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Hamuer Artiger.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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Nr. 261.
Donnerstag den 10. November
1881.
Amtliches.
Diejenigen Eltern von Kindern in der Stadt Hanau, welche ihre im Jahre 1880 oder früher geborenen Kinder noch nicht haben impfen resp, revaeciniren lassen, werden aufgefordert, dies ungesäumt nachzu- holen.
Binnen 4 Wochen ist durch Vorzeigung des Impfscheins oder Entschuldigungsattestes vom Arzt in der Registratur des Landrathamtes der Nachweis zu erbringen, daß den Vorschriften des Jmpfgesetzes genügt sei. Andernfalls ist Strafe zu gewärtigen.
Hanau am 4. November 1881.
Der Landrath.
Landwirtschaftlicher Lrtts-Derem M Hanau.
Nächste Versammlung Samstag den 12. November, Nachmittags 2 Uhr, im Gasthaus zum „goldenen Löwen" in Hanau.
Tagesordnung:
1) Verschiedene Mittheilungen.
2) Besprechung über die Eingabe an den Kreistag, die Abänderung der Körordnung betreffend.
3) Beschaffung von Obstbäumen.
4) Das Schneiden der Hecken.
5) Beschaffung von Kleesamen, Wicken und anderen Futterkräutern.
6) Vortrag des Herrn Kreisthierarzt Collmann über die Räudekrankheit der Pferde und Schafe.
Der Vorstand.
Die Herren Bürgermeister werden um Veröffentlichung des Vorstehenden gebeten.
Hanau am 7. November 1881.
Der Landrath.
T K g H s s ch K W.
— Berlin, 9. Novbr. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen heute den Generalmajor von Strantz, Commandeur der 13. Kavallerie-Brigade, nahmen den Vortrag des Wirklichen Geheimen Raths von Wilmowski entgegen, empfingen den siamesischen Prinzen Prisdang in Gegenwart des Vertreters des Auswärtigen Amtes, Grafen Hatzfeld, und besuchten Babelsberg.
— Hamburg, 7. Nov. Se. Majestät der Kaiser haben geruht, an den Bürgermeister Kirchenpauer, unter Uebersendung einer kunstvollen, mit dem Kaiserlichen Bildniß geschmückten Porzellan-Vase, das nachstehende Schreiben zu richten:
„Wiewohl Ich dem Senat sür die gastfreundliche und glänzende Aufnahme, welche Mir bei dem Besuche der freien und Hansestadt Hamburg am 14. September d. I. zu Theil geworden ist, bereits Meinen Dank ausgesprochen habe, ist es Mir doch ein Bedürfniß, denselben auch durch ein sichtbares Zeichen zu bethätigen. Von Neuem wünsche Ich der Stadt dadurch zu erkennen zu geben, wie Herz erhebend und Vertrauen erweckend dieser ausgezeichnete Empfang für Mich gewesen ist und welchen wohlthuenden Eindruck die Haltung der ganzen Bevölkerung bei dieser Gelegenheit bei Mir zurückgelassen hat. Zur Erinnerung an das frohe Ereigniß verleihe Ich Ihnen daher eine Porzellan-Vase Mit Meinem Bildniß und lasse Ihnen dieselbe hiermit zugehen.
Berlin, den 3. November 1881.
Wilhelm.
An den Ersten Bürgermeister Dr. Kirchenpauer zu Hamburg."
— Berlin, 8. Nov. Der Bundesrath hielt heute Mittag wieder eine Sitzung ab. Auf der Tagesordnung standen zunächst die Vor- lage, betreffend die Beglaubigung von Thermometern für Mineralöle, erue Mutheilung, betreffend den Handels- und Schifffahrtsvertrag mit ^panien^ und die Beschlußfassung über den Antrag, betreffend den Ab- einer Vereinbarung mit den Niederlanden wegea gegenseitigen <.a)up-s der Waareuzeichen. Daran schloffen sich mündliche Berichte
!"r Zoll- und Steuerwesen und sür Handel und Verkehr uver verschiedene Eingaben (u. a. betreffend die Einführung eines Zolles
für Braunkohlen), der Bericht des Ausschusses für Eisenbahnen, Post und Telegraphen über die Vorlage, betreffend die Abänderung der Voll- zugsbestimniungen zum Eisenbahn-Postgesetz, endlich Ausschußberiche über bisher zur Vorlage gelangte Etatsvorlagen.
