fängnissen der Justizverwaltungen befinden, können durch Gerichtsschreiber oder Gerichtsschreibergehülfen, durch Sekretäre oder Assistenten bei der. Staatsanwaltschaft und durch die von den Vorstandsbeamten der Ober-Landesgerichte dazu besonders bestimmten Gefängnißbeamten als Hülssgerichtsvollzieher vorgenommen werden. Einer ausdrücklichen Bestellung derselben als Hülssgerichtsvollzieher bedarf es hierzu nicht. Die bezeichneten Personen sollen jedoch mit der Ausführung solcher Zustellungen nur am Ort ihres Wohnsitzes beauftragt werden. Eine besondere Entschädigung wird ihnen dafür nicht gewährt."
— Fulda, 5. Novbr. Im Laufe dieser Woche machte unser zukünftiger Bischof, Herr Generalvikar Kopp, von München kommend seiner demnächstigen Residenzstadt Fulda incognito einen kurzen Besuch und setzte, nach der „F. Z.", nach kurzem Aufenthalte seine Reise nach Kassel fort. ----------------------------
A«s der NrAgeASRd.
— Frankfurt a. M., 5. November. Bereits ist mit der Absteckung der Trambahnstrecke begonnen worden und es wird nicht mehr lange dauern, so ist eine sehr angenehme Verbindung zwischen Offenbach und unserer Stadt hergestellt. Sobald die Vorarbeiten erledigt sind, beginnt der Bau, jedoch nicht mehr in diesem Jahre, sondern in den ersten Monaten des nächsten. Die Väter der Stadt Offenbach sollen, wie man uns schreibt, auch Schwierigkeiten in Bezug auf den Dampfbetrieb der Bahn machen, doch werden sie in der Beziehung hoffentlich weniger ängstlich als unsere Einwohnerschaft sein. — Die Gesellschaft der Vogelfreunde wird, um dem Bedürfniß Frankfurts und der Umgegend Rechnung zu tragen, jährlich mehrere Märkte für Vögel (Zier- und Singvögel), Tauben, Enten, Hühner rc. einrichten. — Der Andrang weiblicher Dienstboten ist eben ein ganz enormer, da viele Familien bei der traurigen Geschäftslage ihre Mägde entlassen haben und die Arbeiten des Hauses selbst verrichten. (G.-A.)
— In der heute (Sonntag) stattgefundenen Versammlung der Genossen des Freien Deutschen Hochstifts wurde nach der „Franks. Ztg." an Stelle des Herrn Dr. Otto Volger nach langen und erregten Debatten Herr Senator und Rechtsanwalt Dr. Karl Nik. Berg mit 52 gegen 42 Stimmen zum Obmann des Freien Deutschen Hochstifts gewählt. Die Versammlung hatte drei Stunden, von ^11 bis ^22 Uhr, gedauert.
— Herr Direktor Schiele, der Vorsitzende des Ausstellungsvorstandes, hat eine Erholungsreise angetreten. (Fr. Pr.)
— Die „Franks. Ztg." berichtigt unterm 5. Nov.: „In Ihrem Morgenblatte vom 4. d. bringen Sie die Nachricht, daß die hiesigen Konservativen sich erboten haben, ein Flugblatt zu verbreiten, in welchem den Wählern empfohlen wird, in der nächsten Stichwahl nicht für Herrn Sonnemann, sondern für Herrn Döll zu stimmen. Diese Nachricht ist falsch, denn der Vorstand hat beschlossen, sich in bevorstehender Stichwahl aller Agitation fernzuhalten, er hat somit weder selbst ein Flugblatt, wie in Ihrem Blatte angedeutet, abgefaßt, noch irgend Jemand dazu beauftragt.
Hochachtungsvoll Der Vorstand des deutsch-koservativen Bereins für Frankfurt a. M. und Umgegend.
