Abonnements- Preis:
Jährlich 9 Mark Halbj 4 M. 50 P. Vierteljährlich
L Mark 25 Pfg. Nür auswärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag. Die einzelne Nummer 10 Pfg.
LaiiMcr Axitiatr.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
JnsertionS- Preis:
Die ispaltige Garmondzeile ob. deren Raum
10 Pfg.
Die Lspalt. Zeile 20 Pfg.
Die3spaltigeZeile
30 Pfg.
Donnerstag den 3, November
Nr. 255,
Amtliches.
Gefunden: Ein ca. 2 Meter langer Gummischlauch. Ein weißes Taschentuch. Ein Quantum Wolle, in einem Laden liegen geblieben. Eine Manschette mit Knopf.
Hanau am 3. November 1881.
Aus Königl. Landrathsamt.
TageSschau.
— Berlin, 1. Nov. Dem Vernehmen nach soll der Reichstag am 21. ds. (Montag) zusammentreten.
— Berlin, 2. Novbr. In der gestern unter dem Vorsitze des Staatsministers von Boetticher abgehaltenen Plenarsitzung des Bundesraths wuroe zunächst die Vorlage, betreffend die allgemeine Rechnung über den Reichhhaushalt für das Etatsjahr 1877/78, dem Ausschuffe für Rechnungswesen überwiesen.
Sodann erfolgte Beschlußfassung über die Wiederbesetzung der erledigten Stelle eines Mitgliedes der auf Grund des §. 26 des Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 gebildeten Reichskommission.
Auf die mündlichen Berichte der Ausschüsse für Zoll- und Steuerwesen und für Handel und Verkehr wurde beschlossen, verschiedene Gesuche, betreffend die Zolltarifirung von Korallenschnüren, von Weberlitzen in Verbindung mit den Schäften, sowie von gebrauchten, leeren, ausländischen Gebinden, ablehnend zu bescheiden. Auch eine Beschwerde wegen Justizverweigerung und ein gegen zwangsweise Versetzung in den Ruhestand erhobener Rekurs wurden auf Antrag des Ausschusses für Justizwesen zurückgewiesen.
Endlich legte der Vorsitzende einige Eingaben vor, über deren geschäftliche Behandlung Bestimmung getroffen wurde.
—■ Berlin, 2. Nov. Der Kaiserliche Botschafter am Kaiserlich russischen Hofe, General Lieutenant von Schweinitz, ist mit Ablauf seines Urlaubes nach St. Petersburg zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Botschaft wieder übernommen. — Der Kaiserliche Botschafter Fürst von Hohenlohe ist von seinem Urlaube nach Paris zurückgekehrt und hat die Geschäfte der dortigen Botschaft wieder übernommen.
— Bekanntmachung auf Grund des Reichsgefetzes vom 21. Oktober 1878. Nach dem „R.- u. St.-A." Nr. 255 wurden unterm 27., 28. und 29. Oktober verboten: 1) das Flugblatt ohne Ueber- und Unter- schrist, sowie ohne Angabe des Druckers, mit den Worten aufangend: „Die Verbreitung der Flugblätter muß diesmal mit besonderer Schnell ligfeit geschehen zc."; 2) das bei A. Herder, Volksbuchdruckerei Hottingen- Zürich, gedruckte Flugblatt: „An die Wähler des Kreises Solingen, welches die Wahl von Martin Rittinghausen, Schriftsteller in Cöln, empfiehlt; 3) der Wahlaufruf zu Gunsten des August Bebel aus Leipzig mit der Ueberschrift „Reichstagswähler!" und der Unterschrist „Die So- zialdemokraten Augsburgs und Umgebung", Druck der Schweiz. Vereinsbuchdruckerei Hottingen Zürich"; 4) ein in der Schweizerischen Ver. emsbuchdruckerei Hottingen Zürich gedrucktes Wahlflugblatt mit der Ueberschrift „Mitbürger" und der Unterschrist „Mehrere Bürger", welches mit den Worten „Der Tag der Wahl ist bevorstehend" beginnt und den Drechslermeister August Bebel aus Leipzig als Kandidaten für den Reichstag empfiehlt; 5) das zur Wahl des Drechslermeisters August Bebel aus Leipzig, Mitglied des sächsischen Landtages, auffordernde Flugblatt mit der Ueberschrift: „Mitbürger" und der Unterschrift: „Eine Anzahl freisinniger Wähler", gedruckt in der Vereinsbuchdruckerei Hottingen-Zürich, ohne Angabe eines Verfassers oder Verlegers.
— Das Reichseisenbahnamt macht im „R.- u. St.-Ä." folgendes bekannt: Am 1. November d. I. werden im Bezirk der Kaiserlichen General-Direktion der Eisenbahnen in Elsaß Lothringen die Bahnstrecken: a. Saaralben-Chüteau-Salins, 49,45 km lang, mit den Zwffchenstatio- nen Ottweiler i./L., Kappelkinger, Jusmingen, Leiningen-Albesdorf, Bensdorf, Conthik, Habudingen und Hampont, b. Buchsweiler-Schweig- fiaufen, 20,59 km lang, mit den Zwischenstationen Obermodern, Pfaf- fenho^en und Neuburg, c. Deutsch-Oth über Redingen bis zur Ladestelle an der französischen Grenze mit der Zweigbahn nach der Ladestelle Pickberg dem öffentlichen Verkehr übergeben werden.
