Einzelbild herunterladen
 

Abonnements- Preis:

Jährlich 9 Mark Halbj 4 M. 60 P. Vierteljährlich

S Mark 25 Psg. Kür auswärtige Abonnenten mit dem betreffen­den Pastausschlag. Lieeinzelne Num­mer 10 Psg.

lMmm Anreißer.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Nr. 273.

Donnerstag den 24. November

Jnsertion».

Preis:

Die ispaltige Garmondzeile ob. deren Raum

10 Psg.

Die Sspalt. geile 20 Psg.

DieSspaltigeZeil«

30 Psg.

1881.

W

Amtliches. ü

Bekanntmachungen auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878.

Bekanntmachung, betreffend Ausführung von §. 28 des Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie.

Auf Grund des §. 28 des Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 wird mit Genehmigung des Bundesraths für die Dauer eines Jahres angeordnet, was folgt:

§. 1. Personen, von denen eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung zu besorgen ist, kann der Aufenthalt im Ham­burgischen Staatsgebiete, mit Ausnahme des Amtes Ritzebüttel, von der Landespolizeibehörde versagt werden.

§. 2. Vorstehende Anordnung tritt mit dem 29sten Oktober d. J. in Kraft.

Gegeben in der Versammlung des Senats, Hamburg, den 26. Oktober 1881. ________________________________________________

Gefunden: Ein Päckchen Papiere nebst Portemonnaie mit Schlüssel und Bleifeder.

Zugelaufen: Ein schwarzer Spitz, m. Geschl. Ein Pinscher, M. Geschlechts.

Hanau am 24. November 1881.

, Aus Königl. Landrathsamt.

Grundstücks-VerpaStung.

Die nachbezeichneten in der Gemarkung von Niederrodenbach belegenenen Domanialgrundstücke, als:

Karte

n H

B.

H.

M 200 =. — ha 4 a 77 am

PP

201 -

203 =

106 =

1

3

„ 24 „ 73

tf

kk

„ 99 „ „ io „

74

74

ff

107 ,.^

5

„ 97

90

ff

PP

pp

107a. =

5

„ 75

PP

79

PP

und „

P.

pp

28 =

1

„ 53

PP

30

PP

Öl °uß dem Haffen- Landi rot°'

Land an der Erlenbusch- wiese,

Wiesest die Erlenbusch. Wiesej wies^,

Wiese und Land in der alten Wiese,

sollen in 2 9 Pachtabtheilungen vom 1. Januar 1882 ab auf 6 Jahre öffentlich meistbietend verpachtet werden.

Termin hierzu ist auf

Montag, den 28. dieses Monats, Vormittags 9 Uhr, in die Haupt'sche Wirthschaft zu Niederrodenbach anberaumt.

Bei angemessenen Pachtgeboten wird der Pachtzuschlag im Termin ertheilt werden.

Hanau, am 23. November 1881.

Der Königliche Domainen-Rentmeister Bell. 10470

T K g e s s ch a m

Der Reichskanzler und die parlamentarische.Lage. (51. d. Schw. Merk)

— Berlin, 20. Nov. Wer die sich vielfach widersprechenden Gerüchte über die Auffassung der politischen Lage durch den Kanzler verfolgt, dem kann es nicht entgehen, daß Bismarck fest­stehende Entschlüsse noch nicht gefaßt hat, sondern erst die weitere Ent­wicklung der parlamentarischen Lage abwartet. Man spricht jetzt davon, daß er sich von dem Gebiete der inneren Politik ganz zurückziehen und einem Vizekanzler die Leitung derselben überlassen wolle, während er sich als Kanzler lediglich das Feld der auswärtigen Politik vorzubehalten beabsichtige. Ob dieser Gedanke von Bestand sein wird, erscheint noch fraglich: er ist ein Versuch zur Lösung der durch das Wahlergebniß eingetretenen Verwicklungen, der vielleicht durch einen anderen bald er­setzt werden wird. Jedenfalls wird man sich hüten müssen, allen Kund­gebungen, wie sie gerade in den letzten Tagen vielfach verbreitet worden sind, einen bleibenden Werth be'zulegen und in denselben mehr zu suchen,

