Einzelbild herunterladen
 

Abonnements- Preis:

Jährlich 9 Mari Halbj 4 M. 50 P. Vierteljährlich

8 Mark 25 Pfg. Nur auswärtige Abonnenten mit dem betreffen­den Postausfchlag. Die einzelne Num­mer 10 Pfg.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Prooinzial-Correfpondenz.

JnsertionS-

Preis:

Die ispaltige Garmondzeile od. deren Raum

10 Pfg.

Die 2fpalt Zeile 20 Pfg.

Die3spaltigeZeile

30 Pfg

Nr. 244

Donnerstag den 20. Oktober

1881.

auf dem hiesigen Bahnhof einer Prüfung unterzogen worden und hat die vorzüglichen Eigenschaften, die ihm zugeschrieben wurden, glänzend bewährt. Es ist daselbst seit einigen Tagen fortgesetzt in Gebrauch. Täglich gelangen an Herrn Deutsch glänzende Anerbieten, die den Kauf des patentirten Gegenstandes bezwecken; so hat jüngst ein Engländer im Namen einer englischen Gesellschaft ihm persönlich für Ueberlaffung der Erfindung eine ganz bedeutende Summe geboten, die sich auf einige hunderttausend Mark belaufen soll. Herr Deutsch hat sich die Entschei­dung noch vorbehalten. In jedem Falle ist die Erfindung ihrer Wich­tigkeit weg»n eine aussichtsreiche Zukunft eröffnet und wird der finan­zielle Erfolg ein ganz bedeutender sein.

— An den in dem Garten des Knust- und Handelsgärtners Dree- sen in Bonn befindlichen Reben ist das Vorhandensein der Reblaus ent­deckt worden. Es sind die geeigneten Maßregeln eingeleitet, um einer Verbreitung der Krankheit vorzubeugen.

— Haag am Hausruck. Ein hiesiger Bauer gerieth mit seinem Knechte wegen des Angeldes von 5 fl, welches der Bauer in den Lohn einbezog, in Streit. Der Knecht betrachtete die 5 fl. als Geschenk und drohte dem Bauer, dessen Hof in Asche zu legen. Er ging ins Gast­haus, trank mehr als genug und legte an des Bauers Hof Feuer an. Die That gelang leider nur zu gut, denn das gesammte Anwesen wurde bis auf den Grund eingeäschert. Der Thäter, welcher flüchtig wurde, ist in Wels aufgegriffen worden. Wie allgemein behauptet wird, soll der ruchlose Knecht die vielen Brände in Haag auf dem Gewissen haben.

— Leipzig, 18. Oktober. In dem Hochverrathsprozeß gegen Breuder und Genossen wurden heute die Plaidoyers zu Ende geführt. Der Ober-Reichsanwalt Freiherr von Seckendorff schilderte die staats- gefährlichen Umtriebe der Angeklagten und bezeichnete den Angeklagten Dave als den gefährlichsten und thätigsten der Agitatoren. Der Ange­klagte Dave beantragte, daß ihm gestattet werde, seine Schlußrede 'in französischer Sprache zu halten, worauf der Gerichtshof nicht einging, da er die Ueberzeugung gewonnen, daß Dave der deutschen Sprache in genügendem Maße mächtig sei. Dave weigerte sich hierauf, eine Schluß­rede zu halten. Fast alle Angeklagten versicherten nochmals ihre Un­schuld. Die Verkündigung des Urtheilsspruches findet am 21. d., Mit­tags 12 Uhr, statt.

■— Stuttgart, 19. Okt. Der Präsident der Kammer der Ab­geordneten, von Hoelder, ist zum Staats - Minister des Innern ernannt und sofort im Auftrage des Königs durch den Minister-Präsidenten von Mittnacht vereidigt worden. Der Departements-Chef der Justiz, von Faber, ist zum Justiz-Minister ernannt worden.

— Wien, 19. Okt., 5 Uhr 15 Min. Die Begegnung des Kö­nigs Humbert mit dem Kaiser von Oesterreich ist ausgemacht. König Humbert kommt in den ersten Tagen des November nach Wien und dürfte von hier zur Begrüßung des Kaisers Wilhelm nach Deutschland gehen. (Fr. Ztg.)

— Marseille, 18. Okt. Heute fand die Eröffnung der Gene­ralsynode der reformirten Kirche Frankreichs statt. Etwa 60 Delegirte werden an den Arbeiten derselben theilnehmen.

— Dublin, 19. Oktbr. Gestern Abend fanden hier neue Ruhe­störungen statt; der Pöbel zertrümmerte Laternen und Schaufenster und beraubte die Läden. Der angerichtete Schaden wird auf 2000 Pfund Sterl. veranschlagt. Schließlich wurden die Ruhestörer von der Polizei zerstreut. Das Schloß Hawarden ist unter permanenten Schutz der Po- lizei gestellt worden. — Die Liga hat ein von Parnell, Davitt, Brennan, Dillon, Sexton und Egan unterzeichnetes Manifest an das irische Volk gerichtet, in welchem erklärt wird: die Krisis sei dem Lande aufgedrängt worden; die Landbill sei noch nicht erprobt; die einzige Macht, welche im Stande gewesen wäre, aus diesem Gesetze solide Vortheile für die irischen Pächter zu erwirken, sei niedergedrückt. Die Regierung fei zum Terrorismus geschritten, um die Landbill den Pächtern aufzudrängen. In Folge der Einsperrnng der Führer und Haupibeamten der Liga sehe sich letztere gezwungen, ihre Absicht, die Landakte zu erproben, aufzuge- ben, und ertheilte den Pächtern den Rath, keinen Pacht zu zahlen, bis die Regierung den Terrorismus aufgebe und die foiiftüutioueUen Rechte des Volkes wieder herstellt.