1881.
— Das preußische Eisenbahngesetz vom 3. November 1838 findet, nach einem Erkenntniß des Reichsgerichts, V. Civilsenats, vom 1. Oktober d. I, ebenso auf Staatsbahnen wie auf Privatbahnen Anwendung; insbesondere ist der Eisenbahnfiskus verantwortlich für alle anderen Personen beim Eisenbahnbetriebe entstandenen Schäden, soweit das preußische Eisenbahngesetz die Eisenbahngesellschaften für derartige Schäden haftbar macht.
— (Aus der Reichshauptstadt.) Im Festsaale des Rathhauses fand am 30. Okt. eine würdige Gedenkfeier für Garfield statt. Anwesend waren die Minister Puttkamer, Goßler, Lucius, Bötticher, von der Universität und der Akademie Curtius, Zeller, Hofmann, sowie viele literarische und politische Notabilitäten. Nach einem Trauergesange des Domchors hielt Gneist die Gedenkrede. Dieselbe gab zunächst ein klares Bild von der Stellung des Präsidenten in der amerikanischen Verfassung und ging dann auf Garfield's persönliche Vorzüge und die für ihn überall kundgegebenen Sympathien über. Das Hauptverdienst des dahingeschiedenen Präsidenten der amerikanischen Union sei die von ihm angebahnte Abschaffung des „Beutesystems", was einem Stellenjäger die Mordwaffe in die Hand ged-ückt habe. Aber gerade dadurch sei dasselbe bei den Amerikanern für immer gerichtet, und hierin liege die Bedeutung von Garfield's Märtyrerthum.
— S. M. S. „Stosch", 16 Geschütze, Kommandant Kapitän zur See von Blanc, ist am 28. August d. Js. auf Chefoo-Rheede einge- troffen.
— Zur Verhütung von Unfällen bei dem Aussteigen aus den Personenwagen außerhalb der Perrons ist, nach einem Cirkularerlaß des Ministers der öffentlichen Arbeiten, vom 17. v. M., darauf zu halten, daß in solchen Fallen, in welchen ausnahmsweise Personenzüge ganz oder theilweise außerhalb der Perrons halten und die Reisenden dort die Waggons verlassen müssen, Seitens der Schaffner beim Oeffnen der Wagenthüren zu besonderer Vorsicht aufgefordert und nöthigenfalls beim AbsUigen in zuvorkommender Weise Hülfe geleistet werde.
— In Gandersheim soll nächsten Sonntag, den 6. November, die tausendjährige Feier der dortigen Stiftskirche festlich begangen werden. Am 1. November 881 weihte nämlich Bischof Wigbert von Hildesheim dieses für Architekten und Alterthumssorscher so interessante, von dem Herzog Ludolf von Sachsen, dem Großvater Kaiser Heinrichs I.,. erbaute Gotteshaus sammt dem dazu gehörigen Kloster, dem spätern kaiserlich freiweltlichen Reichsstifte Gandersheim.
— In seinem Schloß Phantasie bet Bayreuth ist der Herzog Alexander von Württemberg in hohem Alter gestorben. Er war nach mancherlei Schicksalen und nach dem frühen Tod seiner Gemahlin Marie, einer Tochter Louis Philipps, ein Einsiedler geworden und ein Wohlthäter der weiten Umgegend. Er öffnete seinen prächtigen Park den zahlreichen Reisenden, die jährlich aus aller Welt zugeströmt kamen, und seine landwirrhschaftlich-n Musteranstalten wurden ein Sporn für Viele. Er hinterläßt einen Sohn.
— Bern, 2 Nov. (K Z.) Heute Morgen 9 Uhr 50 Min. ist der erste direkte Zug durch den Gotthardtunnel von Airolo in Gö- schenen angelangt. Die Fahrt dauerte 50 Minuten. 100 Personen nahmen daran Theil.
— R o m, 1. Nov. Der König und die Königin sind heute früh im besten Wohlsein in Monza eingetroffen. Auf der Reise wurden die Majestäten überall von der herbeigeeilten Bevölkerung mit enthusiastischen Kundgebungen begrüßt. Besonders herzlich war der Empfang in Mailand. Mancini blieb in Mailand, während Depretis die Reise nach Stradella sortsetzte.
— London, 2. Nov. Bei den gestern in allen englischen Städten stattgehabten Munizipalrathswahlen haben im Allgemeinen die Konservativen über die Liberalen gesiegt, namentlich in denjenigen Studien, wo sich eine zahlreiche irische Bevölkerung befindet. Die Jrländer stimmten für die Konservativen oder enthielten sich der Wahl.
— Aus Melbourne sind im Reuterschen Bureau folgende beide Telegramme vom 28. und 29. Okt. eingegangen: Der auf der Reise von Melbourne nach Sydney begriffene Dampfer Belclutha ist während eines Sturmes gescheitert. Die an Bord befindliche!: 22 Personen sind