I. d. N.: Karl Brechert."
— Offenbach, 4. Nov. Der Verein der Hessischen Fortschrittspartei dahier verbreitet soeben einen Wahlaufruf im Kreis Offenbach. Der Verein ruft den Wählern zu: „Niemals kann der uns und unserm Lande seit Langem entfremdete „Bürger von Leipzig", niemals kann der Anhänger des socialistischen Staates, in welchem Alles Gemeingut ist, der Verherrlicher der Pariser Commune und ihrer Greuelthaten, ihrer Brandstiftungen und Priestermorde, der Freund der Internationale, der Feind von Kaiser und Reich, — niemals kann ein Wilhelm Liebknecht
unser Candidat sein!
Nachdem der liberale Candidat Hallwachs
dringend empfohlen wird, schließt der Aufruf: „Wähler! Es kann sich
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Bei der am 27. Oktober er. stattgefundenen Wahl zum Reichstag hat sich im 8. Wahlkreise auf keine der gewählten Personen eine absolute Stimmenmehrheit der abgegebenen Stimmen vereinigt.
Es hat daher eine engere Wahl stattzufinden und zwar zwischen den Herren
Heinrich Dich aus Bielefeld und
Carl Frohme aus Bockenheim, welche bei der Wahl am 27. v. Mts. die meisten Stimmen erhalten haben.
Die engere Wahl ist auf
Dienstag den 8. Jfovember er. festgesetzt.
Bei der engeren Wahl kann nur einer der genannten beiden Candidaten gewählt werden, alle aus andere Candidaten fallenden Stimmen sind ungültig.
Inserate,
Die Wahlhandlung dauert wie bei der ersten Wahl von Vormittags 10 Uhr ohne Unterbrechung bis Abends 6 Uhr.
Die Wahlbezirke, die Wahlvorsteher bezw. deren Stellvertreter, sowie die Wahllokale bleiben unverändert, wie sie in meiner Bekanntmachung vom 18. Oktober er. bestimmt sind.
Hanau, am 2. November 1881.
Der Oberbürgermeister Rauch.
9811
Oeffcntl. Bekanntmachung.
Bruchköbel. Auf dem subhastirten Grundstücke J. 25 des Ackersmanns Konrad Glaub I. haften Bd. I., Art. 54 Grundbuchs von Bruch- köbel, Abth. III. Nr. 20 für die Ehefrau des Jakob Levi, Jette, geb. Herzberg, zu Windecken, 168 M. Kaufgeld mit 5% Zinsen seit
jetzt nicht mehr darum handeln, ob ein Candidat eine Schattirung weiter rechts oder links steht, sondern in erster Reihe müssen wir ihn jetzt darauf ansehen, ob er eine gut vaterländische Gesinnung, ein treues deutsches Herz im Busen trägt!"
— Offenbach, 4. Nov. Sicherem Vernehmen nach wird der Sekretär der hiesigen Handelskammer — Herr Paul Steller dahier — die seither von ihm bekleidete Stelle zu April nächsten Jahres niederlegen, um einem Ruf nach Berlin zu folgen, woselbst derselbe die Redaktion des handelspolitischen Theils des „Berliner Tageblattes" übernehmen wird.
— Wiesbaden, 5. Nov. In den hiesigen Geschäften macht sich, abgesehen von dem gewohnheitsmäßigen Klagen, ein besserer Fortgang bemerklich. Manche derselben sind durch eigene Fabrikation in den Stand gesetzt, bei billigeren Preisen bessere Qualitäten zu liefern. So hat auch die schon längere Zeit hier bestehende Strumpfwaarenhandlung von Herrn L. Schwenck hier durch Aufstellung von fünf Strickmaschinen ihre Leistungsfähigkeit bedeutend erhöht. Unter diesen Maschinen ist eine, die, von einem Mädchen b.dient, in einem Tag ca. 1 Dutzend Mannssocken, oder eine entsprechende Anzahl Frauenstrümpfe, oder etwa 2 Dutzend Beinlängen liefert. Auch die Maschinen, auf denen Jacken und Hosen gestrickt, und wieder andere, die zum Strümpfe-Anstricken dienen, werden mit Bereitwilligkeit den sich dafür Jnteressirenden gezeigt. (Rh. K.)