— Bekanntmachung auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878. Nach dem „R.- u. St.-A." Nr. 263 wurden unterm 7. Novbr. verboten: 7 in polnischer Sprache erschienenen nichtperiodischen Druckschriften; sowie das Flugblatt in klein Quart mit dem Eingänge „Die Zeiten sind schlecht. Warum?" und einer Aufforderung zum Abonnement auf die „Freiheit" am Schlüsse, ohne Angabe des Druckortes oder Verlegers.
— Der preußische Finanzminister Herr Bitter und der hanseatische Ministerresident Dr. Krüger find aus Bremen zurückgekehrt, wo sie sich an Ort und Stelle von den Wünschen unterrichtet haben, welche die Stadt bei ihrem bevorstehenden Anschluß an den Zollverein im Interesse ihres Handels und ihrer Schifffahrt hegt. Das Reich wird gewiß bereit sein, ihr den Uebergang ebenso zu erleichtern, wie der Schwesterstadt Hamburg, nur müssen die Opfer entsprechend dem geringeren Handelsverkehre Bremens auch entsprechend niedriger sein. Unbescheidenen Forderungen wird schon dadurch vorgebeugt werden, daß das Reich nur die Hälfte der Kosten für Hafenbauten übernehmen wird, die andere Hälfte von Bremen selbst getragen werden muß. Die förmlichen Verhandlungen werden eröffnet werden, sobald die Instruktionen für die Reichsbe- vollmächtigten ausgearbeitet sind. (K. Z.)
— (Aus der Reichshauptstadt) Am 5. d. vereinigte sich im Kaiserbof eine größere Anzahl Großindustrieller aus allen Theilen des Reiches, namentlich außer Berlin aus Rheinland und Westfalen, um dem Geh. Reuleaux eine Anerkennungsadreffe zu überreichen. Hr. van Zyphen überreichte die Adresse, welche von mehr wie 700 der ersten Firmen Dentschla-ds unterzeichnet ist. Reuleaux dankte, indem er die Größe der Anerkennung als weit über sein Verdienst hinaus erklärte. Bei dem folgenden Essen ergriff Reuleaux noch einmal das Wort als Erwiderung auf den Trinkspruch von Werner Siemens, welcher an den Schmerzensschrei erinnerte, den Herr Reuleaux vor einigen Jahren über das Sinken der Leistungen der deutschen Industrie ausgestoßen hatte. Reuleaux wies darauf hin, daß er nur das Mundstück gewesen für ein Gefühl, das bereits in Tausenden lebte. Große Geister und fortschreitende Völker erkennt man daran, daß sie ihre Fehler offen eingestehen, weil sie wissen, daß die Zukunft ihnen noch Größeres vorbehalten hat. Im Jahre 1876, als er seinen Mahnruf erschallen ließ, waren wir schon in die sieben mageren Jahre im Gefolge des wirthschastliüna Rückschlages eingetreten. Diese Jahre der Prüfung waren auch solche eines ganz außerordentlichen Fortschrittes auf allen Gebieten der Industrie. Mit außerordentlicher Kühnheit und Schürfe der Auffassung ist Deutschland in dem System des Oberbaues in Eisen vorgegangen, die Maschinen für Kleinindustrie, die Zuckerindustrie und so viele andere haben bewunderns- Werthe Fortschritte gemacht. Die Zeit des Aufschwunges ist jetzt angebrochen, die der Prüfung vorbei. Es gilt jetzt, dahin zu wirken, daß der Welthandel Deutschlands den gleichen Schritt nehme mit seiner Weltindustrie.
— Der Reichskanzler veröffentlicht unterm 5. Nov. Folgendes: Die Eisenbahnfahrkarten, welche die Mitglieder des Reichstags zur freien Fahrt auf den deutschen Eisenbahnen berechtigen, sollen den einzelnen Abgeordneten vom 9. d. M. ab durch Vermittlung der Wahlkommissarien ihrer Wahlkreise zugehen. Die Herren Abg. werden ersucht, in Fallen, in welchen die Zustellung eine Verzögerung erfährt, sich an die Wahlkommissarien zu wenden.
— Hinsichtlich der Haderslebener Stichwahl zwischen 2 Dänen bemerkt die Südd. Pr.: Hofbesitzer Lassen von der Insel Alsen ist geneigt, in der preußischen Kammer (wohin er gleichfalls gewählt ist) den Verfassungseid zu leisten. Nur aus Rücksicht auf seinen seitdem verst. Freund Krüger-Bestoft verblieb er bisher bei der bekannten Weigerung. Redakteur Jungreen in Apenrade dagegen ist der Protestdäne, während Lassen seit her Aufhebung der bekannten Präger Friedensklausel den staatsrechtlichen Zustand in Nordschleswig anerkennt und