thekenbank in Mannheim darauf aufmerksam, daß die Pfandbriefe der Serien 4, 5, 15, 16, 19—24, 26 in der Convertirung begriffen sind. Die Anmeldung zur Convertirung hat bis längstens 1. Dezember d. J. zu erfolgen und kann bei allen Pfandbriefvertriebsstellen geschehen. Die Pfandbriefe der Serien 27, 28, 29 sind bis zum Jahre 1883 und die Pfandbriefe der Serien 30, 31, 32 sind bis zum Jahre 1888 nicht kündbar. Den Inhabern von inscribirten Pfandbriefen der Serien 4, 5, 15, 16, 19 —24, 26 ist durch besonderes Cirkular seitens der Bank von der Convertirung Kenntniß gegeben worden.
AuÄ der RmgeWWd.
— Frankfurt a. M., 11. November. In maßgebenden Kreisen scheint man keinen Zweifel mehr zu hegen, daß die für das Jahr 1883 projektirte Kunst- und Gewerbe-Ausstellung zu Stande kommt. Wemg- stens sind vor einigen Tagen die Drexel'sche Weinstube und der luxuriöse Fürstenpavillon mit Bretterwänden nun überschaalt worden, um sie für die Zwecke der 1883er Ausstellung in Benutzung zu ziehen. Der Hauptpalast soll bekanntlich auf Abbruch versteigert werden. — Die durch die Blätter gehende Nachricht, daß der Garantiefonds für die 1883er Ausstellung bereits vollständig aufgebracht sei, können wir aus guter Quelle dahin ergänzen, daß etwa 300 000 M. unterschrieben sein sollen. — Heute wird durch Besichtigung an Ort und Stelle von 12 Sachverständigen ein schon 11 Jahre schwebender Prozeß zu Ende gehen. Vor 11 Jahren trieb nämlich von Steinheim eine Masse Floßholz fort und richtete außerordentlich großen Schaden an. Der Staat klagte gegen den Floßholzbesitzer auf völlige Schavloshaltung. Viele Zwischen-Urtheile ergingen, die wieder durch alle Instanzen liefen, bis man nun endlich zur Besichtigung an Ort und Stelle kam. Das Aktenmaterial, welches aus diesen Prozessen sich ergab, wiegt 85 Pfund und die Prozeßkosten belaufen sich bis jetzt auf 35 000 Mark. — In der Bergerstraße wurde ein kleines etwa einjähriges Kostkind unter Aufsicht eines 4jährigen Buben von den auswärts beschäftigten Eltern allein gelassen. Der Junge benutzte das Alleinsein zum Spielen mit Streichhölzchen, — derselbe hatte früher schon einmal das Bett angesteckt, doch wurde dies noch rechtzeitig entdeckt und die Gefahr beseitigt. Gestern schloß er die Thüre ab, spielte mit dem Feuerzeug, zündete das Bett, in welchem das Kind lag, an, welches, als die Feuerwehr ankam, schon elendiglich bis auf den Kopf verbrannte Leiche war. (G.-A.)
— Wiesbaden, 11. Nov. Gestern Nachmittag um ^22 Uhr wurde ein Untersuchungsgefangener mittelst Droschke nach dem Kriminalgefängniß gebracht. Nachdem vor dem Gefängnisse der Kutscher die Thüre der Droschke geöffnet hatte, sprang der Gefangene rasch heraus, raffte von der Straße eine Hand voll Sand auf, warf den Sand dem Schutzmanne in die Augen und ergriff dann die Flucht. Der Schutzmann verfolgte den Flüchtigen und forderte die Vorübergehenden auf, ihm in der Verfolgung beizustehen. An der Ecke der Oranien- und Adelhaidstraße hielt ein Mitglied der hiesigen Oper den Flüchtling fest, letzterer riß im Falle seinen Eingreifer mit zu Boden, konnte sich aber von demselben nicht mehr freimachen und wurde schließlich vom Schutzmanne in sicheren Gewahrsam gebracht. (Rh. K.)
— Mainz, 9. Nov. Ein bayerischer Rekrut, der mit der Hessischen Ludwigsbahn nach Hanau befördert werden sollte, suchte zu entspringen, wurde jedoch von einigen anderen Soldaten eingeholt und nun entspann sich ein Ringkampf, der damit endete, daß dem Rekruten die Kleider förmlich vom Leibe gerissen wurden, so daß derselbe nur noch mit einer Hose Miethet, seinen Fluchtversuch fortsetzte. Es gelang endlich mit vieler Mühe, den jungen Mann, der so wenig Lust zum Sol- darenstand zeigte, zu bändigen und seiner Abtheilung wieder zuzuführen.
Bekanntmachung.
Donnerstag den 17. November er.,
Vormittags 9 Uhr, sollen im Amtslokale der unterzeichneten Behörde circa 500 kg alte Register rc. im Ganzen oder in einzelnen Partien von 25 bis 30 kg, verschiedene unbrauchbare Jnventarienstücke, als Gewichtstücke rc., circa 113 kg alte Bleie zum Einschmelzen, circa 150 kg alte Akten zum Einstampfen gegen gleich baare Zahlung meistbietend verkauft werden. 10117 Hanau den 9. November 1881. _______Königliches Haupt-Steuer-Amt._______ Bekanntmach ung.
Montag den 14. November cr.,
Nachmittags 3 Uhr, sollen Marktstraße Nr. 16, Altstadt dahier, verschiedene Mobiliargegenstände verkauft werden.
