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fiannucr Mäger.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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Die ispaltige Sarmondzeile ob, deren Raum
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Die Sspalt. Zeile 20 Psg.
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Montag den 14. November
Nr. 264.
Amtliches.
Dem von der Königlichen Eisenbahn. Direktion zu Hannover res- fortirenden Königlichen Eisenbahn-Betriebsamte (Main-Weserbahn) zu Kassel ist die Verwaltung und Betriebsleitung der Zweigbahn Fried - berg-Hanau innerhalb der den Königlichen Eisenbahn-Betriebsämtern durch die unter dem 24. November 1879 Allerhöchst genehmigte Organisation der Staatseisenbahnverwaltung zugewiesenen Ressortbefugnisse übertragen worden.
Berlin den 27. Oktober 1881.
_________Der Minister der öffentlichen Arbeiten. Maybach.________
Die neuen Zinsscheine zu den Partial-Obligationen des 4%igen vormals Nass. Staatkanlehens vom 26. Oktober 1853 Reihe III Nr. 1 bis 8 und Zinsschein-Anweisungen werden vom 1. Dezember l. I. ab bei dem Bankhause der Herren M. A. von Rothschild & Söhne in Frankfurt a/M. ausgereicht werden.
Diese Zinsscheine können auch durch die Königlichen RegierungsHauptkassen und die Bezirks-Hauptkassen in Hannover, Lüneburg und Osnabrück bezogen werden.
Wer die Zinsscheine durch eine dieser Kassen beziehen will, hat derselben die alten Zinsschein. Anweisungen mit einem doppelten Verzeichnisse einzureichen.
Das eine Verzeichniß wird, mit einer Empfangs-Bescheinigung versehen, sogleich zurückgegeben und ist bei Ausreichung der neuen Zinsscheine wieder abzuliefern.
Formulare zu diesen Verzeichnissen sind bei den genannten Kassen unentgeltlich zu haben.
Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die alten Zinsschein- Anweisungen abhanden gekommen sind, in welchem Falle die betreffenden Schuldverschreibungen an das Königliche Regierungs-Präsidium in Wiesbaden mittelst besonderer Eingabe einzureichen sind. Die entstände- nen Portokosten haben die Empfänger der neuen Zinsscheine zu ersetzen.
Wiesbaden den 24. Oktober 1881.
_______________Der Regierungs-Präsident v. Wurmb._____________
Diejenigen Eltern von Kindern in der Stadt Hanau, welche ihre im Jahre 1880 oder früher geborenen Kinder noch nicht haben impfen resp, revacciniren lassen, werden aufgefordert, dies ungesäumt nachzu- holen.
Binnen 4 Wochen ist durch Vorzeigung des Impfscheins oder Entschuldigungsattestes vom Arzt in der Registratur des Landrathamtes der Nachweis zu erbringen, daß den Vorschriften des Jmpfgefetzes genügt sei. Andernfalls ist Strafe zu gewärtigen.
Hanau am 4. November 1881.
Der Landrath.
TagesschaW.
Der Schluß der französ. Juterpellatiousdebatte.
(A. d. Schw. Merk.)
Die letzte Sitzung der Debatte in der französ. Kammer über die tunesische Angelegenheit, über welche unser Pariser Korrespondent unten berichtet, verdient in den Vordergrund gestellt zu werden. Nicht sowohl wegen des sachlich politischen Inhalts derselben, als wegen des karak- teristischen Bildes, das die neue Kammer darbietet, die sich in unglaublicher Hülflosigkeit abmühte, zu einem Schluß zu gelangen, ohne ihn zu finden, bis Gambetta, der von Freunden eilig herbeigeholt wurde, dem kläglichen Zappeln ein Ende machte. Gambetta stellte durch sein Einschreiten seine Autorität über die zerfahrene Kammer in glänzender Weise fest; er allein fand den richtigen Ausdruck für die Verabschiedung des alten Kabinets; aber wird Gambetta des von ihm davongetragenen Sieges, der ihn nun förmlich, auch wenn er noch gezaudert hätte, zwingt, Ministerpräsident zu werden, ganz froh sein? So wie die Kammersich zeigt, ist sie nur erst Rohmaterial für die zu bearbeitende Hand. Gambetta findet keine zielbewußte, klar wollende, sich selber bauende Mehrheit, sondern eine zerfahrene Masse. Aus diesem Material läßt sich vielleicht Alles machen, was Gambetta will, vielleicht auch gar nichts i
1881.
