Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

sind, bis zum 13. Dezember er. mir einzureichen. Die sonstigen Unter- Anlagen, insbesondere Protokoll über die Verpflichtung der Mitglieder der Commission, Schulden-Nachweisung mit vorgeschriebener Bescheinig, ung, Verhandlung über die vorgenommenenen Ermäßigungen einzelner Censiten, sowie Vergleichung der Abschlüsse der beiden Rechnungsjahre, endlich die Gewerbesteuer-Rolle sind belustigen.

Am Schlüsse der Rolle oder der Einkommens-Nachweisung dürfen überhaupt keine Bescheinigungen angeschrieben werden.

Schließlich mache ich die Herrn Bürgermeister für die sorgfältigste Ausfüllung der Rubriken in der Einkommens-Nachweisung verantwort­lich. So müssen die Angaben der Gebäude- und Grundsteuer (Spalte 8b und 9b), sowie der Gewerbesteuer (Spalte 13a und b), sowie der Grundbesitz (Spalte 9a und 11a) — woselbst auch Ackerland und Wiesen getrennt aufzuführen ist — ebensalls zuverlässig sein.

Bezüglich der in Abzug zu bringenden Lasten und Schulden ver­weise ich auf §. 28 der Geschäfts-Anweisung für die Mitglieder der Klassensteuer-Einschätzungs-Commission vom 16. März 1877.

Die den Herrn Bürgermeistern mitgetheilten Revisionsbemerkungen der Königlichen Regierung sind bei der bevorstehenden Einschätzung in Erledigung zu bringen. Dies muß aus den Verhandlungen hervorgehen.

Hanau am 17. November 1881.

Der Landrath Schrötter.

Bürgermeister Johannes Clauß in Ravolzhausen ist als Orts­taxator in Pflichten genommen.

Hanau, am 14. November 1881.

Der Landrath

Schr ötter.

Der Herr Finanzminister hat angeordnet, daß aus die vor erfüllter aktiver Dienstpflicht zur Disposition der Truppentheile beurlaubten Mannschaften und deren Familien fortan nicht die Vorschrift unter littr. c, sondern die Vorschrift unter littr. d im §. 5 des Gesetzes vom ^ Mai 1873 gewendet werde, wonach bie Mannschaften des

Beurlaubtenstaudes und deren Familien in den Monaten, in welchen sie sich im aktiven Dienst befinden, von der Klassensteuer befreit bleiben. Die Herrn Bürgermeister und Ortspolizeiverwalter haben hier­nach bei Einschätzung der Klassensteuer resp. Führung der Ab- und Zu- gangslisten zu verfahren.

Hanau, den 12. November 1881.

Der Landrath

Schrötter.

Der Ortsbürger Georg Wild aus Kesselstadt ist nach Mittheilung seiner Angehörigen seit dem 12. ds. Mts. spurlos verschwunden.

20. Wild ist 57 Jahre alt, klein, untersetzt, hat grauen Vollbart, Kinn ausrasirt und war bekleidet mit dunklem Rock und Hose, grauer Weste, Mütze und Gummizugstiefeln. — Da Wild im Sommer b. I. im Landkrankenhause hier wegen Geistesstörung behandelt wurde, so steht zu erwarten, daß dieser Krankheitsfall bei ihm wieder eingetreten ist.

Es wird ersucht nach demselben zu recherchiren und im Ermitte- lungSfalle Nachricht hierher zu geben.

Hanau am 16. November 1881.

Der Landrath.

Die 2te Schulstelle in Dörnigheim, mit welcher ein Einkommen von 840 M. neben freier Wohnung und 90 M. Brandentschädigung verbunden ist, ist vakant. Bewerber haben ihre deshalbigen Gesuche mit Zeugnissen binnen 4 Wochen hier oder an den Herrn Lokal-Schulinspektor Pfarrer Biskamp in Dörnigheim einzureichen.

Hanau am 17. November 1881.

Der Landrath.

Gefunden: Zwei Dutzend Dessert-Servietten. Eine Pferdedecke. Ein Portemonnaie mit einigen Pfennigen. Ein schwarzes Eiswolltuch. Ein Buch über eingeschriebene Spezereiwaaren. Ein weißer Kinder­kragen. Ein schwarzer Schleier.

Entlaufen: Ein weiß-gelber junger Hund, m. Geschlechts.

Hanau am 19. November 1881.

Aus Königl. Landrathsamt.

— Berlin, 18. Novbr. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen heute den Polizeipräsidenten von Madai, nahmen die Meldung des kommandirenden Generals des III. Armee-Corps, von Pape entge­gen, empfingen den Wirklichen Geheimen Rath von Wilmowski, später die Herren Frhr. von Vittinghoff, gen. Schell, Erbdrost im Fürstenthum Essen, und den Reichsfreiherrn von Fürstenberg und Borbeck, als De­putation der Rheinischen Ritterschaft, und schließlich den General der

Kavallerie Hann von Weyhern. Nachmittags empfingen Se. Majestät den auf der Durchreise hier anwesenden Kardinal Prinzen Hohenlohe.