— New - Aork, 18. Okt. Am Sonntag wurde hierselbst entdeckt, daß der Versuch gemacht worden, den Dampfer der Cunard-Linie „Both-

Amtliches.

(Steckbrief.) Gegen den Schäferknecht Adam Johann Kreß von Langenbergheim, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Diebstahls verhängt.

Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das Landgerichts- Gefängniß zu Hanau abzuliefern.

Hanau, den 18. Oktober 1881.

Königliche Staatsanwaltschaft. Sporleder.

Tages schuu.

— Berlin, 19. Okt. Der Geburtstag Sr. Kaiserlichen und Kö­niglichen Hoheit des Kronprinzen ist, wie der „R. u. St.-A." aus Ba- den Baden meldet, bei erwünschtem Wohlsein Ihrer Majestäten des Kai­sers und der Kaiserin gestern im Allerhöchsten Familienkreise festlich be­gangen worden. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin speisten mit Ihren Majestäten allein. Außerdem sand Marschallstafel von 27 Gedecken statt. Am Nachmittage machten Se. Majestät der Kaiser eine Spazierfahrt.

— Berlin, 18. Okt. Die bisher erschienenen Theile des Reichs­haushaltsetats unterscheiden sich kaum von den Aufstellungen des Vor­jahres. Wir hören, daß im Großen und Ganzen dasselbe Verhältniß bei den übrigen Gruppen des Etats hervortreten wird, sodaß im Bun­desrath ganz sicher, wie auch später im Reichstage, besondere Schwierig­keiten sich kaum darbieten werden. Auch in den Etats, welche sonst zu erheblichern Erörterungen zu führen pflegten, wie in dem der Marine­verwaltung, der übrigens schon vorliegt, der Militärverwaltung und des Auswärtigen Amts werden die Abweichungen von der vorjährigen Auf­stellung wenig bedeutend sein. Die Vermehrung der Konsulate stützt sich durchgehends auf dringendes Bedürfniß, und es ist jedenfalls unrichtig, daß eine neue gesetzliche Regelung des Consulatswesens vor den Reichs­tag gebracht werden soll.

— Berlin, 19. Okt. Die „Nordd. Allg. Ztg." erklärt die von verschiedenen Blättern gebrachte Nachricht, daß eine Theilung des Ar­beitsministeriums und die Errichtung eines Ministeriums für Eisen­bahnangelegenheiten vorbereitet werde, aus bester Quelle als jeder that­sächlichen Grundlage entbehrend.

— Die heutige N. Pr. Ztg. meldet: Dem Vernehmen nach soll die Berufung des Reichstages, wenn die Nachwahlen bis dahin erledigt sind, am 17. November erfolgen.

— Fürst Bismarck wird, wie die B. B -Ztg. heute wissen will, jedenfalls im Laufe der Woche in Berlin eintreffen, einer Sitzung des Staatsministeriums präsidiren, dem Kaiser, welcher ebenfalls diese Woche in Berlin eintrifft, Bortrag halten und sodann sich bis zum Weihnachts­fest nach Friedrichsruh begeben.

— Wie den Reichspostanstalten mitgetheilt worden, ist für die über Chiasso nach Mailand und weiter zu befördernden frankirten Fahrpost- sendungen außer den sonst bestimmten Beförderungsgebühren eine soge­nannte Zollbehandlungsgebühr von 20 c. für jedes Stück vom Absender zu erheben.

— Die Bevollmächtigten zum Bundesrath, Großherzoglich olden- burgischer Staatsrath Selkmann, Herzoglich sachsen-meiningenscher Staats- Minister von Giseke, Fürstlich schaumburg-lippischer Geheimer Regie­rungsrath Spring und Senator der freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Versmann, sind in Berlin eingetroffen.

— S. M. S. „Carola", 10 Geschütze, Kommandant Korvetten- Kapitän Karcher, ist am 18. Oktober er. von Kiel nach Plymouth in See gegangen.

— St. Johann a. d. Saar. Eine wichtige Erfindung hat hier- selbst der Eisenbahnbeamte J. I. Deutsch gemacht; er hat eine bereits patentirte und mit dem Namen Diamantöl getaufte Flüssigkeit erfunden, welche, wenn sie dem Petroleum zugesetzt wird, demselben die explodi- rende Kraft benimmt. Das Licht brennt Heller und sparsamer und ver­breitet keinen Qualm mehr; fällt die Lampe um, so erlischt sofort das Licht. Die Erfindung ist eine Wohlthot für die Menschheit. Wie un­endlich viel Unglücksfälle sind schon durch Petroleum angerichtet worden! Wie man hört, kommen von vielen Seiten Vortheilhafte Anerbietunaen i an Herrn Deutsch. — Nach der „St. I. S.-V. Z." ist das qu. Oel |