Name edler regierender Fürstinnen des deutschen Reiches beigelegt wor- den, und auch dieses Schiff ist bestimmt, den Namen einer solchen zu führen. So taufe ich dich denn, du schönes hoffnungsreiches Schiff, auf Befehl S. M. des Kaisers auf den Namen „Sophie", zum Ruhm und zur Ehre jener hochedlen und erhabenen Fürstin, welche den Thron schmückt des Fürstenhauses Sachsen Weimar, jenes hochangesehenen Fürstenhauses, dessen Gunst den Quell der Begeisteruna unserer' Dichterfürsten dauernd nährte, an dessen Hof Kunst und W-sienschast jederzeit eine fördernde Freistätte fanden, das durch die Weisheit und Fürstentugenden seiner Herrscher dem Herzen der Nation ganz besonders nahe gerückt ist, und dem auch unsere erhabene allgeliebte Kaiserin entstammt.
(Schw. Merck)
— Baden-Baden, 16 Novbr. Der Großherzog hat die Nacht in ruhigem Schlaf verbracht. Die Temperatur war gestern Abend 38,7, heute früh 37,5 Grad, der Puls von 90 auf 76 Schläge ermäßigt. Der Schweiß war stärker als in der Nacht vorher, aber der Patient fühlte sich weniger ermüdet.
— München, 15. Nov. (R. u. St.-A.) Die Abgeordnetenkammer hat nach langer Berathung den Antrag Mayer auf Aufhebung der obligatorischen Civilehe angenommen. Die Partei der Rechten stimmte geschlossen für den Antrag und gegen die Linke. Der Justizminister v. Fäustle hatte sich ausführlich gegen den Antrag ausgesprochen, die Motive desselben widerlegt und die Undurchführbarkeit desselben nachgewiesen; er schloß mit dem Bemerken: er sei Angesichts dessen vom Gesammt- Ministerium ermächtigt, zu erklären, daß dasselbe nicht in der Lage sei, die Krone im Sinne des Antrags Mayer zu berathen.
— Nach einem Regensburger Telegramm hat das dortige Landgericht den Schneider Jos. Moritz jr., der bei der Landtagswahl in zwei Wahlbezirken seinen Wahlzettel abgab, zu 3 Monaten Gefängniß und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre verurtheilt. Wegen dieses Falles wurde bekanntlich die Wahl des fürstlich Taxis'- fchen Verwaltungsdirektors Franz Bonn angefochten.
— Paris, 13. November. (Sozialdemokratische Versammlung.) Heute fand im Saale Combes in Paris Mont-Souge, wo viele Amne- stirte wohnen, wieder eine Versammlung über die tunesisch-algerische Frage statt. Die Reden waren, der K. Z. zufolge, heftiger denn je. Der erste Redner, Allemane, erklärte der Bourgeoisie, die das Volk befehle, den Krieg: diese Bourgeoisie sei verfault und ihr Oberhaupt sei „der zur Galeere reife Bandit" Gambetta. Clemenceau und die übrigen radikalen Deputirten wurden vom Redner ebenfalls angezogen, weil sie es nicht gewagt, die Minister und Gambetta in Anklagestand zu versetzen; alle Deputirten seien „Lakaien" und das Palais Bourbon sei der „Tempel der ewigen Anbetung für Schufte und Lumpen." Nach dieser Rede zog eine sozialistische Abordnung des Departements der obern Vienne mit einer rothen Fahne ein und wurde mit Begeisterung begrüßt. Die Polizei, die ziemlich zahlreich vertreten war, ließ alles ruhig geschehen. Nachdem Labusquiore, ein bekannter Kommunist, über die tunesische Angelegenheit gesprochen und sich noch mehrere Redner in den heftigsten Ausfällen ergangen, wurde ein Beschluß angenommen, der erklärt, daß „die Minister und Gambetta Verräther seien und daß es nichts helfe, die radikalen Deputirten zum Handeln aufzufordern, da sie alle Nichtsnutze und Ausbeuter seien."
— Paris, 16. Nov. Der Botschafter Graf St. Vallier in Berlin und der Botschafter Chanzy in St. Petersburg haben ihr Entlassungsgesuch eingereicht. — Das „Journal officiel" veröffentlicht die Ernennung des Generals Miribel zum Chef des Generalstabes des Kriegs-Ministers.
