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Montag den 31. Oktober

Nr. 253.

Amtliches.

Bei der heutigen Ermittelung des Ergebnisses der Wahlen zum Reichstag hat eine absolute Stimmenmehrheit aller in dem 8. Wahlkreis des Regierungsbezirks Kassel abgegebenen Stimmen sich nicht heraus­gestellt. Es ist daher eine engere Wahl unter den beiden Kandidaten, welche die meisten Stimmen erhalten haben, vorzunehmen.

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Es haben Stimmen erhalten die Herren:

Heinrich Dietz aus Bielefeld | 5885 Stimmen.

Karl Frohme aus Bockenheim 4803

Fritz Kalle aus Wiesbaden 1042

Professor Rühl aus Königsberg 3652 ,,

Zersplitterte Stimmen 28.

Zur engeren Wahl kommen die Herren Heinrich Dietz und Karl F r o h m e. Alle auf andere Kandidaten fallende Stimmen sind ungültig. Die engere Wahl findet auf denselben Grundlagen und nach denselben Vor­schriften statt wie die erste. Es bleiben die Wahlbezirke, die Wahl­lokale und die Wahlvorsteher unverändert. Es sind dieselben Wähler­listen anzuwenden wie bei der ersten Wahlhandlung. Eine wiederholte Auslegung und Berichtigung der Listen findet nicht statt.

Die engere Wahl wird auf

Dienstag den 8. November c.

festgesetzt.

Die Ermittelung des Wahlergebnisses findet

Samstag den 12. November c., Vormittags lOVs Uhr,

im Gasthof zum Riesen zu Hanau öffentlich statt.

Die Herrn Wahlvorsteher mache ich noch besonders darauf auf­merksam, daß nach §. 31 Satz 4 des Reglements zur Ausführung des Wahlgesetzes für den Reichstag vom 31. Mai 1869 die Bescheinigung darüber, daß die Bekanntmachungen in ortsüblicher Weise erfolgt sind, nicht auf der Wählerliste zu ertheilen, sondern von den Gemeindevor­ständen den Wahlvorstehern noch vor dem Wahltermin besonders ein- zureichen sind.

Hanau am 31. Oktober 1881.

Der Wahlcommissarius für den 8. Wahlkreis:

Schrötter, Landrath.

Der Tagelöhner Franz Denuleth, geboren am 27. Mai 1849 zu Zellhausen, welcher bis August 1880 hier wohnhaft war, dann wie­der nach seinem Geburtsort verzogen ist, hat denselben am 22. August cr. heimlich verlassen und daselbst seine 3 Kinder im Alter von 10, 8 und 302 Jahren in hülfsbedürftiger Lage zurückgelassen. Dieselben sind demnach der öffentlichen Armenpflege anheim gefallen.

Es wird ersucht nach dem Verbleib des rc. Denuleth zu recher- chiren und im Ermittelungssalle Nachricht hierher zu geben.

Hanau am 28. Oktober 1881.

Wegen des morgen am 1. November c. stattfindenden Buß- und Bettag wird der Wochenmarkt auf Mittwoch den 2. dieses Monats verlegt.

Hanau am 31. Oktober 1881.

Der Landrath.

Gefunden: Ein Militär-Paß, auf den Namen Kaspar Anton Mündel ein aus Nixen lautend. Ein Etui mit physikalischen Instru­menten. Ein Regenschirm.

Verloren: Eine goldene Damen-Uhr nebst Kette; auf dem äußeren Deckel C. M. verschlungen, auf dem inneren Deckel ein voll-

1881.

&^*3feg^7i&^>37aa3«Stö&a^äEgaiti»»?te#i3aKaSa^UMg?rayrSSgRa3£?53^!kll^^'W-»g!tMWXi!<Jil!WW%!l>M ständiger Vor- und Zunahme nebstam 5. Mai 1876 eingravirt. Dem Wiederbringer eine gute Belohnung. Ein silbernes Medaillon.

Hanau am 31. Oktober 1881.

Aus Königl. Landrathsamt.

Bekanntmachung.

(Veranlazung der Klassensteuer für 1882/83 betr.)