von Bestand und Zuverlässigkeit. Gambetta beginnt das Werk mit einer Kammermehrheit, welche sich mehr aus Rathlosigkeit und Verlegenheit ihm angeschlossen, als aus sicherer Uebei einstimmung auf Grund eines Programms. Gambetta wird nun den Vortheil seiner Lage wahrnehmen, sein Kabinet so schnell als möglich bilden und dann alsbald die Kammer, solang dieselbe noch unter dem Eindruck ihrer eigenen Beschämung und Verwirrung steht, auf sein Reformprogramm verpflichten. Ob aber eine solchermaßen durch Ueberrumpelung für ein großes Reformprogramm gewonnene Kammer auch das Zeug hst zu treuer intelligenter Hingabe an die mühevolle Arbeit der Ausführung desselben, das ist der Zweifel, den diese Kammer durch ihr letztes Verhalten erwecken muß. Wie dem auch sei, Europa hat zur Stunde mit Gambetta als dem Lenker Frankreichs zu rechnen. Und da drängt sich von selbst, als wunderbares Gegenstück zu diesem Emporsteigen Gambetta's, der Gedanke an die Ankündigung von Bismarcks Rücktritt auf. So hält die Ironie des Schicksals der deutschen Nation in schneidiger Schärfe den Kontrast vor Augen: dort eine Nation, welcheWch fast blindlings Gambetta anvertraut, dessen Ziel und Programm sie nicht kennt, hier eine Nation, welche trotz einer 30jährigen Vergangenheit im Dienst des durch ihn geeinigten Vaterlands den Muth nicht gefunden hat, dem Fürsten Bis- marck ein unzweideutiges Vertrauenszeichen zu geben, wo es sich um das Betreten einer neuen inneren Reform handelt. Gambetta sieht sich einer Kammer gegenüber, die ihm Mißtrauen und Geringschätzung einflößen muß, gerade weil sie sich ihm in die Arme wirft; Bismarck be- finbet sich einem neuen Reichstag gegenüber, welcher an die Zusammensetzung des Frankfurter Bundestags erinnert und den Fehler hat, das Regieren nahezu unmöglich zu machen.
— Berlin, 12. Nov. Unser Kaiser ist von seiner neulichen Unpäßlichkeit völlig hergestellt, nimmt alle Vorträge entgegen und hat überhaupt in den Regierungsgeschästett keine Unterbrechzing eintreten lassen. Ungemein bekümmert ist der Kaiser über die Erkrankung des Großherzogs von Baden, über deren Verlauf leider die Nachrichten noch immer besorgnißerregend lauten.
— Berlin, 12. Nov. (K. Z.) Fürst Bismarck ist heute Nachmittag 6 Uhr, von Varzin kommend, in Begleitung seiner Gemahlin, seines Sohnes Herbert und des Geheimen Regierungsraths Rottenburg wieder hier eingetroffen und auf dem Bahnhöfe von seinem Sohne Wilhelm und seinem Schwiegersöhne Grafen Rantzau empfangen worden. — Nachrichten aus Konstantinopel zufolge war man dort sehr befriedigt von der neulichen Erklärung des Sektionschefs Kallay in der österreichischen Delegation über die nothwendige baldige (Schleifung der bulgarischen Donaufestungen. Man schloß daraus, daß die Mächte vorkom- mendenfalls auch diejenigen Artikel des Berliner Friedens zur. Ausführung bringen wollen, bei deren Verwirklichung die Türkei intereffirt ist.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." hebt hervor, daß der Reichskanzler eben im Begriff stehe, bie durch den Ausfall der Wahlen geschaffene Logik durch Thatsachen zu erhärten.
— Anknüpfend an die Vermuthung eines seiner Berliner Korrespondenten. daß die Krisis mit dem Rücktritt des Fürsten Bismarck enden werde, schreibt der Schwäb. Merk.:
„Angenommen, die Sache nehme diesen Verlauf, so dürften denn doch die Seine von der Parole: Fort mit Bismarck! etwas erschrecken. Denn natürlich, die auswärtige Politik sollte ja Bismarck behalten. Er sollte gehen und auch nicht gehen. Man wollte sich das Vergnügen machen, den großen Staatsmann zu kritisiren, zu korrigiren, zu ärgern, aber was er un§ nützt — eine ganze Armee, hat einmal Jemand gesagt — unser Ansehen beim Ausland, die Furcht unserer Feinde vor dem von ihm geleiteten Deutschland, also unsern Frieden, die Grundlage unseres materiellen Gedeihens,, das soll er uns fort gewährleisten, auch wenn wir es ihm unmöglich machen, weiter zu regieren. Gerade das aber hat offenbar der Reichskanzler satt: gegen Krieg und Revolution eine bequeme Versicherung zu sein, und dabei doch das Stichblatt aller Angriffe zu bilden, die der wohl geborgene Bürger in aller Bequemlichkeit zu pikanter politischex Unterhaltung gegen das öffentliche Wesen richtet.