— Konstantinopel, 15. Nov. In Folge der Gerüchte, daß Rußland die Regelung der Kriegsentschädigung durch eine territoriale Kompensation verlange, gab der russische Botschafter von Nowikoff den Botschaftern der Mächte entgegengesetzte Versicherungen. — Der deutsche Dampfer „Vulkan" geht heute ab; das Prinzip, daß die Pforte kein Recht habe, durchgehende Waaren zu untersuchen, ist gewahrt worden. — 16. Nov. In Folge von Verhandlungen mit englischen Delegirten für die Einwanderungsfrage hat die Pforte den deutschen, russischen und rumänischen Jsraeliten die Einwanderung in die Türkei, mit Ausnahme Palästinas, unter der Bedingung gestattet, daß sie die türkische Unterthanenschaft annehmen.
— Tunis. (Feldzug der Franzosen.) Der General Delebecque meldet dem französischen Kriegsminister aus EbHadj-Minun vom 8. November (von Kreiver ab telegraphisch): „Der auf beiden Abhängen des Berges der Beni-Sur unternommene Angriff hat das erhoffte Resultat gehabt. Der General Colonieu stieß auf die Kontingente, welche die Brigade Louis vor sich her trieb. Die Uled-Sidi-Tadj, die Uled- Abdallah, die Meban, die Medabisch, welche diesen Berg besetzt hielten, liefen mit Hinterlassung zahlreicher Zelte und Herden davon. Sliman- Uled-Belkasfen, eine der einflußreichsten Persönlichkeiten der Ahmurs, ist gesallen. Ich werde morgen die garze Infanterie der beiden Brigaden zu einem Doppelangriff gegen die in dem Engpässe von Funnassa ver- ermgten Kontingente zusammenziehen."
Lokales.
__ „ , Han au, den 17. November.
Sßie aus unserem heutigen Blatte ersichtlich, sind alle Grund
besitzer und Pächter des Kreises, die sich für Errichtung einer leistungsfähigen Zuckerfabrik in hiesiger Gegend interessiren, zu einer nächsten Samstag den 19. d. M., Nachmittags 3 Uhr, im Gasthause zum „goldenen Löwen" (Vorstadt) dahier abzuhaltenden Versammlung behuss Besprechung dieser Angelegenheit eingeladen. Wie wir hören, soll sich in unserem Kreise der größte Theil des Bodens ganz vortrefflich zum Rübenbau eignen, und dürfte es daher nur mit Freuden begrüßt werden, wenn durch Zeichnung einer genügenden Bebauungsfläche die Ausführung des beabsichtigten Unternehmens um einen großen Schritt weiter gefördert würde.
— In Bezug auf unseren neulichen Bericht über die Generalversammlung des hiesigen Vaterländischen Frauenvereins erhalten wir durch dessen Vorstand nachträglich die Notiz, daß der Verein außer den erwähnten dankenswerthen Zuwendungen für alsbaldigen Gebrauch auch einige größere Gaben für seinen Reservefonds erhielt. In den Monaten September und Oktober d. J. wurden ihm von einem Ungenannten Mk. 3000, und aus dem Nachlasse eines verstorbenen ehemaligen Mitgliedes von dessen Angehörigen Mk. 300 überwiesen, und diese Beträge wurden verzinslich angelegt.
— Gestern Abend zwischen 8 und 9 Uhr verstarb die Frau eines unserer Mitbürger, welche einen Ausgang besorgte, beim Leihhause plötzlich in Folge eines Herzschlags.
; Das „Amtsblatt" Königl. Regierung veröffentlicht in feiner Nr. v 49 die Bestellung unseres Landsmannes Herrn Dr. Dun ker zum ersten Bibliothekar bei der Landesbibliothek zu Kassel. Seither bekleidete Genannter das Amt eines zweiten Bibliothekars an derselben Anstalt.
— Für heute. Oratorienverein: Abends 7^2 Uhr Probe. — Abends 8 Uhr im Saale des „Nürnberger Hof": Oeffentlicher Vor- trag des Herrn F. Stoll „über das Hervortreten der letzten Zeugen und deren Mürtyrertod.
