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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

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Nr. 248« Dienstag den

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Amtliches.

Bekanntmachung.

Zur Verdingung der direkten Lieferung von Brod und Fourage an die Truppen im Garnisonsorte Hanau pro 1882 im öffentlichen Ausbietungs-Verfahren haben wir auf den 3. November d. I., Vormittags 10 Uhr, im Rathhause daselbst Termin anberaumt.

Geeignete Unternehmer, welche sich über ihre Lieferungsfähigkeit und Zuverlässigkeit im Termine genügend ausweisen können, werden auf­gefordert, ihre Offerten verschlossen, mit der AufschriftSubmission auf Brod- und Fourage-Lieserung pro 1882 für die Garnison Hanau" versehen, portofrei bis zur Terminsstunde in das Terminslokal einzu- liefern.

Die LieferungS-Bedingungen, in welchen auch die speziellen Vor­schriften für die Form der Offerten und das Berdingungs-Verfahren selbst enthalten sind, liegen in unserem Büreau, bei den Proviantämtern in Mainz und Bockenheim, sowie bei dem Oberbürgermeisteramt in Hanau aus.

Kassel den 14. Oktober 1881.

______________Königliche Intendantur XI, Armee-Korps.

Gefunden: Eine neue Sohle zu einem Holzschuh. Ein Regen­schirm. Ein VortveiS für Anna Maria Haupt zu Niedcrrsdenbach. Ein Heimathschein, auf den Namen Anton Raab aus Langenselbold lautend. Zwei einzelne lederne Schuhe. Zwei Pferdedecken.

Zugelaufen: Ein schwarz und weißer Zughund mit weißer Brust und Blesse; Empfangnahme bei Philipp Ott zu Hüttengesäß.

Verloren: Ein gold. Chautte.

Hanau am 25. Oktober 1881.

____________________Aus Königl. Landrathsamt.____________________

Rundschan.

R. F. (Deutsches Reich.) Unser Kaiser ist von seinem letzten Unwohlsein, welches ihn infolge der ungewöhnlich rauhen Witterung der jüngsten Tage befallen hstte, wieder völlig hergestellt, so daß der Mo­narch bereits wieder die gewohnten täglichen Spazierfahrten aufnehmen konnte. Ueber den Zeitpunkt der Abreise des Kaisers von Baden-Baden lauten die Angaben noch immer widersprechend, vermuthlich wird dieselbe jedoch im Laufe dieser Woche erfolgen.

Der in vergangener Woche erfolgte Wiederzusammentritt des Bun- desrathes bedeutet, daß die lange Ruhepause in unserem parlamentarischen Leben vorüber ist und daß der politischen Ebbe des Sommers nunmehr die Hochfluthen der politischen Bewegung folgen, wie sie sich anderer- feits auch durch die Vorbereitungen zu den Reichstagswahlen ja schon lange ankündigten. Was nun die zunächst liegende Frage nach den Aufgaben des Bundesrathes anbelangt, so läßt sich dieselbe jetzt nur annähernd beantworten. Vor Allem wird den Bundesrath natürlich die Erledigung des Reichshaushaltsetats beschäftigen; doch hiermit ist jeden­falls das Arbeitsprogramm für diese Bundesrathssession noch nicht er­schöpft, denn gutem Vernehmen nach liegen dem Bundesrath bereits eine Reihe anderer Entwürfe zur Erledigung vor, unter denen das Trunk- suchlsgesetz, sowie eine Vorlage, betreffend die Unterstützung der deutschen Handelsmarine durch direkte Dampsichiffsubventionen, genannt werden. Dagegen wird sich der BundeSrath mit dem Tabaksmonopol und der UnfaüvcrsicherungSvsrlage schwerlich vor Beginn des nächsten Jahres beschäftigen. Seitens Preußens sind der Unterstaatssekretär Busch aus dem Auswärtigen Amt, der Regierungs-Rath v. Möller aus dem Han­delsministerium, Direktor Herrfurth aus dem Ministerium des Innern und Geheimrath Lohmann zu Bevollmächtigten des Bundesrathes ernannt worden. In der Donnerstags-Sitzung des Bundesrathes erfolgte die Wahl der Mitglieder für die verschiedenen Ausschüsse, ferner wurde über die geschäftliche Behandlung der vorgelegten Eingaben Bestimmung ge­troffen.

In dem allseitiges Interesse erregenden Hochverrathsprozesse vor dem Reichsgerichte ist am Freitag der Urtheilsspruch gefällt worden. Vermtherlt wurden wegen Vornahme vorbereitender Handlungen zum Hochverrath: Braun zu 2 Jahren 7 Monaten, Breuder und Dave zu je 2 Jahren 6 Monaten, Jakobi zu 2 Jahren 3 Monaten, Kristupeit

25. Oktober 1881.

und Peschmann zu je 2 Jahren, Lichtenstaiger zu 1 Jahr 6 Monaten und Voll und Dillich zu je einem Jahr Zuchthaus. Metzkow wurde wegen Aufforderung von Personen des SoldatenstandeS zum Ungehorsam zu 2 Jahren Gefängniß und Mahr zu einer Gefängnißstrafe von 3 Monaten wegen Verbreitung verbotener Druckschriften verurtheilt. Die übrigen Angeklagten, Baum, Christ, Waterstraat und die Legel, wurden freigesprochen.