als vielleicht taktische Mittel zur Auffindung eines bestimmten Zwecks. Was Paul Lindau in der Köln. Ztg., denn er und kein anderer ist der neueste Enthüller Bismarck'scher Gedanken, die ihm durch einen dritten zugeflüstert werden, was ferner die Nordd. A. Z. noch vorgestern über die vom Kanzler beabsichtigten Maßnahmen und Unterhandlungen mit der „liberal-katholischen" Mehrheit verkündete, das sind auf alle Fälle Ziele, die nicht um ihrer selbst willen verfolgt werden, sondern nur ein Uebergangsstadium bedeuten können und lediglich nur dazu beitragen werden, die Lage zu klären und diese Klarheit denen zum Bewußtsein zu bringen, welche sich trügerischen Hoffnungen hingeben. Wenn es heißt, daß der Kanzler mit den Liberalen wegen Kabinetsbildung ver­handeln werde, so liegt doch schon heute auf der Hand, daß diese Ver­handlungen scheitern müssen. Die Verhandlungen können nur auf der Grundlage des Programms der Thronrede geführt werden, wenn man nicht annehmen soll, daß das Programm lediglich aufgestellt wurde, um sofort wieder fallen gelassen zu werden. Wenn die N. A. Z. trotz der Thronrede erklärt, daß es dem Kaiser und den Regierungen gleichgiltig sein könne, nach welchen wirthschasts- und sozial-politischen Grundsätzen das Volk regiert werde, und daß beneficia non obtruduntur, so ist das nur Ironie, wenn auch nicht Ironie der Nordd. Allg. Z., so doch die Ironie, welche in der ganzen gegenwärtigen Situation liegt. Daß die eventuellen Verhandlungen vollständig ernst geführt werden, ist selbst­verständlich, aber sie können, wenn auch nicht den Zweck, so doch nur die Folge haben, die Unmöglichkeit einer liberalen Kabinetsbildung fest­zustellen. Ein liberales Kabinet würde ja sofort von der Mehrheit, welche gestern das klerikal-konservative Präsidium wählte, niedergestimmt werden. Nicht viel anders würde es einem klerikal-konservativen Kabinet gehen, welches auch sofort im Reichstage eine Mehrheit gegen sich haben würde. Was für ein Kabinet ans Ruder kommt, es müßte sich auf eine Minderheit stützen, und mit Minderheit zu regierest, das dürfte ein Bismarck doch sicherlich besser verstehen, als Bennigsen oder Francken- stein. Die Unterhandlungen können also nur die Parteien davon über­zeugen, daß die schwierige innere Lage einen Bismarck erfordert; viel­leicht werden sie auch daraus die Einsicht gewinnen, daß es billig ist, den Eifer in der Bekämpfung des Kanzlers etwas zu mäßigen. Fürst Bismarck ist offenbar auch völlig darauf vorbereitet, daß er allein die Zügel wird weiterführen müssen, wenn er auch der Lage gemäß ein langsameres Tempo wird einschlagen und vielleicht Manches wird verta­gen müssen. Man führt heute so mancherlei Aeußerungen voll ihm an, welche seine Auffassung von der Lage Widerspiegeln. So mag denn'auch hier eine solche Aeußerung, die zwar sehr drastisch, aber auch sehr be­zeichnend ist, einen Platz finden. „Mit vier Strangschlügern zu fahren ist gefährlich; aber ich werde es versuchen". Ohne Zweifel wird es ihm von Allen am besten gelingen, das Gefährt sicher zu führen, ohne daß er dabei verunglückt.

— Berlin, 23, Nov. Das Befinden Sr. Majestät des Kaisers und Königs ist noch nicht derart, daß Allerhöchstdieselben das Zimmer verlassen können. Die Nachtruhe war hie und da durch empfindliche Unterleibsbeschwerden gestört. — Se. Majestät haben Allerhöchstsich auf Erledigung der nothwendigsten Regierungsgeschäfte beschränken müssen.

— B erlin, 23. Novbr. (K. Z ) Zu der gestern Abend im kronprinzlichen Palais stattgehabten Soiree waren gegen 200 Einla­dungen ergangen. Unter den Anwesenden befanden sich Herzog von Ra- tibor, Cardinal Hohenlohe, Feldmarschall Moltke, die Minister Maibach, Bitter und von Goßler, Oberbürgermeister v. Forckenbeck und .die zur Einweihung des Kunstgewerbemuseums von auswärtigen Museen abge- sandten Vertreter, sowie viele hiesige Notabilitäten aus den Kreisen der Kunst und Wissenschaft.

— Der Staats-Anzeiger veröffentlicht die Concessionsurkunden, betreffend den Bau und Betrieb normalspuriger Eisenbahnen unterge­ordneter Bedeutung von Homberg nach Mürs und von Remscheid nach Feld durch die Bergisch-Märkffche Eisenbahn Gesellschaft.

— Der Bundesrath bschloß am 22. Nov. eine einjährige Ver­längerung des kleinen Belagerungszustandes für Berlin.

— Vor der demnächst zu vollziehenden Wahl der Fachkommissio