— Aus dem Großherz ogthum Hessen, 2. Nov. Schon seit Jahren ist die Regulirung der Nidder und Nidda eine brennende Frage, da nur durch eine solche die großen Schäden, welche die zeitweisen Ueberfluthungen der genannten Gewässer veranlassen, beseitigt werden können. Indessen sind die Schwierigkeiten nicht gering, weil, abgesehen von den Privatinteressen, welche namentlich durch die zahlreichen Mühlen bedingt sind, die einzelnen Gemeinden bei ihren oft Widerstreitenden Interessen nicht leicht zu gemeinschaftlichem Vorgehen zu veranlassen sind, überdies aber die obigen Flüsse auch preußisches Gebiet berühren, sohin auch Preußen bei einem hierauf zielenden Vorgehen mitzureden hat. Es haben nun oberhessische Abgeordnete bei der Zweiten Kammer den Antrag eingebracht, die Regierung zu ersuchen, durch die Culturtechniker Pläne und Kostenvoranschläge ausarbeiten zu lassen und mit Preußen in Unterhandlung zu treten, damit das seit Jahren bestehende und schwer empfundene Uebel der Ueberschwemmungen durch Nidder und Nidda beseitigt werde.
— Z ell i. O., 5. Nov. Dieser Tage wurde der Frau eines bei Bauunternehmer Aruoldi beschäftigten Steinhauers während der Abwesenheit ihres Mannes gewaltthätig ein Bett weggenommen und als sich dieselbe an ihrem Eigenthum festhielt, wurde sie zu Boden geworfen und mit Schlägen und Fußtritten traktirt, wobei ihr außer sonstigen Verletzungen ein Zahn in dem Mund eingeschlagen wurde. Ursache dieser Brutalität soll sein, weil dieser Eindringling noch einige Mark zu fordern hatte, welche der Arbeiter nicht zu bezahlen vermochte, da noch kein Zahltag stattgefunden. Die Sache soll dem Amtsgericht Michelstadt übergeben sein.
— Würzburg. Am vergangenen Kirchweihdienstag wettete in der Sauer'schen Gastwirthschast in Ermershausen ein Bursche mit einem anderen, daß er in zehn Minuten mit einem Eßlöffel 10 Schoppen Wein aus einer Schüssel zu sich nehme. Der so nach Wein Hungernde begann seine Arbeit, führte dieselbe zum Erstaunen aller anwesenden
Gäste in 6 Minuten zu Ende, gewann somit benbei gesagt, so gesund wie zuvor.
die Wette und war,
TherMsmeterst
ul Abends
5 November. Höchster Stand -<- 9*,
6 November. Morgens 7 U6r 4 71/26. SSsmittegS Höchster Stand 4- 121/»0, Abends 7 Uhr 4 9°;
gens 7 Uhr «- 80s”, Vormittags 10 Uhr 4- 91/«0.
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7. Rovbr. Mov
11. April 1871, laut Kaufvertrags vom 2. Oktober 1871.
Nachdem sich bisher Niemand zu dieser Post gemeldet hat, werden die jetzt zu derselben Berechtigten aufgefordert, ihre desfallsigen Ansprüche unter Vorlegung ihrer Legitimation und der Hypothekenurkunde spätestens in dem Termine am 51. November,
11 Uhr Vormittags, anzumelden, widrigenfalls die auf dieses Grundstück entfallenden Kaufgelder ohne Rücksicht auf obige Hypothek vertheilt werden.
Hanau, 4. November 1881. 9960
Königliches Amtsgericht II.
Brockhoff.
(K. 42/81)
Reccius.
1 ordentl. jung. Mann s. Stelle als Hausknecht. Zu erfr. Schäfergasse Nr. 4. 9963