— Für morgen. Frauenverein: Nachmittags 2^4 Uhr Näh- tag in der „Centralhalle".
— Der Postdirektor Hahn in Gelnhausen ist mit Pension in den Ruhestand getreten. Dem Ober - Postdirektions - Sekretair Wolff aus Straßburg, Elf., ist die Vorsteherstelle des Postamts in Gelnhausen zunächst probeweise, übertragen.
— Kassel, 16. Novbr. Heute traf Se. Hoheit Prinz Friedrich Ferdinand zu Schleswig Holstein-Glücksburg, welcher zum 14. Husaren- Regiment ä la suite desselben versetzt ist, hier ein und nahm im Hotel „zum König von Preußen" Wohnung, (Tgbl.)
— Kassel, 16. Novbr. Der Verein zur Beförderung der Fischzucht im Regierungsbezirk Kassel hatte auf gestern Nachmittag eine Generalversammlung im Hotel „Rheinischer Hof" dahier anberaumt. Dieselbe hatte sich einer nur mäßigen Theilnahme hiesiger und auswärtiger Mitglieder zu erfreuen. Eröffnet wurde die Versammlung um 5 Uhr durch den Vorsitzenden, Herrn Geh. Regierungsrath Wendelstadt, welcher, nachdem er die Anwesenden begrüßt hatte, hervorhob, daß der heutige geringe Besuch nicht etwa als ein Zeichen von Interesselosigkeit für die Bestrebungen des Vereins angesehen werden könne, denn in der That habe derselbe große Sympathie bei den Bewohnern Hessens gefunden, selbst die Presse des In- und Auslandes zolle seinen Bestrebungen alle Anerkennung. Hierauf wurde Seitens des Schriftführers, des Herrn Amtsgerichtsrath Seelig, der Rechenschaftsbericht über das abgelaufene Vereinsjahr erstattet. Dankend erwähnte derselbe die vom Communal- landtage und der Stadt Kassel gewährte finanzielle Unterstützung. Prämien, zusammen im Betrage von 240 Mit, wurden ertheilt für die Erlegung von 65 Fischottern, 21 Reihern, 34 Wasserstaaren und 14 Eisvögeln. Herr Seelig trat auch entschieden dafür ein, daß alle widerrechtlichen Handlungen auf dem Gebiete der Fischerei ohne Ansehen der Person angezeigt werden müßten. Der Hauptverein zählt gegenwärtig 315 Mitglieder, die Anzahl der Lokalvereine nimmt stetig zu. Nach dem Kassenbericht beziffern sich die Einnahmen und Ausgaben auf je 8028 Mark. Die Herren Baumeister Schmidt und Obermaschinenmeister Scheffer wurden zu Revisoren der 1881er Rechnung gewählt. Ueber die Thätigkeit in Betreff der Errichtung einer zweiten Brutanstalt refe- rirte Herr Fabrikant Georg Selig. Der hiesige Thierschutzverein wünscht die Aufstellung eines großen Bassins zur Aufbewahrung der Fische während des Fischmarktes und rechnet hierbei auf Unterstützung des Fischereivereins. Ueber die fiscalischen Brutanstalten sprach schließlich noch Herr Oberforstmeister Kaiser und betonte, daß der Staat in dieser Beziehung viel gethan habe und auch recht günstige Resultate erzielt worden feien. (C. Tpst.)
— Kassel, 16. Novbr., 5 Uhr 40 Min. Stichwahlergebniß in Rinteln-Hofgeismar-Wolshagen Schläger (Nl) 6959, Knobel (K.) 6235 Stimmen. (Fr. Ztg.)
,— Die von Kasseler Blättern gebrachte Nachricht, daß Herr Landesdirektor von Bischoffshausen um seinen Abschied nachgesucht habe, ist dahin zu berichtigen, daß derselbe dem Kommunallandtage erklärt hat, eine Wiederwabl nach seiner im Jahre 1884 ablaufenden sechsjährigen Amtsperiode seines vorgerückten Alters und eines hartnäckigen Augenübels wegen ablehnen zu müssen.
— Das „K. Jl." schreibt: In unseren Provinzialblättern — und auch im hiesigen „Tgbl." — fanden sich in letzter Zeit Annoncen, welche