— Berlin, 18. Nov. Die gestrige (1.) Sitzung des Reichstags, welcher der Bevollmächtigte zum Bundesrath, Staatsminister v. Boetti- cher beiwohnte, wurde um 3'4 Uhr vom Alterspräsidenten Abg. Grafen von Moltke eröffnet. Derselbe erklärte, er dürfe Wohl annehmen, daß wie früher jedes Mal, so auch bei Eintritt einer neuen Legislaturperiode die bisher gültige Geschäftsordnung zur Anwendung gelangen solle. (Das Haus war damit einverstanden.) Nach § 1 der Geschäftsordnung solle das älteste Mitglied vorläufig die Geschäfte des Hauses überneh­men. Das älteste Mitglied sei, wie ihm mitgetheilt worden, der Abg. Dollfus. Derselbe sei aber, wie er glaube, nicht im Hause anwesend. Nach diesem Abgeordneten würde er (Redner) ohne Zweifel der Aelteste sein: er sei geboren im Oktober des Jahres 1800. Er dürfe wohl an­nehmen, daß das Haus ihm die Berechtigung und die Verpflichtung zu- schreibe, die Geschäfte einstweilen zu übernehmen. Da kein Widerspruch erfolge, trete er daher das Alterspräsidium an und eröffne die Sitzung. Er bitte zunächst die Herren Abgg. Graf von Kleist, Bernards, Eysoldt und Schlutow, einstweilen das Amt der Schriftführer zu übernehmen.

Hierauf erfolgte der Namensaufruf, der die Anwesenheit von 242 Mitgliedern ergab; das Haus war also beschlußfähig.

Demnächst theilte der Präsident mit, daß folgende Vorlagen einge­gangen seien: 1) der Gesetzentwurf, betreffend den Beitrag des Reiches zu den Kosten des Anschlusses der freien und Hansestadt Hamburg; 2) der Gesetzentwurf, betreffend die Feststellung des Reichshaushalts für 1882 83; 3) der Gesetzentwurf, betreffend die Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der Verwaltung des Neichsheeres, der Marine, der Reichs- Eisenbahnen, sowie zur Erhöhung des Betriebsfonds der Reichs-Haupt- kasse; 4) die allgemeinen Rechnungen über den Etat des Jahres 1877/78 und 5) die Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben für 1880/81.

Darauf vertagte sich das Haus um 4 Uhr auf Sonnabend Nach­mittag 2 Uhr. (R. u. St.-A.)

— Berlin, 17. Nov. Russische officiöse Communiquds in den Blättern bestreiten, daß Rußland im Widerspruch mit seinen Versprechun­gen auf dem Berliner Congreß für seine Forderung der Kriegsentschä­digung eine Gebietsabtretung im Auge habe. Dadurch ist aber auch eine territoriale Pfandnahme ausgeschlossen.

— Karlsruhe, 18. Novbr., Vorm. Der bei dem Großherzoge eingetretene fieberlose Zustand hält an. Das Temperaturminimum war gestern 36,4 Grad, das Maximum Abends 37,5. In der Nacht genoß der Patient ruhigen Schlafs; Morgens trat starker Schweiß ein. Der Puls ist 66, qualitativ dem Kräftezustand entsprechend.

— Bremen, 17. Nov. Von dem Vogt der Insel Neuwerk ist heute Nachmittag bei der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger fol­gendes Telegramm eingegangen: Von dem deutschen Ewer „Anna Re- bekka", Kapitän Claussen, von Rostock mit Stückgütern nach Bremen bestimmt, bei Eitzenloch gestrandet, sind zwei Personen durch das Ret­tungsboot der Station Neuwerk „Freiherr von Diergardt" gerettet wor­den. Das Boot war 4 Stunden unterwegs. Weststurm mit Regen.

— Wien, 18. Nov. Die heutigen Morgenblätter besprechen die bei der Eröffnung des Deutschen Reichstags verlesene Botschaft. Die „Neue fr. Pr." sagt, die Thronrede ist ein Meisterstück in Form und Fassung, der feierliche Ernst derselben entspricht völlig dem großen Problem, die Thronrede wird ein denkwürdiges historisches Aktenstück bleiben, die Art, wie sie die Reformpläne unter bie höhere Idee der all­gemeinen Wohlfahrt rückt und über die getrübte Atmosphäre der Partei- leidenschaft hinweghebt, wirkt versöhnender als es durch irgend welche beschwichtigende Phrase geschehen könnte. Wollen die Liberalen nicht ei­ner unfruchtbaren Verneinung geziehen werden, so müssen sie der genia­len Initiative des Fürsten Bismarck folgen, den die Entwürfe des Reichs­kanzlers haben mit überraschendem Scharfblick die wunden Stellen der heutigen Gesellschaft herausgefunden. In den Worten: „Frei von reak­tionären Hintergedanken" liegt eine frohe Verheißung. Die „Deutsche Zeitung" bezeichnet die Thronrede gleichfalls als eine Staatsschrift von sittlichem Ernste und historischer Bedeutung. Die Welt habe an die friedlichen Versicherungen Deutschlands zu glauben gelernt. Das „Neue Wiener Tageblatt" sagt: Die Kaiserliche Botschaft richtet sich auch an künftige Geschlechter, sie ist ein Vermächtniß des Kaisers und des Fürsten Bismarck; sie enthält Glaubensartikel, an denen die deutsche Politik für ewige Zeiten festhalten soll. Die von so erhabener Stelle vorgetrage­nen Prinzipien müssen zündend auf Alle wirken, welche an die Ideale der Botschaft glauben. Friedensversicherungen in so solenner Form wurden fast niemals ertheilt.

— Wien, 18. Nov. (K. Z.) Nachdem in beiden Delegationen bezüglich des Budgets eine Uebereinstimmung erzielt worden war, hielt die österreichische Delegation heute ihre Schlußsitzung. Der Kriegsmi­nister sprach den Delegirten im Auftrage des Kaisers dessen Dank für ihre Opferwilligkeit aus, worauf der Präsident Ritter v. Schmerling der Regierung dankte und der Hoffnung Ausdruck gab, daß der Friede auch fernerhin erhalten bleiben werde.

— Paris, 17. Nov. Die Führer der Clericalen berathen be-