Sturm, Gerichtsvollzieher. 10140
— Mainz, 11. Nov. Morgen, Samstag, findet auf der Werft der Herren Gebrüder Schultz wiederum der Stapellauf eines neuerbauten eisernen Schleppkahns statt. Letzterer ist für Rheinfahrten bestimmt und hat eine Tragkraft von 10 000 Centner. Es sind auf der Schulischen Werft noch mehrere Einschiffe im Bau begriffen, worunter eins mit 15 000 Centner Tragfähigkeit.
— Mommenheim, 11. Nov. (Raubmord oder Unglücksfall.) Heute fuhr der Landwirth Does-Selzen nach Nierstein, um sich dort seinen Winterbedarf an Kohlen zu holen. Bei der Rückfahrt nahm derselbe seinen Weg über Schwabsburg, um von hier aus nach Setzen zu kommen. Die Seinigen über das unerwartete Ausbleiben des Mannes geängstigt machten sich auf den Weg, um über den Verbleib Nachforschungen anzustellen. In der Gemarkung Mommenheim fand man den Vermißten todt unter dem Wagen liegend und das Pferd ausgespannt. Ob ein Raubmord oder Unglücksfall vorlugt, wird die Untersuchung ergeben. Gr. Amtsgericht Oppenheim nebst dem Kreis-Arzte begab sich sofort an Ort und Stelle, um Erhebungen anzustellen. Der Verunglückte ist Familienvater von zwei unmündigen Kindern. (H. L.)
Marktbericht.
Hanau, den 12. November, 8V2 Uhr Morgens. Der heutige Markt war sehr gut befahren; Viktualienpreise folgende: Butter 90 Pf. bis 1 M.; Käse 4—5 Pf. und Eier 7—8 Pf. das Stück; Bohnen 40—42 Pf., Erbsen 40—45 Pf., Linsen 48—50 Pf. das Doppelliter; Geflügel: junge Tauben das Pärchen 90 Pf. bis 1 M.; ein Hahn 60—70 Pf.; ein Huhn 80—90 Pf.; eine Gans 2,50—3 M. (gerupfte V2 kg 60—65 Pf.); eine Ente 1,30—1,40 M.; Meerrettig, die Stange 10—18 Pf.; Blumenkohl 35—40 Pf.; Kopfsalat 2—3 Pf.; das Bund Gelberüben 8—9 Pf.; Rettig 2 Pf.; Kohlrabi 2—3 Pf.; Wirsing 5—6 Pf.; Weißkraut 6-14 Pf. (100 Stück 6—14 M.); Rothkraut 10-25 Pf.; Kartoffeln 7-8 Pf. (100 kg 3—3,20 M.); Zwiebel 25 Pf. das Doppelliter; Kastanien V2 kg 20—25 Pf.; Waizenmehl 1. Sorte 24 Pf., 2. Sorte 20 Pf., 3. Sorte 17 Pf. und 4. Sorte 15 Pf. =0,50 kg; Fische: gewöhnliche Sorte 25 Pf., bessere 35 Pf., Hecht 80 Pf. bis 1,10 M., Bresen 50 Pf., Barben 50—60 Pf., Barsch 60—70 Pf., Karpfen 1,10 M., frische holländische Schellfische 35 Pf., Turbott 1,60 M., Sols 1,45 M, Karauschen 45—50 Pf., lebende Forellen 4,50 M., frisch gewässerten Laberdan 38 Pf. = V2 kg; Trauben V2 kg 30—35 Pf.; Nüsse das Hundert 28—30 Pf.; Aepfel 1—2 Pf. ; Birnen 2—5 Pf.; Paradiesäpfel 3—4 Pf.; Citronen 10 Pf.; Apfelsinen 18—20 Pf.; Stroh 3,70—4 M. und Heu 4,50—5 M. = 50 kg; Holz der Meter 7 M.
Thermometer st and.
11. November. Höchster Stand 4- lO1^0, Abends 7 Uhr 1 9 ;
12. November. Morgens 7 Uhr + 7V20, Vormittags 10 Uhr + SW.
Auszüge aus dem Amtsblatt Königlicher Regierung zu Cassel.
Langendiebach. Auf Antrag eines Pfandgläubigers ist der Zwangsverkauf der auf den Namen des Georg Traxel 2r und dessen Ehefrau, Margaretha, geb. Schneider, in Langendiebach katastrirten, in Langendiebacher Gemarkung gelegenen Immobilien erkannt und zu dessen Vollziehung Verkaufstermine und zwar: erster auf den 8. Dezember 1881, eventuell zweiter auf den 12. Januar 1882, event, dritter auf den 9. Februar 1882, jedesmal Vormittags von 11 bis 12 Uhr, an Königliches Amtsgericht Langenselbold anberaumt.
Inserate.
Untersuchungen
von Lebensrnitteln, aller Rohstoffe, Producte des Handels sowie der Industrie und Landwirthschaft übernimmt zu billigsten Preisen das chemische Laboratorium 8301 von Jul. Geisse, Rebengasse 17, Neustadt.
Rheinische Hypothekenbank.
Die Convertirung der 4*/-°/oigen Pfandbriefe inM°/oige betreffend.
Wir haben beschlossen, im Dezember d. I. eine Verloosung größerer Beträge unserer 4V2 °/°igen Pfandbriefe vorzunehmen. Die Verloosung wird sich auf die Pfandbriefstücke der Serien 4, 5, 15, 16, 19—24, 26, erstrecken.
Denjenigen, welche zur Vermeidung der Kündigung einen Umtausch der Pfandbriefe in 40/oige wünschen, gestatten wir den Umtausch unter Einräumung besonderer Vortheile. Die Betriebsstellen der Bank sind zu näherer Auskunft ermächtigt.
Mannheim, im Oktober 1881.
9490 Die Direktion.