Behufs Veranlagung der Klassensteuer für das Steuerjahr 1882/83 findet im Monat November d. J. eine allgemeine Aufnahme des Per­sonenstandes Statt. Dieselbe ist nach dem Stande vom 12. November d. I., als dem von dem Herrn Finanzminister festgesetzten Normalter- mine, zu bewirken.

Zu diesem Zwecke werden jedem Hauseigenthümer bezw. dessen Stellvertreter im hiesigen Stadtbezirke schon mehrere Tage vorher die benölhigten Formulare eingehändigt werden, um deren genaue Ausfül­lung bezüglich dts Personenstandes in jedem Hause mit Zubebör a m 12. November d. I. hiermit ersucht wird.

Zugleich darf ich wohl die Erwartung aussprechen, daß das be- theiligte Publikum sowohl im eigenen Interesse als insbesondere zur Förderung der Veranlagungs-Arbeiten darauf Rücksicht nehmen wird, daß der rechtzeitigen Abholung der vorschriftsmäßig ausgefüllten und unterschriebenen Personenstandslisten kein Hinderniß entgegen steht.

Hanau, am 28. Oktober 1881.

Der Oberbürgermeister Rauch.

TsgesschKK«

Berlin, 29. Oktober. Se. Majestät der Kaiser und König kehrten, wie (R.- u. St.-A.) aus Ludwigslust berichtet, gestern Abend 6V1 Uhr mit Ihren Königlichen Hoheiten dem Großherzog und der Großherzogin von Mecklenburg-Schwerin, dem Prinzen Carl von Preußen, dem Prinzen August von Württemberg sowie den Herzögen Paul und Johann Friedrich von Mecklenburg-Schwerin von der in Jaßnitz abgehaltenen Jagd im besten Wohlsein zurück. Die Stadt war festlich illuminirt. Abends fand Galadiner und Theatervorstellung im Schlosse statt.

Heute Vormittag 9 Uhr begaben Sich Se Majestät der Kaiser, Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog, der Prinz Carl, der Prinz August von Württemberg und Ihre Hoheiten die Herzöge Paul und Johann Albrecht bei schönstem Wetter zur Saujagd nach Jaßnitz.

Berlin, 28. Okt. Mit dem Ausfall der gestrigen Berliner Reichstagswahlen behaupten heute alle Parteien sehr zufrieden zu sein; die Fortschrittspartei, da^sie in vier Wahlkreisen gesiegt hat und in den beiden anderen bei der Stichwahl gegen einen Socialdemokraten noch obzusngen hoffen kann. Die Conservativen beglückwünschen sich eben­falls, weil sie zum ersten Mal es zu einer ansehnlichen Minderheit ge­bracht haben. Die Zahl der Stimmen, die gegen die Fortschrittspartei abgegeben sind, hat allerdings bedeutend zugenommen. Im Jahre 1878 waren diese Stimmen nur 9132 und jetzt sind zu 47 000 angewachsen (darunter freilich auch alle socialdemokratischen, die es mit dem Socia­lismus des Reichskanzlers versuchen wollen), nahezu ein Drittel sämmt­licher Wähler, die ihre Stimmen abgegeben haben, denn deren Zahl wird auf 168 000 berechnet.

Berlin, 29. Okt. (K. Z.) Bis jetzt sind die Ergebnisse von 216 Wahlen bekannt; davon fallen auf die eonservative Partei 20, die deutsche Reichspartei 9, das Centrum 55, die national-liberale Partei 15, die Secessionisten 19, die Fortschrittspartei 18, die Volkspartei 6, die Polen 4, die Protestier und Partikularisten 10; engere Wahlen 60.

Berlin, 30. Okt., 5 Uhr Nachm. Es liegt das Resultat von 339 Wahlen vor, davon sind 77 engere Wahlen nothwendig. Von den Gewählten gehören 86 dem Centrum, 35 den Konservativen, 26 den Rationalliberalen, 30 den Sezessionisten, 25 dem Fortschritt, 17 der Reichspaitei, 14 den Polen, 5 der Volkspartei, 1 den Sozialisten an. An engeren Wahlen sind betheiligt 26 Nationallib., 24 Fortschrittler, 25 Sozial., 23 Konserv., je 13 Reichsp. u. Sezessionisten, 21 Centrum,