Nach derN. Pr. Ztg." soll eine Nachforderung zur Deckung der Kosten für die Welt-Ausstellung in Melbourne erforderlich werden, da die im Etat 1880/81 für diese Ausstellung ausgeworfene Summe von 300 000 Mark bedeutend überschritten sein soll.

Der ehemalige Fürst-Bischof von BreSlau, Dr. Förster, ist am 20. Oktober auf Schloß Johannesberg in Böhmen hochbetagt gestorben. Der verewigte Prälat gehörte mit zu denjenigen 88 Bischöfen, welche auf dem vatikanischen Concil 1870 gegen das Dogma der päpstlichen Unfehlbarkeit stimmten, doch sühnte er sich bald mit dem Vatikan wieder aus und gehörte nun zu den eifrigsten Gegnern der Maigesetze, so daß 1875 der oberste Gerichtshof für Preußen die Absetzung Dr. Försters verfügte. Der ihm drohenden Verhaftung entzog sich Dr. Förster durch die Flucht nach dem österreichischen Theil seiner Diöcese, wo er seitdem lebte. Der persönliche Charakter und die edlen Eigenschaften des ver­storbenen Kirchenfürsten werden von allen Seiten anerkannt.

In Karlsruhe starb plötzlich am Freitag der Geheimrath Bluntschli, welcher als einer der ersten Staatsrechtslehrer Deutschlands sowohl auf dem Gebiete der Staats- und Rechtswissenschaft wie auf dem der So- cialpolitik Großartiges geleistet hat.

(Oesterreich-Ungarn.) In Oesterreich verdrängt der, wie es heißt, für den 27. Oktober erwartete Besuch König Humberts am Wie­ner Hofe momentan das Interesse an allen übrigen Tagesfragen. Graf Robilant, der italienische Botschafter, überreichte dem Kaiser Franz Josef in Gödöllö die Anfrage seines Souverains, welche ohne Zweifel vom Kaiser in entgegenkommendster Weise beantwortet worden ist. Zugleich soll Graf Robilant die bündigsten Erklärungen seiner Regierung bezüg­lich der von Italien in Zukunft beabsichtigten Politik abgegeben haben, welche eine entschiedene Annäherung Italiens an die deutsch-österreichische Allianz bezwecke. Als wahrscheinlich gilt eS, daß König Humbert auch nach Berlin, beziehungsweise Baden-Baden reifen werde, um dem Kaiser Wilhelm einen Besuch abzustatten.

(Frankreich.) Die Ministerkrisis in Frankreich ist auch in der vergangenen Woche ihrer Lösung um keinen Schritt näher gerückt und die hier vorliegenden Schwierigkeiten werden wohl erst nach dem in dieser Woche erfolgenden Zusammentritte der französischen Kammern sich heben lassen. Inzwischen nehmen die Ultraradikalen Elemente der fran­zösischen Hauptstadt eine immer drohendere Haltung gegen die Regierung an und da die Möglichkeit eines socialistischen Putsches am Eröffnungs­tage der Kammern nicht ausgeschlossen ist, so gedenkt die Regierung ge­eignete militärische Vorsichtsmaßregeln zu treffen. General Haussier, Oberbefehlshaber der französischen Expedition gegen Kairouan, hat eine Proklamation an alle Araber erlassen, in welcher er erklärt, Religion, Eigenthum und Person aller friedlichen Einwohner respektiren, dagegen die Theilnehmer an Unordnungen u. s. w. strengstens bestrafen zu wollen.

(En glan d.) Alle neuerlichen Maßregeln der englischen Regierung gegenüber der irischen Bewegung bekunden eine erfreuliche Energie, welche man dem Cabinet Gladstone kaum zugetraut hätte. Durch eine Prokla­mation des Vicekönigs von Irland »ird die Landlißa als eine gesetz­widrige und kriminell strafbare Organisation bezeichnet, welche die Regierung mit allen gesetzlichen Mitteln unterdrücken würde. Auch scheint der katholische Klerus in Irland die Regierung in dem Kampfe gegen die Landliga unterstützen zu wollen, da der Erzbischof von Cashel, Dr. Croke, in einem Schreiben anFreeman's Journal" sich entschieden gegen die Tyrannei der Landliga erklärt. Da ferner in Dublin und anderen großen Städten Irlands Meetings zur Unterstützung der Re­gierung vorbereitet werden, so kann man an dem Siege der Regierung nicht zweifeln, wenn auch nicht zu läugnen ist, daß der Kampf der weit­verzweigten geheimen Organisation der Landliga gegenüber ein schwie­riger sein wird.