als Vieh- und Fleischbeschauer resp, als Sachverständiger zur Untersuchung des Schweinefleisches auf Trichinen für genannte Gemeinde auf Wiederruf bestellt und verpflichtet worden.
Hanan am 19. November 1881.
r Georg Solger zu Praunheim ist als Vieh- und Fleischbeschauer resp, als Sachverständiger zur Untersuchung des Schweinefleisches auf Trichinen für genannte Gemeinde bestellt und verpflichtet worden.
Hanau am 19. November 1881.
25. November 1881.
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Peter Kittel II. in Osthelm ist als Sachverständiger zur Untersuchung des Schweinefleisches auf Trichinen auf Widerruf bestellt und vereidet worden.
Hanau am 21. November 1881.
Der Landrath.
Rundschau.
R F. (Deutsches Reich.) Unser allverehrter Kaiser ist durch leichtes Unwohlsein seit einigen Tagen genöthigt das Zimmer zu hüten. Neuere Nachrichten melden, daß die Nachtruhe des hohen Herrn hier und da durch empfindliche Unterleibsbeschwerden gestört sei und daß sich Se. Majestät auf Erledigung der nothwendigsten Regierungsgeschäste beschränken müsse.
Die Parteistellung des neuen Reichstags-Präsidiums Levetzow- Franckenstein-Ackermann ist wohl die entschiedendste Zurückweisung des Gedankens einer „katholisch-liberalen Reichstags-Majorität", der neue Reichstag segelt vielmehr wie sein Vorgänger unter conservativ-ultra- montaner Flagge. — Der Reichstag selbst hat am Donnerstag seine Plenarsitzungen wieder ausgenommen, an welchem Tage er in die erste Berathung der Etatsvorlage eintrat. Sonderliche Schwierigkeiten bietet der Etat in diesem Jahre nicht und wird vielleicht nur der Posten für den deutschen Volkswirthschastsrath auf grundsätzlichen Widerspruch stoßen.
Der Bundesrath hat beschlossen, den kleinen Belagerungszustand für Berlin um ein Jahr zu verlängern.
In Hinblick auf die epochemachende Bedeutung der Kaiserlichen Botschaft, mit welcher der Reichstag eröffnet wurde, ist von dem preuß. Minister des Innern angeordnet worden, daß dieselbe in Placatform in sämmtlichen Gemeinden des preußischen Staates durch Aushang an den für die Bekanntmachung lokaler Verordnungen bestimmten Oertlichkeiten noch besonders zur öffentlichen Kenntniß gebracht werden soll. In der Reichs-Druckerei werden 90 OCO Abzüge der Kaiserlichen EröffnungsBotschaft angefertigt.
In der Dienstags-Sitzung der bayerischen Abgeordnetenkammer verlas der Minister des Innern eine Botschaft des Königs, durch welche die Session des Landtages bis zum 31. Januar 1882 verlängert wird. Bei der Berathung des Gesetzentwurfes, betreffend die Fortdauer des Malzausschlages, wurde mit 89 gegen 52 Stimmen der Antrag des Ausschusses angenommen, nach welchem die Forterhebung nur auf drei Monate genehmigt wird. Der Referent Ruppert hob hervor, gegenüber dem Bedenken des Finonzministers, daß bei der Stellung der Majorität des Hauses gegenüber dem Ministerium alle sonstigen Gründe in den Hintergrund treten müßten.
Der badische Landtag ist, nachdem er noch die Neuwahl seines Präsidiums vollzogen hatte, bis Mitte Januar k. J. Vertagt worden.
(Oesterreich-Ungarn.) Die Ernennung des bisherigen österreichischen Botschafters in Petersburg, Grafen Kalnocky, zum definitiven Leiter der auswärtigen Angelegenheiten Oesterreichs-Ungarns ist nunmehr eine vollzogene Thatsache. Graf Kalnocky, welcher wegen dieser Angelegenheiten in den letzten Tagen in Wien weilte, hat sich bereits nach Petersburg zurückbegeben, um Kaiser Alexander sein AbberufungsSchreiben zu übergebeu; er wird Anfang Dezember seinen neuen Posten antreten., Der neue österreichische Minister des Auswärtigen genießt in diplomatischen Kreisen große Sympathien und gilt als ein Mann, der sehr gut geeignet ist, die äußere Repräsentation des österreichischen Staates zu übernehmen. Ueber die staatsmännischen Eigenschaften des Grafen Kalnocky sind die Meinungen getheilt und wird er seine diplomatische Befähigung in größerem Style daher in seinem neuen Amte erst bewähren müssen. Seine Ernennung durch den Kaiser erfolgte in vollem Einverständnisse mit dem Ministerpräsidenten Grafen Tasffe, so daß in dieser Beziehung Graf Kalnocky auf keinerlei Schwierigkeiten stößt.
, (Frankreich.) Gambetta hat gleich bei Beginn seiner ministeriellen Thätigkeit die Erfahrung machen müssen, daß der Pfad eines Ministerpräsidenten auch in Frankreich nicht mit Rosen bestreut ist. Schon der Rücktritt der französischen Botschafter in Berlin und Petersburg berührt den neuen Couseilchef äußerst unangenehm, da Graf St. Vallier und General Chaney offen heraus erklärten, daß die radikale Färbung des